Stillstreik seit gut 6 Wochen?

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streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Hallo Julia,

hmm, es ist immer unterschiedlich, aber ich schildere mal die letzten 2 Tage: Am Mittwoch vormittag war eine Freundin zu Besuch und vor dem Besuch (also um 10 vormittag) hat sie gut getrunken. Nach dem Besuch, so um 12, ist noch meine Nichte vorbeigekommen und da hat es zuerst nicht funktioniert. Da habe ich bis ca. 1 gewartet, dann hat die Maus getrunken - und zwar, nachdem ich sie vorher probiert habe anzulegen, sie geschrieen hat und ich sie herumgetragen und beruhigt habe. Der weitere Tagesverlauf war dann ähnlich: Sie machte Hungerzeichen, ich probierte sie anzulegen, sie wollte nicht, ich hab sie herumgetragen - schlussendlich trank sie. Gestern war zu Mittag auch meine Nichte da - da funktionierte es auch nicht - erst als sie weg war. Und am Abend hatten wir Lesekreis - 3 Freundinnen kamen vorbei und wir besprechen da immer ein Buch. Zuerste überlegte ich mir, abzusagen, aber dann sagte ich mir: Schau, ein Baby darf weinen, es darf schreien,auch wenn Besuch da ist. Um mir den Druck zu nehmen, erklärte ich den Freundinnen, dass wir momentan Probleme mit dem Stillen haben, es sein kann, dass ich öfters mit der Kleinen ins Schlafzimmer gehe, es auch sein kann, dass sie schreit. Mein Freund ging mit ihr auf jeden Fall mal ne h spazieren, als er zurückkam, so um 9, stillte ich sie im Halbschlaf und bis halb elf wurde sie - ganz zufrieden - von den Freundinnen getragen. Es war ein total schöner Abend - ganz entspannt. Danach das Stillen war wieder nur mit "Überlisten" möglich - also einschläfern und dann andocken.

Mir ist aufgefallen: Immer, wenn meine Nichte da ist (3x die Woche), bin ich nervös und denke mir schon: Ach Gott, hoffentlich geht das jetzt, bin angespannt etc., weil ich durch sie immer erfahre, was meine Schwester, also ihre Mama, gemacht hat, und was sie dazu sagt: Meine Mama sagt immer, sie hätte schon längst zugefüttert! Meine Mama sagt immer, sie hat bei uns immer das Fläschchen dazugegeben. Na ja, ich möchte vor der Familie v.a. alles "richtig" machen - weil ich mich so fühle, als ob die "erfahrenen" Frauen bzw. Mütter in unserer Familie (Mama, Schwester) alles besser wüssten als ich. Vielleicht will ich ihnen auch was beweisen ...

Also momentan ist es so: Über Umwege - mit Einschläfern bzw. wenn der Hunger arg groß ist mit Herumtragen und 2-3x probieren anlegen - trinkt die Kleine. In der Nacht auch - da war es vor 2 Tagen noch anders, da wollte sie in der Nacht fast nichts trinken. Ich muss auch zugeben, dass ich bei jedem Anlegen mittlerweile davon ausgehe, dass es erstmal nicht klappen wird. Mir kommt aber vor, dass ich schon viel entspannter bin als z.B. letzte Woche. Gewichtsmäßig passt nämlich alles! Und Windeln hat sie auch genug! Morgen kommt mein Bruder mit seiner Freundin und Mama - auf das freue ich mich schon. Ich werde es wieder so machen, dass ich sie "vorwarne", damti der Druck von mir geht, und dann lasse ich es auf mich zukommen. Ich weiß, ich denke zu viel über die Sache nach und bin insgesamt zu unentspannt - aber ich weiß nicht, wie ich da rauskomme!

Das ist jetzt ein wenig länger geworden - sorry!

