Liebe Merci,
ich entnehme Deinen Worten gaaanz verhaltenen Optimismus, dass sich zumindest was tut.
merci32 hat geschrieben:Er hat 20 Min gestillt statt der üblichen 5 bis 7 Min... So lange stillt er sonst nie. Für mich ist das natürlich nicht so schön, kneift/reibt ja die ganze Zeit.
Das klingt superermutigend! War er dabei zufrieden? Welche Haltung war das und wie war das mit dem Abdocken, Kneifen etc? Dranbleiben und Zeit geben.
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Ich hab mir viele Gedanken gemacht, ich versuch mal, alles sortiert zu Papier zu bringen und bombardier Dich am Schluss dann mit einer Fragenliste, ja? Nicht erschrecken
merci32 hat geschrieben:Anfang Januar habe ich ca 10 Tage in denen ich schmerzfrei gestillt habe.
Es wäre natürlich super, zu wissen, ob (und wenn ja: was) Du oder er da anders gemacht haben. Das wirst Du Dich ja aber auch schon oft gefragt haben und offenbar kommen wir der Sache nicht mehr auf den Grund, oder doch?
Wenn nein, hilft nur, jetzt nach vorn zu schauen.
merci32 hat geschrieben:Ich versuche also seit Januar korrekt anzulegen. Könnte man die These aufstellen: auch wenn korrekt angelegt ist, macht mein Sohn das trotzdem falsch?
Könnte es sein, dass er seine Mundmotorik nicht sortiert kriegt? Dass er einmal falsch geprägt, zurück an der Brust, sich ein Stillverhalten angewöhnthat, mit dem er zwar Milch bekommt, mir aber weh tut?
Ja, das ist durchaus denkbar, dass sowas mit reinspielt. Vor allem das, was er mit der Zunge macht, kann sich durch die Fütterung mit künstlichen Saugern ungünstig entwickelt haben.
merci32 hat geschrieben:Ich hab eben was anderes leicht zurückgelehntes mit Stillkissen und Cross Cradle. Ja ich würde mich tatsächlich so weit aus dem Fenster lehnen wollen und sagen er kneift nicht mehr, aber er kann die BW nicht halten und die reibt auch immer so in seinem Mund innen...
Super mit dem weniger kneifen! Mit dem Saugschluss, der verloren geht: Irgendein Problem besteht derzeit auf jeden Fall. Da gibt es drei Felder, auf denen man suchen und arbeiten kann:
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Grundlage - stabile Stillposition: Wir versuchen mit guter Positionierung (Baby liegt "unwackelig" so stabil wie möglich, BW in natürlicher Lage und so unwackelig wie möglich genau in Reichweite der Oberlippe, kein Zug auf der Brust, Kinn ganz in die Brust gedrückt, so dass man es kaum sieht, wenn man die Brust nicht wegdrückt) jetzt zu erreichen, dass Dein Baby nicht gegen "ein wackliges Gefühl" oder "die wegrutschende Brust" ankämpfen muss und sich deshalb versucht, mit den Kiefern festzuhalten. Das ist sozusagen die unabdingbare GRUNDLAGE dafür, dass es klappen KANN.
Ich denke, es wäre einen Versuch wert, sich auch nochmal
Deine Liegendstillposition genau nach Verbesserungspotential für Euch anzuschauen. Auf dem Bett liegend, seitlich mit leichter Tendenz zur Bauchlage, mit einer Handtuchrolle im Rücken und Mama vor dem Bauch ist ja die abgestützteste Lagerungsvariante, die nach der Bauchlage geht, und lässt so ziemlich jede Babykörperhaltung zu, die ihm genehm ist, ohne, dass Du müde Arme bekommst

! Ich habe mein KISS-Kind damals bis zur (leider so späten!

) erfolgreichen Behandlung ein Jahr fast ausschließlich im Liegen gestillt. Das ging für ihn super

, obwohl ich alle anderen Haltungen mit ihm nicht hinbekam (was war das für ein Kampf!

