Wasser und Tee zufüttern?

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arjo
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Re: Wasser und Tee zufüttern?

Beitrag von arjo »

Hallo zusammenIch brauche noch einmal dringend eure Hilfe! wir waren gestern bei der Kinderärztin. Unser Sohn hat in den letzten zwei Monaten nur 270g zugenommen! Alle Gewichtsdaten sind:5.11: 4300 Geburt9.11:4000 Spitalaustritt16.11: 4010 Hebamme4.12: 4300 Arzt18.12: 4680 Hebamme8.1.:5010 Arzt10.3. 5280 ArztDie Ärztin empfiehlt jetzt, nach jedem Stillen einen Schoppen zu geben. Aktuell sind wir gerade dabei, dass Hütchen abzugewöhnen. Seit wir begonnen haben, dieses zu kürzen, Saugt der Junge Viel stärker.Die Stillabstände sind sehr unterschiedlich. Und reichen von 30 Minuten bis ca 3 Stunden am Tag und von 6 bis 2 Stunden in der Nacht. Ich pumpe jeweils am Abend ca 100ml ab, und tagsüber wann immer ich dazu komme. (Leider nicht sehr regelmäßig). Was kann ich noch tun, damit Sohnemann mehr bekommt und ich trotzdem sicher weiterstillen kann???!Ich vermute, dass er auch ein bisschen Mühe hat mit saugen. Könnt ihr mir helfen? ?Lg arjo
jusl
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Re: Wasser und Tee zufüttern?

Beitrag von jusl »

Hallo arjo,

ich melde mich heute abend ausführlich bei Dir.

LG
Julia
jusl
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Re: Wasser und Tee zufüttern?

Beitrag von jusl »

05.11. 4300 Geburt
09.11. 4000 Spitalaustritt
16.11. 4010 Hebamme
04.12. 4300 Arzt
18.12. 4680 Hebamme
08.01. 5010 Arzt
10.03. 5280
Hallo Arjo,

also, aus Deinen Gewichtsdaten lässt sich - unter der Annahme, dass alle Gewichtsdaten korrekt sind (was keineswegs sicher ist!..) - folgendes ableiten:
Die Gewichtsabnahme nach der Geburt war noch im akzeptablen Bereich, aber ein ganzer Monat bis zum Wiedererreichen des Geburtsgewichts ist auffällig lang - dies ist ein möglicher Hinweis auf ein Stillproblem zu werten, was bereits zu diesem Zeitpunkt bestand. Im folgenden Monat lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme im Bereich 150 g; das ist ein leicht unterdurchschnittlicher Wert - für sich nicht dramatisch schlimm oder so, aber im Zusammenhang möglicherweise ebenfalls ein Hinweis auf ein Problem. In den ersten beiden Lebensmonaten insgesamt ergibt sich als durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme ein Wert in Bereich 120 g; der Normalbereich für die ersten beiden Lebensmonate ist 170 bis 330 g. Entsprechend war bereits Anfang Januar klar: Vorsicht, unter Berücksichtigung der Vorgeschichte (Hütchen, ineffektive Trinktechnik, Verdacht auf zeitweilige Hypogalaktie, lange Schlafpausen usw.) liegt hier vermutlich ein Problem vor.
Dieser Verdacht hat sich durch die Gewichtsmessung zwei Monate später bestätigt.

Bei Euch liegt der Verdacht nahe, dass die niedrige Gewichtszunahme - von Anfang an - mit der Hütchenverwendung zusammenhängt. Du bist akutell DABEI, die Hütchen abzugewöhnen - eine zweifellos sinnvoller Ansatz. ;-) Entsprechend sinnfrei ist JETZT die (so gesehen reichlich späte!..) Empfehlung der KiÄ, AB JETZT per Flasche zuzufüttern, denn jetzt, im Gegensatz zu früher, bist Du doch dabei, das Problem ursächlich anzugehen! Mein Vorschlag lautet: Deinen Ansatz jetzt intensiv und kontrolliert weiter verfolgen.

