Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Oje :( Dann jetzt also erstmal Baby ganz ohne schlechtes Gewissen zum Papa - Tragen, Schnuller, was immer hilft. Und dann sortieren wir mal. Einiges klingt ja trotzdem gar nicht schlecht.

Das mit dem Verschlucken scheint deutlich besser zu laufen, richtig?
Berenike hat geschrieben:Jetzt verschluckt sie sich nur dann manchmal, wenn sie sich nach dem Trinken so zurücklehnt und sich räkelt. Ich glaube, sie lässt dann oft noch den letzten Schluck Milch quasi im Mund und der läuft dann irgendwo hin. Durch die Nase liefs leider auch noch mal beim leicht seitlich Stillen. Kann ich sie irgendwie dazu bringen, nach dem Abdocken noch mal zu schlucken?
Das wird sie lernen. Aber vielleicht beruhigt es Dich zu wissen, dass zuviel getrunkene Muttermilch, die wieder raufkommt (oder mal durch die Nase läuft) durchaus positiv ist fürs Baby, da die Milch gut ist für die Schleimhäute und deren Infektabwehr.
Berenike hat geschrieben:Sie war den ganzen Tag ganz ruhig und friedlich, außer wenn sie nicht schnell genug die Brustwarze gefunden hat.
Okay, also Deinem Baby hat der Tag trotz vermutetem Schub überwiegend gefallen :D - das ist ja schonmal nicht schlecht. Wir müssen aber unbedingt schauen, wie wir die Sache für DICH ebenfalls gut hinbekommen.
Berenike hat geschrieben:obwohl sie mind. jede Stunde 1x getrunken hat.
Wie lange hat sie denn pro Stunde getrunken? Und dann jeweils eine oder beide Seiten - oder mal so mal so?
Berenike hat geschrieben:Woran merk ich denn, dass sie noch an die zweite Brust sollte? Mahlzeitenlänge ist kein Problem, ich warte einfach bis sie ab- und auch nicht mehr andockt.
Prima, völlig richtig.
Berenike hat geschrieben:Dann hab ich mich halt wieder eingepackt. Ich dachte halt, da Brüste ja nie ganz leer werden, dass sie bei Hunger halt weitertrinken würde...?
Richtig, die Brüste sind nie ganz leer. ABER der Fettgehalt der Milch ändert sich und das Baby kann dies durch sein Trinkverhalten gezielt steuern. Ich kopier Dir mal was aus einem anderen Thread:
Mit der Milchbildung funktioniert das (vereinfacht gesagt) so:

Die Brust speichert zwischen den Mahlzeiten nur wenige Milliliter Milch, der Hauptanteil der Milch wird während des Stillens gebildet - und zwar jeweils NACH auslösen eines Milchspendereflexes (MSR). Das Baby löst einen MSR aus, trinkt die dann produzierte und von der Brust aktiv nach vorn gedrückte Milch und nuckelt dann solange es mag. Dann löst es durch ein spezielles Saugverhalten gezielt den nächsten MSR aus usw. usf. Mit jedem MSR steigt der Fettgehalt der Milch, so dass die Milch vom anfänglichen "Durstlöscher" über "Suppe" und "Hauptgang" allmählich immer mehr zum kalorienreichen "Sahne-Dessert" wird.
Wenn das Baby keine weiteren MSR mehr auslöst, kann es auch einfach weiter an der Brust nuckeln und so sein Saugbedürfnis stillen, ohne noch viel Milch trinken zu müssen (z.B. beim Einschlafstillen).

Dieser gesamte Ablauf kann bei einem geübten Turbotrinker mit geringem Saugbedürfnis in 3 Minuten vorbei sein und bei einem kleinen Genusstrinker auch mal gern 40-60 Minuten dauern. Viele Babys wechseln das auch munter über den Tag hinweg ab: mal kurze Snacks, mal lange gemütliche Mahlzeiten, mal mehr fettarme Milch zum Durstlöschen, mal ein Mehrgängemenü mit Extra-Nachschlag.
Um den Milchfluss zu steuern, löst das Baby also MSR aus (oder lässt es bleiben) und steuert darüber auch den Fettgehalt. Den Fettgehalt regelt es zudem über den Abstand von der letzten Mahlzeit UND:

