Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

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Berenike
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Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Lange hab ich überlegt, ob ich hier schreiben soll, denn ich war/bin mir nicht sicher, ob bei uns überhaupt ein Stillproblem vorliegt (im Vergleich mit den anderen Geschichten hier).
"Mein" Problem sind nach wie vor schmerzende Brustwarzen, seit Stillbeginn (vor gut vier Wochen) durchgehend bei jedem Stillen und auch zwischendurch beim Milchspendereflex (nehme ich an, so krampfartige, stechende Schmerzen in beiden Brüsten gleichzeitig). Sie sind aber nicht wund oder entzündet, ich hab keinen Soor oder Milchstau etc. Seit ich aufgehört habe, Lansinoh und MultiMam anzuwenden, sind die Schmerzen auch noch etwas weniger geworden (ich muss nicht mehr vor Schmerzen heulen). Mein Verdacht: ich bekomme das Anlegen einfach nicht richtig hin.
Mein Kind gedeiht prima, die Stillberaterin im Krankenhaus (ICBLB-Dings), alle Kinderschwestern, die drauf geguckt haben und die Hebamme der Nachsorge sind/waren zufrieden damit, wie wir stillen ("gute Brustwarze!", "sieht doch prima aus", "tut halt bissel weh am Anfang", "nach zwei Wochen sollte es gut sein - ach, tut immer noch weh? Hm... Manchmal dauerts auch länger."). Ich kann mir aber nicht vorstellen, mit - wenn auch erträglichen - Schmerzen ein halbes Jahr voll zu stillen, wie ich es eigentlich vor hatte. Zumal ich durch die diverse Lektüre hier und bei stillkinder.de etc. auch den Anspruch habe, schmerzfrei stillen zu können. Das muss doch irgendwie gehen?! Manchmal habe ich mir schon gewünscht, ich hätte nie mit dem Stillen angefangen... :-(
So viel zur Vorgeschichte, jetzt kommen die Fakten:

* Kind wurde nie zugefüttert.

* Stillalltag:
- in den letzten beiden Wochen stillen wir ca. 6-7 x pro 24h, Abstände variieren zwischen 2 und 6 Stunden, Dauer meist 10 Minuten pro Seite.
- Ich gebe fast jedes Mal beide Seiten, es sei denn, das Kind schläft fest ein nach einer Brust (kommt so alle 3, 4 Tage mal vor). Wenn ich sonst versuche, ihr nur eine Brust zu geben, bekomme ich sie nicht beruhigt, bevor sie auch die zweite getrunken hat. Sie dockt dann bei der ersten immer wieder an und ab und schreit. Mir scheint es so, als käme sie mit der dann sehr weichen Brust nicht klar. Sie saugt dann 2-3x mal, schluckt aber nicht.
- Ich stille so lange, bis sie von selbst loslässt und auch nicht wieder dran geht; zwischendurch nehme ich sie hoch um etwas "Luft abzulassen", da sie sich fast jedes Mal verschluckt; manchmal kommt Milch aus der Nase gelaufen, oder sie muss husten. An der linken Seite läuft während des Trinkens manchmal Milch raus. Richtig spucken muss sie nicht, es läuft aber nach fast jeder Mahlzeit ein bisschen was wieder raus, vor allem wenn wir nach dem Stillen wickeln, was ich schon zu vermeiden suche.
- Ich versuche, sie bei den ersten Hungerzeichen anzulegen, allerdings ist da nicht viel Spielraum zwischen Hungerzeichen und laut losschreien, so dass ich sie oft erst schreiend anlegen kann (blöde Still-BH-Verschlüsse...).
- Ich hab mir die asymmetrische Anlegetechnik angeschaut, aber ich kriegs auch nach mehreren Versuchen nicht hin. Am Ende sitze ich immer wie ein Korkenzieher verdreht und gekrümmt über meinem Baby, um irgendwie mehr Warzenhof in den Mund des Kindes zu kriegen. Dass ich von Kopf bis Arme verspannt bin, brauch ich da wohl kaum dazu zu schreiben. Ich stille mehr oder weniger in der Wiegehaltung, allerdings sind da immer ihre Fäustchen im Weg - die machen mich manchmal schon leicht aggressiv :oops: Im Liegen geht nur, wenn ich meinen Rücken massiv durchdrücke und am besten noch den unteren Arm aufgestützt habe und sie mit dem anderen Arm an mich ran drücke. Bequem ist anders... Rückengriff geht auch nur kurz, weil ich das Kind nicht gut um mich herumgewickelt bekomme...
- Ich hab tendenziell eher viel Milch. Es spritzt zwar nicht, aber läuft raus, wenn wir anfangen zu stillen und auch die gegenüberliegende Brust läuft aus, so dass wir nach 1x Stillen uns eigentlich beide umziehen müssten (das ist auch was, was tierisch an meinen Nerven zehrt, auch wenn es total albern ist - dass ich ständig irgendwo feucht und fleckig bin). Im Grunde trifft fast alles hier von auf uns zu:
http://www.stillkinder.de/zunehmen-vers ... verziehen/
Nur leider hilft "nur eine Seite anbieten" nicht, weil ich sie danach eben nicht beruhigt kriege.
- Spaß macht mir das Stillen insgesamt leider gar nicht :?

