Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Vasilissa
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Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Vasilissa »

SO, ich hoffe, der Titel passt halbwegs, ich fand das grad schwer auszudrücken :wink:

Also, Sache ist die: Meine Kleine wird ächste Woche vier Monate alt und ich stille sie voll. Wir hatten ein paar Startprobleme (ist auch hier nachzulesen), mit Trinkschwäche, verkehrtem Ansaugen, starker Gewichtsabnahme... Inzwischen hat die KiÄ bei der U4 gefragt, ob die Kleine denn gut trinken würde, wiel ja das Zungenbändchen so kurz sei :roll: Tja, inzwischen klappt es doch recht gut.
Aktuell sugt sie ganz selten mal wieder etwas komisch an, das liegt wohl mit an der Schub-Zeit gerade- Bei Schüben verhält sie sich da immer ein bisschen "komisch".

Nun arbeite ich schon wieder eine Stunde die Woche, was auch schon immer ein halber Staatsakt ist. Da wir nach Bedarf stillen und so die Stillzeiten nicht immer absehbar sind, ist das schonmal schwer zu okanen. Dazu kommt, dass ich ca. 30 Min. Anfahrt habe. Das sieht akutell also so aus:
*Ich packe die Kleine zu Hause mit Zeitpuffer ein und fahre mit ihr zur Arbeitsstelle
* mein Mann kommt direkt von seiner Arbeit dorthin
* ich stille die Kleine möglichst direkt davor nochmal, Papa übernimmt
* nach einer guten Stunde bin ich dann wieder da, manchmal hab ich noch einen Organisationstermin danach, dann sind es zwei Stunden (da lasse ich mir von meinem Mann kurz bestätigen, dass alles ok ist)

Damit ist der Abend auch immer völlig gelaufen. Danach gibts noch was schnelles zu Essen und dann geht's auch meist schon ins Bett mit Einschlafstillen (und ich bin froh, auch im Bett zu sein). Unter der Woche ist mehr gar nicht wirklich möglich, weil mein Mann ja zur Betreuung immer verfügbar sein muss.
Nun würde ich gern ein-zwei Stunden mit dazu nehmen und bin schon am überlegen, ob ich es wohl schaffe, dafür Samstagstermine auszumachen. Das würde schonmal grundsätzlich den Zeitplan entspannen.

Allerdings kann es bei meiner Arbeit halt auch mal passieren, dass was unverhofftes passiert und mein "Albtraum" wäre eine Notfallsituation, bei der ich den Patienten nicht alleine lassen kann/in eine Klinik begleien muss o.ä. (bei meinem bisherigen Termin ist das mehr als unwahrscheinlich). Deswegen stresst mich dieses Abpassen vor und nach den Terminen zum Stillen doch sehr.
Auch sonst sind unsre Stillabstände einfach nicht recht vorauszusehen, so dass ich halt wirklich 24h-Mama bin.

Ich würde für die Arbeit und vielleicht auch für die ein oder andere sonstige Situation schon gerne Abpumpen. Gar nicht, dass das gezwungener Maßen dann auch getrunken werden muss, mehr für mein Gewissen. Andererseits habe ich total Angst, irgendwas "kaputt zu machen", wo wir uns das Stillen so hart erkämoft haben.

Hat irgend jemand Anregungen dazu? Ich fühle mich ein wenig verloren...
Vasilissa, Baujahr 1986 mit großer Schnucke (*08/13) und kleiner Biene (*06/15).
Regenbogen82
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Regenbogen82 »

Zeigt Deine Tochter schon Zeichen der Beimostreife? Vielleicht könnte Dein Mann oder die andere aufpassende Person die Zeit mit Brei oder Fingerfoos überbrücken?! Dann hättest Du weder den Stress stillen noch abpumpen zu müssen, es gäbe nicht die Gefahr der Saugverwirrung etc. Da sie ja schon vier Monate alt ist, wäre das ja prinzipiell möglich.

Alles Gute für Euch!
Brüderchen (09/11) und Schwesterchen (04/13) und kleines Schwesterchen (08/16)
jali
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Re: AW: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von jali »

Schau doch mal in der Linksammlung Stillwissen.
Es gibt ja auch saugfreie Zufüttermethoden, bei denen die Gefahr der Saugverwirrung nicht besteht.
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
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Vasilissa
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Vasilissa »

Danke ihr beiden!
Zu stillfreundlichen Zufüttermethoden hatte ich schonmal geschaut, aber das fühlt sich alles irgendwie so kompliziert an. Fläschchen allerdings auch, ich denke, das ganze Klimbims mit Abpumpen scheint mir einfach aufwändig.
Das mit der Beikost könnte tatsächlich eine Lösung sein. Ganz beikostreif ist sie zwar glaube ich noch nicht, auch wenn sie mir neulich schon gern den Lebkuchen geklaut hätte und ganz entgeistert geguckt hat, als ich den mir selbst in den Mund gesteckt habe :lol: Aber vor Weihnachten werde ich mein Pensum wohl noch nicht erhöhen, das wäre nun doch noch etwas knapp. Naja und nach den Weihnachtsferien ist sie ja dann beinah schon 5 Monate, also kann man sie dann vielleicht schon mit Beikost "beschäftigen". Zu Weihnachten bekommen wir auch BLW-Bücher, das passt ja dann ganz gut.
Vasilissa, Baujahr 1986 mit großer Schnucke (*08/13) und kleiner Biene (*06/15).
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von 08u11 »

