Regelmäßig im Kindergarten?
- Sakura
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Abo, heute Abend mit Zeit schreibe ich was
Mein Handy leistet sich eine eigene Meinung zur Rechtschreibung...
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Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Also müssen Kinder doch MÜSSEN?
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Lösche Benutzer 17612
Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Ich denke es ist nicht schwarz oder weiss. Ich finde den Kindergarten eine tolle Möglichkeit, sich ans "müssen" zu gewöhnen. Meine beiden kamen erst mit 3 in den Kindergarten, also relativ spät. Anfangs handhabte ich es für beide sehr locker, da ich von daheim aus arbeitete. Ein leichter Schnupfen, Abends lange aus gewesen, schönes Sommerwetter für einen Besuch im Schwimmbad, da hab ich sie immer wieder mal daheim gelassen.
Mit der Zeit habe ich dann "angezogen" und ihnen vermittelt, dass sie nun älter werden und es darauf hinauslaufen wird, dass sie spätestens ab der Vorschule jeden Tag in den Kindergarten gehen werden.
Klar fanden sie es nicht immer toll, es gab auch mal Tränen und Diskussionen weil sie lieber daheim Lego gespielt hätten. Aber nach und nach wurden diese 3 Stunden morgens zu einem festen Bestandteil, und mittlerweile freut sich der Kleine jeden Tag auf den Kindergarten.
Bei uns haben sie recht große Gruppengrößen. Was ich toll fand war eben, dass beide Kinder sich in dieser großen Gruppe ganz frei Freunde suchen konnten,ohne Einfluss von uns Eltern. Mit den Eltern der beiden besten Freunde vom Kleinen z.B. hätte ich sonst nie etwas zu tun gehabt. Aber die 3 Jungs haben schon mit 3 entschieden dass sie beste Freunde sind und sich auch nachmittags sehen wollen. Fand ich irgendwie beeindruckend, vor Allem dass diese Freundschaften auch die Trennung überstand, als die Kinder in die Gruppen für Ältere aufgeteilt wurden.
Klar verstehen sie sich auch mit den Kindern unserer Freunde oder spielen mit Kindern im Schwimmbad etc, aber diese ganz freie selbstbestimmte Kontaktaufnahme und Ausbildung von Freundschaften fand ich schon super.
Mit der Zeit habe ich dann "angezogen" und ihnen vermittelt, dass sie nun älter werden und es darauf hinauslaufen wird, dass sie spätestens ab der Vorschule jeden Tag in den Kindergarten gehen werden.
Klar fanden sie es nicht immer toll, es gab auch mal Tränen und Diskussionen weil sie lieber daheim Lego gespielt hätten. Aber nach und nach wurden diese 3 Stunden morgens zu einem festen Bestandteil, und mittlerweile freut sich der Kleine jeden Tag auf den Kindergarten.
Bei uns haben sie recht große Gruppengrößen. Was ich toll fand war eben, dass beide Kinder sich in dieser großen Gruppe ganz frei Freunde suchen konnten,ohne Einfluss von uns Eltern. Mit den Eltern der beiden besten Freunde vom Kleinen z.B. hätte ich sonst nie etwas zu tun gehabt. Aber die 3 Jungs haben schon mit 3 entschieden dass sie beste Freunde sind und sich auch nachmittags sehen wollen. Fand ich irgendwie beeindruckend, vor Allem dass diese Freundschaften auch die Trennung überstand, als die Kinder in die Gruppen für Ältere aufgeteilt wurden.
Klar verstehen sie sich auch mit den Kindern unserer Freunde oder spielen mit Kindern im Schwimmbad etc, aber diese ganz freie selbstbestimmte Kontaktaufnahme und Ausbildung von Freundschaften fand ich schon super.