* Wir haben bestimmt 8 Pipi-Windeln am Tag, Stuhlgang kam die letzten zwei Nächte nur beim Wickeln und dann explosionsartig in mehreren Schüben (sie hat die gegenüberliegende, zum Glück geflieste Wand getroffen..., und ein mal mich), war aber nie grün, nur immer sehr flüssig und quietschgelb mit weißen Bröckchen, also "nach Vorschrift". Davor war auch mal 2-3x am Tag Stuhlgang in der Windel.

* Stillbeginn: Ich hab noch im Kreißsaal angelegt, dann im Krankenhaus alle 2-3 Stunden, alles friedlich, bis auf die schmerzenden Brustwarzen. Milcheinschuss kam dann in der ersten Nacht zu Hause und war die Pest, hab ich aber mit ausstreichen und wärmen-stillen-kühlen ganz gut in den Griff gekriegt.

* Das Kind kennt außer meiner Brust unsere kleinen Finger, die wir in den ersten zwei-drei Wochen zur Beruhigung eingesetzt haben, weil ich sie einfach nicht mehr an der Brust nuckeln lassen konnte (und laut Hebamme auch nicht sollte, wegen der Schmerzen). Da wir dann unsere Finger wieder brauchten haben wir einen Soothie angewöhnt, nach dem wir einige andere Schnuller erfolglos ausprobiert hatten. Den nimmt sie jetzt ganz gut. Das Stillen hat sich meiner Meinung nach dadurch nicht verändert. Flasche o.ä. kennt sie nicht.

* In Behandlung sonst sind wir nicht. Kind ist laut U3 kerngesund. Hat nur bissel zu viel Luft im Bauch. Empfehlung des (ansonsten kompetent wirkenden) Kinderarztes: größere Stillabstände etablieren, am besten nachts. Blabla. Und mehr aufs Bäuerchen achten (was ich seit dem auch mit mittelmäßigem Erfolg tue).

* Ich nehme Eisen, ansonsten nimmt keiner von uns Medikamente oder hat Erkrankungen.

- auch wenn ich mir darum keine Sorgen mache, hier die Gewichtsdaten:

18.01. 3105 g Geburt KH
20.01. 2990 g U2 KH
14.02. 4150 g U3 KiA

Dazwischen die Daten hab ich leider nicht - aber wir sind mit der Hebamme in Woche 2 mal auf 300 Gramm Gewichtszunahme gekommen.

Was ich mir wünsche/erhoffe: dass mir jemand sagt, dass es so nicht noch 5 Monate weitergehen wird bzw. noch irgendwas, was ich ausprobieren könnte. Oder hat vielleicht jemand Stillfotos von Frauen mit kleinen Brüsten? Damit ich sehe, wie man das machen muss ohne sich komplett zu verrenken. Die Textanleitungen scheint mein Gehirn zur Zeit nicht korrekt verarbeiten zu können... Ich würde so gerne *gerne* stillen. Danke!
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
Oskaya
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Oskaya »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby!