LG,
streckfus
jusl
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von jusl »

hmm, es ist immer unterschiedlich, aber ich schildere mal die letzten 2 Tage: Am Mittwoch vormittag war eine Freundin zu Besuch und vor dem Besuch (also um 10 vormittag) hat sie gut getrunken. Nach dem Besuch, so um 12, ist noch meine Nichte vorbeigekommen und da hat es zuerst nicht funktioniert. Da habe ich bis ca. 1 gewartet, dann hat die Maus getrunken - und zwar, nachdem ich sie vorher probiert habe anzulegen, sie geschrieen hat und ich sie herumgetragen und beruhigt habe. Der weitere Tagesverlauf war dann ähnlich: Sie machte Hungerzeichen, ich probierte sie anzulegen, sie wollte nicht, ich hab sie herumgetragen - schlussendlich trank sie. Gestern war zu Mittag auch meine Nichte da - da funktionierte es auch nicht - erst als sie weg war. Und am Abend hatten wir Lesekreis - 3 Freundinnen kamen vorbei und wir besprechen da immer ein Buch. Zuerste überlegte ich mir, abzusagen, aber dann sagte ich mir: Schau, ein Baby darf weinen, es darf schreien,auch wenn Besuch da ist. Um mir den Druck zu nehmen, erklärte ich den Freundinnen, dass wir momentan Probleme mit dem Stillen haben, es sein kann, dass ich öfters mit der Kleinen ins Schlafzimmer gehe, es auch sein kann, dass sie schreit. Mein Freund ging mit ihr auf jeden Fall mal ne h spazieren, als er zurückkam, so um 9, stillte ich sie im Halbschlaf und bis halb elf wurde sie - ganz zufrieden - von den Freundinnen getragen. Es war ein total schöner Abend - ganz entspannt.
OK, vielen Dank für Deine gute Beschreibung. Das ist sicher insgesamt anstrengend, aber es ist kein "klassischer" Stillstreik.
Mir ist aufgefallen: Immer, wenn meine Nichte da ist (3x die Woche), bin ich nervös und denke mir schon: Ach Gott, hoffentlich geht das jetzt, bin angespannt etc., weil ich durch sie immer erfahre, was meine Schwester, also ihre Mama, gemacht hat, und was sie dazu sagt: Meine Mama sagt immer, sie hätte schon längst zugefüttert! Meine Mama sagt immer, sie hat bei uns immer das Fläschchen dazugegeben. Na ja, ich möchte vor der Familie v.a. alles "richtig" machen - weil ich mich so fühle, als ob die "erfahrenen" Frauen bzw. Mütter in unserer Familie (Mama, Schwester) alles besser wüssten als ich. Vielleicht will ich ihnen auch was beweisen ...
Verstehe ich gut. Das ist wirklich keine leichte Situation!..
Also momentan ist es so: Über Umwege - mit Einschläfern bzw. wenn der Hunger arg groß ist mit Herumtragen und 2-3x probieren anlegen - trinkt die Kleine. In der Nacht auch - da war es vor 2 Tagen noch anders, da wollte sie in der Nacht fast nichts trinken.
Gut, dann geht diese Entwicklung immerhin in die richtige Richtung. Ein Grund zur Zuversicht. :D
Ich muss auch zugeben, dass ich bei jedem Anlegen mittlerweile davon ausgehe, dass es erstmal nicht klappen wird. Mir kommt aber vor, dass ich schon viel entspannter bin als z.B. letzte Woche.
Prima!
Gewichtsmäßig passt nämlich alles! Und Windeln hat sie auch genug! Morgen kommt mein Bruder mit seiner Freundin und Mama - auf das freue ich mich schon
Sehr gut, macht Euch einen richtig schönen Tag! Und Gewicht und Ausscheidungen sind in der Tat bedeutsam - wenn da alles OK ist, sollte Dich das noch mal entlasten.
Ich werde es wieder so machen, dass ich sie "vorwarne", damti der Druck von mir geht, und dann lasse ich es auf mich zukommen. Ich weiß, ich denke zu viel über die Sache nach und bin insgesamt zu unentspannt - aber ich weiß nicht, wie ich da rauskomme!
Ich finde im Gegenteil, dass Du doch schon genau den richtigen Riecher hast: Druck wegnehmen, liebe Leute treffen, nervige Leute auf später vertrösten. Dein Baby nimmt gut zu. Weil das Stillen manchmal nicht ganz einfach ist, machst Du Dir "trotzdem" Sorgen. Das ist völlig verständlich und völlig OK!
Es gibt keinen Geheimtrick in Sachen entspannter werden. Aber Du kannst Dich von lieben Leuten unterstützen lassen, die Fakten vernünftig betrachten, und zuversichtlich bleiben, dass es weiterhin wieder besser wird.
Magst Du uns auf dem Laufenden halten, wie es Dir geht?