Als erstes sollte unbedingt die letzte Gewichtsmessung bestätigt werden. In der nächsten Zeit sollte das Gewicht dann engmaschig kontrolliert werden, mind. 2 mal pro Woche. Gut wäre, wenn Du eine moderne, elektronische Babywaage daheim hättest (kann man auch in der Apotheke mieten). Wichtig ist dabei außerdem, nach einer guten Methodik zu wiegen. Alle relevanten Infos dazu findest Du in unserer Grundinfo Wiegen, Gedeihen und Gewichtszunahme.

Dann können wir nach einer Verbesserung der Handhabung des Stillens schauen:
* Zügig die Hütchen abgewöhnen (dazu ggf. unterschiedliche Methoden probieren)
* Mindestens 10-12 mal in 24 Stunden stillen
* keine weiteren künstlichen Sauger verwenden (Schnuller, Flasche)

Als weitere Maßnahme kommt der Start mit Beikost in Frage. Für junge Babys ab 4 Monaten mit besonderem Bedarf an Kalorien und Nährstoffen ist sog. hochkalorische Beikost zu empfehlen, mit der auch junge Babys für gewöhnlich schon gut zurechtkommen.

Die Kombi aus Verbesserung der Handhabung des Stillens, engmaschige Gewichtskontrolle und ggf. Beikoststart ist deutlich sinnvoller als die bloße Einführung von zusätzlichen Flaschenmahlzeiten, denn Flaschenfütterung kann bestehende Saugstörungen erheblich verstärken, was die Fortführung der Stillbeziehung unnötig gefährdet.

Helfen Dir diese Hinweise weiter?
Wollen wir es auf die vorgeschlagene Weise eine Zeitlang angehen, und dann sehen wir ja, wie effektiv diese Maßnahmen-Kombi ist?

LG
Julia
arjo
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Re: Wasser und Tee zufüttern?

Beitrag von arjo »

Hallo Julia
Danke für deine ausführliche Antwort. Das macht mir ein bisschen Angst. Denn bei der Ärztin hat es nicht so dramatisch getönt. Was gibt es denn noch für andere Methoden die Hütchen abzugewöhnen als kürzen? Die ersten Tage schienen sehr vielversprechend, jetzt trinkt er zwar noch an der Brust, jedoch nur kurz. Und das ganze saugen und einschlafen und beruhigen an der brust fällt weg. Dafür weint er nachher, bis er den Schoppen bekommt. Hütchen weglassen funktioniert gar nicht, obwohl er im Moment nur noch wenig Plastik im Mund hat. Aber es stimmt schon, saugen tut er schon mit gekürztem Hütchen viel intensiver.
jusl
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Re: Wasser und Tee zufüttern?

Beitrag von jusl »

Hütchen weglassen funktioniert gar nicht, obwohl er im Moment nur noch wenig Plastik im Mund hat. Aber es stimmt schon, saugen tut er schon mit gekürztem Hütchen viel intensiver.
Du kannst weiter runterschneiden, außerdem: immer wieder mal probieren, einfach weg zu ziehen, z.B. während der Mahlzeit irgendwann.
Außerdem: Hütchenmarke wechseln, einfach damit Dein Baby lernt, ein ANDERES Gefühl im Mund zu akzeptieren.
Das macht mir ein bisschen Angst. Denn bei der Ärztin hat es nicht so dramatisch getönt.
Die Maßnahme, die die Ärztin vorgeschlagen hat, ist aber viel "dramatischer" als meine. ;-) "Nach jedem Stillen eine Flasche" - dieser Ratschlag erhöht die Wahrscheinlichkeit für unfreiwilliges, vorzeitiges Abstillen auf ungefähr 99 %. Und die Maßnahme ist deshalb jetzt so gewählt worden, weil erste Zeichen bereits übersehen/verschlafen wurden.
Und das ganze saugen und einschlafen und beruhigen an der brust fällt weg. Dafür weint er nachher, bis er den Schoppen bekommt.
Falls Zufüttern nötig sein sollte, was ggf. die nächsten Daten zeigen werden, sollte dies mit einer stillfreundlichen Methode geschehen anstatt per Flasche. Nimm Dir in Ruhe Zeit herauszufinden, welches die FÜR EUCH passende Zufüttermethode ist.
Wie viel fütterst Du denn derzeit zu?

LG
Julia
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