Verzweifelt und ratlos....

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sabi
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Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Sabi »

Hallo,

mein Sohn ist 16 Wochen alt und ich habe das Gefühl, dass ich am Ende meiner Kräfte bin. Vor einiger Zeit schrieb ich mal, dass er sich nur im Tuch in den Schlaf tragen lässt. Das ist mittlerweile zum Glück anders, dafür haben wir aber neue Probleme.
Der Kleine schläft wirklich schlecht. Tagsüber mal ein Nickerchen im Tuch, selten eine Stunde oder länger. Er ist zu neugierig und schaut am Liebsten in die Weltgeschichte. Abends ab halb sechs ist er totmüde. Meist starten wir gegen sechs mit dem Abendprogramm und um halb sieben liege ich mit ihm im Bett und stille ihn in den Schlaf. Das machen wir jetzt seit knapp zwei Wochen so. Am Anfang ließ er selbst die Brust los. Mittlerweile versuche ich sie ihm nach einer Stunde wegzunehmen. Wenn alles gut geht schläft er dann weiter und ich kann nochmal runter, Abendessen und ein bisschen Fernsehen. Mal meldet er sich nach 20 Minuten schon, er hat aber auch schon 1 3/4 Stunde geschafft. Er knöttert, mein Freund oder ich gehen noch und versuchen ihn zu beruhigen. Meist stille ich ihn dann wieder in den Schlaf und bleibe dann bei ihm. Aber seine Abstände sind soooo kurz. Oft stündlich, selten mehr. Wir hatten aber auch schon dreimal in einer Stunde. Die Brust gibt er nicht freiwillig her und sie ihm wegzunehmen gelingt nicht immer. Spätestens ab 4 Uhr schläft er nur noch dauernuckelnd und ab da beginnt glaub ich sein Bauch zu schmerzen. Er hampelt rum, pupst und stöhnt und nuckelt, schläft nur unruhig und nur dauernuckelnd. Irgendwann ist der Bauch dann voll, er spuckt, will weiternuckeln, beschwert sich aber über die Milch, die dann fließt. Schnuller nimmt er nicht bzw nur im Maxicosy während der Autofahrt zum Einschlafen (warum auch immer).
Wir haben einiges versucht. Kummelzäpfchen gegen morgen, Bauchmassage mit Fenchel-Kümmel-Öl, Wärme. Waren beim Osteopathen und jetzt bei einer Heilpraktikerin, die per Stuhlprobe herausgefunden hat, dass er kaum Bifidusbakterien, Lactobakterien und ecolis hat. Daraufhin haben wir mit Mutaflor und Lactobact Baby begonnen. Das Mutaflor ist jetzt durch. Seit 10 Tagen geben wir jetzt diese Bakterien und Besserung ist nicht wirklich in Sicht.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrung gemacht und kann mit sagen, dass es bald besser wird? Ich komme kaum zur Ruhe. Mein Schlaf ist so durcheinander. Ich kann tagsüber nicht schlafen, ich schlafe nachts unruhig und werde dazu noch ständig unterbrochen. Bin schon in totaler hab-acht-Stellung.
Ich bin momentan einfach unendlich unzufrieden. Anfangs hat er so gut geschlafen (die ersten 5-6Wochen). Dann kam der Bauch. Wie habe ich auf die 3 Monate gehofft...vergebens. Tagsüber haben wir ein glückliches Baby, was strahlt und lacht, aber ich kann mich an manchen Tagen nicht daran erfreuen weil ich zu kaputt bin.
So langsam stelle ich alles in Frage. Er wird nur getragen, schläft im Familienbett, wird voll gestillt. Ist das alles falsch?
Von außen wird mir das jedenfalls suggeriert. Nimm sab simplex, gib ihm Tee, vielleicht wird er nicht satt, er ist ja so sehr an euch gebunden....
Ich weiß grad weder ein noch aus. Habe schon ans Abstillen gedacht, aber würde das den Bauchnicht nur schlimmer machen? Ich wüsste so gern wann es besser wird und ob jemand Erfahrung mit den Präparaten hat (mutaflor, lactobact Baby). Vielleicht bin ich auch einfach zu ungeduldig...
Würdet ihr Tee geben oder sab?

Verwirrte und verzweifelte Grüße
klecksauge
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von klecksauge »

So ähnlich war das bei uns auch.
Die ersten 3 Monate hat Bub gut geschlafen, danch wurde es immer schwieriger, unterbrochen von wenigen guten Phasen.
Annehmen, die Situation annehmen. Und sich hier mal austauschen bzw. auskotzen. Das hat mir am meisten geholfen.