Du beschreibst ziemlich genau meinen Stillstart bei meinem ersten Kind. Das tat so weh, dass ich schon immer Angst vor der nächsten Mahlzeit hatte und mich gefragt habe, wielange ich das noch aushalten kann. Meine Hebamme war ähnlich hilfreich wie deine, außer der Kommentar" ja, da klappen sich einem manchmal die Fußnägel hoch" hat sich nichts weitere beigetragen. Ich kann dir soviel sagen: es ging tatsächlich nach 5-6 Wochen weg und im Nachhinein bin ich so froh, nicht abgestillt zu haben. Mit meinem Wissen von heute bin ich mir auch sicher, dass bei uns ein Anlegefehler vorgelegen hat, um den sich leider niemand gescherrt hat.
Das es "halt wehtut" kann ich damit wiederlegen, dass ich jetzt bei meiner Tochter überhaupt keine Schmerzen hatte. Vielleicht suchst du nochmal Rat bei einer Laktationsberaterin. Was dir aber kurzfristig Linderung bringen kann, ist die Einnahme von stillfreundlichen Schmerzmitteln. Ist natürlich keine Dauerlösung.

Ich wünsche euch schnelle Besserung!
Oskaya mit dem Rübling (03/11) und der Kleinen (06/13)
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Danke für deinen Zuspruch, da gehts mir schon mal etwas besser. Meine Frage wäre jetzt noch: hast du irgendwas verändert? Oder hat es dann "einfach so" besser geklappt bzw. nicht mehr weh getan?
Hier vor Ort gibt es leider keine Stillberaterinnen. Oder halt nur solche, wie die im Krankenhaus (die war ja sehr nett und alles, aber eben auch im Nachtdienst...). Das weiß ich so genau, weil eine Bekannte von mir sich sogar zur Stillberaterin ausbilden lassen will, weil sie selbst so viele Probleme und schlechte Beratung hier hatte.
Schmerzmittel - hm, weiß nicht. Helfen die denn bei so einem zeitlich und räumlich eng umgrenzten Schmerz? Ich nehme eigentlich nie Schmerzmittel (hab selten Kopfschmerzen oder sowas) und kenne mich daher nicht aus :?
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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soda
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von soda »

Zum Thema Schmerzen: ich hatte wunde und schmerzende BW. Auch bei mir wurde es besser, je *weniger* Zeug ich da drauf geschmiert habe (???).
Nach sechs-acht Wochen wurden sowohl die Wundheit wie auch die Schmerzen deutlich und irgendwie sehr schnell besser. Ich vermute einen hormonellen Zusammenhang. Denn auch das ständige "in-Tränen-ausbrechen" bei Ansicht des süßen Babys oder Hören von Liebesschnulzen im Radio oder so (vor Glück, ich war GsD nicht niedergeschlagen oder depressiv) ließen zum gleichen Zeitpunkt plötzlich nach.

Zum Thema Schmerzmittel: wäre ich nicht so ängstlich gewesen und hätte ich nicht geglaubt "das schaffen andere auch ohne" dann hätte ich mir viele Tränen erspart und meinem Baby viele hungrige weil wartende Minuten, in denen ich angstvoll und schweißgebadet einfach nur da saß und es nicht über mich gebracht habe, sie anzulegen. Heute kommt mir das richtig bizarr vor.
Später habe ich ein paar Tage lang Ibuprofen nach Packungsbeilage eingenommen und siehe da - es war eine echte Erleichterung. Ich habe die durchgenommen. Also nicht gegen akuten Schmerz (wäre ja auch Unfug) sondern alle so-und-soviel Stunden. Nur auf deinen Magen musst du evtl aufpassen und wirklichwirklich sehr auf eine genügende Trinkmenge bei dir selbst achten. Frag doch mal deine Frauenärztin oder auch Hausärztin danach.

