SLP: abgestillt

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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FuFu
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SLP: abgestillt

Beitrag von FuFu »

Ihr Lieben, ich habe vor ein paar Wochen abgestillt. Es war der richtige Zeitpunkt für mich und für Klein-FuFu war es mit 18 Monaten nicht mehr völlig unannehmbar.

Abgesehen davon, dass ich hinterher erstmal nen fetten Milchstau hatte - den ersten in 18 Monaten Stillzeit [emoji15][emoji27]
nerven mich vor allem die Kommentare.

Klein-FuFu schläft nämlich seither (meistens) durch. [emoji15][emoji15][emoji15] Ich habe vorher immer behauptet, es läge nicht daran. Aber mir fehlen da derzeit echt die Argumente [emoji36] Ich glaube auch nach wie vor, dass viele Gründe und nicht nur das Abstillen dazu geführt haben. Aber das glaubt natürlich keiner bzw. das will auch keiner hören. [emoji46]

Auch andere Kommentare wie: "Hast du es endlich geschafft sie abzustillen?!" nerven kolossal!!!
Ich war die letzte einzige Stillmama weit und breit, es ist in meinem Umfeld schon lang, wenn 12 Monate gestillt wird.
Und die Kommentare gehen halt in die Richtung, dass ich eeeendlich eine lästige Pflicht losgeworden bin und bislang einfach zu weich war, Klein-Fufu endlich loszuwerden. [emoji17] es kommt dabei so ein Widerwillen gegen das Stillen hervor, dass ich immer ganz erschrocken bin.
Und es wird so wenig respektiert, da Babys und Kleinkinder stillen wollen und das auch wollen dürfen.

Ich habe die meiste Zeit wirklich gerne gestillt. Und momentan wünsche ich es mir manches Mal zurück, denn nun muss ich Einschlaftragen. Nicht sonderlich erquicklich bei dem Wetter und einem federleichten 12 kg Tragling. *ächz*
Ich bin insgesamt wirklich nicht unglücklich mit meiner Entscheidung, für mich hat es jetzt gepasst. Ich bin einfach keine Langzeitstillmutti und vor allem hat sich Klein-Fufu nicht begrenzen lassen. Einige Wochen wären schon noch drin gewesen, aber ich wollte unbedingt einen längeren Urlaub nutzen. Sonst bin ich ja tagsüber nicht da und ich wollte nicht einfach durch Abwesenheit Abstillen.

Aber es ist schade, dass ich meine Wehmut nicht teilen kann. Dass mich niemand versteht, wenn ich darüber nachdenke, ob ich nicht doch noch ein bisschen hätte stillen können. Dass es nicht einfach war, den Protest auszuhalten. Und und und. [emoji20][emoji20][emoji20]

So. Ende vom slp/egopost [emoji16]
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Klein-FuFu Dez. 2012
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sabbelschnuut
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von sabbelschnuut »

Genau so ging es mir ja vor ein paar Wochen auch. :-)

Es ist echt so, man ist schon wehmütig. Und es ist so schade, dass man es mit keinem (im realen Leben) teilen kann. Gerade heute hab ich wieder gedacht: Schon komisch, dass das Stillen jetzt einfach so vorbei ist. Es war schon schön. Auch wenn ichs gut finde, dass wir abgestillt haben, 2 Jahre war so der Zeitpunkt, den ich mir vorgestellt hatte. Und mein Kleiner hats auch echt gut aufgenommen, nach drei Tagen Einschlafmoppern war es für ihn in Ordnung. Jetzt lesen wir abends immer eine Geschichte zusammen (er will immer dieselbe Geschichte lesen ;-) ), das ist auch schön, aber halt was völlig anderes.