KInd will bespaßt werden, sorry, später mehr....
Liebe Grüße aus den Norden von
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von mimi27 »

Ich kann dich sehr gut verstehen. Meiner ist jetzt 24 Wochen alt und wir sind in der Nacht auch viel am dauerstillen. Ich war auch schon eininge male verzwiefelt, sage mir aber immer es ist eine Phase. Und gewisse Phasen gehen etwas länger. Abstillen, denke ich, wurde dir auch keine Besserung bringen, denn dann musst Du immer noch aufstehen und eine Flasche machen. Ich merke mittlerweile gar nich mehr immer, dass ich stille. Ich schlafe einfach weiter.

Kannst Du dich am Nachmittag mit ihm hinlegen? Bei uns klappt das mitlerweile jeden Dienstag super, wenn ich den großen nicht habe. So komme ich wenigstens ein bisschen zu mehr schlaf und Ruhe. Er ist dann zwar auch am dauernukeln, was mich aber nich so wahnsinnig stört.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen

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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Traglingsmama »

Wir hatten das vorallem beim Großen auch, dass ab ca. 4 Uhr morgens der Schlaf einfach unruhig wurde. Zum Glück ging es irgendwann vorbei...Die ersten Stunden Schlaf waren ( und sind) bei unseren Kids immer die tiefsten und längsten Schlafphasen...
Wie wäre es denn, wenn du ihn um 18 uhr ( oder etwas früher wenns klappt) hinlegst, und beim ersten wachwerden nach 20 Minuten wieder mit ihm aufstehst, also das als nocvh ein Tagschläfchen wertest? Und ihn dann um 21 oder 22 Uhr erst ins Bett bringst? Wenn er dann ebenfalls die ersten 9 h (19-4Uhr / 21-6Uhr) relativ ruhig schlafen würde, vielleicht könntest du dich dann besser erholen? Aber da ist es halt die Frage, wieviel Erholung dir schon die kindfreien Abende geben...

Ansonsten immer wieder an das Müttermantra denken: EsistnureinePhaseEsistnureinePhase...
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Sabi
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Sabi »

Vielen Dank für die schnellen Antworten.
Mit ruhiger schlafen meine ich nicht die Abstände. Aber vielleicht ist es wirklich eine moichkeit ihn nochmal wach werden zu lassen.

Eine Phase....ja, vielleicht ist das so. Aber das ist so frustrierend. Genau wie das Annehmen. Und wenn ich mich hier so durch die Threads lese, kann das ja noch ein Jahr so gehen....

Gibt es denn keine gut schlafenden voll gestillten Kinder im Familienbett? Das ist doch nicht fair :(
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Kröte »

Sabi lass dich drücken, es ist sooo anstrengend... geht aber auch soo schnell rum ;)
Ich meine mal gelesen zu haben dass gegen vier die Verdauung wieder hochfährt, dazu der leichtere schlaf...
Wir hatten hier 9,5 Monate lang tagsüber schlafen NUR dauernuckelnd... Dann fing ich an sie abzudocken... weinte sie, wurde wieder angedockt... nach ner Woche hat sie es akzeptiert
8 Monate dauernuckeln ab vier fünf Uhr. Dann dockte sie plötzlich selber ab. In der Zwischenzeit hab ich nachts abgestillt und sie schläft ab etwa halb sechs immer noch deutlich unruhiger und flacher
Bis vor zwei Wochen einschlafen generell nur bei mir und nur mit stillen. Jetzt schläft sie mittags mit kuscheln ein und letzte Woche war Premiere mit Papa. Ohne Probleme direkt zwei Stunden
11 Monate abends nur geschlafen wenn ich daneben lag... jetzt kann ich ohne Probleme aufstehen und selbst wenn sie kurz quakt und ich hingeh pennt sie weiter

Wie oft habe ich gehadert und deine Gedanken gehabt... Aber mir bliebnix anderes übrig sie hätte ewig geschrien und schlicht gar nicht geschlafen. Ich hätte nie gedacht dass es einfach so plötzlich anders wird. Aber es ging. Schritt für Schritt. Wenn sie so weit war. Ich bin sicher ihr allermeisten mittlerweile ruhiger schlaf hängt auch damit zusammen dass sie nie Angst haben musste beim schlafen.
Ach so, sie nimmt nach wie vor keinen schnulli nuckelt nicht am Daumen und braucht nachts auch kein Wasser / je Flasche
Halte durch Du machst alles richtig und bestimmt wird es sich auszahlen... in den wachphasen tut es sich das ja schon
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Nana »

hallo!