Zum Thema Fuchtelhändchen: ein Spucktuch längs unter den Rücken des Kindes legen und nach vorne um den oberen Arm wickeln und dann quasi wieder hinter dem Arm in ihren Rücken stopfen hat hier geholfen. Mit der Zeit wirst du das nicht mehr brauchen, selbst wenn das Fuchteln nicht nachlässt..... :lol:

Liegend stillen: braucht Übung. Das Stillkissen lege ich nicht mehr um SIE herum, sondern um MICH. Dann kann ich es mir so leicht unter Po und Rücken stopfen. Das entlastet die Muskulatur.

Rückengriff: ich habe das Theraline Stillkissen (das ganz lange). Das habe ich in der Mitte gefaltet und wie eine (dann sehr hohe) Armlehne, also parallel zu meinen Oberschenkeln auf das Sofa gelegt. Auf meinen Schoß dann ein gut formbares Federkissen 50x50 (so ein Ding von Ikea). Mein haltender Arm und Babys Beine ruhten auf dem Stillkissen und der Kopf/ die Schultern vom Baby auf dem andren Kissen. Höhenunterschied muss man halt ausgleichen.
Die andere Hand kann stützen helfen oder wahlweise auch Kekse in Mamas Mund befördern.... 8)

Wenn dein Kind noch etwas älter und 'stabiler' ist, wird das Positionieren bestimmt auch leichter werden!

Alles Gute!
mit T (2013) und T (2017)
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Selina79
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Selina79 »

Hallo, ihc kenne das leider auch nur zu gut, selbst bei meinem 3. Kind hatte ich wieder sehr lange (diesmal 6 Wochen) Schmerzen und wunde Brustwarzen.
Wurde denn das Zungenbändchen schonmal angeschaut? Nimmt sie genug von der Brustwarze in den Mund?
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Selina79 hat geschrieben: Wurde denn das Zungenbändchen schonmal angeschaut?
Nein, nicht direkt (bei U2 und U3 wird ja aber auch in den Mund geguckt), aber sie kann sehr gut "bäääh" machen - die Zunge ist prima :)
Selina79 hat geschrieben: Nimmt sie genug von der Brustwarze in den Mund?
Wenn du mich fragst, bzw. meine Brustwarzen: nein. Sie zutscht die Brustwarze halt gerne mal so rein, mit spitzem Mäulchen. *Dann* hat sie relativ viel Warzenhof mit im Mund. Ich weiß, bzw. vermute ja selbst sehr stark, dass hier der Hase im Pfeffer liegt - aber was ich dagegen noch ausprobieren soll (wie gesagt, das asymmetrische hab ich bis jetzt nicht hinbekommen) - weiß ich (noch) nicht.

Danke @tinababy für die vielen Haltungstips! Das mit dem doppelt gefalteten Stillkissen (ich hab das gleiche) hat mit dir Hebamme auch gezeigt, allerdings hat sie mir nicht verraten, dass man das Kind dann trotzdem auf einem weiteren Kissen vor einem auf dem Schoß bettet (wenn ich das jetzt bei dir richtig verstanden hab). Und ich hab mich dann immer gefragt, wie das Kind da um meinen Körper rum kommen soll, wenns neben mir hübsch parallel aufm Stillkissen liegt. Manchmal ist man auch wirklich zu dämlich :roll:
Mit Stillkissen im Bett (also liegend) wird bei uns schwierig. Wenn außer meinem Mann, dem Kind und mir noch diese Riesenwurst mit im Bett liegt, wirds ganz schön eng, aber das probier ich mal aus. Bin heute eh alleine.
Wenn die Hormone was beitragen solls mir auch recht sein - ich bin auch noch sehr nah am Wasser gebaut, leider nicht immer nur aus Rührung (aber auch).
Ich mach für in Kürze einen Termin bei meiner Frauenärztin, auch wenn ich ja eigentlich noch nicht "dran" bin und dann frage ich sie auf jeden Fall nach Schmerzmitteln, wenns dann nicht eh schon besser ist.
Ansonsten muss das Kind halt jetzt Sportprogramm machen, damit das mit der "Stabilität und Formbarkeit" schneller besser wird :wink: (das ist ironisch!!!)

