ganz entgegen meiner sonstigen Art, poste ich hier gleich, ohne mich im entsprechenden Unterforum vorzustellen. Man lese daraus, dass mein Hilfebedarf gerade nicht klein ist.
Seit zwei Wochen bin ich nicht mehr schwanger, sondern ganz offizielle Mama eines tollen Jungen.
Wir hatten die üblichen Startprobleme mit wunden, blutigen Brustwarzen, falscher Anlegetechnik und Verunsicherung wegen des häufigen Anlegens. Die Technik habe ich inzwischen raus (habe mir im Netz viel dazu angeschaut, die Hebi befragt und inzwischen bin ich schmerzfrei und der Kleine liegt gut), saugen kann er wie ein Weltmeister und nach einer beginnenden Brustentzündung haben sich auch die Brustwarzen erholt.
An einigen Dingen haben wir aber weiterhin zu arbeiten.
1. Milchspendereflex, häufiges Abdocken und Aufstoßen.
Dazu habe ich mich hier im entsprechenden Eck bei den Stilltipps schon schlau gemacht, zusätzlich habe ich einige Tipps von der Hebamme bekommen. Entsprechend stille ich nun zu 90% "aufrecht", bemühe mich, den Kleinen bei jedem Abdocken aufstoßen zu lassen und habe auch das Ausstreichen probiert - letzteres mit mäßigem Erfolg, da die "Fontäne" erst sprudelt, wenn der Kleine auch aktiv saugt und dann davon unabhängig, wie viel ich vorher ausgestrichen habe. Vorher tropft es nur unmotiviert.
Dass er sich bei dem gesprudel verschluckt, leuchtet mir ein, wir kämpfen uns bisher so durch, verbrauchen unmengen Mullwindeln, weil es wirklich viel MIlch ist und hoffen auf das Einpendeln. Dadurch sind die Stillepisoden auch immer nur sehr kurz. Zum echten Problem wird es erst mit Teil 2.
2. Das Saugbedürfnis
Ich habe den Eindruck (und hier kann ich nur von einer Vermutung sprechen, weil mir die Erfahrung fehlt), dass der Kleine auch mal sehr gerne an irgendetwas nuckeln würde, ohne dass Milch dabei herauskommt. Die Signale, die er dafür sendet, unterscheiden sich bisher für mich kaum bis gar nicht von den Hungersignalen (wobei das deutlichste Hungersignal, das exzessive Brust-Suchen, tatsächlich nur bei echtem Hunger auftritt). Wie ich auf die Vermutung komme:
Wenn ich ihn in bestimmten Situationen nach Hungersignal anlege, dockt er ab, nachdem er die ersten zwei Schluck Milch genommen hat. Er dockt dann auch jedesmal wieder ab, wenn Milch kommt (was bei mir ja quasi immer der Fall ist) und schreit dann teilweise sehr kräftig. Biete ich ihm in dem Moment meinen Finger an, saugt er an dem aber kräftig und wirkt zufrieden. Findet er seine eigenen Hände, saugt er auch an denen. Ich habe auch den Eindruck, dass ihn dieses Saugen beim Verdauen Ruhe bringt und er diesen Vorgang so leichter bewältigt.
Sehr zufrieden war er, als er meinen Milchstau "wegsaugen" durfte. Er blieb dann sehr ausdauernd auch über 30-40 Minuten an der Brust und saugte die ganze Zeit kräftig - da kam natürlich sehr wenig Milch. Entsprechend rasch war das auch überstanden...
Meine Sorge ist nun aber, dass er durch das Finger-Nuckeln insgesamt zu wenig trinkt. Bisher habe ich dafür keine Anzeichen: Windeln wechseln wir bis zu 8-9 Mal am Tag, Stuhl ist jedesmal, Urin in 80% der Fälle viel drinn, seine Gewichtszunahme war in der ersten Woche bereits beachtlich und auch sein Saugverhalten an der Brust hat sich nicht geändert.
Aber ich habe natürlich auch gelesen, dass auch das non-nutritive Saugen an der Brust besonders wichtig wäre und das kann ich ihm ja so nicht bieten. Da er dann auch maximal 10 Minuten stillt, weiß ich einfach nicht, ob er in der Situation ausreichend Nahrung bekommt. Außerdem bin ich unsicher, ob er dann nicht manchmal doch am Finger nuckelt, obwohl er Hunger hat und darüber das richtige Stillen quasi "vergisst".
Wenn sich die Situation in vier Wochen noch immer so gestaltet, werden wir zudem wohl nicht auf einen Schnuller verzichten können (obwohl ich das vor der jetzigen Situation rigoros abgelehnt hätte). Derzeit habe ich wegen einer möglichen Saugverwirrung, davor noch zu viel Angst, aber mehr oder weniger permanent einen Finger anbieten zu müssen...da wäre mir dauerndes Stillen eindeutig lieber. Ehrlich gesagt hatte ich sogar darauf gehofft, aber das funktioniert bisher ja nicht.
Ich biete ihm derzeit normalerweise in einer Wachphase jeweils nur eine Brust an, damit sich die Menge einpendelt. In einer Wachphase wird er bis zu dreimal gestillt. Manchmal schläft er auch an der Brust ein, aber auch das nicht jedesmal - wie gesagt, lange und ausgeprägte Wachphasen.
Zu den sonstigen Umständen: Wir tragen viel im Tragetuch, er schläft bei uns im Bett, besonders gerne auf einem der Elternbäuche, tatsächliches Ablegen findet nur statt, wenn er sicher und tief schläft - dann wacht er aber auch nicht auf. Er wurde nicht zugefüttert, ich habe nie abgepumpt, Milcheinschuss kam regulär.
Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen verständlich formulieren und hoffe auf ein paar weiterführende Tipps. Eine Stillberaterin hatte ich bereits kontaktiert, sie hat sich aber bisher nicht zurückgemeldet.
Herzlich,
die Lerche