mir kommt dein Bericht soo bekannt vor, habe selbst vor kurzem hier einen ähnlichen thread gestartet!
helfen kann ich dir demnach auch nicht wirklich, aber ich hab bei unserem einen trick, der manchmal funktioniert, der hat nämlich auch mit bauchweh zu kämpfen. ab 3 muss ich stündlich anlegen, meiner lässt aber zum Glück wieder los
jedenfalls halte ich meinem Sohn oft einfach die Beine in die Höhe wenn er sich windet , das entlastet den bauch und manchmal schläft er gleich weiter, weil er besser pupsen kann.
auch abends muss ich seeehr oft zu ihm rein, da Lagers ich ihm die Beine etwas höher auf einem Polster und er schläft etwas besser. in schlimmen bauchweh Zeiten hab ich ihn so gelegt, dass er mit dem hintern an der bettwand an gestanden ist und die Beine waren kerzengerade nach oben gerichtet. ich hoffe das hat ihm nicht geschadet, aber anders konnte er nicht schlafen :roll:
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Re: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von saiidi »

Gibt es denn keine gut schlafenden voll gestillten Kinder im Familienbett? Das ist doch nicht fair :([/quote]
Doch meine Tochter schläft viiiiiiiel besser als mein Großer. Hab ich nicht erwartet , das hat mich sehr überrascht. Hab von Anfang an mit ihr zusammen in einem Bett geschlafen und ohne Flasche, schnuller etc. Vollgestillt.

Sorry tipsle mobil. :oops:
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Nautilus
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Re: AW: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Nautilus »

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Re: AW: Verzweifelt und ratlos....

Beitrag von Nautilus »

Sorry, nochmal mit Text;).
Also ich habe ein perfekt schlafendes, die ersten Monate vollgestilltes Baby-finde ich ;). Und ich glaube, das war eine der Hauptursachen dafür dass ich das Babyjahr als sehr glücklich empfunden habe, die innere Einstellung sollte man nicht unterschätzen. Sie ist nämlich das was du beeinflussen kannst, der Rest ist Dein Kind mit seiner individuellen Entwicklung und seinem individuellen Temperament.
Perfekt schlafend hiess für mich: wir gingen und gehen etwa gleichzeitig gegen 22 Uhr ins Bett, an der Brust schläft er schnell ein. In vielen Nächten dann bis frühmorgens, dann wollte und will er imner trinken. Wie oft dazwischen war unterschiedlich. Ich weiss nicht wie oft oder lange er in krassen Nächten getrunken hat denn wenn ich auf die uhr schaue kippt die gute laune schneller. In manchen Nächten wusste ich aufgrund von Hüftschmerzen dass ich eeewig stilke. Entscheidend für mich war dass ich grundsätzlich weiterschlafen konnte. Ich habe dafür dann im letzten jahr meistens 9, 10 Stunden mit im Bett gelegen und mich so erholt. Manchmal noch gelesen wenn er schon schlief oder morgens vor ihm aufgestanden.
Es ist normal, das Familienbett ist die EINZIGE Lösung, ein normal stillendes und sich entwickelndes Kind unter 1 nachts so zu betreuen, dass man seinen Bedürfnisse und den eigenen gerecht wird! Ich finde wirklich, mein Sohn schläft sehr gut, denn ich und erst recht mein mann schlafen gefühlt so gut wie vorher. Anders aber genauso erholsam. In der Zeit der Verdauungsentwicklung habe ich gar nichts gemacht ausser ihn morgens entweder etwas erhöht auf mein Kopfkissen mit dem Oberkörper zu legrn oder auf den Bauch. Das hat ihn dann immer sehr beruhigt.
Geduld ist wirklich wichtig, und eigene Entspannung bzw eine entspannte Haltung! Kein Tee(bloss nicht beim vollgestillten Kind! Völlig veralteter Tipp!). Sab ist ein entschäumer, ich weiss nicht was das deinem Baby bringen könnte?
Ich hab eher mal gezweifelt ob ich zu entspannt bin, kann es aber insgesamt sehr empfehlen, an sich und sein baby zu glauben, dass alles normal läuft so dass man sich an jeder einzelnen Phase freuen sollte. So kuschelig wie jetzt wird es zb nur kurz bleiben! Unbedingt geniessen!!:smile:

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