Ich wünsch euch alles Gute! ((( ))) :-D
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Wortgewitter
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von Wortgewitter »

Dafür sind wir doch da :wink:

Ich hab damals auch hier einen Post geschrieben ('damals' vor 6 Monaten :lol: ), weil es eh keiner sonst verstanden hätte - mein Kind war ja schon ÜBER 2!!! :wink: . In meinem Umfeld wusste eh kaum wer, dass ich IMMER NOCH :roll: stille, und die, die es wussten, waren froh, dass ich mit dem Unsinn endlich aufgehört hatte *seufz*

Und ich kenn die Wehmut und das komische Gefühl, wenn man das nicht teilen kann.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
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smin
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Re: AW: SLP: abgestillt

Beitrag von smin »

Och Mensch, wie unsensibel die Leute sind [emoji17]. Ich kann mir gut vorstellen, wie anstrengend es sein muss, diese Kommentare ständig zu hören. Ich glaube, ich würde irgendwann aggressiv werden und nur noch mit den Augen rollen. Was bringt es den Leuten denn, dir deinen vermeintlichen Fehler, so lange zu stillen, nun unter die Nase zu reiben? Unverständlich, aber so sind viele Menschen... Gieren danach, jemandem weiszumachen, dass sie ja immer recht gehabt hätten. Und: Selbst wenn es so ist, dass das Durchschlafen mit dem Abstillen zusammenhängt, so ändert das ja nichts daran, dass du es gerne getan hast und dass es dem Kleinen gut getan hat, gesundheitlich wie emotional. Das würde ich, glaub ich, den Leuten sagen.

Ich vermute dieses Unsensible kommt auch daher, dass sich jemand, der nicht oder nur kurz gestillt hat, nicht vorstellen kann was es für die Mutter (und Kind) bedeutet. Ich habe es hier im Forum schon öfter gelesen und stelle es gerade selber fest: Je länger das Stillen andauert, desto schöner wird es. Dieser anhimmelnde Blick, das Streicheln oder Spielen mit der Brust, das ungeduldige Warten beim Auspacken, das zufriedene Schmatzen und nicht zuletzt das Wissen, dass es meinem Kind so gut tut... alles unersetzlich und für Außenstehende leider kaum nachvollziehbar.

Am Ende hilft wahrscheinlich nur, sich immer wieder zu sagen, dass es egal ist, was die Leute denken und sagen - du weißt, wie es wirklich ist und wofür du es gemacht hast! Und irgendwann hört das Gerede sowieso auf.
smin mit großer Maus (7/13) und kleiner Maus (8/16)
Omama
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von Omama »

Genau, schreib hier.
Tut mir leid, dass bei dir im Umfeld alle so blöd drauf sind.
Lass deinen Wehmut hier.

Was man entgegnen kann, weiß ich auch nicht.
Ich fang hier auch grad ständig blöde Kommentare von wegen "Tja, endlich biste schwanger, bald ist diese Stillerei von Pantoffel vorbei, haha". So richtig böse, macht mich auch traurig.
Da würde ich am liebsten nur deshalb einfach weiterstillen (obwohls sau weh tut manchmal trocken zu stillen)

Blöd ist auf jeden fall.

(((FuFu)))
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Animay
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von Animay »

Ach ich kann das auch alles so gut verstehen. Mein Töchterchen ist erst 8 Monate alt, wir haben lang um unsere Stillbeziehung gekämpft - und jetzt kommen tatsächlich schon regelmäßig Kommentare à la "Was, Du stillst immernoch?". Momentan ist meine Tochter auch sehr auf mich bezogen, wenn der Papa mal alleine aufpasst dann klappt das genau 1,5 Stunden und danach ist sie nicht mehr zu beruhigen bis ich komme (meist wenige Minuten später, max. 30 Minuten). Tja und was wird da als Grund angeführt: Natürlich, das Stillen. Ich kanns auch nicht mehr hören :(. Vor Allem habe ich wirklich viele Mamas in meinem Freundeskreis und keine einzige will etwas länger stillen, alle fangen mit der Beikosteinführung auch brav an, Mahlzeiten zu ersetzen, sobald mehr als 100g im Kind landen. Ich komme mir allein deshalb teilweise schon richtig doof vor und habe auch überlegt, zumindest nachmittags das Stillen einzuschränken, damit ich mich nicht ständig rechtfertigen muss.