).
Und für die Nächte ist Liegendstillen eh lohnend.
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Babys Stilltechnik und Anatomie:
Dann schauen wir, dass babyseits getan wird, was getan werden kann:
* Zungenbändchen hast Du abklären lassen und hast auch schon selbst gesehen, dass Dein Baby die Zunge über die Kauleiste hinaus rausstrecken kann - dabei entsteht auch keine "Herzform" mit Einbuchtung an der Zungespitze, richtig?
merci32 hat geschrieben:Könnte es sein, dass er seine Mundmotorik nicht sortiert kriegt? Dass er einmal falsch geprägt, zurück an der Brust, sich ein Stillverhalten angewöhnthat, mit dem er zwar Milch bekommt, mir aber weh tut?
Und: Kann man da was machen?
* Ja, da kann man was machen:
Saugtraining bei einer IBCLC, die sich damit auskennt.
* Castillo Morales ist ebenfalls eine sehr gute Idee! Geh das ruhig an!
* eine Zweitmeinung für KISS wäre m.E. sinnvoll:
Geburt in Gesichtslage ist ein Risikofaktor für KISS. Nicht jeder Osteopath erkennt KISS Typ 1 und Typ 2 zuverlässig - die Diagnostik in den ersten 12 Lebenswochen ist zudem oft schwierig und uneindeutig (KISS-Spezialisten wollen die Babys wenn möglich erst nach 12 Wochen sehen und machen zudem ein Röntgenbild, um sicher zu gehen). Hat Dein Baby irgendwelche anderen Auffälligkeiten, die in Richtung KISS deuten könnten? (Vielleicht gibt es jemanden in Eurer Nähe - muss ja nicht gleich ein KISS-Spezialist sein - der nochmal eine Zweitmeinung zu KISS/anderen Blockaden abgeben könnte?)
Auf dieser Website finden sich Symptome und auch eine Ärzteliste:
http://www.kiss-kid.de/
merci32 hat geschrieben:Termin beim Kinderortopäden, Freitag bei der Logopädin.
Morgen ist U4. Die Kinderärztin kennt meine Stillprobleme und hat nach dem Zungenbändchen geglückt. Gibt es etwas Bestimmtes, wo ich sie bitten könnte nachzuschauen?
* Haben die bisher konsultierten Stillexperten Deinem Kind in den Mund geschaut/gefühlt? Wenn nein, frag deine KiÄ bitte, ob es eine auffällige Gaumenform gibt (hoher Gaumen oder vielleicht sogar eine verdeckte Spalte)
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Brustbedingte Schmerzursachen
* Vasospasmus gut genug behandelt?
* Infektionen?
* Soor der BW oder evtl. ein Ekzem?
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Zu Deinen Fragen:
merci32 hat geschrieben:Also, ich probieren das so. Die asymmetrische Technik habe ich im Hinterkopf. Ob ich das richtig mache, ist natürlich eine andere Frage.
Dann lies im Link bitte nochmal genau die Beschreibung durch!
merci32 hat geschrieben:Ich versuche die Brust von oben zu greifen und zu formen. Aber ich habe das Gefühl mir selbst so die Sicht zu versperren...
Okay, dann muss der Babypo tiefer als der Kopf. Das erreiche ich z.B., indem ich das babyposeitige Bein wie im Schneidersitz auf die Sitzfläche des Sofas lege und das andere Bein auf die Kante des Sofatisches aufstelle (in Höhe der Sofasitzfläche, bei mir ca. eine Fußlänge weg vom Sofa) und mein Knie Richtung Babypo neige. Hüfte und gesamte Haltung in diese Richtung etwas mitgedreht und den Babypo NEBEN meinem Körper entweder auf dem Sofa aufliegen lasse (je nach Größe des Kindes) oder unter den Po eine Sofadecke fest stopfen/ein festens kleines Kissen legen. Babyrücken ist relativ gerade.
So ist der Mund dann nicht senkrecht sondern eher diagonal vor Deinem Körper und Du kannst von schräg oben mit der freien Hand formen (inverser C-Griff oder sehr weiter Zigarettengriff) und hast alles gut im Blick.
Oder eben die Asymmetrische Anlegetechnk exakt so, wie auf stillkinder.de beschrieben (also in Seitenhaltung!) ODER wir verbessern Deine Liegendstillposition - auch da hat man freiere Sicht auf das Andocken und kann gut hinfassen.
merci32 hat geschrieben:Bei meiner Tochter habe ich das in Cross Cradle gemacht. Ich habe aufrecht gesessen, sie lag auf einem Stillkissen vor mir. Mein Arm hinter ihr. Die andere Hand hat die Brust gehalten und zwar die ganze Mahlzeit lang. Das hat super funktioniert.
Nach spätestens 15 Minuten mit flügelähnlich nach außen ragendem Brusthaltearm haben Mütter normalerweise das Bedürfnis, irgendwas an der Haltung zu ändern. Eine Stillmahlzeit kann ja aber deutlich länger dauern als ne halbe Stunde... Auch kleine Haltungsveränderungen können bei einem Baby, das das Vakuum (noch) nicht superstark halten kann, aber zu Veränderungen der BW im Mund führen und damit zu wunden BW. Ursprünglich war die Cross Cradle Hold nicht als Dauerstillposition gedacht, sondern als "Vorläufige Position", die man dann in eine klassische Wiegehaltung wechselt, während das Baby angedockt bleibt. Bei kurzen Mahlzeiten und/oder sehr gutem Saugschluss kann es aber dennoch funktionieren, wie Du ja erlebt hast. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Das ist also kein Defizit Deines Sohnes! (Beleg:
klick)
merci32 hat geschrieben:Ich fange auch immer extra rechtzeitig an, wenn der Hunger noch nicht so groß ist.
Super! Ganz richtig!
merci32 hat geschrieben:Also, ich finde die Handtuch Sache von der Idee her gut. Es ist aber ziemlich kompliziert. Ich kann ja nicht beliebig oft und lange üben und auch nicht oft korrigieren, er hat ja Hunger weint dann und dann wird es immer schwieriger. Dieses das Handtuch zwischen Babykopf und unter der Brust zurecht stopfen finde ich schwer - dann liegt Nase zu BW nicht richtig, wenn ich das korrigieren verrutscht das Handtuch aber, dann weint der Kleine, dann hab ich eine Hand im Gesicht... Ich weiß nicht recht. Ich müsste das kontrolliert und in Ruhe machen, aber das geht nicht.
Sowas braucht Zeit! Evtl. fällt es Dir im Liegen leichter, Euch gut zu positionieren und kannst das dann aufs Sitzen übertragen. Würdest Du das versuchen wollen?
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Ich mach später noch ein extra-Posting mit einer Frageliste meinerseits.
LG, blueberry