Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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millenia
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Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von millenia »

Hallo liebe SuTler,

nachdem ich bei meiner ersten Tochter schon Stillprobleme hatte, läuft es mit meiner zweiten Tochter besser, aber auch nicht problemlos. Sie ist jetzt fast fünf Wochen alt und ich stille sie fast voll, ab und zu füttere ich geringe Mengen mit dem Brusternährungsset zu, wenn ich nicht mehr kann und sie scheinbar einfach nicht satt wird. Ich würde gerne sagen, dass ich jede Stunde stille, dann hätte ich mal Pause, aber dem ist nicht so. Ich habe sie ständig auf dem Arm und wechselstille sie im Grunde ca. im 10-15 min Takt (ungelogen!). Es gibt wenig Pausen, weglegen lässt sie sich nicht wenn sie an der Brust einschläft, sondern will direkt wieder ran. Das zehrt an den Nerven, zumal ich auch noch eine Dreijährige zu versorgen habe. Zur Zeit ist mein Mann da, aber im vier Wochen bin ich alleine. Und dann? Freue mich über jeden Tipp, jede Idee von euch. Anbei noch die Antworten auf die Fragen zur besseren Beratung:

Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Ich füttere nicht täglich zu, maximal 60 ml am Tag Pre-Nahrung aus dem Brusternährungsset, in der Woche war es aber bisher nicht mehr als 90-120 ml insgesamt.


* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Hab ich oben ja schon ansatzweise versucht zu beschreiben. Effektiv trinken tut sie nach längerer Pause vielleicht fünf Minuten, schläft dann an der Brust ein, tagsüber ist ja wechselstillen angesagt, da trinkt sie effektiv nur solange die Milch fließt - ca 2-3 min - und schläft dann wieder ein, wird aber nach kurzer Zeit wieder wach und bekommt dann die andere Brust usw. Nachts schläft sie sehr gut. Ich versuche sie alle 3-4 Stunden zu wecken, meist trinkt sie dann nur eine Brust und schläft weiter. Würde ich sie lassen würde sie sicher locker 6-7 Stunden durchschlafen.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

Stuhlgang sehr unterschiedlich. Anfangs 1x pro Woche, die letzten zwei Tage zweimal täglich. 4-5 nasse Windeln.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?

Der Stillstart war eigentlich ganz gut. Habe sie noch im Kreißsaal angelegt, was auch ganz gut klappte. Allerdings war sie anfangs sehr schläfrig, hat sich teilweise kaum zum stillen wecken lassen.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Nein.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

Meine Hebamme versorgt mich sehr gut mit homöopathischen Medikamenten. Bockshornkleesamen, Milchbildungstee, Malzbier etc.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

Nein.

Und der Gewichtsverlauf:

16.6. 3470 g KH
20.6. 3370 g
24.6. 3400 g
29.6. 3540 g KH
3.7. 3650 g
11.7. 3910 g
16.7. 4020 g Kinderarzt
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jusl
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von jusl »

Hallo millenia,

hast Du ein Tragetuch oder eine Tragehilfe daheim, die Du gern benutzt?

Babys bauen ihre Spannung über drei Dinge ab: Saugen, Bewegung und Enge. Bei den "einfachen" Babys reicht eines zur gleichen Zeit: Sie sind mit "nur saugen" oder "nur bewegt werden" oder "nur eng eingewickelt rumliegen" zufrieden, und sie brauchen das auch nicht ständig. Die ganz besonders einfach zu betreuenden Babys liegen entsprechend nach dem Stillen einfach irgendwo und sind ruhig.
Für Babys mit stärkeren Bedürfnissen ist das undenkbar - sie brauchen beständigen Spannungsabbau, und meist reicht nicht eines zu gleichen Zeit. Die am anstrengendsten zu betreuuenden Babys brauchen alles drei - Saugen, Bewegung und Enge - STÄNDIG. Das heißt, sie sind nur stillend im Tragetuch ruhig, während sich die Mutter bewegt.

Probier mal, ob Dein Baby nicht auch mit Alternativen zum ständigen Saugen zufrieden ist. Also: nach dem Stillen (bzw. beiden Seiten) rein ins Tragetuch und lostraben. Dazu kannst Du Deinem Baby Deinen kleinen Finger zum Saugen anbieten. So bist Du mobil und hast mindestens eine Hand für Dein größeres Kind frei.

Zufüttern brauchst Du mit Sicherheit nicht - Dein Baby nimmt normal zu, von DEINER Milch, denn in Sachen Auswirkungen aufs Gewicht sind Deine Zufüttermengen eh zu gering. Also einfach weglassen.

Was meinst Du?