darüber, ob es eine oder beide Brüste pro Mahlzeit nimmt. Wenn in der ersten Brust nur noch "Sahne" kommt, das Baby aber noch Durst, keinen Hunger mehr hat, beginnt es eben an der zweiten Brust von vorn mit der wässrigeren Milch. (Im Hochsommer trinken Babys darum z.B. oft und kurz und wechseln viel die Seiten).
Berenike hat geschrieben: Aber manchmal trinkt sie und gegen Ende wird sie dann immer unruhiger statt ruhiger, geht ran und wieder weg, saugt kurz und lässt wieder los usw. Hat sie dann noch Hunger? Ich dachte bis jetzt, dann sitzt ihr irgendwas quer oder ist unbequem, sie muss mal oder ist müde und kann nicht einschlafen.
Wenn das Baby auf der ersten Seite nicht mehr weitertrinken mag, ist es darum sinnvoll, die zweite anzubieten. Wenn es dort dann ruhig weitertrinkt, war das des Rätsels Lösung. Wenn nicht, sucht man weiter (Bäuerchen? Wickeln? Abhalten? Tragen? ... doch weiter stillen?)
Berenike hat geschrieben: Und wie stellen sich dann die Brüste auf "die Nachfrage" ein, wenn ich mal beide und mal nur eine Brust gebe? Dann hab ich doch immer entweder zu viel oder zu wenig? Deswegen schreibt man doch auch auf, wann man welche Seite gestillt hat usw.? Was ist denn das normale: eine oder beide Seiten? Argh!!! Ich bin verwirrt.
Also, ich glaub, ich habe in über drei Jahren Stillzeit nur ein einziges Mal (ein Tag im Frühwochenbett - weil ich Sorge hatte, dass wir nicht auf 8-12 Mahlzeiten kamen) aufgeschrieben, wann ich welche Seite gestillt hatte - dann NIE wieder :wink: .

Das mit der Milchmenge ist eher so eine Sache für den Gesamttagesbedarf. Wann Dein Baby davon wieviel trinkt, regelt es jeden Tag neu und ganz individuell nach Wetter, Wachstum, Laune, Kuschelbedürfnis, ... . Das kann man normalerweise getrost dem Baby überlassen. "Das Normale" gibt es da nicht. Manche Babys trinken fast immer nur eine Seite, andere fast immer zwei, wieder andere wechseln. Es bietet sich an, mit der Brust die Mahlzeit zu beginnen, die sich voller anfühlt. Meistens wird das die sein, die beim letzten Mal gar nicht oder als zweite Seite gestillt wurde. (Wenn es Dir hilft, kannst Du das natürlich aufschreiben. Oder die BH-Seite markieren o.ä.)
Berenike hat geschrieben:Ich weiß auch ehrlich nicht, wie ich das genießen soll. Im Bett kämpfe ich die ganze Zeit mit einer bequemen Position für uns beide, trotz reichlicher Kissen. Wenn wir Bauch auf Bauch liegen beim Stillen wird ihre Nase komplett in meine Brust gedrückt und sie kriegt keine Luft. Wenn sie leicht seitlich wegkippt gegen meinen Arm muss ich den die ganze Zeit "unter Spannung" halten was tierisch in die Schultern zieht.
Wenn es unbequem ist, dann passt es noch nicht. Du solltest in der Lage sein, Dich wirklich in der Haltung zu entspannen. Mitten im Bett liegend, stell ich mir das schwierig vor. Du brauchst etwas zum anlehnen für den Rücken/Nacken und auch Stützung für den Arm. Habt Ihr ein Sofa mit Armlehnen? Oder eine Wandecke am Bett, so dass Du Dich auf Kissen udn Stillkissen lümmeln kannst, die seitlich und nach hinten nicht wegrutschen können? Oder einen Sessel und die Füße auf den Couchtisch, oder eine gemütliche Ecke mit Polstern auf dem Boden, ... .

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Von der für Dich unbequemen Haltung mal abgesehen und sofern Du das sehen konntest: wie hat denn das Andocken für Dein Baby
geklappt?
Hat sich das mit dem "mit spitzen Lippen reinzuzutschen" der BW ein bisschen gebessert durch die neue Haltung?

