Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Yumi
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Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Yumi »

Hallo ihr lieben,

so langsam verzweifle ich...

Ich fang mal von vorn an:
Am 02.01.15 kam meine Tochter Elly zu Hause im Wohnzimmer im Geburtspool zur Welt. Die Geburt war schön und schnell. Eine Stunde später hat sie zum ersten Mal getrunken und alles klappte super. Dann kam der Milcheinschuss. Elly trank gut und nahm in den ersten Tagen (nach den 10% Verlust) 200-300g zu. Zur Geburt wog sie 3400g, jetzt gerade (vier Wochen alt) wiegt sie 4000g. Meine Hebamme ist zufrieden damit.

Dann, sechs Tage nach der Geburt, Schüttelfrost, hohes Fieber. Mastitis auf der rechten Seite.
Erst haben meine Hebammen und ich versucht es auf normalem Wege zu kurieren. Quark, Retterspitz, ausstreichen etc... Es half absolut GAR NICHTS. Elly trank zwar weiterhin an der Seite, aber abgesehen davon, dass es sau weh tat, half auch das nicht.

Ich habe 12 Tage Antibiotikum genommen, Wickel gemacht, ausgestrichen, Elly angelegt, geschrieen, geweint... Die Entzündung war weg und ich wartete darauf, dass der Schmerz beim Anlegen besser werden würde. Wurde er auch, langsam (nach dem Ansaugen war es meistens viel besser).

Dann, vor drei Tagen wieder Schüttelfrost, hohes Fieber. Innerhalb von Stunden eine heiße, rote rechte Brust. Ohne Knoten zwar, aber eindeutig wieder Mastitis. Die Stillberaterin im Krankenhaus meinte, so etwas habe sie noch nie gesehen... Jetzt nehme ich wieder Antibiotikum (andere Sorte), habe vor lauter Stress die Lippen voll Herpesbläschen und wieder schreckliche Schmerzen beim Stillen.

Ich kann einfach nicht mehr. Körperlich sind die Schmerzen schrecklich (die Geburt war angenehmer), aber noch schlimmer ist es psychisch. Die ständige Angst, dass sie weint und ich rechts stillen muss, die Angst, dass ich sie mit Herpes anstecke, was für sie ja tödlich sein kann. Ich kann mich nicht um mein Baby kümmern, sie nicht tragen wegen der Schmerzen, nicht wickeln, nichtmal auf meinen Bauch legen; die rechte Brust tut so furchtbar weh... Wenn mein Mann nicht zu Hause wäre momentan, wüsste ich gar nicht, wie ich das machen sollte.

Ich will nicht abstillen. Aber stillen will ich momentan definitiv auch nicht mehr. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut und wollte so lange stillen, wie Elly es auch wollte (2-3 Jahre mindestens, wenn sie das möchte).
Meine Idee: Vielleicht kann ich nur mit links stillen. Da hatte ich von Anfang an keine Probleme. Ich weiß, dass es Frauen gibt, die das tun, auch vollstillen.

Ich hab mit meiner Hebamme darüber gesprochen. Sie sagt, es ist möglich und evtl ist jetzt gerade gar kein dummer Zeitpunkt um rechts abzustillen. Denn durch das Antibiotikum wird die Entzündung bekämpft und ich kann bei Druck einfach ausstreichen, ohne Elly anlegen zu müssen.
Gleichzeitig müsste ich sie natürlich links öfter anlegen und bei Bedarf zufüttern, denn die linke Seite produziert ja nicht von heute auf morgen mehr.
Da beginnt meine Sorge: Ich hab Angst vor einer Saugverwirrung, wenn ich mit Fläschchen zufüttere, aber BES kommt mir arg kompliziert vor und ich hab von einer Frau gelesen, deren Baby irgendwann total auf den Schlauch fokussiert war und nicht mehr wirklich an der Brust gesaugt hat... Kann man PRE auch mit einer Spritze geben, wie bei kleinen Kätzchen (blöder Vergleich vermutlich, aber mir fällt sonst nix ein).
Morgen wollte mir meine Hebamme Globulis mitbringen, die das Abstillen fördern. Außerdem soll ich mit Pfefferminztee und Salbei anfangen. Das reduziert natürlich auf beiden Seiten und ich muss dann vermutlich wirklich zufüttern (manchmal hab ich das Gefühl, dass ihr auch jetzt eine Seite ab und zu nicht reicht).

Ich hab heute Nacht schon angefangen sehr oft die linke Brust zu geben und die rechte kaum noch (streiche aus).

Ich weiß nicht, ob ich was Wichtiges vergessen habe. Wenn etwas unklar ist, fragt ruhig....
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Angua
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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Angua »

Hallo,

vorneweg: ich hab keinerlei Stillausbildung, aber meine Geschichte klingt deiner sehr ähnlich, ich bin nur schon ein bisschen "weiter" (unter anderem endlich wieder schmerzfrei! Ohne meinen Mann wär ich auch auf Haushaltshilfe angewiesen gewesen).

Ich stille grade vorwiegend mit links. Das hat sich so ergeben, rechts war irgendwann einfach so sehr mit sich selbst beschäftigt, da kam nicht viel und ich hab dann irgendwann, als MIlchstau klar nicht mehr das Thema war, auch nicht mehr so oft angelegt. Ein Problem war: Ohne Hütchen kriegt die Maus nichts zu fassen (Brust war lange komplett hart, jetzt sind es nur noch die ersten paar cm), Hütchen mag sie aber nicht so sehr, das heißt teilweise weiß ich, dass sie Hunger hat, biete rechts an, sie brüllt nur weiter, links (ohne Hütchen) trinkt sie sofort.

