Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

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estranha
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Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von estranha »

Ich möchte hier gerne mal mein Problem schildern, da ich mehr und mehr verunsichert bin.

Vorab:

Mein Kleiner ist jetzt 8 Wochen alt und ich stille voll und nach Bedarf. Er bekommt einen Schnuller in dringenden Ausnahmefällen, haben keine Probleme damit.
Er wächst prächtig. Bei der Geburt wog er 3980g auf 53cm, nun sind wir bei 6000g auf 61cm.
Mit dem Stillen kamen wir nach kurzen Anfangsschwierigkeiten (Stillhütchen in den ersten 2 Wochen aufgrund falscher Beratung und ein paar Anlegeschwierigkeiten) super zurecht.

Ich habe schon immer das Gefühl viel Milch zu haben. Anfangs bin ich oft nachts ausgelaufen, die zweite Brust läuft beim Stillen immer mit. Ich habe angefangen überschüssige Milch mit Milchschalen aufzufangen, statt sie in Tücher laufen zu lassen. Ich komme auf bis zu 250ml wenn ich Tag+Nacht auffange (mache ich nur während dem Stillen, ansonsten trage ich keine Schale im BH). Schon in der SS gabs täglich ne Tasse Caro-Kaffee und nachmittags öfters ein alkoholfreies Bier. Beides habe ich vor einer Woche aufgehört, Milch ist nicht weniger geworden.
Seit wir kein Stillhütchen mehr verwenden, verschluckt sich der Kleine öfters beim Trinken. Im Liegen eher selten bis nie, ansonsten stille ich in Wiegehaltung. Ich lasse ihn aufstoßen wenn er nicht einschläft. Manchmal windet er sich im Schlaf, dann nehme ich ihn auch hoch und er kann meist ein Bäuerchen machen.
Seit 2-3 Wochen verschluckt er sich häufiger und schlimmer. Ich habe angefangen, wenn es geht nach dem Ansaugen kurz Milch in ein Tuch laufen zu lassen, sie spritzt richtig in einem Strahl aus der Brust und ihn anschließend trinken zu lassen. Ausstreichen gelingt mir ansonsten nicht.

Jetzt hat er vor 2 Wochen angefangen zu spucken. Er wird unruhig an der Brust. Dockt an und ab und zappelt. Dann nehme ich ihn hoch um Bäuerchen machen zu lassen und oft spuckt er uns komplett voll. Wenn ich ihn nach dem Stillen auf den Rücken lege (Bauchlage mache ich erst garnicht) spuckt er auch immer wieder. Es reicht von schleimig-weiß bis Käsestücke was da raus kommt. Anfangs dachte ich, es liegt an der vielen Luft, die er mitschluckt durch die viele Milch.

Er hat aber nun angefangen, die Brust ab und zu zu verweigern und zeigt mir, dass er nicht will. Ich habe ihn bisher immer angelegt wenn er unruhig war und er hat die Brust immer genommen. Mal aus Hunger, mal zur Beruhigung usw. Mal mehr, mal weniger getrunken. Wir haben sehr oft gestillt, teilweise auch schon eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit, aber auch manchmal erst nach 3 Stunden.
Mittlerweile schreit er die Brust manchmal an und drückt sich weg. Wenn ich dann manchmal länger anbiete, nimmt er sie trotzdem, spuckt dafür danach komplette Mahlzeiten aus.
Deswegen befürchte ich langsam, dass ich ihn "überfüttere". Also nicht im Sinne der Gewichtszunahme, die reguliert sich ja durch das Spucken. Ich weiss aber nicht, wie ich erkennen kann, ob er wirklich hungrig ist.

Bisher habe ich mich noch nicht an Salbeitee oder Pfefferminztee gewagt. Sollte die Milchproduktion nach 8 Wochen schon besser eingespielt sein?
Ist der Milchüberschuss da, weil ich zu häufig anlege?
Kann man denn zu häufig anlegen oder habe ich einfach ein "Spuckkind"?

Über eure Antwort würde ich mich sehr freuen.
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Teazer
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Teazer »

Hallo estranha,

ich antworte Dir gleich. Habe da selbst genügend Erfahrung mit. ;)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Teazer
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Re: AW: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Teazer »