- Sakura
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Ich finde, es gibt mehrere, grundverschiedene Situationen. Wenn die Eltern arbeiten, egal ob außer Haus oder zu Hause, dann gibt es logo keine Diskussion, dann müssen die Kinder in den KiGa (oder zur Großmutter oder irgendwo hin, wo man Zeit für sie hat), klar. Wenn die Mutter zb allein mit Neugeborenem zu Hause ist, und sich die Betreuung des großen Kindes nicht zutraut dito. Aber wenn die Eltern zu Hause sind und es grundsätzlich kein Problem wäre, die KiGa-Kinder zu Hause zu betreuen, dann finde ich das Argument "Kinder müssen Regelmäßigkeit lernen" vorgeschoben. Werden die Kinder in den KiGa geschickt, um Regelmäßigkeit zu lernen, oder will die Mutter in Ruhe Haushalt machen? Das finde ich absolut ok und legitim, aber in diesem Fall sollte man doch so ehrlich sein????
Warum sollen Kinder die besseren Erwachsenen sein? Kinder werden mit Tränen in den KiGa geschickt, damit sie "es lernen"? Sind in diesen Haushalten die Fenster immer perfekt geputzt, jede Besteckschublade 100% krümelfrei, auf jedem Regal Staub gewischt? Immer? Oder sitzen die Eltern abends auch mal da und haben zu nichts mehr Lust? Wir Erwachsenen behalten uns doch auch vor, den Job zu wechseln, wenn wir es dort schrecklich finden?
Dieses "das Kind muss es lernen" erinnert mich irgendwie sehr ungut an "das Kind muss lernen, allein einzuschlafen, ohne Brust einzuschlafen, den Mund aufzumachen, wenn der Breilöffel kommt....." . Zur Sozialisierung: ich habe "Glück", ich habe zwei seeeeeehr kontaktfreudige, aufgeweckte Kinder, die von anderen Kindern magisch angezogen werden wie die Motten vom Licht. Meine Kinder WOLLEN. Aber schüchterne oder zurückhaltende oder vorsichtige Kinder ändern doch nicht von Grund auf ihren Charakter, nur weil sie "Regelmäßigkeit lernen müssen"?
Meine Große musste nur zur TaMu, wenn es nicht anders ging (ich im KH, ich überfordert mit Neugeborenem, Hausbau, Umzug...). Wenn es geht, lasse ich sie wählen. Sie will trotzdem fast jeden Tag zur TaMu gehen, einfach weil es dort toll ist, ich bin gespannt, wie es ab Herbst im KiGa wird. Sie weiß doch ganz genau, dass ich noch zu Hause bin, sie weiß ganz genau, dass es kein Problem wäre, zu Hause zu bleiben. Wenn ich mich jetzt wieder bewerbe und dann wieder arbeiten gehe, weiß ich, dass sie es ebenso genau versteht, dass die Mama nicht zu Hause ist, sondern eben auf Arbeit, und kleines Kind allein zu Haus... geht nicht. Logisch.
Außenseiter: ich kam erst mit 4 in den KiGa, alle anderen Kinder waren ab Krippe bereits zusammen. Allein das hat gereicht, um mich zum Außenseiter zu machen, obwohl ich ab da täglich und regelmäßig im KiGa war. Kurz vor Schulanfang zogen meine Eltern um, und ich kam in eine Schule mit wieder komplett neuen Kindern. Wer kann das Leben schon vorausplanen? In der Schulklasse war ich dann trotzdem gut integriert. Ein anderes Kind war gar nicht im KiGa, ein absolutes Unding in der DDR. Auch er war trotzdem gut in der Klasse integriert.
Meine Große war durch Krankheit in den Wochen vorm Vatertag viel zu Hause, hatte dann also kein gebasteltes Vatertagsgeschenk, ihre kleine Schwester hatte aber eines. Die Große hat das sehr wohl registriert, es hat sie aber nicht die Bohne gestört. Im Gegenteil, sie hat das Geschenk dem Papa überreicht mit den Worten: "Hier, das ist von der Kleinen.". Wen stört es mehr, wenn Kunstwerke in der Galerie fehlen: die Kinder oder die Eltern?
Warum sollen Kinder die besseren Erwachsenen sein? Kinder werden mit Tränen in den KiGa geschickt, damit sie "es lernen"? Sind in diesen Haushalten die Fenster immer perfekt geputzt, jede Besteckschublade 100% krümelfrei, auf jedem Regal Staub gewischt? Immer? Oder sitzen die Eltern abends auch mal da und haben zu nichts mehr Lust? Wir Erwachsenen behalten uns doch auch vor, den Job zu wechseln, wenn wir es dort schrecklich finden?