Da rechts gern freiwillig tropft und fließt, ist es kein Problem, dass sie da nicht alles abgetrunken hat. Zufüttern musste ich übrigens nicht, links hat produziert und produziert weiterhin ohne Ende.

Auf Dauer einseitig stillen wollte ich nicht. Links ist gerade mindestens eine Cup-Größe größer als links, das sieht einfach total bescheuert aus. Keine Ahnung, ob das nur die Milch ist, die links größer macht oder auch rechts kleiner wurde, dadurch, dass allerlei Gewebe geschmolzen ist, aber ich freu mich drauf, wenn dann irgendwann rechts wieder gut ist und ich beidseitig stillen kann. Wie gesagt, jetzt die letzten Wochen primär links zu stillen funktioniert einfach, rechts wird dann schon wieder kommen, wenn ich sie wieder mehr belasten kann. So die Hoffnung meiner Hebamme und meiner Ärztin.


Ibuprofen darf man übrigens auch stillend nehmen. 4x400 sind kein Thema, kurzfristig darf man auch mehr. Und das Hauptproblem hierbei ist deine Leber, das Kind stört es nicht.

Gute Besserung!
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Angua
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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Angua »

Angua hat geschrieben: Links ist gerade mindestens eine Cup-Größe größer als links,
als rechts natürlich.
Und ich bin mittlerweile bei 31 Tagen Antibiotika in den ersten 2 Lebensmonaten meines Kindes...

Aber es wird besser! Das ist jetzt total doof, aber es wird besser und auf die 2-3 Jahre, die du stillen magst, sind die ersten paar Wochen dann egal. Zumindest, sobald es dann irgendwann rum ist...
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Teazer
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Re: AW: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Teazer »

Hallo Yumi,

herzlich willkommen hier im Forum.

Einseitiges Stillen ist möglich und ein Zufüttern i.d.R. nicht nötig. Die Gewichtsentwicklung muss man halt im Auge haben. Aber meist ist es kein Problem.

Während einer Mastitis sollte jedoch nicht abgestillt werden, da das Entleeren der Brust wichtig für den Heilungsprozess ist.

Medikamente zum Abstillen (auch aus der Alternativmedizin) wirken systemisch und sollten daher nicht angewandt werden, da sie nicht nur auf die abzustillende Brust wirken.

Als ich damals einseitig abgestillt habe, habe ich die Brust gekühlt und es war recht schnell nicht mehr nötig, da ich nur noch an der anderen Seite angelegt habe. Ich habe die abgestillte Brust später wieder problemlos relaktiert.

Ich wünsche Dir gute Besserung!
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Yumi »

Hallo und danke schon mal für die Antworten.


Die Sache ist, dass ich es wirklich nicht ertragen kann sie rechts anzulegen. Es tut so weh...

Deswegen hat mir meine Hebamme geraten gerade jetzt wo ich Antibiotikum nehme, die Milchmenge zu reduzieren indem ich Elly da nicht mehr anlege und stattdessen ausstreiche bzw abpumpe. Wichtig ist doch nur, dass die Brust weich bleibt oder nicht?
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Teazer
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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Teazer »

Abpumpen/ausstreichen ist auch okay. So lange es fließt, passt es für gewöhnlich. Allerdings entleeren Babys konsequenter. Einen Milchstau hast Du aber nicht, oder?
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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Yumi »

Nein, den hatte ich nur beim letzten mal. Diesmal ist es nur rot und heiß und schmerzhaft gewesen...
Die Angst ist allerdings da, dass noch einer kommt :(


Manchmal trinkt sie und plötzlich wird sie unruhig und spuckt die brust aus, nur um sie kurz danach hektisch zu suchen und das geht manchmal sehr oft so...

Reicht ihr die Seite dann nicht? :(
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Teazer
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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Teazer »

Die Sorge kann ich gut verstehen. Ich habe da auch meine Erfahrungen gemacht und trotz meines Stillwissens hängt die Angst im Nacken.

Dennoch bin ich froh, dass ich jetzt wieder mit beiden Seiten stille. Nach fast 20 Monaten einseitig stillen ist es ein Luxus in den verschiedensten Positionen und gleichwertig "belastet" zu stillen. Aber Du wirst sehen, was für Dich stimmig ist. Es gibt viele Frauen, die beim einseitigen Vollstillen bleiben.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: AW: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Teazer »

Yumi hat geschrieben:Manchmal trinkt sie und plötzlich wird sie unruhig und spuckt die brust aus, nur um sie kurz danach hektisch zu suchen und das geht manchmal sehr oft so...

Reicht ihr die Seite dann nicht? :(
Das machen viele Babys. Magst Du die nächsten Tage die Stillhäufigkeit und die Windeln zählen? Dann könnte ich Dir da Rückmeldung geben.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Ich bin verzweifelt und möchte einseitig stillen

Beitrag von Yumi »

Windeln schätzt mein Mann (der hauptsächlich wickelt im Moment) 7-10. Aber bisher war ja auch beidseitig. Das heißt dann noch nichts oder?

Heute hat sie um schon vier mal getrunken seit 7.00, allerdings einmal davon sehr lange und ein anderes mal davon auch ziemlich lang.
Jetzt gerade ist sie ziemlich unzufrieden, habe Angst dass sie Hunger hat. Sie hat gerade über eine Stunde getrunken und jetzt weint sie die Brust an, sucht aber trotzdem...

Ich stille schon den ganzen Tag nur links, rechts habe ich zwei mal gepumpt und einmal ausgestrichen. Zuletzt habe ich heute Nacht um drei oder halb vier rechts gestillt (und da musste ich mich sehr überwinden)...

Allein heute (nur links) waren es ungefähr vier Windeln, glaub ich
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