Hat Dein Baby den Mund schön weit aufgemacht? Die Lippen nach außen gestülpt? Die Zunge auf der unteren Kauleiste liegend (dann kann man sie evtl. im Mundwinkel sehen)

Hatte es mehr von der Brust im Mund gehabt als sonst? Das Kinn fest an Deiner Brust?

Das Näschen sollte eigentlich frei sein, wenn das Babyköpfchen leicht Richtung Nacken liegt. Du schreibst, es sei in Deiner Brust versunken: passierte das auch, wenn Du halb-aufrecht zurückgelehnt saßt oder nur beim Flach-Liegen? Hast Du mal versucht, den Babypo dann etwas mehr in Richtung Deines Schoßes zu ziehen?

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Die Zunge kann Dein Baby aber richtig rausstrecken - über die Kauleiste unten hinaus - und sie ist dann auch nicht herzförmig eingezogen oder so?

LG, blueberry
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Animay
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Animay »

Hallo Berenike,

ich hab mich anfangs auch echt schwer getan mit dem liegend-stillen, fand das immer reichlich unbequem. Dann hab ich aber in einem Ratgeber gelesen, dass Babies erstaunlich gelenkig sind und sich auch mit 9 Monaten noch in die kleine Kule zwischen Kopf und angewinkelten Beinen der Mutter kuscheln können und dass beim Liegen-Stillen gilt: Erst sollte es sich die Mutter gemütlich machen und dann sollte sie sich das Kind dazu legen.

Bei mir läuft das inzwischen so:
- Stillkissen wie ein umgedrehtes L, mein Kopf liegt auf dem kurzen Stück und das lange Stück hab ich hinter dem Rücken
- Ich lege mich auf die Seite und winkel die Beine an, wie in Embryonalhaltung zum Schlafen. Auf dem Kissen liegt nur mein Kopf (nicht die Schulter!) und den Arm auf dem ich liege strecke ich parallel zum Kissen aus
- Erst dann lege ich mir die Maus zurecht und docke sie an. Sie kann auch eigentlich nicht in meiner Brust versinken, weil sie ja "davor" liegt. Oftmals halte ich meine Brust dabei noch etwas im C-Griff fest damit sie nicht aus versehen wieder abdockt, aber ansonsten kann ich dabei immer besser entspannen - so sehr, dass ich nachts teilweise 2 Stunden drüber einschlafe...

Vielleicht einen Versuch wert?

lg
Animay
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Animay,

das klingt in der Tat sehr gemütlich und entspannt :D Eine Position zu finden, in der man nachts (und tags 8) ) im Liegen stillen kann, ist wirklich Gold wert, und die Position, die Du gerade beschreibst, bewährt sich da so oder ähnlich für viele Frauen. (Zumal es auch den Vorteil hat, dass man das Baby nach dem Einschlafstillen so liegen lassen kann, ohne es nochmal "umbetten" zu müssen.) Ich selbst stille im Liegen ganz ähnlich :D .

Der Grund, warum Berenike das Stillen in halb-aufrechter/halb-liegender Position derzeit versucht, ist aber ein anderer: es geht um eine Verbesserung des Andockens und der Stilltechnik ihres Babys.

Dafür soll dem Baby die Gelegenheit gegeben werden, bäuchlings auf Mama liegend von seinen angeborenen Reflexen Gebrauch zu machen, die es ihm ermöglichen, SELBST anzudocken, sich mit den Ärmchen auf der Mutter abzustützen (statt mit ihnen zu rudern und das Andocken zu erschweren), das Kinn in Mamas Brust zu senken und den Mund gaaanz weit aufzumachen, um selbst "asymmetrisch anzudocken" und mit Zunge und nach außen gestülpter Unterlippe viel vom Warzenhof zu erfassen.
In Bauchlage oder halbaufrecht (oder in Seitenlage mit Tendenz zur Bauchlage) kommt ein Baby zudem besser mit einem kräftigen MSR zurecht, weil es "gegen die Schwerkraft trinkt" und es besteht weniger Zug auf der BW, weil die Schwerkraft das Baby "auf Mama zu" und nicht "von Mama weg" zieht.