Dieses "das Kind muss es lernen" erinnert mich irgendwie sehr ungut an "das Kind muss lernen, allein einzuschlafen, ohne Brust einzuschlafen, den Mund aufzumachen, wenn der Breilöffel kommt....." . Zur Sozialisierung: ich habe "Glück", ich habe zwei seeeeeehr kontaktfreudige, aufgeweckte Kinder, die von anderen Kindern magisch angezogen werden wie die Motten vom Licht. Meine Kinder WOLLEN. Aber schüchterne oder zurückhaltende oder vorsichtige Kinder ändern doch nicht von Grund auf ihren Charakter, nur weil sie "Regelmäßigkeit lernen müssen"?
Meine Große musste nur zur TaMu, wenn es nicht anders ging (ich im KH, ich überfordert mit Neugeborenem, Hausbau, Umzug...). Wenn es geht, lasse ich sie wählen. Sie will trotzdem fast jeden Tag zur TaMu gehen, einfach weil es dort toll ist, ich bin gespannt, wie es ab Herbst im KiGa wird. Sie weiß doch ganz genau, dass ich noch zu Hause bin, sie weiß ganz genau, dass es kein Problem wäre, zu Hause zu bleiben. Wenn ich mich jetzt wieder bewerbe und dann wieder arbeiten gehe, weiß ich, dass sie es ebenso genau versteht, dass die Mama nicht zu Hause ist, sondern eben auf Arbeit, und kleines Kind allein zu Haus... geht nicht. Logisch.
Außenseiter: ich kam erst mit 4 in den KiGa, alle anderen Kinder waren ab Krippe bereits zusammen. Allein das hat gereicht, um mich zum Außenseiter zu machen, obwohl ich ab da täglich und regelmäßig im KiGa war. Kurz vor Schulanfang zogen meine Eltern um, und ich kam in eine Schule mit wieder komplett neuen Kindern. Wer kann das Leben schon vorausplanen? In der Schulklasse war ich dann trotzdem gut integriert. Ein anderes Kind war gar nicht im KiGa, ein absolutes Unding in der DDR. Auch er war trotzdem gut in der Klasse integriert.
Meine Große war durch Krankheit in den Wochen vorm Vatertag viel zu Hause, hatte dann also kein gebasteltes Vatertagsgeschenk, ihre kleine Schwester hatte aber eines. Die Große hat das sehr wohl registriert, es hat sie aber nicht die Bohne gestört. Im Gegenteil, sie hat das Geschenk dem Papa überreicht mit den Worten: "Hier, das ist von der Kleinen.". Wen stört es mehr, wenn Kunstwerke in der Galerie fehlen: die Kinder oder die Eltern?
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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sapphire
- hat viel zu erzählen
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Ich stimme zu, dass es in erster Linie davon abhängt, ob die Eltern beide arbeiten müssen. Dann gibt's keine Diskussion, das ist schonmal klar.
Für mich stellt sich aber außerdem noch die Frage: Was genau bedeutet "nicht in den Kindergarten wollen?" Meine Tochter sagt fast jeden Tag morgens, dass sie nicht in die Krippe möchte, aber sobald sie da ist, findet sie es super. Tränen gibt auch nicht. Nur eben dieses "Ich habe keine Lust." Wenn ich sie nachmittags aus der Krippe abhole übrigens dasselbe. Dann will sie nicht heim
Sie kann sich eben schwer lösen, spielt sich fest und will dann nicht gehen.
Dass sie WIRKLICH nicht gehen wollte/konnte hatten wir bis jetzt einmal, da war viel Stress die Tage zuvor (Eltern krank, Maus viel bei Oma, etc.) und ich habe gemerkt, dass sie in der früh einfach fix und fertig war, sie hat richtig geklammert... da habe ich sie daheim gelassen (obwohl wir noch nicht ganz fit waren), aber es ging in dem Moment weil keiner arbeiten musste und ich habe gemerkt, dass sie uns BRAUCHT.
