mich quält meine erfolglose Stillgeschichte und ich weiß gar nicht, was ich mir hier nun erwarte. Vll hilft niederschreiben? Falls mir jemand sagt, dass es vll doch gegangen wäre, würde mich das wohl nur noch mehr fertig machen. Aber von vorne: 2001 wurde meine erste Tochter geboren. Damals war ich 19 und ging völlig naiv an die Stillgeschichte, ich dachte mir, dass das schon klappen wird. Im KH nahm das Unheil seinen Lauf... ich hatte bombastisch viel Milch und hatte Schwierigkeiten mein Kind anzulegen. Die Schwestern kamen, drückten die KLeine an die Brust und verstanden mein Problem nicht. Nach 3 Tagen ging ich heim und war völlig mit der neuen Situation überfordert. Die Hebamme kam zwar täglich, aber die Besuche waren meistens nach 10 Min schon wieder vorbei. Ende vom Lied war eine bombastische Brustentzündung. Sie schickte mich dann ins KH, um mir Abstilltabletten verschreiben zu lassen, weil das mit der Stillerei nix mehr werden würde. Erst viel später hab ich erfahren, dass das überhaupt kein Grund zum Abstillen gewesen wäre. Mit meiner Brust kam ich gar nicht mehr klar. Es gipfelte dann 2002 in einer Brustreduktion (ich war noch nicht mal 21 Jahre alt...). Die Brustwarzen wurden komplett versetzt. Im Oktober 2004 kam dann meine 2. Tochter zur Welt. Stillen ging nicht, ich sah nicht einen einzigen Tropfen Milch und als eine Stillberaterin das BES einsetzen wollte, war es schon zu spät. Ich war nervlich am Ende und die Kleine schrie die Brust nur noch an. Abstillen musste ich nicht, es war ja nichts da. Die ersten 3 Monate verbrachte ich mit Weinen und war in der Zeit ein nervliches Frack. Dann wurde ich überraschend schnell wieder schwanger und im Februar 2006 kam unser Sohn zur Welt. Diesmal hatte ich einen Milcheinschuss, aber auch hier kam nichts. Wir pumpten ab (da kam nie Milch) und stillten mit dem Brusternährungsset. Aber auch diesmal ging es mir psychisch so schlecht, dass meine Hebamme irgendwann meinte (obwohl sie absolute Stillvertreterin ist), dass ich mir uns meinen Kindern keinen Gefallen mache, wenn ich so weitermache. Auch diesmal hatte ich lange schlechte Tage und konnte die erste Zeit nicht genießen. Dann entschieden wir uns voriges Jahr für ein viertes Wunschkind und ich war so euphorisch, dass nach dieser langen Zeit Stillen bestimmt möglich wäre. Nach einer super entspannten Schwangerschaft und einer wunderschönen Hausgeburt kam unser zweiter Sohn dann vor 11 Tagen (21.10.) auf die Welt. Er wollte nicht gleich nach der Geburt an die Brust, aber irgendwann schaffte ich es. Da ich eine sehr große Brust habe (ist nach der Reduktion wieder gewachsen), hatte er Anfangs Probleme, die Warze zu fassen. Aber mir ging es psychisch diesmal so gut, dass ich die Ruhe weg hatte und wir es einfach immer wieder probierten. Er hat sehr lange Schlafphasen und irgendwie machte mir das schon Sorgen. Er stillte oft sehr lange, aber da meine Brustwarzen überhaupt nicht gereizt waren, war es mir egal. Ich bildete mir sogar ein, dass an der rechten Brust Milch kam, also dass ich ihn richtig schlucken hörte. Dummerweise wurde meine Hebamme nach meiner Geburt krank und ich hatte 2 Vertretungshebammen. Beiden erzählte ich natürlich von meiner Vorgeschichte, aber sie beruhigten mich, dass bis jetzt alles gut aussehen würde. Milcheinschuss war dann am 23. Abends. Am 24. hörte ich ihn nicht mehr schlucken und er wurde schon unruhiger beim Trinken. Beim Wiegen stellten wir fest, dass er schon mehr als die 10% abgenommen hat. Die Windeln waren auch nicht wirklich nass. Bei jedem Wechseln war sah es nach 1x pieseln aus. Nach dem Mekonium waren nur noch pro Tag 1 oder 2 kleine Kleckse drin, alles