Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von blueberry »

Liebe Maria,

Danke für Deine ausführliche Erklärung. Es beruhigt mich, dass Ihr mit dem "Elefantengang" ja dann doch ein erprobtes Beruhigungsmittel verwenden sollt/dürft. Das hat bei meinen Kindern auch immer gut funktioniert. 8)
chipmunk hat geschrieben: Du schreibst ja, dass ihr den Pezziball nicht einsetzen sollt, wobei ich mich darüber ein bisschen wundere, wenn auf- und ab Bewegungen ok sind. Mit dem Ball geht es doch auch nur auf- und ab?
Dem möchte ich mich in diesem Zusammenhang anschließen. Zumal man ja die Stärke des Wippens auf dem Ball sehr genau dosieren kann. Mir hat "Kind ins Tuch und ab auf den Ball" so manche Mahlzeit gerettet oder mir mal ne halbe Stunde vor dem PC ermöglicht.
maria28 hat geschrieben:Was wir immer noch, auch bei ihrem Bruder machen, ist die Bewegungen, die wir mit ihnen machen, anzukündigen. Vor jedem Hinlegen auf den Wickeltisch oder ins Bett, gibts ein "Achtung!". (Wenn man drüber nachdenkt, ist das nur respektvoll dem Kind gegenüber).
Sagen, was man vorhat (z.B. auch Drehem beim Anziehen/Abtrocken etc. soll man ja auch sonst bei Babys und Neugeborenen. Da bin ich ganz bei Dir. (Ob das nun laut sein muss, weiß ich nicht - meine haben auf ein deutlich sich aus dem restlichen Redefluss abhebendes "So, Aaaaaaaachtung" auch sacht und leise gesprochen reagiert. Und wecken für einen Lagewechsel (wenn man ein schlafendes Kind ablegt) würde ich ein Kind von einem Vierteljahr wohl auch nicht. Müsst/Sollt Ihr das (noch)? (Ich weiß, dass das bei Frühchen im Alter vor dem ET wohl üblich ist, sie vor Hantierungen zu wecken).
maria28 hat geschrieben:Mittlerweile - das ist jetzt einige Wochen her, befolgen wir diese Hinweise auch nicht mehr in ihrer Gänze.


Hat man Euch denn einen "Fahrplan" gegeben? Also: welche Schritte wann nach und nach erfolgen sollen? Ihr könnt doch nicht monatelang versuchen müssen, Eure Tochternur in einer Dimension zu bewegen und dann soll sie auf einmal selbst fit sein, dreidimensionale Bewegungen auszuführen?
maria28 hat geschrieben:Und zwar soll tatsächlich der Gleichgewichtssinn wieder stimuliert werden und zwar mit eindeutigen Bewegungen in nur einer Dimension und zwar auf und ab - bei aufrecht gehaltenem Baby.
Ich bin natürlich keine Physiotherapeutin und auch nicht geschult im Umgang mit (ehemaligen) Frühchen. Ich gestehe aber, dass ich intuitiv große Schwierigkeiten habe, mir irgendeinen Sinn hinter der wochenlang stufenweisen und dimensionssortierten Anregung des Gleichgewichtssinns bei einem Baby vorzustellen. Es wäre was anderes, wenn Babys normalerweise im Bauch nacheinander verschiedene Richtungen der Bewegung stufenweise durchleben würden. Das vestibuläre System beginnt aber schon wenige Tage nach einsetzen des Herzschlages zu arbeiten, während die Mutter sich tagein tagaus kunterbunt bewegt und das Baby in ihr ja auch... Dann wird es nach seinem evolutionären Programm zum Tragling mit ebensolcher Bewegungserfahrung. Hmmmmmm... Ich würde da wohl genau nachfragen. Auch, wie die Anregung der weiteren Dimensionen geplant ist und in welchem Zeitrahmen.