Beim seitlichen Nebeneinanderliegen sind die Bedingungen anders:
Animay hat geschrieben:Erst dann lege ich mir die Maus zurecht und docke sie an. Sie kann auch eigentlich nicht in meiner Brust versinken, weil sie ja "davor" liegt.
Wenn Mama und Baby gut damit zurecht kommen, ist die von Dir beschriebene Position aber wirklich eine der nützlichsten, die es im Alltag gibt und immer wert, erlernt zu werden 8)

LG, blueberry
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

blueberry hat geschrieben: Wie lange hat sie denn pro Stunde getrunken? Und dann jeweils eine oder beide Seiten - oder mal so mal so?
Zwischen 10 und 20 Minuten, jeweils eine Seite.

So haben wir auch seit dem weitergemacht, nur wieder mit größeren Abständen. Nachts z.B. von 2-3.00 Uhr (beide Seiten) und dann erst wieder um 07.30 Uhr. Dafür danach um 8.30, 10.30 und 12.30. Und jetzt wahrscheinlich gleich wieder ;)
Wenn ich nicht aufschreiben würde, hätte ich doch gar nicht bemerkt, dass wir nur 6-7x pro 24h stillen. Damit ich da nicht wieder reingerate, sollte ich wohl auch besser dabei bleiben. Nur die Seiten lass ich jetzt weg zu notieren. Welche voller ist, merk ich schon ziemlich eindeutig.

Ich teste jetzt den Poäng-Ikeasessel. Richtig bäuchlings klappt nach wie vor nicht so gut, sie hält dann einfach den Kopf nicht hoch, egal in welchem Winkel ich zurückgelehnt bin. Deswegen stillen wir jetzt meistens in seitlicher Bauchlage, sie liegt also quer auf mir drauf, Bauch an Bauch.

Zum Andocken: "wie zum Gähnen" so weit macht sie den Mund nie auf. Nur eben zum Gähnen ;) Wenn ich zu lange auf einen "geöffneten Moment" warte um sie ranzuziehen, wird sie wütend. Sie macht den Mund also so ein bisschen auf, saugt und fasst dann manchmal noch mal nach. Dann hat sie die Unterlippe so umgelegt wie das sein soll. Sollte das bei der Oberlippe auch so aussehen? Die Zunge scheint mir auch korrekt, Zungenbändchen auch.
blueberry hat geschrieben:Das Näschen sollte eigentlich frei sein, wenn das Babyköpfchen leicht Richtung Nacken liegt. Du schreibst, es sei in Deiner Brust versunken: passierte das auch, wenn Du halb-aufrecht zurückgelehnt saßt oder nur beim Flach-Liegen?
Nur beim halb-aufrecht, selbst ganz flach liegend hab ich noch nicht probiert.
blueberry hat geschrieben:Hast Du mal versucht, den Babypo dann etwas mehr in Richtung Deines Schoßes zu ziehen?
Dann lässt sie immer los und der Kopf sinkt auf meine Rippen (auch wenn ich nur ganz wenig ziehe!!) Ein mal hat sie sich auch direkt unter der Brustwarze an den Warzenhof gesaugt und das war auch ziemlich schmerzhaft.

Soll ich beim nächsten Versuch mal ein Foto machen?!

Dem Kind gehts übrigens bestens, hatte heute 4600 Gramm. Meine Hebamme hat mir jetzt ein Zinnhütchen dagelassen und ich soll mehr Calcium zu mir nehmen. Vielleicht hilft das ja weiter...
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Erstmal kurz zwischendurch zu den wunden Brustwarzen: Ja, Zinnhütchen kannst Du versuchen - schön, dass Deine Hebamme welche hat :)

Sind die BW denn sichtbar wund oder fühlen sie sich ohne sichtbare "Schäden" schmerzhaft an? Ist es beim Andocken am schlimmsten und lässt dann nach oder ist es während des Stillens die ganze Zeit gleich? Oder tut es nach dem Stillen immernoch weh?

Ich lass Dir mal noch nen Link zu Maßnahmen bei wunden BW da - vielleicht ist ja was dabei, was hilft. Am wichtigsten ist natürlich Ursachenbekämpfung (sprich: möglichst korrektes Anlegen) - da arbeiten wir ja dran.

LG, blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

So wie auf den Fotos im Link sehen sie definitiv nicht aus. Sie sind aber gerötet, sie "leuchten" halt so, Wunden kann ich keine erkennen.

