Kirschquark hat geschrieben:Du musst ja vielleicht nicht sagen dass Du abgestillt hast sondern nur feststellen/erklären dass Du keinen Gebrauch vom MuSchG machst.
Dann stehen Dir zwar aich keine Pumppausen zu, Ausstreichen oder Pumpen nach Bedarf muss aber, wie ein Gang zur Toilette, möglich.
Dann aber halt eher zur Entlastung und nicht um möglichst viel verfütterbare MuMi zu gewinnen... ich wäre als Sr. vermutlich auch etwas unfroh wenn mein Dienstarzt erst noch im Ruhe abpumpt während wir schon reanimieren. Andererseits bin ich da vermutlich überempfindlich seit der Doc nicht zur Rea kam weil der Speiseaufzug, den er nutzen wollte, kaputt war....
Ich hatte genau die Situation mit Pumpen/Herzalarm. Da hab ich einfach das Pumpen abgebrochen und gut war. Das dauert auch nicht länger, als wenn sich ein anderer Kollege noch die Schuhe anziehen muss. Und ich war immer noch als erste beim Patienten (weil ja der Reawagen bei uns mit Aufzug hoch muss). Schlimmer als die Millisekunde, die ich zum Pumpe ausschalten gebraucht habe, War allerdings die Tatsache, dass die Pflege auf Peripherie gar nicht gedrückt hat, bis wir da waren...aber das OT.
Ich arbeite ja im ärztlichen Schichtdienst auf ITS (mit etwas anderen Zeiten als bei der Pflege, z.b. mit 12 h Nachtdienst) seit Zwerg 8 Monate alt ist und da noch (fast) vollstillte. Ich habe das Stillen nicht offiziell gemacht, weil ich sonst nicht hätte 80% arbeiten können (AE, kein Kitaplatz und ich wollte Zwerg auch nicht so früh von 7 Bis 16 Uhr betreuen lassen, ich habe eine TaMu, bei der er 3 Tage/Woche für 3-5 h ist, mehr, damit ich Sachen erledigen kann und etwas schlafen nach Nachtdienst). Ich arbeite Viel Nacht, das ging trotz schrecklicher Bedenken meinerseits gleich erstaunlich gut. Ich muß erst um 20.00 Uhr los, Zwerg wird so gegen 19 Uhr in "seinem" Familienbett einschlafgestillt, ich gehe dann und meine Mutter kommt zu ihm schlafen ( wohnt unten drunter...gsd). Wird er bei ihr wach, trinkt er inzwischen eher etwas lauwarmes Wasser oder selten etwas Kuhmilch aus dem Becher. Meine Milch hat er irgendwie von Anfang an aus allen Gefäßen verweigert ( da geht nur da "Original"

).Von Anfang an schlief er bei ihr länger am Stück, inzwischen sogar durch! (Bei mir nicht...da trinkt er zwischen 1-4 Mal). Ich habe die ersten 2 Arbeitsmonate nachts gegen 2 Uhr gepumpt ( und weggeschüttet, er trank die Milch ja nicht)...ich habe meine Kollegen immer offen eingeweiht, die Pflege war super und hat mir die Zeiten immer den Rücken frei gehalten...hat ja aber auch nicht lang gebraucht. Wichtig War bei mir die elektrische Pumpe mit Doppelpumpset ( habe hier in der KK die Ardo calypso günstig bekommen..damit dauert das mit Vor- und Nachbereitung ca. 15 Minuten). Tagsüber habe ich rasch nicht mehr gepumpt, nur halt darauf geachtet, dass Zwerg trinkt, direkt bevor ich gehe und gleich, wenn ich wieder komme. Wenn er in den seltenen Fällen, wo ich Nachtdienste unter der Woche machte, von meiner Mutter zur TaMu gebracht wurde, bevor ich nach Hause kam, nicht trinken konnte, habe ich zu Hause vor dem Schlafen noch mal kurz gepumpt. Nach ca. 2 Monaten musste ich nicht mal nachts pumpen. Er stillt jetzt mit 18 Monaten ca. 4 Mal tagsüber und eben nachts, wenn ich da bin und es klappt super...genug Milch, aber auch kein übermäßiges Spannen/Schmerzen/Milchstau, wenn er auch mal Bis zu 18 oder 20 Stunden nicht stillt. Das ist so ein toller und erstaunlicher aMechanismus. Ich finde es so schade, dass die meisten Frauen nur die durchaus anstrengende Stillzeit ganz am Anfang mitbekommen...jetzt ist es nur noch super für uns und für Zwerg so wichtig, gerade, wenn ich mal mehr arbeite.
Ein anderes Problem sind leider infektiöse Patienten. Ich muß zugeben, ich lege bei HIV-Patienten mit hoher Viruslast und bei HepC sehr ungern Zvk/Drainagen etc....einfach, weil im Falle der PEP oder einer Interferontherapie nach Nadelstichverletzung mir das Stillen nicht mehr mit gutem Gewissen möglich wäre (ich weiß, es gibt auch da Mittel und Wege, aber mit 18 Monaten+ Kind würde ich da kein Risiko eingehen wollen...). Ich mache es natürlich trotzdem, wenn es sein muss, klar...aber wenn ein Kollege da ist, da kann man das ggf. Untereinander absprechen...meine sind sehr nett...ich habe aber auch dieses Jahr z.b. dem 24.12/25.12. Und die Silvester -Nacht gedienstet...als Entgegenkommen

oder ich übernehme dann andere "unschöne" Dinge (Sterbebriefe und so).
Ich glaube, wenn man offen und nicht zu schwierig ist, dann geht im kollegialen Miteinander viiiiiiiiieeeeel (und damit meine ich explizit sowohl Pflege als auch Ärzte).
Gerade gestern musste ich aber leider doch mal schlucken...kurz vor Dienstschluss Neuaufnahme, erbricht mir direkt auf den Kittel...dann Meningismus, 40 Grad Fieber und eitriger Liquor...supi. Haben isoliert, War aber als Apoplex angekündigt, also nicht direkt von Anfang an. Nun habe ich mein Ciprofloxacin geschluckt ( nach Konsultation der embryotox -App) und überlege ganz dringend, den Zwerg gegen Meningokokken B impfen zu lassen...die ist so neu, die Impfung...weiß auch nicht. Fühlt sich schon blöd an, so mit Prophylaxe zu stillen...ich habe mich erst mal von oben bis unten geschrubbt, als ich heim bin....sorry, total ot...aber das sind halt so Sachen, die passieren können, wenn man den Mutterschutz-Aspekt nicht durchdrückt (ok, kann natürlich auch auf Normalstation oder in der U-Bahn passieren...ist halt nur unwahrscheinlicher)...
wirst sehen, das wird super klappen!
LG Lee