ich bin schon länger Leserin dieses Forums und dankbar über die vielen tollen Beiträge, die mich ermutigen, mit dem Stillen, Tragen und Familienbett unseren eigenen Weg zu gehen.
Eben habe ich den Thread zum schweren Vollstillkind durchgelesen. Ja, auch ich habe so ein süßes, kugelrundes "Exemplar" zuhause
Hier die Eckdaten:
- sie wird seit Geburt ohne Zufüttern voll gestillt
- Der Stillstart war optimal. Ich hatte von Beginn an sehr viel Milch und keine Probleme. Meine Tochter ist jedoch im Verlauf der ersten Wochen immer unruhiger an der Brust geworden, hat mit den Armen gefuchtelt und ihren Kopf oft hin- und hergewendet beim Andocken
- Unsere Nachsorgehebamme hat uns mit den Stillpositionen geholfen. Außerdem waren wir zweimal bei einer Osteopathin, die beim letzten Termin meinte, dass mit meiner Tochter alles in Ordnung sei
- Unsere Tochter hat mindestens zweimal am Tag Stuhlgang, dabei wirklich volle Windeln (das erste Mal meist am frühen Morgen)
- Sie spuckt des Öfteren ungefähr eine halbe Stunde nach dem Stillen (nur tagsüber, nach ca. jedem dritten Mal)
- Sie nimmt den Schnulli nicht. Ich habe es öfters mal probiert mit einem Schnulli in Kirschform, bisher konnte sie jedoch nichts damit anfangen
Die Gewichtsangaben:
Bei Geburt 3590 g, 55 cm groß
U2: 3760 g
U3: 4750 g
U4 (am Montag): 6930 g, 62 cm groß
Ich stille sie tagsüber durchschnittlich alle 2 Stunden, nachts etwa alle 3 bis 4 Stunden (sie geht um ca. 19 Uhr ins Bett und wird um ca. 7 Uhr "richtig" wach). Ich habe nach wie vor sehr, sehr viel Milch. Das bemerke ich beispielsweise, wenn sie mal während der ersten 5 Minuten an der Brust abdockt und dann fast in einem Milchmeer versinkt
Beim nächtlichen Stillen gibt es keine Schwierigkeiten: Sie schläft im Beistellbett und ich stille sie im Liegen, wobei weder sie noch ich richtig wach werden, sondern im Halbschlaf sind und danach gleich wieder richtig weiterschlafen. Manchmal hat sie am frühen Morgen mit der Verdauung zu kämpfen, aber das Stillen selbst klappt gut.
Tagsüber (in der Wiegehaltung) kommt es jedoch fast jedes Mal vor, dass sie ca. 5 Minuten trinkt...und dann bei recht wildem An- und Abdocken zu quengeln anfängt bis hin zum lauten Weinen. Mir ist aufgefallen, dass sie nach den ersten 5 Minuten immer schläfriger wird (ihre Augen fallen langsam zu). Ich habe drei Vermutungen.
Vermutung 1: Da sie so schnell trinkt schluckt sie viel Luft und ärgert sich über die Luft im Bauch.
Vermutung 2: Sie ärgert sich über die Müdigkeit (sie ist ein sehr waches, aufgewecktes Mädchen, dass sich gerne den ganzen Tag alles genau anschaut) und weint deshalb.
Vermutung 3: Sie wird schläfrig und will sich in den Schlaf nuckeln. Dies gelingt ihr jedoch nicht richtig, da die Milch einfach "weiterfließt", auch wenn sie diese in dem Moment gar nicht will. Darüber ärgert sie sich.
Wenn sie weint, nehme ich sie entweder hoch und entlocke ihr ein Bäuerchen. Oder ich lasse sie in meinen Armen liegen, lasse sie nach Belieben An- und Abdocken und rede oder summe beruhigend auf sie ein. Oft schläft sie dann irgendwann dabei ein.
Ich lege sie nicht jedes Mal an beiden Brüsten an, sondern nur, wenn sie den Anschein erweckt, dass sie noch Hunger hat. Nachts trinkt sie bei einer Stillmahlzeit grundsätzlich nur an einer Brust (weil sie dabei einschläft). Das ist meine erste große Unsicherheit! Soll ich sie jedesmal an beiden Brüsten anlegen?
Meine zweite große Verunsicherung besteht darin, ob ich ihre "Hungeranzeichen" richtig deute. Manchmal habe ich den Eindruck, sie ist gar nicht hungrig, sondern einfach nur müde. Da kommt dann die nächste Verunsicherung ins Spiel. Dass sie so an Gewicht zulegt, einen regen Stuhlgang hat und oft spuckt lässt mich etwas ratlos mit der Frage zurück, ob bei uns das Nuckeln an der Brust als Einschlafhilfe wegen der vielen Milch überhaupt geeignet ist.
Ich danke Euch fürs Lesen und freue mich über Antworten!