Ich sag das alles nicht völlig ohne eigene elterliche Erfahrung: ich habe für meinen grobmotorisch entwicklungsverzögerten Sohn schonmal die Physiotherapie abgebrochen, als im Verlauf der Behandlung (und im Gespräch mit der Therapeutin) klar wurde, dass ihr Behandlungskonzept auf der irrigen Grundlage beruhte, Babys seien Nesthocker (nicht Traglinge) und bräuchten darum ganz viel Rumliegen auf ebenen Flächen, weshalb das ständige auf Mamas/Papas Schoß/Bauch liegen oder im Tragetuch-Sein meinem Baby massiv geschadet hätte (ja, die Ursache seiner Entwicklungsverzögerung sei!) und nun dringend die wertvollen Erfahrungen des Herumliegens, Bodendruck spürens, Kinderwagenfahrens, Zudecke Befühlens etc., die zu einer normalen menschlichen Entwicklung unerlässlich seien (und meinem Kind in großem Maße fehlten), nachgeholt werden müssten.
Ich will gar nicht sagen, dass da nicht auch gute Übungen für meinen Sohn dabei waren - ganz sicher. Aber die Grundlage ihrer Überlegungen und damit der Ansatz passten einfach so gar nicht. Das kann vorkommen.

maria28 hat geschrieben:Ich hatte das ja nur in einem Halbsatz erwähnt und kann hier auch nochmal ausführen, was die Physiotherapeutin noch gesagt hat (Quellen hat sie allerdings nicht genannt) Ich habe mir aber auch viele Gedanken dazu gemacht und schweren Herzens die geliehene Federwiege zurückgeschickt.


Langer Rede kurzer Sinn: wenn Dir einleuchtet, was sie gesagt hat, dann folge dem guten Gewissens. Wenn Du Bauchschmerzen dabei hast, es Dir und Deinem Kind nicht gut damit geht, dann frage nach, lass es Dir erklären und hole im Zweifelsfall weitere Fachmeinungen ein. Dass Babyschlaf irgendwann ums Wochenbettende besser wird (und in Schubphasen wieder anders/schlechter) ist ja Teil normaler Babyentwicklung und muss nicht an der Behandlung liegen.

Ich weiß nicht, wo Du wohnst. Ich weiß von einer sehr guten Elternberaterin/Schreibabytherapeutin, die auch IBCLC-Stillberaterin ist und im bedürfnisorientierten Umgang mit Babys geschult. Wenn Du magst, frage ich nach, ob sie auch per Telefon/Email beraten würde oder einen Tipp für Begleitung bei Euch vor Ort hätte.

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Zu den Blockaden/KISS:
maria28 hat geschrieben:Sie hat tatsächlich weitere Blockaden der Wirbelsäule, auch im Hals. Die Schmerztherapeutin hat etwas gelöst, meinte aber, "wir hätten noch viel Arbeit vor uns". Sie ist ihrer Meinung nach, auch deswegen motorisch entwicklungsverzögert (sie kann den Kopf aus der Bauchlage nur sehr kurz halten zb).
Vielleicht liegt ja auch hier (und nicht in einem "gestörten Gleichgewichtssinn" - wie stellt man den in dem Alter fest??) die eigentliche Ursache. Als Mutter eines erst mit 13 Monaten endlich erfolgreich behandelten KISS-Kindes mit massiven Stillproblemen (wenn Du magst, schreib ich Dir mehr per PN), mag ich Dich sehr ermutigen, Dich an einen richtigen KISS-Spezialisten zu wenden. Deine Tochter ist dafür im idealen Alter (ab 12 Wochen sind im ersten Lebensjahr oft nur eine einzige Sitzung für Diagnostik und Behandlung nötig, wenn man zum KISS-Spezialisten fährt!) und ich kenne so viele Geschichten, wo erst die KISS-Behandlung den Durchbruch brachte. "Schreikind plus motorische Auffälligkeiten" im Babyalter klingt sehr nach KISS.

Ich würde in dieser Ärzteliste schauen, ob einer der dickgedruckten Ärzte irgendwie (evtl. mit Übernachtung) erreichbar ist:

http://www.kiss-kid.de/seiten/listen/li ... te_de.html

Ich weiß, der Aufwand scheint erstmal riesig, aber wenn es KISS ist, lohnt er sich wirklich! Ich war mit beiden Kindern so weit zum KISS-Doc unterwegs, dass zwei Tage und eine Übernachtung draufgingen. Ich würde es immer wieder so machen, beim kleinsten Verdacht. Ich würde bei Zwillingen beide Kinder checken lassen, auch wenn Dein Sohn erstmal unauffällig wirkt.