War bei uns eine totale Ausnahme. Wenn ein Kind dieses krasse Verhalten (also will absolut überhaupt gar nicht) regelmäßig zeigt, würde ich mich fragen, ob im Kiga alles ok ist...? Gibt es einen Grund, wieso es dem Kind gar so widerstrebt...? Da würde ich vielleicht eher schauen ob man da was ändern kann...
Für mich stellt sich aber außerdem noch die Frage: Was genau bedeutet "nicht in den Kindergarten wollen?" Meine Tochter sagt fast jeden Tag morgens, dass sie nicht in die Krippe möchte, aber sobald sie da ist, findet sie es super. Tränen gibt auch nicht. Nur eben dieses "Ich habe keine Lust." Wenn ich sie nachmittags aus der Krippe abhole übrigens dasselbe. Dann will sie nicht heim
Dass sie WIRKLICH nicht gehen wollte/konnte hatten wir bis jetzt einmal, da war viel Stress die Tage zuvor (Eltern krank, Maus viel bei Oma, etc.) und ich habe gemerkt, dass sie in der früh einfach fix und fertig war, sie hat richtig geklammert... da habe ich sie daheim gelassen (obwohl wir noch nicht ganz fit waren), aber es ging in dem Moment weil keiner arbeiten musste und ich habe gemerkt, dass sie uns BRAUCHT.
War bei uns eine totale Ausnahme. Wenn ein Kind dieses krasse Verhalten (also will absolut überhaupt gar nicht) regelmäßig zeigt, würde ich mich fragen, ob im Kiga alles ok ist...? Gibt es einen Grund, wieso es dem Kind gar so widerstrebt...? Da würde ich vielleicht eher schauen ob man da was ändern kann...
Liebe Grüße von
Claudia mit der Maus (05/12)
Claudia mit der Maus (05/12)
- Giraeffchen
- Moderatoren-Team
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Und dann gibt es ja auch einfach Kinder, denen das Konzept 'Kindergarten' an sich nicht sooo gut gefällt. Die zwar hingehen, wenn Mama arbeiten muss, aber lieber zu Hause sind, wenn es sich jeweils anbietet. So ein Kind wie meines eins war. *g*
An meinen zwei bis drei Arbeitstagen ging er in den Kindergarten, an den anderen blieb er gerne zu Hause. Haben wir individuell am Morgen entschieden und war gar kein Thema für mich, ihn da irgendwie zu zwingen.
Es war einfach nicht sein Fall im Kindergarten, obwohl wir eine wirklich gute Einrichtung hatten. Er ist auch nicht ungern hingegangen, er mochte seine Leute dort alle gern, aber er war einfach lieber zu Hause. Hatte lieber zwei Freunde hier oder war woanders zum Spielen, traf lieber 5 Kinder auf dem Spielplatz oder beim Turnen, die er kannte. Am intensivsten, vertieftesten spielt er nämlich genau in solchen, also in ruhigeren Situationen, und nicht, wenn außer ihm weitere 14 Kinder im Raum sind, die alle etwas anderes wollen.
Kindergarten'ablehnung' kann auch bedeuten: Das ist mir zuviel Unruhe. Da ist mir zuviel los. Da kann ich mich nicht richtig ins Spiel vertiefen, weil, wenn ich gerade angefangen habe, zum Aufräumen geklingelt wird (und deshalb lasse ich es lieber gleich bleiben).
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Kinder das unbedingt alles lernen müssen, vor der Schule noch, aber zu dem Thema möchte ich gar nichts weiter schreiben, sondern mich einfach Sakuras treffenden Worten anschließen.
Und Integration in eine Schulklasse hängt von soviel mehr ab als von mehrjährig durchlaufener Kindergartenzeit, das denke ich auch.
Ich würde behaupten, mein Sohn hatte zu jeder Erzieherin im Kindergarten und besonders zu seiner Bezugserzieherin ein gutes, liebevolles Verhältnis, er hatte Kinder, die er mochte, mit denen er sich auch privat verabredet hat. Aber das Konzept des Kindergartens an sich, das war einfach nichts für mein Kind, aus den genannten Gründen.