LG
Julia
streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Liebe Julia,

danke für deine tröstenden Worte! Ja, ich halte euch auf dem Laufenden!

LG,
streckfus
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Hasenmama
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von Hasenmama »

Möchte dir auch Mut machen! Der Hase hatte in dem Alter auch eine ganz schwierige Phase. Ich konnte nur im liegen im dunklen stillen und selbst das hat tagsüber ziemlich schlecht geklappt.
War nach einigen Wochen einfach vorbei!
Halte durch, es ist so schön, wenn's wieder klappt!

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Gruß von der Hasenmama
mit dem kleinen Hasen (07/13)
streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Vielen Dank, Hasenmama und an alle anderen! Hoffe, es ist bald vorbei!
streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Hallöchen zusammen,

heute wars bis jetzt wieder sehr mühsam. Hab ja Besuch da und ich war nervös - deshalb hat es auch ein ordentliches Schreikonzert gegeben, als ich die Maus anlegen wollte. Ich habe dann gesagt, so, jetzt machen wir das FLäschchen - es war auch schon fertig, da schläft sie in meinen Armen ein und dann konnte ich sie stillen. Danach war sie satt und zufrieden und ließ sich von Bruder und Schwägerin tragen!
Waren grad spazieren, sie schläft jetzt - bin gespannt, wie der nächste Durchgang wird ... :-)
streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Ah, und jetzt ist mir wieder eingefallen, was ich fragen wollte: DIe kleine Maus verschluckt sich beim Trinken oft, löst sich dann und hechelt nach Luft - kann es sein, dass der MSR zu stark ist? Ihr rinnt oft dann auch Milch übers Kinn, die sie nicht geschluckt hat. In der Nacht läuft immer Milch aus, am Tag nicht, auch wenn sie mal 5-6 h nichts trinkt.
chipmunk
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von chipmunk »

Hallo!
Für mich klingt das schon so, als ob deine Kleine etwas Probleme mit dem Milchfluss haben könnte.
Bei uns war das auch mit ein Grund für Protest und Gemecker beim Trinken. Ich weiss noch nicht wie verlinken geht, aber in der Linksammlung Stillwissen gibt es ein paar Tips, die du ausprobieren könntest (unter "Unruhe an der Brust"). Bei uns hat Trinken im Halbschlaf, im Liegen und in halb zurückgelehnter Position diesbezüglich ganz gut funktioniert, und mittlerweile scheint mein Kleiner generell besser damit klarzukommen.
mit zwei Jungs (8/2013 und 6/2020)
streckfus
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von streckfus »

Ja, Chipmunk, das könnte sein. Sie trinkt lieber auch an der linken Seite, obwohl da weniger Milch ist - das könnte sein, oder? Ich habe heute die Maus sitzend auf dem Oberschenkel gestillt. Hat gut funktioniert am Abend. Vorher hat sie Radau gemacht - es war aber auch so, dass sie seit vier Tagen keinen Stuhl mehr hatte und der heute rauskam ...
chipmunk
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Re: Stillstreik seit gut 6 Wochen?

Beitrag von chipmunk »

Mhm, ich bin da keine Expertin, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass die MSR auf den beiden Seiten unterschiedlich sein können, und deine Kleine dann eventuell die mit dem schwächeren bevorzugt. Meiner hat sich vor allem immer aufgeregt, wenn die Brust sehr voll war (weil morgens, oder lange nicht an der Seite getrunken oder so). Da hat dann vorher ausstreichen auch etwas geholfen.

Super das das mit dem sitzend trinken gleich geklappt hat!

Das hat bei uns eine ganze Weile gebraucht. Aber als es dann ging, hat auf einmal auch das Stillen im Tragetuch und im Sling geklappt- hast du das schon mal probiert? Bei uns hat Bewegung beim Stillen auch noch viel mehr Ruhe gebracht, und seitdem können wir echt fast überall stillen.
mit zwei Jungs (8/2013 und 6/2020)
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