Danke für eure Unterstützung!
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Carraluma
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Carraluma »

Hallo Berenike,

ich habe meiner Kleinen anfangs auf Anraten meiner Hebamme auch beide Arme gepukt, damit das Anlegen besser klappt und sie mich nicht kratzt. Es hat so besser geklappt, weil die Kleine auch etwas fokussierter war.

Es kommen bestimmt noch mehr Tipps und ich möchte dich auch ermutigen, bis etwa 2 Monate durchzuhalten. Mit der Hormonumstellung nach dem Wochenbett ist es bei mir auch besser geworden.

Viele Grüße,
Carraluma
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Hier mal ein Zwischenstand: ich hab jetzt mit der Umstellung auf eine Brust pro Mahlzeit angefangen, was dem Kind offenbar gar nix ausmacht - nur meinen Brüsten. Interessanterweise weigert sich vor allem die linke mal etwas weniger zu produzieren, so dass ich schon 2x dachte "jetzt wirds ein Milchstau". Der Druck hat sich dann aber doch immer wieder ausstreichen und abtrinken lassen. Ich habe den Eindruck, dass es schon etwas hilft. Auf jeden Fall ist das Kind ruhiger beim Trinken - kein Wunder, wenns ihr nicht mehr so doll in den Rachen schießt...
Die Fuchtelproblematik hab ich folgermaßen lösen können: in der Wiegehaltung "klemme" ich ihr untenliegendes Ärmchen unter meinen Arm, sie ruht dann mit dem Kopf im Ellenbogen. So kann ich sie ganz gut "dirigieren" und sie kann mit dem unteren Arm rumwurschteln so viel sie will. Außerdem kommt sie so auch näher an mich ran. Ich stille jetzt auch eher leicht zurückgelehnt und habe mich vom "gradesitzen"-Dogma verabschiedet.
Leider tut es jetzt an den Brustwarzen wieder stärker weh. Ich vermute mal, dass es zum einen durch den starken Druck "von innen" durch die Überfüllung zwischendurch kommt und zum anderen, wie ihr ja auch schon geschrieben habt, vielleicht was hormonelles ist. Denn 1. kriegt das Kind auf einmal wieder Pickel im Gesicht, obwohl die zwischendurch schon ganz weg waren, und 2. bin ich ein nervliches Wrack seit letzter Nacht und nur am heulen, obwohl die Nacht eigentlich sogar ganz gut war. Vielleicht passiert da also grade was. Außerdem trinkt sie jetzt insgesamt wieder öfter und (das ist jetzt neu) auch mal in Abständen von 30 Minuten. (Ich weiß, Schub und so...)
Ich will ja auch nicht wirklich abstillen (falls das irgendwann so klang), aber manchmal ist der Gedanke, dass dann mein Mann einfach eine Flasche macht und meine Brüste wieder "normal" sind einfach verlockend...
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
Greetje
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Greetje »

Liebe Berenike,

ich habe nun nur deinen Anfangspost gelesen.......

Uns ging es hier exakt genau so wie du es beschreibst,und wir haben eeeeeewig gesucht woran es liegen könnte, bis ..... nach 10 Wochen ich plötzlich keine Schmerzen mehr hatte. Ursache ist bis heute unbekannt.

Und das war bei meinem 3. Kind.
Bei den ersten beiden hatte ich das nicht.

Ich wünsche Dir, dass es sich bei euch auch bald!!! bessert!!!


