Soor in Milchgänge

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
garfield1986

Soor in Milchgänge

Beitrag von garfield1986 »

Kurz zu meiner Vorgeschichte. Auf Grund von starken Schmerzen habe ich nach 3 Wochen stillen zum abpumpen gewechselt. Erst 2 Monate später wurde festgestellt dass ich den Soorpilz habe. Eine Behandlung mit Daktar war nicht erfolgreich. Meine Stillberaterin meinte den Pilz sei schon in den Milchgängen und nur mit heftigen Medikamenten zu behandeln. Davon riet sie mir ab. Ihrer Aussage nach verschwindet der Pilz wieder wenn ich abstille. Momentan pumpe ich immer noch 3 mal täglich ab. Wir wünschen uns aber ein zweites Kind.
Jetzt frage ich mich ob der Pilz wirklich von alleine verschwinden wird oder ob ich in einer erneuten Schwangerschaft evtl. die doch nötigen Medikamente nicht nehmen darf. Ich würde beim nächsten Kind sehr gerne auch stillen können.
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von jusl »

Hallo garfield1986,

Deine Stillberaterin lag hinsichtlich der Medikamente leider völlig falsch. Milchgangsoor wird für gewöhnlich mit Fluconazol problemlos behandelt. Die Behandlung ist stillverträglich (Stillpause o.ä. nicht nötig) und in aller Regel komplett nebenwirkungsfrei. Auch eine Behandlung während einer Schwangerschaft ist möglich (hier muss aber nach der geeigneten Dosierung geschaut werden).
Keine Ahnung was sie da mit "heftig" gemeint hat bzw. warum sie davon abriet.
(Was für eine Stillberaterin war das?!? Falls sie nicht zufällig auch Ärztin war, hätte sie Dir überhaupt nicht zu irgendwelchen Medikamenten zu- oder abraten dürfen!.. Das ist eine ärztliche Tätigkeit.)

Mein Vorschlag: Lass JETZT Deinen Pilz behandeln und pump/still weiter so lange Du magst.

LG und alles Gute
Julia
garfield1986

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von garfield1986 »

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Die Stillberaterin war von IBCLC und hatte (wenigstens) den Soor als solches erkannt.
Schade, dass ich wohl falsch beraten wurde und mir somit eine Stillbeziehung verwährt blieb. Das ganze nagt noch sehr an mir.
Mit welcher Behandlungsdauer muß ich denn mit Fluconazol rechnen? Geht es da um Tage, Wochen oder Monate? Endlich "pilzfrei" zu sein wäre nach 8 Monaten wirklich ein toller Erfolg (vor allem für meine Psyche).
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von jusl »

Schade, dass ich wohl falsch beraten wurde und mir somit eine Stillbeziehung verwährt blieb. Das ganze nagt noch sehr an mir.
Uff, in der Tat schade. :(
Hast Du mal über Relaktation nachgedacht? (Hat die Stillberaterin darüber mit Dir gesprochen?)
Mit welcher Behandlungsdauer muß ich denn mit Fluconazol rechnen? Geht es da um Tage, Wochen oder Monate? Endlich "pilzfrei" zu sein wäre nach 8 Monaten wirklich ein toller Erfolg (vor allem für meine Psyche).
Die Behandlungdauer bestimmt der Gyn individuell; normalerweise merkt man innerhalb ganz weniger Tage eine deutliche Besserung, und dann muss man's für gewöhnlich noch ca 1-3 Wochen nach Abklingen der Symptome weiternehmen. Das hängt von der gewählten Dosis ab, die legt auch der Gyn fest.

LG
Julia
garfield1986

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von garfield1986 »

Eine Relaktation wäre ja (so wie ich das verstanden habe) nicht nötig. Ich pumpe ja noch alles ab, was mein Sohn an Milch trinkt. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich jetzt nochmal den Mut und die Geduld hätte es mit dem Stillen zu versuchen. Er weiß nichts mehr mit der Brust an zu fangen und zappelt selbst bei der Flasche rum wie verrückt. Das sind sicher keine optimalen Vorraussetzungen.
Für mich wäre es aber schon Erfolg genug wenn ich meinen Körper wieder mögen kann, der Pilz kein Grund ist um das abpumpen zu beenden und die gute Vorraussetzungen geschafft wurden um beim nächsten Kind erfolgreicher zu sein.
Habe gerade mit meiner Gyn-Praxis telefoniert und die Hebamm will sich mit dem Arzt kurz schließen (hab ihr das hier empfohlene Präparat genannt) und mich morgen (inkl. Rezept in der Tasche) besuchen.
Danke für Eure Entscheidungshilfe!
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von jusl »

Gern geschehen. Beachte auch, dass manchmal je nach Pilz auch ein anderes Präparat besser ist; bitte mit dem Gyn besprechen, falls Fluconazol nicht zufriedenstellend anschlägt.

LG und alles Gute
Julia
garfield1986
Herzlich Willkommen
Beiträge: 1
Registriert: 28.08.2013, 14:49

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von garfield1986 »

Leider bin ich mit meinem Problem immer noch nicht weiter. Ich bin momentan bei der 3. Einnahme von Fluconazol (dieses mal 20 Tabletten 200mg und danach 10 Tabletten 150mg) aber es wird nicht vollständig gut. Ich habe immer noch Beläge auf der Brustwarze. Vor 3 Tagen habe ich abgestillt. Ich könnte jetzt also auch andere Medikamente nehmen. Was wäre denn noch möglich ? Itraconazol? Mein Gynäkologe ist in der Hinsicht leider nicht sehr kompetent. Er verlässt sich mehr auf meine Vorschläge :-(.
Habt ihr noch einen Tip für mich? Ich will dass es nach einem Jahr endlich ein Ende nimmt und ich bereit für eine neue Schwangerschaft bin.
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30251
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Soor in Milchgänge

Beitrag von Mondenkind »

Hm, ein Wechsel wäre da sicherlich sinnvoll. Itraconazol hat meines Wissens ein ähnliches Wirkspektrum bei schlechterer Verträglichkeit, das wird wenig bringen. Viele der anderen Antimykotika werden iv gegeben. Keine Ahnung, ob Dein Gynäkologe das in seiner Praxis leisten kann oder will. Vielleicht kann er sich mal mit dem Hausarzt oder einem Internisten kurzschließen? Und je nachdem was das für Beläge sind, müssten da ja auch mal andere Ursachen ausgeschlossen werden, M. Paget, Psoriasis, andere Ekzeme etc. Oder mal zum Dermatologen gehen, wäre ein Ansatz. Wenn Du jetzt nicht mehr in der Laktation bist, ist die Haut an der Brust ja nicht mehr so unbedingt Gebiet des Gyn, therapierefraktäre Infektionen der Haut sind da durchaus auch hautärztliches Terrain. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“