Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

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SpicyChili

Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von SpicyChili »

Ja, stimmt schon. Wobei hier auch wer berichten konnte, dass er für den Fall nicht mehr an den Anwendungen teilnehmen durfte. Ich finde, das ist schon ein starkes Stück!!! Wo bleibt da die Kinderfreundlichkeit?
Kattirina
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Kattirina »

Simsam hat geschrieben: Ich denke dass viele zwar hinterher darüber schimpfen, aber vor Ort einfach nicht bestimmt genug auftreten...
Ich bin bestimmt aufgetreten, habe mein Kind in DIESE Betreuung dort nicht geben können. Schimpfe aber trotzdem hinterher, weil es KEINE Alternativen für eine erträgliche Zeit MIT Kind gab. Das betraf genauso die Frauen, die ihre Kinder abgegeben haben, außerhalb der Schließzeiten der Kita. Bei 10 Grad minus und eisigem Wind draußen im März hätte man sich drinnen nur im winzigen eigenen Zimmer aufhalten können oder die Gänge rauf- und runter laufen, worüber sich dann auch bald jemand beschwert hätte. Es gab keinen Spielraum o.ä., in dem man mit kleinem Kind auch nur zwei Stunden angenehm hätte verbringen können. Spielzeug gab's ja schließlich in der KiTa, warum dann noch in der mit Stühlen vollgestopften Teeküche mehr als ein paar Bücher auslegen?!
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Mijoco
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Mijoco »

Ich hatte in der Kur folgendes Programm.:
Walking
Qi Gong
Massage
Gruppengespräche zum Thema Stress /Selbstwert
Aqua Fitness

Nichts davon hätte ich mit meinen drei Kindern zusammen machen wollen. Und ja , für mich war in beiden Kuren vor allem wichtig endlich mal wieder Zeit nur für mich zu haben. Und ja , auch das kann nachhaltig sein, denn um im Alltag etwas verändern zu können braucht man erst mal Erholung. Für die Veränderungen waren dann auch die Gespräche in der Gruppe wichtig.

Und neben all dem war auch noch ausreichend Zeit mit den Kindern
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mamoto
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von mamoto »

Ich stehe gerade vor einem ähnlichen Problem. In der letzten Kur war mein Kind schon 3 und seit anderthalb Jahren in der Kita, so dass 3 tage Eingewöhnung in der Kur Kita tatsächlich ausreichend waren und ich zudem mittags sehr oft keine Anwendung hatte und ihn dann schon früher aus der Kita nehmen konnte.
Jetzt möchte ich in eine mukikur mit adhs Schwerpunkt mit dem großen und mache mir sorgen wie das mit dem kleinen (2 Jahre, war noch nie von mir getrennt, kommt frühstens in einem Jahr in den Kindergarten) wird. Und will deswegen schon fast gar keinen Antrag stellen... Aber auf der anderen Seite wäre es für meinen großen gut und für mich sicher auch ( Depressionen und gerade die 3. Fehlgeburt). Die Depression war übrigens damals ein Grund, warum mein Kind dort in die Kita ging, ich hatte viele einzeltherapien, grppentherapien und krankengymnastik,das wäre mit kleinem Kind nix. die gleiche Klinik kommt leider nicht in Frage, da wüsste ich aber das es gut geregelt war ( übrigens hatten die auch tolle breite Betten :-) Kinderbett wurde nämlich nicht akzeptiert)
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Mijoco
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Mijoco »

Guck dir mal Univita Gut Holmecke an. Die gehen toll mit dem Thema ADHS um und haben eine gute Kinderbetreuung.

Meine erste Kur war auch mit einem kleinen Kind, das noch keine Fremdbetreuung kannte. Ich habe mir da auch vorher Sorgen gemacht, ging aber dann echt problemlos
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Seerose
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

SpicyChili hat geschrieben:Huijuijui Seerose. So aggressiv, wie du das aufgenommen hast, meinte ich es gar nicht!
Deine Frage in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben, wirkte so auf mich.