(Apropos Sohn: für ihn dürftet Ihr die Federwiege und den Pezziball doch aber verwenden?)

Ich würde zuallererst versuchen, an der Ursache der Stillprobleme zu arbeiten (die Blockaden). Wenn Du bei der Terminvergabe sagst, wie es Euch geht, dass Ihr Zwillinge habt und ein (oder zwei?) Schreikind(er), eins mit massiven Stillproblemen kurz vorm Flaschefüttern, bekommt Ihr bestimmt schneller einen Termin.

Diese Seite ist insgesamt sehr informativ:
http://www.kiss-kid.de/

Hier gibt es einen Film, so dass man sich die nur einmalig durchzuführende Behandlung im Vorfeld vorstellen kann:
http://www.kisskinder.de/kiss_kinder_film.html
Auch von der Seite habe ich viel gelernt seinerzeit.

LG, blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von maria28 »

Danke für deine ausführliche Antwort!
Habe leider nicht so viel Zeit - nur soviel: demnächst haben wir einen Termin bei einer Osteopathin, die wohl auch KISS behandelt. Sie steht zwar nicht auf deiner Liste, aber sie kann ja zumindest mal gucken.
Heute waren wir wieder bei der Physiotherapeutin, sie hat NOCHMAL Blockaden gelöst und beim ersten (und einzigen) Stillen seitdem lief es besser. Ich hoffe das bleibt so, denn die Kinder wurden auch gewogen und sie hat viel weniger zugenommen als er :-(
Am 15. sind wir bei unserer KiÄ - und deren Waage ist ja sozusagen die Vergleichswaage.
Auf der Waage heute hatte sie seit dem letzten KiÄ-Besuch am 18.12 nur ca 600g zugenommen. (Söhnchen aber sogar ein Kilo).

Ich muss mich mal durchklicken hier - angenommen es bestätigt sich, dass sie zuwenig zunimmt, wie müsste man dann was ergänzen?
Danke nochmal
Lg


Achso und von der Gleichgewichtsstörung war heute keine Rede mehr, ich konnte sie aber auch nicht nochmal danach fragen, beide Kinder haben geschrien und dann macht man ja dann immer so flott wie möglich. Auf jeden Fall bekommt sie jetzt wöchentlich PT um den Rumpf zu stabilisieren und die Muskulatur zu stärken, und wir sollen auch Übungen zuhause machen.
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Teazer
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Re: AW: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von Teazer »

Hallo Maria!
maria28 hat geschrieben:Ich hoffe das bleibt so, denn die Kinder wurden auch gewogen und sie hat viel weniger zugenommen als er :-(
Deine Babys sind jetzt schon kleine Individuen. Deshalb solltest Du sie nicht miteinander vergleichen. ;)
Am 15. sind wir bei unserer KiÄ - und deren Waage ist ja sozusagen die Vergleichswaage.
Auf der Waage heute hatte sie seit dem letzten KiÄ-Besuch am 18.12 nur ca 600g zugenommen. (Söhnchen aber sogar ein Kilo).
Die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme für gesunde Stillkinder ist laut WHO mit 2-4 Monaten (in Eurem Fall angepasstes Alter) 110-330 g. Deine Kleine hat durchschnittlich 200 g wöchentlich zugenommen. Das passt wunderbar. :)
Ich muss mich mal durchklicken hier - angenommen es bestätigt sich, dass sie zuwenig zunimmt, wie müsste man dann was ergänzen?
Sollte sich eine Zufütterindikation zeigen (wovon ich nicht ausgehe), kannst Du hier im Forum eine Thema eröffnen und eine Stillberaterin wird Dich gerne begleiten.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von blueberry »

maria28 hat geschrieben:demnächst haben wir einen Termin bei einer Osteopathin, die wohl auch KISS behandelt. Sie steht zwar nicht auf deiner Liste, aber sie kann ja zumindest mal gucken.
Ich drück die Daumen für guten schnellen Erfolg! :D
maria28 hat geschrieben:Heute waren wir wieder bei der Physiotherapeutin, sie hat NOCHMAL Blockaden gelöst
Wie gesagt, das ist einer der Punkte, die für einen KISS-Spezialisten sprechen. Dort wird geröngt, um sich ein genaues Bild zu machen (und z.B. Fehlbildungen von Blockaden zu unterscheiden), eine Tastuntersuchung gemacht und (wenn sinnvoll) noch beim gleichen Termin behandelt - im Normalfall ein einziges Mal. (Nur in 20% der Fälle braucht es im ersten Lebensjahr eine zweite Behandlung.) Kein kleinschrittiges Durcharbeiten durch die Blockade in vielen Sitzungen.