Hallo estranha,

so, jetzt schläft mein "überfüttertes" Baby. Ich kenne das von allen drei Kindern.
estranha hat geschrieben:Mein Kleiner ist jetzt 8 Wochen alt und ich stille voll und nach Bedarf. Er bekommt einen Schnuller in dringenden Ausnahmefällen, haben keine Probleme damit.
Er wächst prächtig. Bei der Geburt wog er 3980g auf 53cm, nun sind wir bei 6000g auf 61cm.
Das klingt alles super! :)
Ich habe schon immer das Gefühl viel Milch zu haben. Anfangs bin ich oft nachts ausgelaufen, die zweite Brust läuft beim Stillen immer mit. Ich habe angefangen überschüssige Milch mit Milchschalen aufzufangen, statt sie in Tücher laufen zu lassen. Ich komme auf bis zu 250ml wenn ich Tag+Nacht auffange
Das ist eine Menge. Du hast also "zu viel" Milch. Es kann sein, dass sich das in den nächsten Wochen selbst reguliert. Du kannst aber auch selbst aktiv werden: Zu viel Muttermilch – was tun?
Schon in der SwS gabs täglich ne Tasse Caro-Kaffee und nachmittags öfters ein alkoholfreies Bier. Beides habe ich vor einer Woche aufgehört, Milch ist nicht weniger geworden.
Bei Dir wirkt es also nicht milchfördernd. Genieße also Deinen Malzkaffee. ;)
Seit wir kein Stillhütchen mehr verwenden, verschluckt sich der Kleine öfters beim Trinken. (...)

Jetzt hat er vor 2 Wochen angefangen zu spucken. Er wird unruhig an der Brust. Dockt an und ab und zappelt. Dann nehme ich ihn hoch um Bäuerchen machen zu lassen und oft spuckt er uns komplett voll.
Häufig geht viel Milch auch mit einem starken Milchspendereflex einher. Dabei spritzt die Milch sehr stark in den Mund und hört manchmal auch nicht auf, wenn das Baby nicht mehr saugt. Dabei schlucken die Kleinen sehr viel Muttermilch und meist auch vermehrt Luft beim Versuch mit dem stetigen Milchfluss fertig zu werden.
Ich habe ihn bisher immer angelegt wenn er unruhig war und er hat die Brust immer genommen. Mal aus Hunger, mal zur Beruhigung usw. Mal mehr, mal weniger getrunken. Wir haben sehr oft gestillt, teilweise auch schon eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit, aber auch manchmal erst nach 3 Stunden.
Mittlerweile schreit er die Brust manchmal an und drückt sich weg. Wenn ich dann manchmal länger anbiete, nimmt er sie trotzdem, spuckt dafür danach komplette Mahlzeiten aus.
Was Du beschreibst (Abstände, Gründe zum Stillen, etc.), ist völlig normal. Warum bietest Du länger an, wenn er nicht mag?
Deswegen befürchte ich langsam, dass ich ihn "überfüttere". Also nicht im Sinne der Gewichtszunahme, die reguliert sich ja durch das Spucken. Ich weiss aber nicht, wie ich erkennen kann, ob er wirklich hungrig ist.
Das Spucken ist wirklich kein Problem für Deinen Kleinen. Es ist nicht mit Erbrechen zu vergleichen. Dennoch ist es natürlich sinnvoll es zu vermeiden, wenn es geht.

Es macht immer Sinn, die Brust bei klaren Hungerzeichen (schmatzen, etc.), aber auch bei Unruhe anzubieten. Das ist Stillen nach Bedarf. Wenn er nicht stillen will, dann lass es.

Wenn er unruhig ist, dann versuche ihn anderweitig zu beruhigen (z.B. Tragen). Klappen alle Versuche nicht, kannst Du natürlich wieder die Brust anbieten.

Echten Hunger wirst Du auf keinen Fall verpassen, da wird Dein Kleiner das Stillen eindeutig einfordern.
Sollte die Milchproduktion nach 8 Wochen schon besser eingespielt sein?
Ist der Milchüberschuss da, weil ich zu häufig anlege?
Das dauert sehr unterschiedlich lang. Natürlich regt das Stillen an. Wenn Du aber nach Bedarf stillst UND die Brüste "aufteilst" wird sich Deine Milchmenge auf ein ausgeglichenes Niveau einpendeln.
Kann man denn zu häufig anlegen oder habe ich einfach ein "Spuckkind"?
Nein, Du kannst nicht zu häufig stillen. Man kann ein Kind nicht dazu zwingen zu stillen, denn es muss die Brust selbst aktiv einsaugen um den Saugreflexpunkt zu stimulieren (im Gegensatz zu Saugerflaschen, die diesen Punkt immer stimulieren).