Und ich bin froh in einer Gesellschaft zu leben wo es Mu-Ki-Kuren gibt, wenn auch es immer ein Kampf ist diese zu bekommen.

Es kann auch gerne wieder über Herdprämien etc. diskutiert werden, also natürlich stört mich das nicht, aber ich dachte ein Mu-Ku-Kur-Thread ist das Allerunpassendste dafür, fahren doch die Mütter in die Kur um die Kinder abgenommen zu bekommen und sie in guten Händen zu wissen. Die Betonung liegt wirklich auf MUTTER-Kind-Kur, da steht die Mutter im Vordergrund, nicht das Kind/die Kinder. Für Kinder gibt es spezielle Kuren, Rehas u. v. m.
Du scheinst allerdings auch eine angenehme Kureinrichtungen gefunden zu haben, mit der du sehr zufrieden warst.
In der ersten war noch ziemlich viel DDR-Muff zu spüren (ja, es gibt auch BRD-Muff :mrgreen: ), aber ich habe das beste draus gemacht. Letztendlich habe ICH bestimmt wann mein Kind wo ist. Die zweite war der Traum schlechthin.
Ich würde mir von so einer Kur wünschen, dass sie mir zeigen, wie ich den Alltag mit meinem Kind durchstehe ohne durchzudrehen. Dass vielleicht einem Wege gezeigt werden, wie man damit umgeht, dass man 24\7 die Kinder um sich herum hat, weil es einfach nicht anders geht. Dass man letztlich ein gutes Rüstzeug an die Hand bekommt.
Dafür sind sie ja da. Aber im Vordergrund liegt die Entlastung der Mütter, was wiederum heißt, daß sie jederzeit die Möglichkeit haben ihre Kinder in die Betreuung zu geben. Nein, jederzeit nicht, abends konnte ich mit 22 Monate altem Kind nichts machen, aber das hat mich in keinster Weise gestört. Sind wir halt beide am Strand spazieren gegangen anstatt daß ich in einem Mütterbastelkreis saß. :lol:
. Ich finde, so wie du es erlebt hast, sollte es standard sein.
Wie gesagt, die erste Einrichtung war bescheiden, dennoch hab ich die drei Wochen am Meer sehr genossen. Ich wußte auch vorher daß ich meine Tochter mal 2 oder 3 Stunden betreuen lassen kann obwohl sie Fremdbetreuung nicht kannte. Aber sie liebte auch damals schon den Kontakt zu Kindern und hat es genossen. Und wir haben eine überaus enge Bindung und sie hatte keine Verlassensängste oder so.

ICH würde nicht jedem raten mit 22 Monate altem Kind in eine Kur zu fahren. Der Sohn meiner Freundin ist genau gleich alt gewesen und bei ihr mußten die Eltern anreisen um zu helfen. Da war nichts mit Betreuung und sie war einfach nur noch am durchdrehen. Hatte aber auch Indikationen die für 10 Frauen gereicht hätten.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Jamelek »

Ich finde die Ansätze von SpicyChille durchaus passend. Bestimmt nicht für jeden, aber vielen geht es eben nicht darum unbedingt Zeit ohne Kinder zu verbringen.

Ich sehe ja ein, dass ein psychologisches Gespräch beispielsweise definitiv nicht mit Kind stattfinden sollte, aber andere Angeboten könnten durchaus anders ausgeführt werden. Walking mit Kind im Tuch, oder auch Gruppengymnastik und nebendran eine Erzieherin, die spielerisch mit den Kindern turnt. Die Mama immer in Sichtweise.