Ich kann Dich gut verstehen: ich habe abpumpen auch gehasst. Außerdem gab es nie ein richtiges Erfolgserlebnis: Baby mochte die Flasche nicht und die betreuende Person war noch mehr gestresst :( .
Bei der Nr. 2 habe ich es schlichtweg gelassen. Gerade vormittags gingen bei uns auch so ganz gut mal 3-4h mit Spazierenfahren im KiWa, rumtragen oder so. Klar, zu oft und länger als vielleicht 4,5h mal sollte das nicht sein. Ich denke aber, bei Euch geht es ja höchstens um wenige Wochen bis die Kleine auf jeden Fall beikostreif ist, dann gibt es da ja genügend andere Möglichkeiten.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Minja
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Minja »

Trägt dein Partner euer Baby? das hat bei uns gut funktioniert um mir längere freie zeitintervalle zu verschaffen, sie hat dann oft den Hunger etwas aufgeschoben, ohne das sie angefangen hat zu schreien. Danach hat sie immer gut nachgeholt.

Allerdings würde ich das nicht uneingeschränkt empfehlen. (Gerade weil ihr einen schwierigen Start hattet)
Meine Tochter war da auch schon etwas älter.

Ich denke wenn die jetzige Arbeitszeit und der Aufwand drumherum dir zu stressig ist(was ich nach deinen Schilderungen total nachvollziehen kann!!!) kannst du dann mit dem Aufstocken nicht noch etwas warten??? bis zum 6./7. Monat wenn dein Kind wahrscheinlich Beikostreif ist?!

hast du Druck jetzt arbeiten zu müssen? hattest du es so geplant?

LG minja
große Motte 01/11, Flummi 05/14 und Knöpfchen 10/20
Lösche Benutzer 9067

Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Lösche Benutzer 9067 »

Hier mal eine Gegenstimme, abpumpen war bei.mir zwar nicht immer kinderleicht, aber wir haben es gut gebacken gekriegt. Ohne Sauger oä, meine kleine hat die abgepumpte Milch vielleicht 10-15x in Minimengen bis max. 100ml getrunken. Mit vier Monaten war es stressig, aber mehr weil es für sie nicht einfach war, sich nach dem misslungenen Krippenstart wieder an jemanden (diesmal eine.Nanny) zu gewöhnen. Danach, als sie vertrauen gefasst hatte, war es locker. Wenn du nicht von vornherein weisst, wie lange es dauert bei einem Termin ist das natürlich ein zusätzlicher Faktor. Aber meine Milchproduktion hat sich rasch eingependelt, und die Pausen zum pumpen waren ein Moment zum durchatmen für.mich. Und mit sechs Monaten war alles toll eingespielt.
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Vasilissa
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Vasilissa »

Danke für die weiteren Ideen!

Also, vormittags sind tatsächlich längere Abstände möglich, wenn ich mir überlege, samstags Termine zu machen, wäre das natürlich auch ein Pluspunkt. Gegen Nachmittag hin wird es aber ganz klassisch manchmal recht konfus mit den Abständen. Ganz genau kann ich halt nie sagen, ob sie jetzt plötzlich 4 Stunden im Tragetuch (bei meinem Mann im Frl. Hübsch) schläft, oder nach einer Stunde schon wieder quengelt und Hunger hat.

Wegen der Arbeit allgemein: Ja, ich hatte das so geplant, dass ich nach dem Mutterschutz wieder stundenweise einsteige. Ich habe während der Zeit mit einer Patientin pausiert, eigentlich wollte ich das auch mit einem weiteren so handhaben, aber den habe ich dann doch an jemand anderen weitergegeben. Wie auch die restlichen, mit denen ich davor nicht "fertig" geworden bin. Es geht mir dabei gar nicht so sehr ums Geld, das ist ja eher blöd wegen dem Elterngeld - ich habe gleichzeitig auch noch Ausgaben und hoffe, dass es daher keinen zu großen Einfluss hat. Aber ich muss für meine Weiterbildung eben eine bestimmte Anzahl an Stunden arbeiten und die möchte ich so langsam nebenher wieder aufnehmen, damit sich das nicht zu lange zieht.
Wann ich mir mehr dazu nehme, ist erstmal meine Entscheidung, aber so langsam würde ich dann eben doch gerne bisschen mehr machen.

Sobald der Stress gehändelt ist mit der Organisation außenrum tut mir das Arbeiten nämlich auch sehr gut und macht mir richtig Spaß. Es ist schön, sich da mal eine Weile über andere Dinge Gedanken zu machen als über Baby, Windeln, Wäsche und Haushalt.
Ursprünglich habe ich gedacht, ich pumpe dann halt ab und gut ist. Dass ich dem mal so kritisch gegenüberstehen würde und dass ich ja vorerst auch nur arbeiten kann, wenn mein Mann frei hat, das hatte ich so nicht bedacht. Reiten würde ich bald auch gerne wieder, und da sieht es dann genauso aus.