Mich ärgert das auch so sehr! Man hört so viele Flaschenmuttis schimpfen, dass ihnen von allen Seiten Druck gemacht wurde, dass sie lieber stillen sollen - aber umgekehrt finde ich den Druck, bloß nicht zu lang und zu bedarfsorientiert zu stillen, echt immens. Neulich hat mich eine Kollegin verdutzt gefragt, ob ich denn immer stille wenn meine Tochter das will - sie hätte bei ihrer Tochter ja von Anfang an durchgesetzt, dass nur alle 3 Stunden getrunken wird, in der restlichen Zeit musste die Kleine eben ohne klar kommen... :(

Smin, Deine Zusammenfassung der schönen Stillmomente kann ich komplett unterschreiben. Und leider auch, dass das ein Außenstehender nicht verstehen kann. Meine Tochter jauchzt und zappelt und strahlt übers ganze Gesicht, wenn wir uns zum Stillen hinlegen. Aber das versteht außer mir und meinem Freund niemand. Und dann noch das hier: Gestern hat sie beim Stillen auf einmal abgedockt und sich weggerollt, weil irgendwas im Bett spannender war. Dann hat sie sich aber wieder besonnen und wollte zur Brust zurück - und ist in dem Moment zum allerersten Mal gerobbt. Für ihre Mumi :D Aber das werd ich wohl außerhalb des Forums nie berichten, das würde auch niemand verstehen ;). Aber ICH weiß und verstehe es und freue mich deshalb auch über jede Mami, die länger stillen mag. Stillen ist toll!

LG
Animay
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Seelentattoo
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von Seelentattoo »

Ich bin gerade dabei...
Musste mir zwar nicht sooo viele Kommentare anhören, aber klar, dass er nachts nicht durchschläft, das kam dauernd, dass es am stillen liegt. Das ist doch Gewohnheit so häufig aufzuwachen (beide Uromas, meine Eltern, meine Schwester, der Papa unseres Kindes).
Jetzt habe ich vor 4 Wochen nachts abgestillt...und er schläft nicht durch. MICH hat es nicht überrascht (ist ein schlechter und wenig Schläfer, der kleine).
Jetzt reagiert mein Mann mittlerweile sehr genervt und ungehalten (weil Zwerg auf Autofahrten halt gern stillt und tagsüber da stillen massiv einfordert).
Das nervt mich (und ich habe ich zum wiederholten Male gesagt, dass die Autofahrten in Zukunft noch anstrengender werden, eben weil das stillen dann nicht mehr da ist zum ablenken, beruhigen etc).

Aber ich selbst hab mein abstillalter schon erreicht. Der Zwerg zappelt so dermaßen rum, dass ich doch oft genervt bin, mittlerweile :?
Daher hab ich mir das komplette abstillen jetzt für das we vorgenommen, da sind seine Geschwister da, wir sind auf einer Hochzeit eingeladen, also gute Voraussetzungen für viel Ablenkung.

Ich wollte eigentlich nur 6 Monate stillen. Der Zwerg hatte einen anderen Plan und nun werde ich etwas wehmütig, das bald rum ist.
Exot war ich eh schon immer, daher hat es mich nicht so interessiert, was andere sagen, denn gefragt würde ich schon oft, wann ich denn endlich aufhören will zu stillen ;-)

Nun bin gespannt, wer recht behält, der Papa oder ich :twisted:
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
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FuFu
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Re: AW: SLP: abgestillt

Beitrag von FuFu »

Ihr müsst Euch ja was anhören, ich staune immer wieder!

Die Kommentare hier hörten sich schlimmer an als sie sind. Es ist zum Teil wirklich nicht böse gemeint und ich habe auch immer recht selbstverständlich gesagt, dass ich noch stille - direkt was dagegen zu sagen hat sich noch nie einer getraut [emoji49][emoji6]

Aber das Stillen scheint für die allermeisten so sehr lästig zu sein. Die verstehen einfach nicht, dass ich der Stillbeziehung wehmütig hinterher schaue. Die sind einfach selbst total froh, wenn es rum ist.

