Das Forum hier wurde mir von einer guten Bekannten empfohlen, da ich (psychisch) immer noch sehr unter unserem (meiner Meinung nach vorschnellen) Abstillen leide.
Lasst mich zuerst unsere Geschichte erzählen.
Meine Tochter kam bei 41+0 nach vorzeitigem BS mit Geburtsstillstand durch Kaiserschnitt zur Welt. Da ich ein stillfreundliches Krankenhaus gewählt hatte, wurde uns dort schon einiges an Unterstützung zuteil. In der ersten Nacht hab ich mich nicht getraut, mir zu jedem Anlegen Hilfe zu holen, da ich gemerkt hab, dass die Station voll und die Schwestern gut beschäftigt waren. Das Resultat waren wunde Brustwarzen. Ich bekam recht schnell Stillhütchen, die ich aber sehr schnell hasste.
Ich hatte sehr große Brüste (4x so groß wie der Kopf meines Kindes), jetzt nach dem Abstillen sind sie auf die Hälfte zurückgeschrumpft. Außerdem hab ich sehr flache Brustwarzen. Und meine Tochter ist sehr aktiv und hat ihre Hände immer überall. Selbst jetzt beim Fläschchen-geben muss ich sie "fixieren", sonst bekomm ich den Sauger nicht an ihren Mund.
Das ganze machte den Beginn unserer Stillbeziehung nicht unbedingt einfacher.
Im KH wurde mir nur die Rückenhalteposition gezeigt, die ich dann mit Kissenburg umständlich daheim nachbaute. Mit den Hütchen und dem aktiven Kind wurde so jedes Stillen zum Staatsakt und ich war ziemlich schnell genervt, von den Schmerzen aufgrund lädierter BW mal ganz abgesehen.
Außerdem hat Julia nur wenig zugenommen (Gewichte schreib ich am Ende noch, allerdings ausm Kopf)
Nach vier Tagen hab ich meine Nachsorgehebamme um Rat gefragt. Wir kamen dann zu dem Schluss, dass wir die Hütchen mal wieder weglassen (welch ein Segen!). Allerdings konnte ich aufgrund meiner Riesen-Brüste nur in der Rückenhalteposition anlegen. Wiegehaltung ging nicht, da war einfach mein Arm zu kurz. Stillen im Liegen haben wir gar nicht mehr ausprobiert.
Am 07.10. nachmittags war plötzlich merklich die Milch weg. Julia bekam pro Stillmahlzeit vielleicht noch 4 oder 5 Schlucke, dann kam nix mehr.
Am 08.10., gut eine Woche nach der Geburt, hab ich dann nach Absprache mit meiner Hebamme auf Pre umgestellt.
Zum Abstillen hab ich nur Pfefferminztee getrunken und gekühlt, mehr nicht.
Allerdings kam und kommt immer noch Milch. Wenn ich die BW "ausquetsche" sofort, auch ohne Massage vorher. Manchmal sogar einfach so, wenn Julia viel schreit.
Zuerst war ich überglücklich. Mein Kind wurde endlich satt, schrie kaum noch, schlief viel länger und wirkte zufriedener.
Wenige Tage nach der Umstellung merkte ich, dass ich das Abstillen nicht so einfach wegsteckte. In meinem Unterbewusstsein bohrten sie, die Vorwürfe, zu schnell aufgegeben zu haben. Warum gleich komplett? Warum nicht erst Zufüttern? Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben...
Eigentlich hatte ich mir diese Hebamme gezielt ausgesucht, weil sie sehr viel Wert aufs Stillen legt. Die zweite Hebamme, die hier in unserer Gegend Nachsorge macht, legt da nicht so viel Wert drauf.
Seit dem leide ich wirklich drunter, dass das mit dem Stillen nicht geklappt hat. Den Kaiserschnitt und alles drumrum hab ich super verwunden, aber das mit dem nicht-stillen-können nagt.
Heute hab ich mal wieder in einem anderen Forum gejammert, dass ich es bereue, so schnell abgestillt zu haben. Da riet mir eine gute Bekannte dort, mich doch mal hier nach dem Begriff "Relaktation" umzuschauen. Ich hab auch gleich den Thread von powerlady gefunden und beim näheren Hinsehen gibts ja noch mehr Frauen, die den gleichen oder einen ähnlichen Weg gegangen sind.
