ich lese schon längere Zeit hier im Forum mit, muss aber jetzt auch einen eigenen Beitrag mit meinem Problem verfassen und hoffe hier auf Hilfe
Kurz zu mir: ich bin 30 Jahre alt und habe Anfang November einen kleinen Sohn entbunden. Die Schwangerschaft verlief absolut problemlos und auch die Geburt hätte nicht besser sein können.
Nun zu meinem eigentlichen Problem mit dem Stillen:
Unser Sohn kam Anfang November im Geburtshaus zur Welt (problemlose natürliche bzw. spontane Entbindung) - Gewicht: 3.540 g, Größe: 51 cm. Er hat ziemlich schnell nach der Entbindung die Brust gesucht und auch das Anlegen hat an beiden Seiten super funktioniert. Nach ca. fünf Stunden haben wir das Geburtshaus verlassen und sind nach Hause. Die Nachbetreuung erfolgt durch die Hebamme, die uns schon während der Schwangerschaft betreut hatte und sie war auch bei der Geburt dabei.
Die ersten beiden Tage hat unser Kleiner sehr viel geschlafen und hatte kaum Hunger. Ich habe daher nicht - wie so oft empfohlen - alle 2 Stunden angelegt, sondern nur nach Bedarf (vielleicht liegt hier schon der erste Fehler?!?!).
Nach einer knappen Woche wurde er das erste Mal gewogen - Gewicht: 3.120 g. Die Abnahme lag über 10 %, laut meiner Hebamme aber noch kein großer Grund zur Beunruhigung. In der zweiten Woche hatte er allerdings Dauerhunger und ich habe einige Tage in Folge mit Dauerstillen verbracht (Stillpausen von max. 30 Minuten). Nach dieser Woche hatte er jedoch noch einmal abgenommen und lag mit dem Gewicht bei 3.070 g. Unsere Hebamme, die mit dem Zufüttern eigentlich sehr vorsichtig ist und dazu auch nicht voreilig rät, hat uns dann empfohlen, zuzufüttern, da der Kleine auf jeden Fall zunehmen muss.
Wir haben ihm dann also Pre-Nahrung zugefüttert. Am Anfang mit Fläschen, wir sind dann allerdings schnell zum Brusternährungsset umgestiegen, so dass ich 1. die Stimulation der Brust habe und 2. sich der Kleine nicht an die Flasche gewöhnt. Ziel war/ist immer noch vollzustillen!!
Parallel dazu hat unsere Hebamme alle möglichen homöopathischen Mittel ausprobiert (Prolaktin, Oxytocin, usw.). Zusätzlich nehme ich noch Bockshornklee-Kapseln, trinke Silltee, Malzbier, Wasser, usw. Wir bzw. ich lassen wirklich nichts unversucht, da ich unbedingt voll stillen möchte.
Der Kleine ist jetzt fast sechs Wochen alt und wir füttern immer noch zu (täglich zwischen 250 - 450 ml Pre-Milch). Es läuft so, dass er beide Brüste bekommt (ca. 10 - 15 Minuten jeweils) und dann mit dem BES (Brusternährungsset) noch was angeboten wird. Hier trinkt er meist zwischen 50 - 100 ml Pre-Nahrung (wir hatten auch schon mehr!!). Gewichtsmäßig liegen wir seit Anfang dieser Woche (endlich) knapp überhalb des Geburtsgewichts. Und das nach fünf Wochen...
Unsere Hebamme unterstützt uns wirklich super und macht sich auch ganz viele Gedanken, woran das liegen könnte. Beim Abtasten meiner Brust spürt sie auch die Milchdrüsen und ich sehe ja auch, dass Milch da ist.
Wir sind nun am Montag zu der Entscheidung gekommen (auf meine Verantwortung), dass sie mir Cytotec gibt. Für diejenigen, die es nicht wissen: das ist ein Magen-Darm-Medikament, das in vielen Kliniken zur Geburtseinleitung verwendet wird. Ich/wir haben die Hoffnung, dass dadurch die Milchdrüsen aktiviert werden (ich kann mir allerdings denken, dass einige hier im Forum diese Idee nicht für sinnvoll halten...). Zusätzlich dazu pumpe ich jetzt auch ca. alle zwei Stunden ab um die Brust zu stimulieren. Also, am zu seltenen Anlegen kann es eigentlich nicht liegen.
Bis jetzt kann ich allerdings noch keine große Besserung feststellen.
Es ist wirklich mein großer Wunsch, unseren Nachwuchs vollzustillen. Ich und auch meine Hebamme wissen aber langsam nicht mehr weiter. Hat irgendjemand hier im Forum noch hilfreiche Informationen für mich, wie ich die Menge steigern kann? Noch habe ich die Kraft zu kämpfen...
Vielen lieben Dank von einer mittlerweile sehr verzweifelten Neu-Mama
Julia