Also 'krass' finde ich das Verhalten jetzt nicht. Es sind halt nicht alle Menschen gleich und nur weil Kindergarten für den einen passt, heißt das nicht, dass der, für den es nicht passt, zwangsläufig irgendein Problem hat.
Klar kann es aber auch sein, dass es wirklich ein Problem gibt, das, wenn es behoben ist, dem Kind wieder einen glücklichen Kindergartenbesuch ermöglicht. Da muss man sicher sehr individuell schauen und sehr aus Blickrichtung des Kindes.
Es mag ja auch nicht jeder Erwachsene ein Großraumbüro.
An meinen zwei bis drei Arbeitstagen ging er in den Kindergarten, an den anderen blieb er gerne zu Hause. Haben wir individuell am Morgen entschieden und war gar kein Thema für mich, ihn da irgendwie zu zwingen.
Es war einfach nicht sein Fall im Kindergarten, obwohl wir eine wirklich gute Einrichtung hatten. Er ist auch nicht ungern hingegangen, er mochte seine Leute dort alle gern, aber er war einfach lieber zu Hause. Hatte lieber zwei Freunde hier oder war woanders zum Spielen, traf lieber 5 Kinder auf dem Spielplatz oder beim Turnen, die er kannte. Am intensivsten, vertieftesten spielt er nämlich genau in solchen, also in ruhigeren Situationen, und nicht, wenn außer ihm weitere 14 Kinder im Raum sind, die alle etwas anderes wollen.
Kindergarten'ablehnung' kann auch bedeuten: Das ist mir zuviel Unruhe. Da ist mir zuviel los. Da kann ich mich nicht richtig ins Spiel vertiefen, weil, wenn ich gerade angefangen habe, zum Aufräumen geklingelt wird (und deshalb lasse ich es lieber gleich bleiben).
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Kinder das unbedingt alles lernen müssen, vor der Schule noch, aber zu dem Thema möchte ich gar nichts weiter schreiben, sondern mich einfach Sakuras treffenden Worten anschließen.
Und Integration in eine Schulklasse hängt von soviel mehr ab als von mehrjährig durchlaufener Kindergartenzeit, das denke ich auch.
Ich würde behaupten, mein Sohn hatte zu jeder Erzieherin im Kindergarten und besonders zu seiner Bezugserzieherin ein gutes, liebevolles Verhältnis, er hatte Kinder, die er mochte, mit denen er sich auch privat verabredet hat. Aber das Konzept des Kindergartens an sich, das war einfach nichts für mein Kind, aus den genannten Gründen.
Also 'krass' finde ich das Verhalten jetzt nicht. Es sind halt nicht alle Menschen gleich und nur weil Kindergarten für den einen passt, heißt das nicht, dass der, für den es nicht passt, zwangsläufig irgendein Problem hat.
Klar kann es aber auch sein, dass es wirklich ein Problem gibt, das, wenn es behoben ist, dem Kind wieder einen glücklichen Kindergartenbesuch ermöglicht. Da muss man sicher sehr individuell schauen und sehr aus Blickrichtung des Kindes.
Es mag ja auch nicht jeder Erwachsene ein Großraumbüro.
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(miri)
- Profi-SuTler
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- Registriert: 24.03.2008, 21:24
Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Der Große ist jetzt nicht total aus dem Häuschen, dass er in den Kiga gehen darf, aber er geht problemlos. Wenn er dann erstmal dort ist, bzw wir losgehen, da gab es bisher nie die frage ob er wirklich gehen muss.
Anfangs ging es eh nicht anders, wir haben beide gearbeitet. Seit ich mit der kleinen zu Hause bin ist es etwas anders, da mache ich ihm aber eine größere Freude, wenn er mittagskind sein darf, also vorm schlafengehen abgeholt wird.
Wenn er allerdings beim Abschied Drama machen würde, wüsste ich nicht ob ich ihn trotzdem schicken würde.
Anfangs ging es eh nicht anders, wir haben beide gearbeitet. Seit ich mit der kleinen zu Hause bin ist es etwas anders, da mache ich ihm aber eine größere Freude, wenn er mittagskind sein darf, also vorm schlafengehen abgeholt wird.
