Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Kufi
Herzlich Willkommen
Beiträge: 5
Registriert: 14.01.2014, 12:47

Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von Kufi »

Hallo Ihr Lieben,

bislang war ich immer stille und begeisterte Mitleserin, aber nun habe ich aus akutem Anlass auch eine Frage:

Meine Tochter (12 Monate) und ich sind beide krank, sie hat fast 40 Grad Fieber und auch bei mir steigt es langsam an.

Meiner Tochter habe ich nun zusätzlich zu Hausmitteln Paracetamolzäpfchen gegeben, bei dieser Temperatur möchte ich mich nicht auf Wadenwickel etc. verlassen.

Was ist nun, wenn ich auch fiebersenkende Medis nehmen muss? Paracetamol geht ja in die Mumi über und ich möchte nicht, dass meine Tochter eine zu hohe Dosis erhält.

Blöderweise bin ich noch bis morgen allein zu Hause. Mir ist klar, dass der erste Ansprechpartner ein Arzt sein sollte, aber wenn es schief läuft, dann richtig: Kinderarzt hat Urlaub, die Vertretung gibt mir erst für morgen einen Termin, die Frauenärztin sagt lapidar abstillen, Hebi ruft nicht zurück.

Letzte Option wäre nur noch Notaufnahme und das würde ich gerne verhindern.

Meine Tochter ist soweit auch ganz fit, sie springt durch die Gegend und lacht. Aufgrund des Fiebers bin ich also nicht wirklich besorgt, sie fiebert immer sehr schnell sehr hoch und dann ist sie auch schnell wieder fit, genau wie ich. Bislang hat es uns nur noch nie zeitgleich erwischt.

Also, was tun? Habt Ihr Tipps?

Liebe Grüße
Kufi mit Supertochter
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier.
Was ist nun, wenn ich auch fiebersenkende Medis nehmen muss? Paracetamol geht ja in die Mumi über und ich möchte nicht, dass meine Tochter eine zu hohe Dosis erhält.
Die Annahme, über die mütterlich Einnahme das Kind quasi versehentlich mit zu therapieren, ist falsch. Nach mütterlicher Einnahme von Paracetamol kann der Wirkstoff zwar in der Muttermilch nachgewiesen werden, aber therapeutisch wirksame Dosen werden so NICHT erreicht, nicht mal bei Spitzenkonzentrationen. Ich zitiere dazu aus der "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann, Vetter, 7. Auflage 2006:

"Die Halbwertszeit von Paracetamol ist in Plasma und Muttermilch mit 2,6 Stunden etwa gleich. Nach einer Dosis von 650 mg wurden nach 1-2 Stunden Spitzenkonzentrationen in der Muttermilch von 15 mg/l gemessen. Ein Säugling kann demnach im Höchstfall pro Stillmahlzeit 0,45 mg/kg erhalten. Das sind etwa 4% einer gewichtsbezogenen therapeutischen Einzeldosis im Säuglingsalter. Der M/P Quotient liegt bei 1 (Übersicht Briggs 2005). Außer einer Kasuistik über ein reproduzierbares makulopapulöses Exanthem nach 1 g Paracetamol sind keine unerwünschten Wirkungen nach Stillen beschrieben worden (Übersicht Briggs 2005, Bar Oz 2003, American Academy of Pediatrics 2001, Bennett 1996). Bei 43 Kindern, deren Mütter mit Paracetamol therapiert wurden, waren keine Nebenwirkungen nachweisbar (Ito 1993). Da Metabolisierung und renale Exkretion beim Neugeborenen nicht voll entwickelt sind, ist eine Anreicherung bei Langzeitbehandlung nicht auszuschließen (Notarianni 1987).

Empfehlungen für die Stillzeit: Paracetamol gehört mit Ibuprofen zu den Analgetika der Wahl für die Stillzeit."


Deshalb: Dein Kind kann die ärztlich empfohlene Dosis bekommen, unabhängig davon, ob Du es ebenfalls einnimmst oder nicht.

LG und gute Besserung
Julia
Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von Kloentje »

Ich kann nicht viel beitragen, hätte aber eine Idee: wie wäre es, wenn du der Kleinen Ibuprofen gibst und selbst Paracetamol (oder umgekehrt) nimmst? Dann dürfte es aus Laiensicht nicht zu einer Überdosierung kommen.