Konkret tut es weh
* wenn sich die Stilleinlagen ein bisschen verschieben, also bei Berührung von außen;
* beim Ansaugen, das lässt aber schnell nach - sie macht diese ersten drei vier Schmatzer halt sehr heftig, wie ich finde (obwohl sie ja jetzt schon viel öfter trinkt!);
* während des Stillens tut es nur ab und zu weh, als würde sie dann kurz irgendwas anders machen, vielleicht die Kiefer mehr zusammendrücken?;
* wenn sie "noch mal Schwung holt" und mit dem Kopf nach hinten geht, während sie die Brustwarze noch im Mund hat, auch wenn sie nicht sehr weit zurückgeht
* rechts tut es gerade bei fast jedem Saugen weh, aber das liegt daran, dass sich da grade eine Warze verabschiedet hat (hab ich hier schon mal kurz geschrieben: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=179240 ) und die Haut drunter noch serh empfindlich ist - das sollte sich aber bald wieder geben
* beim MSR, insbesondere wenn er außerhalb der Mahlzeiten auftritt - dann kann ich kaum verheimlichen, was da grad passiert
* wenn sie nuckelt tut es fast gar nicht weh, ist beinahe sogar angenehm

Mit dem Zinnhütchen fühl ich mich wie Xena: http://www.xenacentral.net/wp-content/u ... 022-Ar.jpg
:D

Außerdem übe ich noch, wie ich bei Bauchlagenstillen (so nenn ich das jetzt mal) noch eine Hand zwischen Kind und mich bringen kann um das asymmetrische Anlegen noch mal auszuprobieren. War bis jetzt aber wenig erfolgreich.

Achso: ich hab noch mal versucht, sie zurückgelehnt auf meinen Bauch zu legen und dann suchen zu lassen wie in dem Video, (nachdem sie schon ein bisschen getrunken hatte und von selbst losgelassen hat) aber das macht sie einfach nur wütend, das geht wirklich kaum. Sie sucht dann ganz kurz und und fängt dann gleich das quengeln an. Bisschen ungeduldig, die Dame :wink: Oder sie ist halt einfach die Seitenlage schon zu sehr gewöhnt, kann das sein? Und sie sucht halt immer mit den Kopf nach "unten", gräb sich auch gerne in die Kuhle zwischen meinem Ellenbogen und der Brust, wenn wir in Seitenlage stillen. Sie da wieder rauszufischen ist oft gar nicht so einfach...

Sie macht übrigens insgesamt schon wieder einen zufriedeneren Eindruck. Wenn hier ein Schub beteiligt war, könnte der langsam überwunden sein *klopf auf Holz*.
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Animay »

blueberry hat geschrieben:Liebe Animay,

[...]
Der Grund, warum Berenike das Stillen in halb-aufrechter/halb-liegender Position derzeit versucht, ist aber ein anderer: es geht um eine Verbesserung des Andockens und der Stilltechnik ihres Babys.
[...]
Wenn Mama und Baby gut damit zurecht kommen, ist die von Dir beschriebene Position aber wirklich eine der nützlichsten, die es im Alltag gibt und immer wert, erlernt zu werden 8)

LG, blueberry
Hallo Blueberry,

das tut mir Leid, ich hab den Thread scheinbar nur ungenau gelesen und hatte nur abgespeichert, dass Berenike das Stillen im Liegen so ungemütlich findet! :oops: Vielen Dank für Deine liebe Aufklärung! Und Dir, liebe Berenike, viel Erfolg und alles Liebe, Ihr macht das super!

lg
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

@ Animay: kein Problem :wink:

------------
Liebe Berenike,

bitte, entschuldige, ich wollte Dir gestern Abend noch schreiben, bin aber beim Einschlafstillen selbst eingeschlafen :oops: . Tagsüber kann ich mit Baby meist schlecht schreiben. Ich schau mal, wie weit ich pezziballhüpfend komme, während die Kleine noch im Tuch schläft :wink: :

