Zufüttern nötig???

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maedchen
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Zufüttern nötig???

Beitrag von maedchen »

Hallo ihr Lieben,

schon länger lese ich hier mit und dachte, dass reicht mir aus als Hilfe. Nachdem unser Kinderarzt uns aber nun zum Zufüttern geraten hat (wobei ich nicht das Gefühl habe eine Wahl zu haben) und ich nicht sicher bin, ob das richtig ist, melde ich mich hier nun doch mal mit der Bitte um Hilfe.

Unsere Kleine ist schon länger sehr zierlich und gerade 15 Wochen alt. Am Montag hat der Kinderarzt die Notbremse gezogen und will nun, dass wir nach jeder Mahlzeit zufüttern. Das versuchen wir auch. Ernten aber bloß Gebrüll. Mein Gefühl sagt mir eigentlich, dass sie sich nimmt, was sie braucht und gar kein Problem da ist. Sie wächst zum Beispiel super in die Länge, ist fit, agil und sehr temperamentvoll. Wenn sie Durst hat fordert sie das ein!!! Auch der Urin wurde am Montag getestet und ist völlig in Ordnung!

Sie will einfach nichts mehr nach der Brust. Bei den 10ml MuMi hat sie 3x geschluckt und der Rest lief auf der anderen Seite wieder zum Mund raus.

Hier erstmal die Daten, die ich habe:

07.08.13: 3200g (U1 Geburt zu Hause)
15.08.13: 3150g (KiA U2)
11.09.13: 3630g (KiA U3)
25.09.13: 3850g (Hebi)
16.10.13: 4120g (KiA U4)
04.11.13: 4300g (Hebi)
18.11.13: 4450g (KiA), 11x gestillt, 3x Stuhl, 6x Urin
19.11.13: - , 9x gestillt, 4x Stuhl, 6x Urin, 10ml MuMi, 0ml Pre bisher

Zu dem Gewicht zwischen der U2 und der U3 ist noch zu sagen, dass sie nachdem sie auf 3200g gekommen war erstmal wieder auf 2950g abnahm, weil ich schlimme Brustentzündungen hatte und alles sehr anstrengend war. Das haben wir mit minimaler Zufütterung (20-60ml pro Tag maximal) wieder hinbekommen.

Hier noch die sonstigen Angaben:

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Wie oben schon erwähnt wurde sie kurz nach der Geburt minimal zugefüttert. Und gerade versuche ich es, sie will jedoch weder die Muttermilch noch die Pre nach dem Stillen.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Wir stillen 8-10 Mal am Tag, zur Zeit sogar ab und an häufiger. Tags alle 1,5-3 Stunden nachts meist alle 2-4 Stunden. Ab und an dauert die erste Schlafphase mal 5-6 Stunden, aber sehr selten.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

Urin war schon immer sehr häufig. Stuhl hat sie 14 Wochen lang nur alle 4-6 Tage gehabt, dann meist 2 Tage jeweils 1 Mal und wieder Pause. Seit einigen Tagen haben wir täglich mehrmals Stuhl.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?

Der Stillstart war schwierig. Die Kleine hat von Anfang an getrunken wie ein Weltmeister. Ich hatte schnell offene Wunden und dadurch gelangten Bakterien in die Brust, so dass ich 2 üble Brustentzündungen hatte. Mit Fieber, Schüttelfrost und sehr wenig Nahrungsaufnahme. Dadurch kam es zu der kurzen Zufütterung, wie oben beschrieben. 6 Wochen lang waren die Brustwarzen offen, seitdem ist aber alles gut. Die Kleine hat sich schnell eine kurze Trinkdauer angewöhnt und trinkt nach Bedarf eine oder beide Seiten. Andocken war vom ersten Tag an laut Hebammen perfekt. Unruhig ist sie oft an der Brust, seit der 8. Woche ungefähr. Das liegt teils an einem Bäuerchen, teils an Harndrang und manchmal ist einfach alles andere interessanter als Trinken. Oder sie hat keinen Hunger mehr.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Flasche von den ersten Wochen minimal. Schnuller hat sie erst später bekommen. Mit 9-10 Wochen schätze ich. Den nimmt sie aber zur Zeit gerne.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

Ja, bei einer Osteopathin, aber bisher nicht wegen dem Gewicht, sondern wegen Blockaden. Die Hebamme steht nur noch kurz und eher freundschaftlich zur Verfügung, sieht aber kein Problem in der Situation. Der Kinderarzt fordert seit dem 18.11.13 das Zufüttern mit Pre. Um die Milchpumpe musste ich kämpfen, da er davon ausging, dass die Kleine nach der Brust noch sicher jedes Mal 100ml trinken möchte und wie solle ich die denn alle pumpen?!?!?! Ich habe mich aber durchgesetzt und gesagt ich könne nach der Muttermilch ja immer noch Pre anbieten.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

Bei den Brustentzündungen Antibiotika (stillverträglich). Seitdem aber nichts mehr.

