Meine Tochter wird im April 2 Jahre alt.
Vor einem Monat haben wir mit der Eingewöhnung in der Krippe begonnen.
Ich stille sie noch recht häufig und sie wird auch zum Einschlafen gestillt. Schläft eigentlich auch nur so ein oder eben in der Karre oder im Auto.
Wir haben diese Punkte im Erstgespräch mit den Erziehern geklärt und es hieß, das wäre keine Problem, sie würden das mit dem Einschlafen schon hinkriegen. Bis jetzt hätten das alle Kinder geschafft.
Muss vorher noch ein bisschen was zur Gesamtsituation in der Krippe schreiben, bevor es um das "Stillproblem" geht. Der Text könnte also etwas länger werden.
Wir haben die Eingewöhnung dann auch frohen Mutes begonnen und es lief auch relativ gut. Nach drei Tagen konnte ich schon den Raum kurz verlassen und nach 4 Tagen auch länger draußen bleiben, ohne, dass sie weinte oder nach mir rief. Nach 2 Wochen blieb sie 4 Stunden, ohne Probleme. Es wurden zu der Zeit mehrere Kinder eingewöhnt. Die Krippe wurde ganz neu gebaut und die Gruppe bestand erst seit ein paar Wochen. Ich habe mich oft mit den anderen "Eingewöhnungseltern" unterhalten und wir haben schnell gemerkt, dass die Erzieher ziemlich gestresst wirkten und dass besonders eine Erzieherin als besonders unfreundlich empfunden wurde. Sie grüßt zum Beispiel morgens nie freundlich, lächelt die Kinder dabei auch meist nicht an und spricht mit den Eltern sehr streng und herablassend. Hatte auch das Gefühl, dass sich meine Tochter in Gegenwart dieser Erzieherin nicht sehr wohl fühlt. Zu ihrer Bezugserzieherin hatte sie einen sehr guten Kontakt, sprach viel von ihr zu Hause und freute sich eigentlich immer auf den nächsten Krippentag.
Sie sollte dann, in der dritten Wochen auch dort Mittag essen und schlafen. Ich war etwas aufgeregt, hab aber darauf vertraut, dass es klappt. Leider kam dann aber der Anruf, dass ich sie abholen müsse, weil sie nur weinen würde und sich nicht ins Bett legen und nicht beruhigen lässt. Als ich in der Krippe ankam, schlief sie dann aber doch, allerdings in der Karre. Da wurde mir aber gleich gesagt, dass das nicht immer gehen würde, man dafür keine Zeit hätte.
Am nächsten Tag aß sie dort nichts zum Früstück, klammerte wohl sehr an ihrer Bezugserzieherin, und als diese dann zur Mittagszeit in die Pause ging, war es ganz vorbei. Sie weinte und weinte und weinte, aß wieder nichts. Ich wurde wieder angerufen. Anscheinend wurde sie auch nicht getröstet, weil die beiden anderen Erzieherinnen (darunter die Unfreundliche) sich um die anderen 9 Kinder beim Mittagessen kümmerten. (Am selben Tag erzählte mir eine andere Mutter, dass ihre Tochter auch nichts gegessen hat, weil sie durchs Zahnen die Gemüsestückchen nicht kauen konnten. Die Erzieher sagten ihr aber, sie können das Gemüse wohl nicht zerkleinern, aus Zeitgründen, ebenso können und wollen sie sie nicht oft tragen (sie kann noch nicht laufen).)
Als ich meine Tochter dann abholte, fand ich sie natürlich ganz aufgelöst und völlig fertig vor. Die Bezugs- Erzieherin, selbst total fertig, meinte, dass die Leiterin und sie gern mit mir sprechen wollen, das ginge aber allerdings aus Zeitgründen erst ein paar Tage später.