Es scheint also möglich zu sein.
So, was möchte ich?
Ich möchte meine Tochter zumindest wieder Teil-Stillen. Voll-Stillen wäre ein Traum, ist aber keine Bedingung.
Ich möchte das mit so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig Hilfsmitteln bewerkstelligen. Eine Milchpumpe hab ich hier, ein Brusternährungsset möchte ich wenn es irgendwie geht, umgehen. Stillhütchen sind auch hier, würde ich wenn nötig auch verwenden, aber ungern.
Jetzt zu Eurem Fragebogen:
Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Meine Tochter wird seit 3,5 Wochen ausschließlich mit Pre gefüttert. Alle 3-4 Stunden trinkt sie ca. 110ml. Ich mach gern ein genaues Protokoll, wenn es nötig ist.
Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Sie braucht für das Fläschchen ca. 30 Minuten. Oft schläft sie nach der Hälfte ein, dann stell ich das Fläschchen in den Wärmer, wickel sie und danach schlürft sie den Rest noch weg. Schlafpausen schwanken zwischen 2 und 6,5h. Nach ner langen Pause trinkt sie auch mal 170ml.
Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Bei jedem Fläschchen wird sie gewickelt, Windel ist immer schwer. Stuhlgang hat sie etwa alle 1,5 Tage.
Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Stillstart war schwierig aufgrund sehr großer Brüste, flacher Brustwarzen, unruhigem Baby das auch den Mund nicht richtig weit aufmacht. Ich hatte sehr früh wunde Brustwarzen, die zum Teil auch eingerissen waren und extrem schmerzten. Einen Tag lang klappte das Stillen recht gut, da machte es trotz der Schmerzen sogar fast schon Spaß.
Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, sie bekommt die Flaschen der ro*ssmann Eigenmarke und drei verschiedene Schnullertypen.
Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Kinderarzt haben wir, sind am Montag zum ersten Mal dort zur U3.
Osteopath haben wir am Donnerstag Termin.
Stillberaterin der BDL IBCLC e.V. im Nachbarort möchte ich noch kontaktieren
Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich bin übergewichtig und nehme L-Thyrox (50 µg) gegen meine SD-Überfunktion. Orthopädische Auffälligkeiten lass ich am Donnerstag erst prüfen, bisher ist mir nichts bekannt. Frühgeburt, Gelbsucht, Brust-OP, Diabetes, andere Krankheiten trifft nicht zu.
Nun zu Julias Gewichtsverlauf:
30.09.2014: 3240g (Geburt)
02.10.2014: 3000g (Entlassungsgewicht)
04.10.2014: 3070g (Hebamme)
06.10.2014: 3100g (Hebamme)
07.10.2014: 3600g (Hausarzt bei U2, Messfehler?)
08.10.2014: 3200g (Hebamme)
14.10.2014: 3710g (Hebamme)
Ich hoffe, ich hab nix vergessen. Wenn noch Fragen sind, bitte einfach schreiben.
Nun meine Fragen:
Wie fang ich's an?
Soll ich Julia jetzt einfach wieder anlegen, bevor ich Ihr das Fläschchen geb?
Wenn ja, soll ich zur Umgewöhnung zuerstmal wieder mit Stillhütchen anlegen oder besser auf korrekte Anlegetechnik (hab mir das asymetrische Anlegen schon mal angeschaut) achten?
Oder soll ich abpumpen und ihr die MuMi erstmal im Fläschchen geben, damit sie wieder auf den Geschmack kommt?
Was kann ich tun, damit die Milchprouktion wieder in Schwung kommt? Stilltee trinken, kein Thema. Ich hab auch was von einem Medikament gelesen, das würde ich wenns geht vermeiden wollen.
Vielen herzlichen Dank erstmal fürs Lesen, ist ja doch einiges geworden!
Ich würd mich über Eure Unterstützung riesig freuen.
Selbst bin ich grad unheimlich motiviert. Mein Mann zweifelt zwar, ist aber nicht generell abgeneigt. Von meiner Familie brauch ich keine Unterstützung erhoffen (Es gibt doch jetzt die guuute Pulvermilch!
Und eine Stillberaterin hab ich auch noch in der Hinterhand, die ich kontaktieren möchte.