Wenn er allerdings beim Abschied Drama machen würde, wüsste ich nicht ob ich ihn trotzdem schicken würde.
Schliess ab, mit dem, was war, sei glücklich über das, was ist und offen für das, was kommt!
Das Leben ist schön! ...von "einfach" war nie die Rede.
Miriam mit Junior(05/09), Madame(01/13) und Sir(07/14)
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Sibi
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Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Mein Kind geht sehr gern zur Tagesmutter und wenn sie mal partout nicht will, versuche ich darauf Rücksicht zu nehmen. Glückciherweise haben wir Großeltern in der Nähe, die einspringen können. Als sie nach einer krankheit zwar fit, aber gar nicht mehr zur Tagesmutter wollte, habe ich sie nochmal eine Woche zu Hause gelassen und habe mir kurzfristig Urlaub / Überstundenabbau genommen.
Für uns war das immer richtig. Wenn sie partout nicht will, hat das Gründe, die wir ernst nehmen - trotz Berufstätigkeit beider Eltern. Gerade weil wir drauf angewiesen sind, dass es läuft und sie sich da wohl fühlt, wollen wir nicht in die Situation kommen, sie dahin zu zwingen.
Für uns war das immer richtig. Wenn sie partout nicht will, hat das Gründe, die wir ernst nehmen - trotz Berufstätigkeit beider Eltern. Gerade weil wir drauf angewiesen sind, dass es läuft und sie sich da wohl fühlt, wollen wir nicht in die Situation kommen, sie dahin zu zwingen.
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sapphire
- hat viel zu erzählen
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- Registriert: 23.08.2012, 13:55
- Wohnort: FÜ
Re: AW: Regelmäßig im Kindergarten?
Nur um das klarzustellen das Wort bezog sich auf MEIN Kind im Vergleich dazu wie sie sich normalerweise verhält. Nicht dass das generell gilt wenn ein Kind mal nicht in den Kindergarten gehen möchte.Giraeffchen hat geschrieben:
Also 'krass' finde ich das Verhalten jetzt nicht. Es sind halt nicht alle Menschen gleich und nur weil Kindergarten für den einen passt, heißt das nicht, dass der, für den es nicht passt, zwangsläufig irgendein Problem hat.
Das stimme ich dir zu dass es auch viel Typsache sein kann.
Liebe Grüße von
Claudia mit der Maus (05/12)
Claudia mit der Maus (05/12)
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ehUrt2
Re: Regelmäßig im Kindergarten?
Wegen dem Außenseiter Thema:
Mir geht es primär nicht mal darum. Für mein Empfinden ist der Kindergarten eine wundervolle Gelegenheit viele andere Kinder, ihre Denkweisen und Spielarten, ihre Interessen und Umgangsweisen kennenzulernen. Meiner Meinung nach kann dort der Grundstein für respektvollen Umgang und Toleranz gelegt werden. Und dazu müssen sich die Kinder richtig kennenlernen und sich immer wieder beobachten und ihren Umgang miteinander erproben können und gemeinsam etwas miteinander erleben. Natürlich geht das auch später und vielleicht ist es anderen Eltern nicht so wichtig, aber mir ist es wichtig und deshalb möchte ich es hier als Pro-Argument für (irgendeine Form von) regelmäßiger Teilnahme am Kita-Alltag aufführen.
Mir geht es primär nicht mal darum. Für mein Empfinden ist der Kindergarten eine wundervolle Gelegenheit viele andere Kinder, ihre Denkweisen und Spielarten, ihre Interessen und Umgangsweisen kennenzulernen. Meiner Meinung nach kann dort der Grundstein für respektvollen Umgang und Toleranz gelegt werden. Und dazu müssen sich die Kinder richtig kennenlernen und sich immer wieder beobachten und ihren Umgang miteinander erproben können und gemeinsam etwas miteinander erleben. Natürlich geht das auch später und vielleicht ist es anderen Eltern nicht so wichtig, aber mir ist es wichtig und deshalb möchte ich es hier als Pro-Argument für (irgendeine Form von) regelmäßiger Teilnahme am Kita-Alltag aufführen.