Vielleicht bringt ja aber der Besuch beim Kinderosteopathen schon den Durchbruch. :D

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maria28 hat geschrieben:Stillen seitdem lief es besser. Ich hoffe das bleibt so
Wie lief es seither? Und wie geht es den Kindern insgesamt?
blueberry hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo Du wohnst. Ich weiß von einer sehr guten Elternberaterin/Schreibabytherapeutin, die auch IBCLC-Stillberaterin ist und im bedürfnisorientierten Umgang mit Babys geschult. Wenn Du magst, frage ich nach, ob sie auch per Telefon/Email beraten würde oder einen Tipp für Begleitung bei Euch vor Ort hätte.
Dazu schick ich Dir eine PN.

Wegen des Gewichtes hat Dich Teazer ja schon geschrieben. Wenn Du allgemein etwas zu Gewicht, Wiegen, etc. wissen möchtest (auch um die Einzeldaten, die beim KiA oder Physio etc. erhoben werden für Dich einordnen zu können), kannst Du in unsere Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle schauen. Dort wird das alles gut erklärt.

Alles Gute erstmal - vielleicht geht es ja jetzt auch schon deutlich bergauf mit dem Stillen! :)

LG, blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von maria28 »

Ja danke.
Ich hab mich vertan, wir waren am 18.11 beim KiÄ, sie hat also 100g/Woche zugenommen. Und nein, es wird nicht besser. Heute Nacht hat sie so gezappelt und gezupft beim Stillen, ich musste ihre Beine mit meinen Beinen festhalten. Eben das geliche Spiel, bloß dass ich nicht so viel Geduld hatte und die Brust wieder eingepackt habe. Daraufhin ging das Gebrülle richtig los. Hab sie meinem Mann gegebne und 50ml abgepumpt. An der Flasche hat sie kurz gesaugt, dann wieder wie am Spieß geschrien. Also auch nicht. Jetzt ist sie ohne zu trinken im TT eingeschlafen. Danach versuch ichs wieder mit Brust. Aber ich bin wirklich mit den Nerven am Ende. Wenn sie nicht trinken will, sondern eher müde ist und wir uns "nur" missverstanden haben, warum schreit sie dann so, wenn man ihr die Milch wegnimmt?
Ich mag echt nicht mehr.
Wenn pumpstillen funktioniert, ist es mir auch egal, ob der Sauger stillfreundlich ist oä...ich mag mir nicht noch mehr Aufwand machen, als es schon ist, soviel ist mir das Stillen nicht wert. Bzw, sie hatte jetzt 5 Monate MuMi, wenns nicht mehr geht, gehts halt nicht mehr.
Blueberry, ich antworte dir per pn.
Lg
Maria
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Teazer
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Re: AW: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von Teazer »

Hallo Maria!
maria28 hat geschrieben:Ich hab mich vertan, wir waren am 18.11 beim KiÄ, sie hat also 100g/Woche zugenommen.
Auch das ist noch okay, denn unterschiedliche Waagen und Stillumstände können Verfälschungen im dreistelligen Bereich darstellen. Aufklärung würde nur systematisches, tägliches Wiegen bringen. Möchtest Du das machen?
Und nein, es wird nicht besser. Heute Nacht hat sie so gezappelt und gezupft beim Stillen, ich musste ihre Beine mit meinen Beinen festhalten. Eben das geliche Spiel, bloß dass ich nicht so viel Geduld hatte und die Brust wieder eingepackt habe. Daraufhin ging das Gebrülle richtig los. Hab sie meinem Mann gegebne und 50ml abgepumpt. An der Flasche hat sie kurz gesaugt, dann wieder wie am Spieß geschrien. Also auch nicht. Jetzt ist sie ohne zu trinken im TT eingeschlafen. Danach versuch ichs wieder mit Brust. Aber ich bin wirklich mit den Nerven am Ende. Wenn sie nicht trinken will, sondern eher müde ist und wir uns "nur" missverstanden haben, warum schreit sie dann so, wenn man ihr die Milch wegnimmt?
Ich kann Deine Verzweiflung und Traurigkeit spüren. (((Maria)))