Der Tag darauf begann schon nicht gut, sie wollte nicht in die Krippe, weinte schon, als wir in die Einrichtung kamen und beruhigte sich auch nicht. Ich wanderte dann mit ihr auf dem Flur auf und ab und tröstete sie. Wurde dann aber gleich von der unfreundlichen Erzieherin angeherrscht, warum J. noch nicht in der Gruppe wäre und warum ich hier auf dem Flur laufe, das würde die anderen Kinder verwirren und Unruhe reinbringen. Ich versuchte die Situation zu erklären, sie hörte aber nicht richtig zu. Meinte nur, sie würde jetzt die Bezugserzieherin holen, ich solle sie ihr dann "übergeben" mich kurz verabschieden und gehen. Sie beruhigte sich aber selbst bei der Bezugserzieherin (BE) nicht, schrie immer mehr, als ich sie ihr reichen wollte. Die BE wirkte ziemlich hilflos schaute immer zur anderen Erzieherin. Die dann irgendwann energisch meinte, ich solle JETZT gehen. Ich ließ mir meine Kleine aus den Armen reißen, sie klammerte und schrie und ich verließ weinend die Einrichtung. Stand dann ein paar Minuten weinend draußen und wollte wieder rein, um J. zu holen, als eine andere Mama kam, die das ganze mitbekommen hatte und meinte, es wäre alles ok. J. würde nicht mehr weinen und mit den anderen am Tisch sitzen. Ich fuhr nach nach Hause und wurde zwei Stunden später angerufen, weil es gar nicht ging.
Die darauffolgenden Tage fuhren wir weg und sie war nicht in der Einrichtung, ich hätte sie aber auch so oder so nicht hingebracht, wollte erst das Gespräch abwarten und habe mich nebenbei schon nach einer Tagesmutter umgehört.
In dem Gespräch wurden dann die letzten Tage und die Probleme erörtert und nach der Ursache gesucht. Für die Leiterin und die Erzieherinnen war ganz klar, dass das Stillen daran Schuld wäre. Sie könne in stressigen Situationen in der Krippe nicht an die Brust, daher die Verhaltensweise. Die Erzieherinnen können die Brust nicht ersetzen. Sie rieten mir zu versuchen, das Stillen auf die Nachmittagsstunden zu verschieben, das Einschlafstillen abzugewöhnen und J. an ihr eigenes Bett zu gewöhnen. Zudem wollen sie die Eingewöhnung noch mal von vorn beginnen. Ich war die ganze letzte Woche jeweils 2 Stunden mit ihr dort. Sie klammerte sich sehr an mich, was sie in der ersten Eingewöhnungsphase nicht tat. Ich muss oft bei allem neben ihr sitzen. Besonders beim Essen. Sie sieht mich zwar im Nebenraum sitzen (Türen sind offen), will aber trotzdem, dass ich immer und überall hin mitkomme und versichert sich, oft, ob ich noch da bin. Für mich ist klar, dass die Situation, in der man sie weinen ließ wohl alles verbockt hat. Es wird aber alles auf unsere Stillbeziehung geschoben.
Jetzt machten mir auch noch meine Schwiegermutter und meine Schwägerin (auch Erzieherin) ziemliche Vorwürfe. Wir wären ja selbst Schuld, dass es so wäre. Wir hätten J. schon viel früher in die Krippe geben sollen, dann hätte sie es nicht so schwer gehabt. Und ich hätte sie auf jeden Fall vorher abstillen müssen. Was wir jetzt machen würden, wäre Quälerei und Psychoterror. Wir würden die Schuld immer bei den Erziehern suchen, die können auch nicht alles leisten.
Ich bin nun natürlich sehr verwirrt und mache mir Vorwürfe ohne Ende. Hätte ich sie wirklich vorher abstillen sollen oder war ich zu naiv zu glauben, die Erzieherinnen würden sie in Momenten trösten und halten können, in denen sie die Brust zum Trost braucht? Kann man sowas von Erziehern erwarten? Ich denke schon irgendwie oder? Aber das geht, wie so vieles dort, wohl aus Zeitgründen nicht. Was mache ich jetzt am besten? Versuche gerade das Stillen auf Nachmittags zu verlagern, was natürlich noch nicht wirklich klappt oder wäre ganz abstillen wirklich besser?