Wobei all das wie gesagt nicht mehr dieses Jahr aktuell wird. Und im neuen Jahr werden dann langsam die Tage wieder länger und Beikost kommt ja wirklich bald. Ich denke, allein der Gedanke, dass es einfacher werden wird hilft mir gerade dabei, auch die stressigeren Tage so noch durchzuziehen :D
Vasilissa, Baujahr 1986 mit großer Schnucke (*08/13) und kleiner Biene (*06/15).
Weltenbummlerin
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Re: Angst vorm Abpumpen, aber Arbeitswunsch

Beitrag von Weltenbummlerin »

Wir hatten ja auch keinen einfachen Stillstart und trotzdem musste ich direkt nach dem Mutterschutz wieder zurück in die Arbeit. Seitdem bin ich von Montag bis Donnerstag zwischen 3 und 12 Stunden aus dem Haus - und mein Baby (mittlerweile 15 Wochen alt) gedeiht allein durch Muttermilch super. Und ich hatte auch Angst vor dem Abpumpen bzw. eine ziemliche Abneigung aus der Anfangszeit.. aber es geht und zwar bei uns folgendermaßen:
Abstände bis zu 3 Stunden hält der Mini Weltenbummler ohne Milch aus.. darauf besteht er sogar mittlerweile, wenn er die Muttermilch nur aus dem Becher bekommen kann. An den langen Tagen kommt mein Mann mit dem Mini dorthin, wo ich bin und bleibt so lange wie möglich. An den mittleren oder morgens und nachmittags an den langen Tagen muss ich aber pumpen.
Abstände bis zu 4 1/2 Stunden halte ich mit großer Not ohne abpumpen aus.. ich pumpe aber mittlerweile in den unmöglichsten Umständen und stehe halt unter Dauerstress. Ich arbeite in der Schule und pumpe in einem leeren Klassenzimmer.. in den Schulpausen, die ich oft nicht habe, weil immer irgendjemand etwas will.. und wenn niemand etwas will, dann muss ich eben gaaaanz schnell pumpen und dafür aufs Klo oder Essen verzichten. Wenn ich eine Freistunde habe, ist es entspannter - es sei denn, es kommt etwas anderes dazwischen. Mindestens einmal pro Woche pumpe ich ehrlich gesagt unterwegs ab.. in der Toilette meines ehemaligen Uniinstituts neben dem Bahnhof, wo ich vom Rad auf den Zug umsteigen muss oder im größten Notfall auch im Zug in der Toilette an die Wand gelehnt.. (Am Anfang war das fürchterlich, aber ich hatte wegen einer Prüfung 6 Stunden nicht abgepumpt und fürchterlich ziehende Kopfschmerzen, wie ich sie immer bekomme, wenn ich nicht oft genug abpumpe und dann habe ich mir gesagt, es ist ja alles steril und nichts der Milch kommt mit der Umgebung in Kontakt... und habe mal eben 150 ml in 10 Minuten rausgezogen mit der Hand..)
Warum? Der Mini braucht am nächsten Tag was zu essen und zu Hause ist es kaum zu organisieren.. außer sonntags, da nehme ich mir zwischendurch immer wieder Zeit und pumpe für Montag kleinere Portionen ab bis ich so 200 ml zusammen habe. Da der Mini zum Stilljunkie wird, solange ich daheim bin, ist das manchmal ganz schön schwer.. er wird manchmal sauer, wenn er die Pumpe hört, weil er weiß, jetzt kann er mal nicht an die Brust.
Pumpen ist organisatorisch durchaus nicht immer einfach.. immer alles desterillisieren, die Kühlpacks versorgen und bloß kein Teilchen vergessen! Ich bin nicht gerade die Meister-Organisatorin, was sowas anbelangt und durch meinen Job muss ich eh immer schon an 10000 Dinge denken: Stempel, Magneten, Hefte, Arbeitsblätter - hallelujah. Nicht immer schaffe ich es, mir alles zurecht zu legen - aber meine Pumpteile habe ich immer dabei und sie sind immer sterilisiert. Es geht also - ohne Probleme.
Mein Ziel war bis Weihnachten mein Baby voll mit Muttermilch zu ernähren und das habe ich quasi erreicht, weil ich wegen Krankheit und Sonderurlaub nur noch 2x in die Schule muss. Wir machen aber noch weiter, bis er beikostreif ist.. auch wenn ich ohne Pausen ein wirklich 'schnelles' Leben führe..

Und das ganze habe ich dir nur erzählt, weil ich auch massive Panik hatte - und sich, wie hier alle gesagt haben, schon alles geregelt hat, weil es eben musste - und der Knirps gedeiht prima! (Und will jetzt stillen :)).
Weltenbummlerin mit dem Wirbelwind (gestillt und getragen seit 8/13) und dem Sternengeschwisterchen (5/16)
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