Berenike hat geschrieben:Wenn ich nicht aufschreiben würde, hätte ich doch gar nicht bemerkt, dass wir nur 6-7x pro 24h stillen. Damit ich da nicht wieder reingerate, sollte ich wohl auch besser dabei bleiben. Nur die Seiten lass ich jetzt weg zu notieren. Welche voller ist, merk ich schon ziemlich eindeutig.
Klar, in besonderen Situationen ist Aufschreiben (oder eine Strichliste), sinnvoll - wie bei Dir jetzt! Machst Du genau richtig :) ! Dein Satz klang für mich nur so, als ob "man" üblicherweise immer eine Art "Stillprotokoll" führen müsste, einfach weil "man" das eben so macht als stillende Mutter. Dem wollte ich widersprechen :wink: . Wenn dann erstmal alle läuft, kannst Du Stift, Zettel und Uhr aus deinem Stillalltag getrost verbannen und Dich einfach nach Deinem Baby und Deinen Brüsten richten 8)
Berenike hat geschrieben:Achso: ich hab noch mal versucht, sie zurückgelehnt auf meinen Bauch zu legen und dann suchen zu lassen wie in dem Video, (nachdem sie schon ein bisschen getrunken hatte und von selbst losgelassen hat) aber das macht sie einfach nur wütend, das geht wirklich kaum. Sie sucht dann ganz kurz und und fängt dann gleich das quengeln an. Bisschen ungeduldig, die Dame :wink: Oder sie ist halt einfach die Seitenlage schon zu sehr gewöhnt, kann das sein?
Möglich - nach einigen Wochen bis Monaten verlieren sich diese Fähigkeiten beim Baby. Vielleicht stimmten auch irgendwelche Rahmenbedingungen nicht und sie war in dem Moment z.B. einfach zu hungrig, um noch auf "Suchen" Lust zu haben. Hatte sie nackte Beinchen auf Deinem nackten Bauch?

Wenn "Baby legt sich selbst an" nicht so ihr Ding sein sollte (kannst es ja in Abständen immer nochmal versuchen, wenn Du Zeit und Muße hast und das Baby ruhig ist), dann also zu "Mama legt Baby an" :wink: :
Berenike hat geschrieben:Außerdem übe ich noch, wie ich bei Bauchlagenstillen (so nenn ich das jetzt mal) noch eine Hand zwischen Kind und mich bringen kann um das asymmetrische Anlegen noch mal auszuprobieren. War bis jetzt aber wenig erfolgreich.
Der Gedanke ist richtig. Die Brust beim Andocken "vorzuformen", kann einem Baby, das seinen Mund nicht gaaanz aufmacht, tatsächlich sehr helfen.

Vorformen heißt: Du fasst die Brust zwischen Daumen und restlichen Fingern ein Stück hinter dem Warzenhof und drückst sie ein bisschen flach, so dass mehr Brust in den Mund passt (Effekt "Sandwich statt Apfel" :wink: ). Vor dem Andocken sollte die Brustwarze auf Babys Näschen/Oberlippe zeigen, so dass von der Unterlippe mehr Warzenhof erfasst wird als von der Oberlippe. (Der Abstand Deiner Finger/Daumen zum Warzenhof ist nötig, damit das Baby den Warzenhof mit erfassen kann).
Berenike hat geschrieben:Zum Andocken: "wie zum Gähnen" so weit macht sie den Mund nie auf. Nur eben zum Gähnen ;) Wenn ich zu lange auf einen "geöffneten Moment" warte um sie ranzuziehen, wird sie wütend. Sie macht den Mund also so ein bisschen auf, saugt und fasst dann manchmal noch mal nach. Dann hat sie die Unterlippe so umgelegt wie das sein soll. Sollte das bei der Oberlippe auch so aussehen? Die Zunge scheint mir auch korrekt, Zungenbändchen auch.
Die Oberlippe sollte eigentlich auch nach außen gestülpt sein, ja (ist aber nicht so entscheidend wie die Unterlippe - die ja sonst der Zunge im Weg wäre). Wegen der Oberlippe das Baby nicht nochmal abdocken (das frustet es nur). Du kannst versuchen, die Oberlippe nach dem Andocken ein bisschen rauszuzupfen mit Deinen Fingern.