Babys haben leider nicht viele Möglichkeiten um ihren Unmut zu äußern. Natürlich ist es sehr anstrengend, wenn ein Baby weint. Und Du hast noch dazu zwei zu versorgen. Ich habe hohen Respekt vor Deiner Leistung.
Ich mag echt nicht mehr.
Wenn pumpstillen funktioniert, ist es mir auch egal, ob der Sauger stillfreundlich ist oä...ich mag mir nicht noch mehr Aufwand machen, als es schon ist, soviel ist mir das Stillen nicht wert. Bzw, sie hatte jetzt 5 Monate MuMi, wenns nicht mehr geht, gehts halt nicht mehr.
Wäre Pumpstillen für Dich denn eine gangbare Lösung? Oder möchtest Du es noch eine Weile mit stillen versuchen?
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von blueberry »

Liebe Maria,

oje, ich verstehe Deinen Frust, das hört sich wirklich unheimlich zermürbend an :( .

Zum Gewicht hat Dir Teazer ja schon geschrieben.
maria28 hat geschrieben:Heute Nacht hat sie so gezappelt und gezupft beim Stillen, ich musste ihre Beine mit meinen Beinen festhalten. Eben das geliche Spiel, bloß dass ich nicht so viel Geduld hatte und die Brust wieder eingepackt habe. Daraufhin ging das Gebrülle richtig los. Hab sie meinem Mann gegebne und 50ml abgepumpt. An der Flasche hat sie kurz gesaugt, dann wieder wie am Spieß geschrien. Also auch nicht. Jetzt ist sie ohne zu trinken im TT eingeschlafen. Danach versuch ichs wieder mit Brust. Aber ich bin wirklich mit den Nerven am Ende. Wenn sie nicht trinken will, sondern eher müde ist und wir uns "nur" missverstanden haben, warum schreit sie dann so, wenn man ihr die Milch wegnimmt?
Ich mag echt nicht mehr.
Wenn pumpstillen funktioniert, ist es mir auch egal, ob der Sauger stillfreundlich ist oä...ich mag mir nicht noch mehr Aufwand machen, als es schon ist,
Von mir aber hierzu zwei Gedanken:

1. Vielleicht liegt es am Saugen ansich: evtl. kann sie das (momentan) nicht gut oder es ist ihr evtl. unangenehm/bereitet ihr Schmerzen. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein (Ohrenschmerzen, Infekt, KISS, andere Blockaden, Fehlbildungen im Mund/Rachenraum,...), sind aber für meinen Vorschlag auch erstmal unerheblich:

Man könnte das Problem einkreisen, indem man es mit Becherfütterung versucht. Dafür eignet sich jeder kleine Becher, den ihr im Haushalt habt (Schnapsglas, Eierbecher, Abdeckung der Saugerflasche, ...) oder die speziellen Muttermilchfütterbecher, die es für ca. 1 EUR pro Stück in der Apotheke gibt.
Sollte sich das bewähren, gibt es auch noch den SoftCup, der im Handling dann der klassischen Saugerflasche sehr nahe kommt.
Becherfüttern ist uneingescrhänkt stillfreundlich und bietet sich in Eurem Fall an, weil es komplett saugfrei ist.

Wichtig:
* das Kind (gut gestützt) sehr aufrecht auf dem Schoß halten
* evtl. Oberkörper mit einem Handtuch umwickeln (um rudernde Ärmchen zu vermeiden und als Kleckerschutz).
* nicht erwarten, dass es beim ersten Mal sofort problemlos klappt - etwas Übung braucht es schon :wink: .
* oft klappt es beim Papa besser als bei der Mama

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2. Vielleicht liegt es am MSR, den Deine Tochter (für ihren Geschmack) nicht schnell genug ausgelöst bekommt. Da Dein Sohn den MSR offensichtlich problemlos auslösen kann, liegt das Problem nicht bei Dir. Das ist schonmal super! :D

Die wirkungsvollste Art, dem zu begegnen, wäre also, nochmal einen Anlauf zu unternehmen, beide gleichzeitig zu stillen, weil dann Dein Sohn den MSR für Deine Tochter mit auslösen könnte (der wirkt immer beidseitig!). Es hätte den zusätzlichen Nutzen, die Milchbildung bei gleichzeitigem Stillen und/oder Pumpen an beiden Seiten mehr angeregt wird als einzeln/nacheinander.