Alles Gute!
Lausbua (4/09) Lieselöttchen (8/10) Erdebeerbaby (05/13)

Clauwi GK (2/14)
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Hallo Berenike,

Deine Beschreibung erinnert mich sehr an mich selbst beim ersten Baby. Auch ich war im Vorfeld gut informiert und wusste, dass Stillen "richtig gemacht" angenehm ist und nicht schmerzt. Und dann kam mein Baby (mit KISS-bedingt suboptimaler Trinktechnik und großen Problemen, eine komfortable Stillposition zu finden) und obwohl meine BW nie objektiv betrachtet "wund" waren, waren sie immer gerötet und überempfindlich - Duschen :shock: , Abtrocknen :shock: :shock: , fuchtelnde Händchen mit Babyfingernägelchen :shock: :shock: :shock: ... Dazu ein recht ausgeprägter Ansaugschmerz, auf den ich nicht vorbereitet war - und auch nicht wusste, dass der nach einigen Wochen verschwindet. Ich war sooo enttäuscht und frustiert und hatte es mir sooo anders vorgestellt :( . (Und dabei hatte ich doch zwei Jahre stillen wollen. Mindestens.) ... Um den Erfahrungsbericht abzukürzen: bei mir besserten sich die Schmerzen quasi über Nacht nach sechs bis sieben Wochen. (Und beim zweiten Kind hatte ich von Anfang an keine :o :D )


Als ich Dein Posting las (und weil Du die Website selbst auch schon kennst), dachte ich an diese Seite:
Intuitiv Stillen.

Die dort beschriebene Stillposition und -herangehensweise hat viele Vorteile: Das Baby macht mit seinen Ärmchen das, was es seinen Reflexen zufolge soll - nämlich sich abstützen und vorwärtsbewegen - statt nach Halt suchend damit rumzufuchteln. Außerdem liegt es näher an Dir dran und macht beim Anlegen automatisch und von selbst das, was man mit der asymmetrischen Anlegetechnik "künstlich" zu erzeugen sucht. Außerdem ist ein bäuchlings liegendes Baby besser in der Lage mit einem heftigen MSR umzugehen als in Seiten- oder gar Rückenlage.

Du schreibst, dass Dein Baby oft schon weint, bevor Du es schaffst, es anzulegen. Das ist in der Tat ungünstig, da ein weinendes Baby schwierig korrekt anzulegen ist.
Berenike hat geschrieben:- in den letzten beiden Wochen stillen wir ca. 6-7 x pro 24h, Abstände variieren zwischen 2 und 6 Stunden
Normalerweise trinken Babys 8-12 x in 24 h. Da seltenes Anlegen zu besonders heftigem Saugen führen kann (was den BW nicht so gut bekommt), möchte ich Dich ermutigen, häufiger mal von Dir aus anzubieten, bevor Dein Baby sich meldet. Tagsüber z.B. zwei Stunden nach dem Beginn der letzten Mahlzeit.

Und bitte nicht vergessen: Du bist noch mitten im Wochenbett :wink: ! Viel nackt Kuscheln, Bauch an Bauch (Baby nur mit Windeln bekleidet, Du mit nacktem Oberkörper/komplett aufknöpfbarem Oberteil) ist für Dein Baby und Dich ideal - und: es kann selbst auf die Suche gehen, sobald es stillen möchte, und ist schnell am Ziel :D . Weil Du von Auslaufen sprachst, am besten ein Badetuch unter Deinen Rücken und eine Mullwindel für die nichtstillende Seite greifbar.
Auslaufen in den ersten Wochen und Monaten muss übrigens nichts mit "zu viel Milch" zu tun haben. Die kleinen Schließmuskeln brauchen schlicht noch Übung.


Im Wochenbett möchte ich Dir vom Schnuller abraten. Generell sollten einem Schnullereinsatz sechs Wochen problemlosen(!) Stillens vorangegangen sein. Wenn Dein Kind sowieso schon Probleme hat, den Mund weit zu öffnen, ist ein Schnuller (der eine geschlossene Mundstellung bedingt) zusätzlich kontra-produktiv (Stichwort "Saugverwirrung").

Hast Du es zum Beruhigen mal mit nackt-Kuscheln oder mit Tragen versucht? Habt Ihr ein Tuch oder Tragehilfe, mit Du und der Papa gut zurechtkommen? Man kann Tragen auch mit Fingernuckeln kombinieren - Finger ist deutlich besser als Schnuller. (Und "Zeit für anderes" kommt früh genug wieder :wink: )

Ich wünsche Dir ganz baldige Besserung!
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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