Ich würde Dir empfehlen, Dir vielleicht erst mal einen gebrauchten, gut eingekuschelten Ringsling zu holen. Neue Ringslings können - genau, wie neue Tücher - regelrechte Spaßbremsen sein und einem vor allem dann, wenn man das Tragen damit noch nicht kennt, direkt die Freude daran verderben und unter Umständen zu dem Trugschluss führen, dass sie generell unbequem seien. Es reicht eigentlich, sich erst mal an die einseitige Belastung zu gewöhnen. Wenn dann noch ein steifes, störrisches, hakeliges Tuch dazu kommt, kann man schon in Versuchung kommen, die Sinnhaftigkeit der Slings komplett anzuzweifeln.
Mir ging es zumindest so. Mein erster war ein nigelnagelneuer Storchenwiege Inka. Störrisch und stur - und hätte mich in unheiliger Allianz mit meiner Ringsling-Unerfahrenheit fast dazu gebracht, die Sache für blöd zu befinden und aufzugeben. Dann bekam ich einen gebrauchten, butterweichen Maja-Wrap und fand den ganz wunderbar. Damit konnte ich gescheit festziehen, der glitt ordentlich durch die Ringe, verhakte sich nicht dauernd und war bei weitem nicht so unbequem. Den nahm ich Anfang nur. Er ließ sich besser und schneller anlegen und war auch bequemer und überzeugte mich letztlich davon, dass die Dinger eigentlich eine tolle Sache sind.
Nach und nach sind dann noch der ein oder andere gebrauchte Ringsling eingezogen. Und nachdem die alle toll waren, habe ich mich ans Eintragen des SW Inkas gegeben, der inzwischen zusammen mit meinem DD Orient und dem Nati Zirna einer meiner Lieblings-Slings ist. Ein echtes Arbeitstier, in dem ich zur Not auch stundenlang tragen kann, ohne dass mir die Schulter weh tut oder der Arm einschläft - das hätte ich dem guten Stück am Anfang nie zugetraut.
Hol Dir vielleicht wirklich erst mal für kleines Geld ein "altgedientes Hündchen" - und danach, wenn Du gut klar kommst, wird sich Dein "Fuhrpark" vermutlich eh ordentlich erweitern...