Ich weiß, wie sich das anhört, und dass Du geschrieben hattest, dass Dir zum gleichzeitigen Anlegen beider Kinder immer irgendwo eine Hand fehlt, und dass Du das aufgegeben hast. Ich kann das auch supergut verstehen und nachvollziehen! Andererseits würde es so viel Aufwand sparen, wenn Du durch gleichzeitig stillen
* beide Kinder (zumindest bei einigen Mahlzeiten des Tages) gleichzeitig versorgen könntest
* nicht abpumpen und/oder per Flasche/Becher füttern müsstest (inkl. Reinigung des Fütterequipments)
* kein Kind warten müsste, bis das andere fertig ist
* evtl. mittelfristig die Stillprobleme Deiner Tochter lösen könntest
dass ich denke, dass es einen Versuch wert wäre.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht bei dem Versuch NICHT darum, dass Du nun gleich auf Anhieb Stillpositionen findest, in die Du Dich selbst mit beiden Kindern zügig und ohne Hilfe hineinbegeben kannst und dann stundenlang bequem stillen kannst. (Das wäre irgendwann ein zweiter Schritt).

Es ginge bei dem Versuch darum, erstmal für ein paar Mahlzeiten IRGENDWIE (z.B. indem der Papa daneben sitzt und Euren Sohn stützt oder Kissen festhält oder oder oder) in einer einigermaßen für Dich bequemen Haltung, beide anzulegen: Zuerst Deinen Sohn und dann (wenn die Milch fließt und Du ihn schlucken hörst) Deine Tochter dazuholen (lassen).

Sonst gibt es für die Variante, dass der MSR bei Deiner Tochter verzögert einsetzt, auch noch andere Lösungsansätze, aber das wäre (auch langfristig) der sinnvollste und letztlich unaufwendigste.
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Hast Du die AFS-Broschüre "Zwillinge Stillen" (23 Seiten, Auflage von 2010) zuhause? Dort sind zahlreiche sehr wertvolle Tipps und viele Bilder von Stillpositionen drin. Die kann ich sehr empfehlen.
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maria28 hat geschrieben:Wenn pumpstillen funktioniert, ist es mir auch egal, ob der Sauger stillfreundlich ist oä...ich mag mir nicht noch mehr Aufwand machen, als es schon ist, soviel ist mir das Stillen nicht wert. Bzw, sie hatte jetzt 5 Monate MuMi, wenns nicht mehr geht, gehts halt nicht mehr.
Auch das ist völlig in Ordnung so! Wenn Du Dich dazu entschließt, findest Du hier dafür ebenfalls Begleitung und Hilfe. Es ist gut, wenn Du auf Dich und Euch achtest und ggf. die Reißleine ziehst.

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Was meinst Du? Würdest Du einen der Vorschläge oben nochmal versuchen wollen?

Ich würde es in der Reihenfolge vorschlagen:
1. erstmal eine zeitlang Becherfütterung versuchen (das nimmt einfach am schnellsten Druck und Stress raus, ohne kurzfristig weitere Stillprobleme zu erzeugen)
2. mit neuem Schwung nochmal versuchen, beide gleichzeitig stillen (oder anderweitig den MSR fördern).

Da Du ein Kind problemlos stillst, sehe ich die Chancen, es mit Deiner Tochter auch hinzubekommen (zumal Du ja die Blockaden etc. schon angehst!), eigentlich als sehr hoch. Und mit Pumpstillen oder Teilstillen stehen Dir sonst ja noch weitere Wege offen.