LG
Julia
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millenia
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von millenia »

Hallo Julia,

vielen Dank für deine Antwort.

Tragetuch habe ich zuhause und nutze das auch gerne, meine Befürchtung ist nur, dass sie tatsächlich Hunger hat und nur durch das ständige Wechselstillen satt wird bzw. ich Angst habe, dass ich zuwenig Milch habe und dieses ständige Stillen wichtig für die Milchproduktion ist. Wann weiß ich denn, ob sie wirklich satt ist? Da das Stillen meiner ersten Tochter nicht geklappt hat bin ich sehr ängstlich und zweifle oft an meinen Stillfähigkeiten... Stillen im Tragetuch habe ich auch schon überlegt, damit ich was tun kann, habe aber gelesen, dass das mit so kleinen Babies wohl schwierig ist, gibts da einen Trick?

LG Milena
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jusl
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von jusl »

Keine Sorge. Häufigeres Stillen führt im allgemeinen NICHT zu mehr Milch, sondern nur zu kleineren Mahlzeiten. Manchmal kann zu häufiges Stillen /Dauerstillen sogar einen ungünstigen Einfluss haben und z.B. quengelig machen. Dein Baby wird ganz sicher mit einer normalen Stillhäufigkeit (= 8-12 Mahlzeiten in 24 Stunden) satt werden. Wenn Du möchtest, begleiten wir Dich gerne in der nächsten Zeit dabei. Dann ist sichergestellt, dass Dein Baby weiterhin gut zunimmt, mit normaler Stillhäufigkeit und ohne Zufüttern.
Wann weiß ich denn, ob sie wirklich satt ist?
Dazu zitier ich mal aus unserer Grundinfo zum Gedeihen und Gewichtszunahme:
jusl hat geschrieben:Ob Dein Baby genug Milch erhält, kannst Du anhand folgender Kriterien SICHER beurteilen:

Dein Baby...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden (Muttermilch oder Flaschenmilch, aber keinerlei sonstige Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee),
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.
Also, wenn das erfüllt ist, ist sie gut versorgt.
Da das Stillen meiner ersten Tochter nicht geklappt hat bin ich sehr ängstlich und zweifle oft an meinen Stillfähigkeiten...
Das verstehe ich gut. Mit Deiner bisherigen Erfahrung ist es nicht einfach, zuversichtlich und relaxt zu bleiben.
Stillen im Tragetuch habe ich auch schon überlegt, damit ich was tun kann, habe aber gelesen, dass das mit so kleinen Babies wohl schwierig ist, gibts da einen Trick?
Stillen IM Tuch ist eine lustige Sache, die durchaus praktisch, aber auch etwas fummelig sein kann. Mein Vorschlag ist: Probier es erstmal "normal". Also Stillen, und dann ab ins Tuch.

Wie wäre es, wenn Du das z.B. bis nächsten Mittwoch testest, und dann ziehen wir gemeinsam Bilanz?

LG
Julia
Zaubermaus2014
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von Zaubermaus2014 »

Das kenne ich auch... Zwischen der 5-8 Woche war unsere kleine auch so und hat sich nie ablegen lassen und wollte ständig trinken! Jetzt ist es nur noch am Abend so mit dem häufigen trinken. TT hilft eigentlich immer. Haben aber auch eine federwiege gekauft da ich zwischendurch vom vielen Laufen so erschöpft war! Vielleicht hilft das bei euch ja auch um sie zu beruhigen...
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millenia
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von millenia »

Oh das wusste ich nicht, dass häufiges Stillen auch einen ungünstigen Einfluß haben kann.
Das Zufüttern versuche ich dann mal sein zu lassen. Ich bin oft immer kurz davor, meistens halte ich dann das Dauerstillen aus und dass sie nachts gut schläft zeigt ja eigentlich auch, dass sie satt sein sollte, oder? Ich würde sie aber nach wie vor nachts wecken, oder? So nach vier Stunden werde ich immer etwas nervös.

Das einzige Kriterium, was sie nicht erfüllt sind die Stuhlwindeln. Sie hat sehr selten Stuhl. Direkt nach der Geburt hat sie sehr viel ausgeschieden, dann erst wieder zwei und drei Tage später einmal und dann nur einmal die Woche. Gestern und vorgestern war dann die Ausnahme mit zweimal am Tag. Und sechs Wochen ist sie ja noch nicht alt.

Ich werde das mit dem Tragetuch dann mal versuchen, ohne darin zu stillen. Ein Versuch von mir war tatsächlich eher misslungen :-)

Ich freue mich sehr über deine Unterstützung in der nächsten Zeit. Vielen Dank dafür!