Wieso ist das so? Wieso empfinden so viele Frauen das als so etwas negatives?

Ich war anfangs echt wenig dogmatisch und dachte mir, ich stille halt, weil man das so macht.
Da Klein-FuFu zu früh war, habe ich zuerst zwei Tage abgepumpt, sie hat eine Sonde und Fläschchen bekommen und ich konnte erst am dritten Tag anlegen. Die ersten Tage im Krankenhaus musste ich auch bei jeder Mahlzeit Stillproben machen. Aber wir sind nach einer Woche vollgestillt entlassen worden [emoji4] Ich hatte danach nie wieder irgendein Problem. Weder mit wunden Bw noch mit Milchstau. (Also bis auf nach dem abstillen. *grumpf*) Vielleicht liegt es daran. Die meisten anderen haben gerade am Anfang so zu kämpfen.

Aber danke für eure Unterstützung!!! Hier komme ich mir fast schon wieder komisch vor, dass ich so früh abgestillt habe. [emoji16]

☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
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Toeffi143
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Re: AW: SLP: abgestillt

Beitrag von Toeffi143 »

FuFu hat geschrieben:
Wieso ist das so? Wieso empfinden so viele Frauen das als so etwas negatives?

Ich hatte danach nie wieder irgendein Problem. Weder mit wunden Bw noch mit Milchstau. (Also bis auf nach dem abstillen. *grumpf*) Vielleicht liegt es daran. Die meisten anderen haben gerade am Anfang so zu kämpfen.


☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Hi! Ich kann zum Thema Abstillen noch nichts beisteuern. Aber ich kann dich trotzdem verstehen! Ich werde schon wehmütig wenn ich nur dran denke, irgendwann mal abzustillen :wink:

Zu deiner Vetmutung: unser Stillstart war nicht der beste. Wunde, blutende BW. Vorübergehend Stillhütchen. Aber irgendwann wurde es besser. Und je länger wir stillen, desto mehr genieße ich es.

Also: keine Ahnung, warum so viele Frauen das als etwas negatives empfinden. Macht mich auch traurig :(

Liebe Grüße!
Liebe Grüße
Toeffi mit dem heißgeliebten Frechdachs (08/2013) und dem kleinen Kämpfer (02/2016)
Omama
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Re: SLP: abgestillt

Beitrag von Omama »

Ich finde, die Kommentare zum Stillen (oder Familienbett, oder "Verwöhnen", oder "richtig-ordentlich Essen", oder Tragen, oder ...) haben alle oft eines gemeinsam:
ein negatives Bild vom Kind.
Das böse Kind, das man loswerden muss, von der Mutterbrust schupsen muss, weil es einen aussaugt wie ein wütiger Vampir.
Das böse Kind, das auch nachts seine Eltern nicht schlafen lässt, und genau weiß wie es sie so manipuliert, dass die Eltern springen.
Das böse Kind, dass ja mit purer Absicht nachts aufwacht und stillen will.

DAS ist es was mich daran am meisten nervt.
Wie man so negativ über das Verhalten von Babys und Kleinkindern denken kann - als Wesen, die man nur "richtig erziehen muss", wo man nur "einmal was durchsetzen muss, sowas nicht einreißen lassen kann" usw.

Versteht das wer?
Soooo weit weg von der Sicht des Kindes, wie es dem Kind beim Stillen geht, wie es für das Kind ist, wenn es plötzlich traurig ist und nicht mehr stillen kann, was so schön am Stillen ist.

Und ich denke da liegt auch ein bisschen die Antwort auf FuFus Frage nach dem Warum? ...
Wenn man es nämlich nur aus dem Blickwinkel des fordernden, unzüchtigen Kindes betrachtet, dann kann man Stillen nicht gut finden.
Denn das Kind will einen ja nur ausnutzen und benutzen, so wie es möchte.

Und dann hat es natürlich auch was mit den eigenen Erfahrungen und dem Umfeld zu tun. (Omas und Mütter vor allem)
10/2012 und 01/2015
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