Ich habe wirklich Hochachtung vor Dir und Deinem Mann, was Ihr beide leistet. Ihr seid wirklich tolle Eltern!
LG, blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von maria28 »

Vielen Dank für eure Bemühungen.
Ja ich weiß dass Mumi und Stillen das Beste für meine Kinder ist, und gerade weil sie so einen schweren Start hatten und wir uns von Sonden/Flaschenernährung zum Vollstillen gekämpft haben, würde ich ihnen das gerne auch weiter zukommen lassen, wenigstens bis zum korrigierten 6. Monat (wäre Mitte März). Und eigentlich will ich es auch so unverkrampft wie möglich machen, also ohne tägliches Wiegen. (Ich hätte wie gesagt auch keine Waage da). Und natürlich ist Pumpstillen aufwändiger - damit könnte man nur dem entgehen, dass ich wütend werde und deswegen die Entspannung für den MSR fehlt. (Und die BW würden natürlich geschont werden. sie sind zwar immer noch wund, aber die Schmerzen sind zu ertragen).

Ich kann mir auch vorstellen, dass es am Saugen an sich liegt, dass es ihr irgendwie unangenehm ist, etwas im Mund zu haben. Sie zieht ja auch immer so, dass sie irgendwann nur noch die Brustwarze im Mund hat - obwohl ich immer schon versuche, den Warzenvprhof zusammenzudrücken und so etwas enger zu machen - aber ich will natürlich auch keinen Milchstau riskieren. Von daher wäre die Becherfütterung vielleicht gut. Aber aufwändig ist das natürlich auch. Ich werde es auf jeden Fall mal probieren. Wenn es sehr viel länger dauert als die Flasche oder die Brust, wird es nichts für mich werden.
Das mit dem Gleichzeitig füttern muss ich mir nochmal überlegen bzw kommt es wohl auf meine Tagesform an. Wir brauchen dann alle 4 sehr viel Geduld bis alles so liegt, Babies und Kissen, wie es soll.

Ich habe ein Buch "Zwillinge stillen von Susanne Wittmair". Ich habe es aber in schlechter Tagesform gelesen und war traurig. Da sind Frauen drin, die erst ihr eines Kind stillen und das andere so lange neben sich mit Spielchen beschäftigen - das geht mit meinen nicht. Es sind echt beides 24h-Babies, die getragen werden müssen und nicht mal schnell mit einer Hand und einem Auge bespaßt werden können, noch dazu hungrig.

Tut mir leid für mein Gejammer, ich bin eigentlich ein recht belastbarer Mensch, habe auch einen anstrengenden Beruf, ein schweres Studium hinter mir etc...aber Kinder bringen ja nochmal eine ganz andere Art von Stress - den mit hoher emotionaler Beteiligung mit.
Also ich werde versuchen eure Vorschläge umzusetzen und melde mich dann wieder.
Lg
Maria



PS: Nachtrag zu dem Post heute Mittag: Sie ist aufgewacht, hat an der Brust einigermaßen gut getrunken und dann sogar noch ein bisschen aus der Flasche - nur ca 30ml, aber theoretisch kann sie also aus der Flasche trinken.
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von blueberry »

Ganz kurz eine Verständnisfrage zwischendurch: Dein Mann ist aber ganztags zuhause, ja? Oder hast Du Zeiten, in denen Du Dich allein um beide Kinder kümmern musst?

Habt Ihr sonst noch Menschen im Umfeld (Großeltern, sonstige Verwandte, Freunde, Haushaltshilfe,...) die Euch regelmäßig unter die Arme greifen können?

LG, blueberry
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Re: Besser pumpstillen bei schreiigem Kind?

Beitrag von maria28 »

Ja, mein Mann ist gottseidank zu Hause, anders würde es auch nicht gehen. Wir sind trotzdem froh, wenn wir es schaffen, dass jeder täglich duschen gehen kann. Wenn er einkaufen fährt und ich 45 min allein mit ihnen bin, ist regelmäßig Chaos. Einer sprengt seine Windel, der andere brüllt...ich hasse das. Mein Mann weiß das und hetzt durch den Supermarkt. Mit Kindern einkaufen endete bisher auch in Geschrei.
Für 3h/Wochen kommt eine Putzhilfe. Mit Verwandten und Freunden sieht es eher mau aus, wohnen alle recht weit weg und haben selber Kinder. Meine Familie bemüht sich, wohnt aber auch 100km entfernt- meine Mutter ist aber zb auch regelmäßig überfordert, weil sie eben nicht mal mit ner Rassel ein Kind beruhigen kann....
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