Gute Besserung Euch Beiden!
Kloentje
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
Kufi
Herzlich Willkommen
Beiträge: 5
Registriert: 14.01.2014, 12:47

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von Kufi »

Hallo Julia,

danke, danke, danke! Du bist meine Rettung!

Dann nehm ich jetzt etwas gegen das Fieber und hoffe, dass meine Tochter mal etwas zur Ruhe kommt und nicht mehr johlend das Sofa rauf- und runterklettert. Gemeinsam mit Ihr drauf liegen wäre doch viel schöner.... :D

Liebe Grüße
Kufi
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von jusl »

Kloentje hat geschrieben:Ich kann nicht viel beitragen, hätte aber eine Idee: wie wäre es, wenn du der Kleinen Ibuprofen gibst und selbst Paracetamol (oder umgekehrt) nimmst? Dann dürfte es aus Laiensicht nicht zu einer Überdosierung kommen.

Gute Besserung Euch Beiden!
Kloentje
Naja, dann gäbe es eben den "Cocktail" - was ist daran besser??..

Also, ums nochmal klar zu sagen: Zu einer Überdosierung kommt es SOWIESO NICHT, wenn sich Mutter und Stillkind an ihre jeweiligen Tageshöchstdosen halten. (Und Ibuprofen sollte kleinen Kindern nur nach ärztlichem Rat verabreicht werden).

LG
Julia
vivi
alter SuT-Hase
Beiträge: 2092
Registriert: 05.05.2007, 19:17

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von vivi »

Bein Kindern wird eher Ibuprofen angeraten. Paracetamol wird nicht mehr empfohlen.
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
Benutzeravatar
Kloentje
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 315
Registriert: 09.01.2012, 19:09

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von Kloentje »

jusl hat geschrieben:
Kloentje hat geschrieben:Ich kann nicht viel beitragen, hätte aber eine Idee: wie wäre es, wenn du der Kleinen Ibuprofen gibst und selbst Paracetamol (oder umgekehrt) nimmst? Dann dürfte es aus Laiensicht nicht zu einer Überdosierung kommen.

Gute Besserung Euch Beiden!
Kloentje
Naja, dann gäbe es eben den "Cocktail" - was ist daran besser??..
Ich nahm an, dass beide unterschiedliche Nebenwirkungen hätten, falls etwas davon in die Muttermilch übergehen würde. Naja, ist eben eine Laieneinschätzung gewesen, wie ich betont habe. Dennoch verwirrend für die TE, daher sorry.

LG
Kloentje
--
mit Töchterchen J. (09/2011): Gestillt bis 3,5 Jahre. Wir tragen und schlafen im Familienbett.
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von jusl »

vivi hat geschrieben:Bein Kindern wird eher Ibuprofen angeraten. Paracetamol wird nicht mehr empfohlen.
Das stimmt. Aber falls die TS hier in Absprache mit dem behandelnden Arzt explizit PCM geben soll (was ich nicht weiß), sollte sie bei Wirkstoffwechsel definitiv den Arzt befragen.
Und bei Säuglingen sollte auch bzgl Ibu der Arzt befragt werden.

LG
Julia
Jonathan
Dipl.-SuT
Beiträge: 4265
Registriert: 31.01.2011, 11:19

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von Jonathan »

Der TS erstmal gute Besserung!! Hoffentlich seid ihr beide bald wieder fit!

Jetzt bisschen OT: warum wird eher Ibu als Para empfohlen? Ich selber habe erst vor einem Jahr das erste mal Ibu genommen und bin von der Wirkung sehr überzeugt (bei Migräne) bei mir, aber warum es empfehlenswerter ist als Para weiß ich nicht...Danke für die Aufklärung!
mit Tigermädchen (12/10), Tigerjunge (12/12) und Tigermädchen 12/14!
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Mutter und Kind gleichzeitig krank: wieviel Paracetamol?

Beitrag von jusl »

Jetzt bisschen OT:
In der Tat. ;-)
warum wird eher Ibu als Para empfohlen?
Weil Ibuprofen weniger Risiken und Nebenwirkungen zugeschrieben werden, siehe z.B. hier klick.
Das sehen allerdings nicht alle so, siehe hier klick.
Deshalb: Bitte grundsätzlich den Arzt befragen, insb. wenn es um Medikamente für Säuglinge und Kleinkinder geht.

LG
Julia
Antworten

Zurück zu „Stillforum“