Evtl. kannst Du auch beim bereits angedockten (!) Baby sacht ein bisschen aufs Kinn drücken, damit es Mund weiter öffnet und mehr Brust mit der Zunge in den Mund holt.
Berenike hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:Wie lange hat sie denn pro Stunde getrunken? Und dann jeweils eine oder beide Seiten - oder mal so mal so?
Zwischen 10 und 20 Minuten, jeweils eine Seite.

So haben wir auch seit dem weitergemacht, nur wieder mit größeren Abständen. Nachts z.B. von 2-3.00 Uhr (beide Seiten) und dann erst wieder um 07.30 Uhr. Dafür danach um 8.30, 10.30 und 12.30. Und jetzt wahrscheinlich gleich wieder ;)
prima. :D
Berenike hat geschrieben:So wie auf den Fotos im Link sehen sie definitiv nicht aus. Sie sind aber gerötet, sie "leuchten" halt so, Wunden kann ich keine erkennen.

Konkret tut es weh
* wenn [...]
Einiges von dem, was Du beschreibst lässt sich auf Probleme mit der Trinktechnik (daran arbeiten wir ja), Ansaugschmerz (der weggeht mit der Zeit) und ein Ziehen/Stechen beim MSR zurückführen (das auch mit der Zeit schwächer werden wird). Vielleicht haben wir damit schon alle Ursachen im Blick, aber:
sagmal, hat schonmal jemand geschaut, ob es sich vielleicht um Soor im Bereich der Brustwarzen handeln könnte? Hat Dein Baby Soor im Mund oder Windelbereich? Hier findest Du verschiedene Bilder von Soor bei Mutter und Baby.
Berenike hat geschrieben:Sie macht übrigens insgesamt schon wieder einen zufriedeneren Eindruck. Wenn hier ein Schub beteiligt war, könnte der langsam überwunden sein *klopf auf Holz*.
Ich drück die Daumen. :)

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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Hi - ich komm doch eh kaum zum lesen, also: alles okay :-)

Zum Soor: wir haben hier grad das zweite mal Windelsoor, laut Hebamme sollen wir nun mit Mundgel mitbehandeln. Von meinen Brüsten hat sie nix gesagt. Von der Beschreibung her könnte es aber nur Milchgangssoor sein bei mir, denn so wie auf den Fotos sehen meine Brüste zum Glück nicht aus... Das ist doch aber eher selten?

Letzte Nacht war schlimm. Nachdem wir tagsüber ab Mittag gefühlt dauergestillt haben, wurde sie gegen sechs wieder meckerig. An der Brust war nur an- und abdocken. Das zog sich dann so schwankend bis 22.00 Uhr und dann konnte ich sie einschlafstillen - dachte ich... Nachdem ich sie im Schlaf mi Brust im Mund in unser Bett balanciert hatte, lag sie da quer über mich drüber und nuckelte. Als sie dann selbst losgelassen hat, wollte ich sie nur neben mich legen, um selber auch ein bisschen zu schlafen, hab sie dadurch aber aufgeweckt. Also wieder nuckeln lassen (ganz schlimm angedockt, dafür in schlafbarer Position), fast ne Stunde - wurde aber nur unruhiger. Dann sind wir aufgestanden, ich hab versucht, sie richtig anzulegen, oder sie rumzutragen, aber sie hat noch ne Dreiviertel Stunde geschrien, bis Papa ihr den Schnuller gegeben hat. 15 min später war sie eingeschlafen und ich am heulen, weil ich es mit meinen "natürlichen" Mitteln nicht geschafft habe, sie zu beruhigen. Außerdem ist das Brust-anschreien an sich schon ein blödes Gefühl... Ich hab wirklich das Gefühl, dass sie nach so einem ganzen Tag mit mir genug von mir hat :-( Anschließend hat sie über fünf Stunden gepennt, muss also völlig fertig gewesen sein - und ich hab sie so gequält ;-(

Das Anlegen klappt in solchen Situationen überhaupt nicht, aber das ist wohl auch nicht verwunderlich... Wie oft wir insgesamt gestillt haben, kann ich auch nicht mehr nachvollziehen.

Ich fürchte, liebe blueberry, ich weiß gar nicht, wie du mir noch helfen könntest. Ich muss halt irgendwie lernen, ihr Köpfchen an die richtige Stelle zu dirigieren und mit den empfindlichen Brüsten noch ne Weile klarkommen...


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