Bei Euch ist es nicht die Häufigkeit des Stillens, sondern die Fülle an Milch mit der Dein Kleiner aktuell nicht zurecht kommt.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von estranha »

Was Du beschreibst (Abstände, Gründe zum Stillen, etc.), ist völlig normal. Warum bietest Du länger an, wenn er nicht mag?
Weil ich mir nicht sicher war. Er hat sie ja dann jedes Mal genommen. Inzwischen biete ich nicht länger an wenn er nicht will.
Bei Euch ist es nicht die Häufigkeit des Stillens, sondern die Fülle an Milch mit der Dein Kleiner aktuell nicht zurecht kommt.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Ja, sehr! Vielen lieben Dank. Ich besorge mir gleich morgen eine Pumpe und probiere das, im Link beschriebene aus. Danke!
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Teazer »

Achte bloß wirklich aufs Ausstreichen, wenn es nötig ist. Nicht, dass Du einen Milchstau bekommst. Ich habe mit dieser Methode jedes Mal Erfolg gehabt. Zugegeben, jetzt habe ich erst angefangen, aber es wird schon besser. :)
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von estranha »

Wie oft musstest du die Brüste komplett entleeren? Immer wieder mal oder hat das eine mal gereicht?

Kann ich weiter die Milch auf der zweiten Seite auffangen oder nimmt das zu viel Druck raus? Ich hab mir sagen lassen, dass mit Brustschale mehr Milch fließt als ohne. Ich denke ich könnte mir wahrscheinlich das Ausstreichen dadurch sparen.
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Re: AW: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Teazer »

estranha hat geschrieben:Wie oft musstest du die Brüste komplett entleeren? Immer wieder mal oder hat das eine mal gereicht?
Ich mache es jetzt seit drei Tagen und habe nur einmal abgepumpt. Allerdings habe ich auch ein stillendes Kleinkind, dass mir die Pumpe notfalls ersetzt. ;)
Kann ich weiter die Milch auf der zweiten Seite auffangen oder nimmt das zu viel Druck raus? Ich hab mir sagen lassen, dass mit Brustschale mehr Milch fließt als ohne. Ich denke ich könnte mir wahrscheinlich das Ausstreichen dadurch sparen.
Ich würde es nicht machen, denn höchst wahrscheinlich wäre es beim Ausstreichen wesentlich weniger als 250 ml am Tag. Und Du möchtest ja auf den echten Bedarf Deines Babys kommen. ;)

Spürst Du Deinen Milchspendereflex? Wenn ja, dann macht es Sinn, dass Du die Brustwarze der pausierenden Brust
während des MSRs mit den Fingern abdrückst. Dann laufen nur ein pasr Tropfen aus, da ja an jener Seite der MSR unterbrochen wird.

Die Milch fließt an der stillenden Brust nicht besser, weil sie an der anderen auch fließt.
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Teazer »

Hallo estranha,

hast Du es gestern ausprobiert? Wie lief es?
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von estranha »

Hallo Teazer,

leider komme ich jetzt erst zum Schreiben. Ich habe am Freitag komplett leer gepumpt, den Kleinen dann noch an beiden Seiten angelegt und anschließend drei Tage lang die Seiten im 4 Stunden Rhythmus gewechselt.
Anfangs waren die Brüste angenehm lange weich, der Kleine wurde wunderbar satt und ich meine die Verdauung hat sich auch verbessert. Jetzt sind die Brüste tagsüber weicher, nachts laufen sie noch aus und morgens muss er arg mit der vielen Milch kämpfen. An der rechten Seite kam heute Morgen wieder so viel Milch, dass er nur noch schreit wenn ich in Position bringe. Er verweigert mittlerweile diese "Milchdusche" und ich verzweifle langsam :( Links schafft er es bei voller Brust zu trinken.
Wir haben dann im Liegen gestillt, da war es in Ordnung. Zuhause kann ich das machen, aber gestern unterwegs war es furchtbar ihn so zu stillen.
Ach und ich drücke jetzt beim Stillen immer auf die andere Brust. Wenn ich mal aufhöre permanent zu drücken, läuft mir das Tuch voll. Aber mit Dauerdruck gehts. Und Spucken muss er ein bisschen weniger oft.

Meine Fragen nun:

Tagsüber schafft er es manchmal eine Brust bei einer Mahlzeit zu leeren, meist bleibt sie aber nach dem Trinken noch gut gefüllt. Ist das auch ein Zeichen für zu viel Milch?
Wie soll ich weiter machen?
Kann man auch einen starken MSR haben, ohne zu viel Milch oder spielt das immer zusammen?

Ich weiß nicht mehr weiter :(
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Re: Spucken wegen zu häufigem Anlegen?

Beitrag von Kleine »

ich möchte Dir gerne einfach schnell einen solidarischen Drücker da lassen. Mein Sohn und ich haben im ersten halben Jahr mindestens eine Waschmaschine täglich gefüllt, mit den gleichen Problemen... Es wird, ganz sicher! Und auch wenn es stressig ist, Du weißt sicher, dass Dein Sohn satt wird, besser so rum als wie wenn man ständig das Gefühlt hat, die Milch reicht nicht, das habe ich bei zwei Freundinnen gesehen und war dann direkt froh, dass ich so ausgelaufen bin, auch wenn es oft ziemlich anstrengend war...
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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