Wo ich mit Kind groß vor 11 Jahren zur Kur war, war ich alleinerziehend, ging Vollzeit arbeiten, ich hatte unter der Woche abends gerade mal eine Stunde fürs Kind, bevor er ins Bett musste. Jedes 2. Wochenende war er beim Vater. Mir fehlte wirklich vorallem Zeit mit meinem Kind,
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

Jamelek hat geschrieben: Bestimmt nicht für jeden, aber vielen geht es eben nicht darum unbedingt Zeit ohne Kinder zu verbringen.
Ist vermutlich ne Wahrnehmungssache. :wink:
Ich hab es so wahrgenommen, daß die Mehrheit der Mütter mit denen ich so gesprochen habe NIE von ihren kleinen (von den Kindergartenkindern und Hortkindern redet ja niemand:) Kindern getrennt war und es durchaus genossen hat, mal ne Massage zu erhalten ohne Kind in der Nähe oder Fitness draußen an der Küste zu machen, auch wieder ohne einen Blick auf das Kind werfen zu müssen. Ich selbst war ja zu Hause auch 24 Stunden mit meinem kleinen Kind zusammen, da zwischen dem Kindsvater und mir eine richtig lange Sendepause war.

Und mein Kind hat so 2stündige Ausflüge an den Strand durchaus sehr genossen, vorallem war es eben begeistert endlich mal viele andere Kinder um sich zu haben.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Jamelek »

Seerose hat geschrieben:
Und mein Kind hat so 2stündige Ausflüge an den Strand durchaus sehr genossen, vorallem war es eben begeistert endlich mal viele andere Kinder um sich zu haben.
Das ist dann aber auch ein Glücksfall bei dir gewesen, dass dein KInd gut aufgehoben und umsorgt war. In diesem Falle könnte ich auch eine Massage und co gut genießen. Oder auch einfach mal ein paar Stunden an der frischen Luft liegen und lesen. Traumhaft.

Aber das Ausgangsposting drehte sich ja darum, dass in den meisten MuKiKurheimen, die Kinder nicht gerne in der KInderbetreuung sind, mangels Eingewöhnung,mangels empathischer Erzieherinnen oder mangels was auch immer. Und unter diesen Umständen könnte ich eben keine Anwendungen genießen, bzw. diese würden dann auch einfach keinen medizinischen Zweck erfüllen.

Und der Bezug auf andere Mütter im Kurheim. Meine Erfahrung außerhalb des SUT beruht auch eher darauf, dass es vielen Eltern nach der Geburt in erster Linie darum geht ihr altes Leben wieder zu haben. Da wird gesagt, dass ist normal, dass das Kind weint und dann wird das akzeptiert. Viele denken doch da gar nicht weiter drüber nach.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von bienenmeister »

Aber genau davon spricht doch Seerose, Jamelek! Gebt den Muettern was sie brauchen! Kur mit oder eben ohne Kinderbetreuung. Und es ist ja nicht nur schwarz weiss.


Ich habe eben wegen der Fremdbereuungsproblematik keine Kur gemacht, obwohl ich sie ganz sicher sehr noetig hatte. Ich gehoere definitiv zu den Muettern, die nie von ihrem Kind getrennt waren (das erste Mal fuer vier Stunden beim Papa geblieben NACH dem zweiten Geburtstag!). Was haette ich drum gegeben irgendwo sorgenfrei bei der Massage abzuhaengen oder in Gespraechsrunden stoerungsfrei mit anderen erwachsenen Individuen zu sprechen :shock: Aber no way, Fremdbetreuung ging hier gar nicht (warum spreche ich eigentlich in der Vergangenheitsform? Kitastart ist hier diesen April, mal sehen, es bleibt spannend.)

Ich wusste von Seerose, dass es dieses Kurhaus auf Ruegen gibt, wo es kein Problem gewesen waere. Ich haette meinen Sohn nicht abgeben muessen. Aber selbst dazu hatte ich nicht die Kraft, den Aufwand der Reise auf mich zu nehmen. Hier haette der Papa mitgemusst, und drei Wochen ohne seine Arbeit, das ginge hier gar nicht. So viel kann mein Mann gar nicht frei machen.

Also Kind abgeben wollen und Kind abgeben koennen sind mitunter auch zwei Paar verschiedene Schuhe.
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
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