LG Milena
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von jusl »

Ich bin oft immer kurz davor, meistens halte ich dann das Dauerstillen aus und dass sie nachts gut schläft zeigt ja eigentlich auch, dass sie satt sein sollte, oder?
Nicht wirklich, denn vom Schlafverhalten auf den Ernährungszustand zu schließen, funktioniert praktisch gar nicht. Sowohl überfütterte als auch unterernährte Babys können nachts oft aufwachen oder eben durchschlafen. Die zitierte Liste zum Thema "Bekommt mein Baby genug Milch?" ist tatsächlich vollständig, d.h. Schlafverhalten steht mit Absicht nicht drauf.
ch würde sie aber nach wie vor nachts wecken, oder? So nach vier Stunden werde ich immer etwas nervös.
Ja, nächtliche Stillpausen sollten insb. in den ersten Lebenswochen nicht zu lang werden. Deshalb ist stillen nach spätestens 4 Stunden sinnvoll.
Das einzige Kriterium, was sie nicht erfüllt sind die Stuhlwindeln. Sie hat sehr selten Stuhl. Direkt nach der Geburt hat sie sehr viel ausgeschieden, dann erst wieder zwei und drei Tage später einmal und dann nur einmal die Woche. Gestern und vorgestern war dann die Ausnahme mit zweimal am Tag. Und sechs Wochen ist sie ja noch nicht alt.
OK, dann lass uns doch in der nächsten Zeit da etwas genauer draufschauen. Hast Du zufällig eine Babywaage daheim? Oder wärst bereit, Dir eine zu besorgen (z.B. aus der Apotheke geliehen)?
Ich werde das mit dem Tragetuch dann mal versuchen, ohne darin zu stillen.
Ja, probier das mal. Mitunter muss die Intuition da auch erst wieder wachsen. Du könntest Dir z.B., nachdem Dein Baby im Tuch ist, eine Eieruhr auf 5 Minuten stellen. Währenddessen nimmst Du es sportlich und läufst kräftigen Schrittes mit Baby im Tuch durch die Wohnung, lässt es an Deinem kleinen Finger nuckeln, falls es das mag, und beruhigst es dazu z.B. durch Singen oder "Sch-sch" sagen.
Wenn Dein Baby dann innerhalb von 5 Minuten ruhig ist oder sogar schläft, ist alles gut. Und wenn nicht, dann stillst Du eben noch mal (und dann kommt Dein Baby wieder ins Tuch).
Ich freu mich auf Deine Berichte. ;-)

LG
Julia
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Carraluma
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von Carraluma »

Jusl, inwiefern kann zu häufiges Stillen (was heißt hier zu häufig?) zu einem quengeligen Kind führen. Ich habe das bisher in älteren Büchern gelesen, die damit darauf drängten mindestens 2 oder 3 Stunden Stillpause einzuhalten. Selber habe ich mir diese Annahme dann mit der Vermutung erklärt, dass es nur eine Koinzidenz und keine Kausalität ist. Dass unruhige Kinder eben oft häufiger Stillen wollen. Also ist es doch so?
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
jusl
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von jusl »

Jusl, inwiefern kann zu häufiges Stillen (was heißt hier zu häufig?) zu einem quengeligen Kind führen.
"Zu häufig" heißt dann ganz einfach, wenn es dem Baby mit weniger als 20 Mahlzeiten besser geht. ;-)
Selber habe ich mir diese Annahme dann mit der Vermutung erklärt, dass es nur eine Koinzidenz und keine Kausalität ist. Dass unruhige Kinder eben oft häufiger Stillen wollen.
Da kann viel mit reinspielen. Manche Mütter müssen z.B. erst noch lernen, ihr Repertoire in Sachen Babykommunikation zu erweitern. Manchmal helfen Bewegung, Ablenkung oder bestimmte Tragetechniken besser als die 35. Stillmahlzeit des Tages. Davon abgesehen kann der MSR beeinträchtigt sein, wenn die entsprechenden Nervenbahnen unter Dauerbeschuss stehen. Ein BISSCHEN Pause tut dann allen gut. Exakte, allgemeingültige Minutenangaben sind hier aber selbstverständlich nicht möglich.
Das Ganze hat ja ohnehin nur Relevanz, wenn kleinere oder größere Probleme auftauchen. Wenn eine Mutter und ihr Baby hingegen mit Dauerstillen glücklich sind und das Baby gut gedeiht, gibt's keinen Grund, daran aktiv etwas zu ändern.

LG
Julia
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Re: Baby stillt fast ohne Unterbrechung

Beitrag von millenia »

Gestern abend habe ich direkt Erfolg gehabt. Baby in Tragetuch und sofort eingeschlafen, Finger wollte sie gar nicht haben. Toll! Habe sie sogar wec
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