eigentlich schon Anzeichen... Die Nacht von 24. auf 25. war dann ziemlich anstrengend, weil er eigentlich nur an der Brust war und sobald er eingeschlafen war, wieder aufwachte usw... Der Tag war genauso, ich war schon besorgt und wartete ungeduldig auf meine Hebamme, die wieder gesund war. Sie kam dann am späten Nachmittag und stellte fest, dass er wohl einfach nur ausgehungert ist. Mich traf es wie ein Blitzschlag. Ich war so euphorisch, weil er so schön "trank" (das hatten die anderen Kinder nie getan), dass ich gar nicht sah, dass er eigentlich nur noch Hunger hat. Wir machten dann eine Fertigmilch, die fütterte ich ihm mit dem Löffel. Da nahm er aber nur 3 TL voll und schlief dann erst mal seit Stunden wieder tief und fest. Mein Mann fuhr dann ins Geburtshaus und holte ein BES. Als ich das sah, war ich plötzlich wieder im Jahr 2006 und der ganze Horror war wieder präsent. Bis zu diesem Tag ging es mir so gut, aber mit einem SChlag war da wieder dieses Gefühl des Versagens. Wir kamen mit dem BES nicht klar und ein Gespräch mit der Stillberaterin ergab, dass wir eine andere Lösung als das BES brauchten. Aber mein Sohn nahm mir die Entscheidung ab und wollte nicht mehr an die Brust, hatte ich es endlich geschafft, nuckelte er nur rum und bis mir innerhalb eines Nachmittags die Brustwarzen auf. Ich gab dann auf und gab ihm die Flasche. Ab da rollten die Tränen. Am Montag kam dann die Stillberaterin und besah sich meine Brust. Ihrer Meinung nach seien meine Milchgänge sicher nicht intakt und wenn überhaupt hat er ein paar Tropfen Milch bekommen, aber mehr auch nicht. Sie konnte mir auch keine Milch ausstreichen. Wir hatten dann ein langes Gespräch und mir tat es gut, dass sie mir sagte, dass ich wirklich alles versucht hätte, aber es auch mit viel gutem Willen nichts werden würde. Ich würde höchstens auf einen Milchstau und danach auf eine Brustentzündung zusteuern. Ich war zwar immer noch traurig, aber ich versuchte die Situation zu akzeptieren. Dann kam gestern die Wende. Als mein Sohn Hunger bekam, fiel mir auf, dass ich am T-Shirt einen nassen Fleck hatte. Beim Wickeln später sah ich mir meine Brust an und als ich ein bisschen die Warze drückte, kam Milch raus. Seither hadere ich wieder und frage mich, ob die Stillberaterin Recht hat. Hab dann mit ihr telefoniert, aber sie meinte, dass das nicht unnormal sei, trotzdem hätte ich nicht stillen können. Wenn ich es für mich brauchen würde, könne ich nochmal probieren, ihn anzulegen, aber sie würde mir zur Vorsicht raten, weil ich damit eben einen Milchstau riskiere, wenn ich die Milchproduktion ankurble, obwohl nichts durchkommt. Ich dachte halt, dass ich vll mit einer Handpumpe pumpen könnte (die Brust nimmt er inzwischen nicht mehr) und so vll sehen könnte, wie viel Milch kommt. Mein Mann hat Angst, dass ich dann wieder in ein Loch falle. Ich frage mich, ob ich diesmal wieder zu langsam war. Wahrscheinlich hätte man schon am Tag des Milcheinschusses zufüttern sollen, damit er gar nicht erst unzufrieden wird. Ich weiß, dass ich eine gute Mutter bin, auch wenn er mit der Flasche aufwachsen muss. Aber es tut mir so weh, wenn ich seinen Hunger nicht gleich stillen kann, sondern erst Flasche richten muss, wenn ich ihm die Brust (die paar wenigen Tage waren so schön) nicht bieten kann. Es graust mich, wenn ich dran denke, in Zukunft wieder mit Flaschen zu hantieren, wenn wir unterwegs sind und an verschiedenen Stellen erklären muss, warum ich nicht stille bzw. mir eine Geschichte überlegen, weil ich nicht jedem erzählen will, dass ich eine Brust-Op hatte... Ich hätte ihn doch einfach nur stillen wollen
Huch, das wurde jetzt lange...
Liebe Grüße