Am nächsten Montag sollen wir nun wieder zum Wiegen kommen und ich weiß nicht, was der Arzt sagt, wenn wir kaum was zugefüttert bekommen?!?!?! Ich denke die Kleine wird weiterhin langsam zunehmen, aber sie wird zunehmen. Ich möchte mir aber auch keine Vorwürfe machen müssen, weil sie zu wenig zunimmt. Aber ich bringe hier totalen Stress in eine eigentlich mMn funktionierende Situation.

Ich hoffe ja, dass sie einfach Schubweise zunimmt und ich denke, dass der Stuhl hier auch eine kleine Rolle spielt. Sonst war der Darm bei den KiA-Besuchen immer schon mindestens zwei Tage gefüllt, am Montag früh hatte sie schon zwei dicke Ladungen vor dem Termin ausgeschieden...

Ich bin verunsichert, was würdet ihr mir raten???

P.S. Nur eine Sache mag ich nicht versuchen, das BES. Wir haben schon so viel Unruhe an der Brust und genug Milch habe ich auch, also wenn sie mehr an der Brust trinken wollen würde, könnte sie das ja direkt tun.. Das Löffeln oder Bechern könnte ich allerdings mal versuchen.
Mami vom mini-maedchen (August 2013)
jusl
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Re: Zufüttern nötig???

Beitrag von jusl »

Hallo maedchen,

vielen Dank für Deine Daten; da hast Du schon viel zusammengetragen, prima.

Also, wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist Euer KiA mit der Gewichtzusnahme "nur" von U4 zu heute unzufrieden, korrekt?
16.10.13: 4120g (KiA U4)
[...]
18.11.13: 4450g (KiA), 11x gestillt, 3x Stuhl, 6x Urin
In dieser Zeit -korrekte Messwerte vorausgesetzt, was keineswegs feststeht - lag die durchschnittliche Gewichtszunahme bei rund 70 g pro Woche. Das ist in der Tat ein niedriger Wert für ein Baby in dem Alter, es besteht also der VERDACHT auf eine Gedeihstörung. Regel Nr.1 bei Verdacht auf eine Gedeihstörung: Erstmal schauen, ob es wirklich eine ist. :wink:

Genau dies möchte ich Euch vorschlagen. Die Aufforderung des KiAs, nächste Woche zum Wiegen wieder zu kommen, geht ja in eine ähnliche Richtung. Ich plädiere aber dafür, das Ganze etwas strukturierter anzugehen, einfach um die Aussagekraft zu erhöhen. Euer Baby ist ja offensichtlich NICHT AKUT gesundheitgefährdet, das hat auch der Arzt bestätigt, deshalb kann das Zufüttern bis dahin warten, bis die Gedeihstörung durch weitere Daten belegt ist.

Ich schlage also vor:
* Weiterhin nach Bedarf stillen, ca 10 mal in 24 Stunden.
* Schnullereinsatz minimieren, möglichst ganz weglassen.
* Täglich Doku des Gewichts, gemessen mit GUTER Methodik. Wie das geht, steht in unserer Grundinfo Gewicht, Gedeihen und korrektes Wiegen (bitte lesen!..)

Und dann schauen wir mal, was die nächsten Tage bringen.

Kannst Du mit diesen ersten Hinweisen etwas anfangen?
Wollen wir es so machen?

LG
Julia
maedchen
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Re: AW: Zufüttern nötig???

Beitrag von maedchen »

Liebe Julia,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!! Ich habe nun richtig Mut und Motivation es anzugehen. Mit deinen Vorschlägen bin ich natürlich einverstanden.

Der Arzt hat bei der U4 gesagt, dass die Kleine etwas wenig zugenommen hätte, er das aber, wenn er mich betrachtet für unbedenklich hält.

Ich hatte vor der Schwangerschaft einen BMI von 18 und jetzt (dank einiger Stillpfunde, die ich mir nach den Brustentzündungen wieder angefressen habe) einen von 20. Mein Mann ist ebenfalls schlank und war ein super zierliches Baby und Kleinkind. Bilder von ihm auf dem Wickeltisch könnte man mit unsrer Tochter verwechseln.

Was sage ich denn am Montag dem Arzt, warum ich nicht zugefüttert habe? Er wollte ja nicht mal, dass ich Muttermilch zufütter, ich befürchte er hält meine Milch für nicht gut genug :(.

So, der Mann war gerade eine Waage besorgen und unten gibt es direkt das erste Ergebnis. Ich hätte mir natürlich etwas mehr als Montag erwartet, aber ich weiß ja: unterschiedliche Waage, Zeit, etc.

07.08.13: 3200g (U1 Geburt zu Hause)
15.08.13: 3150g (KiA U2)
11.09.13: 3630g (KiA U3)
25.09.13: 3850g (Hebi)
16.10.13: 4120g (KiA U4)
04.11.13: 4300g (Hebi)
18.11.13: 4450g (KiA), 11x gestillt, 3x Stuhl, 6x Urin
19.11.13: - , 10x gestillt, 4x Stuhl, 7x Urin, 10ml MuMi, 0ml
20.11.13: 4450g,

Den Schnuller versuchen wir zu minimieren. Auf jeden Fall schließe ich immer aus, dass es nicht auch stattdessen die Brust tun würde. Leider kommt sie zum Nuckeln gar nicht mehr an die Brust, sondern nur mit Hunger.

So das war's erstmal von mir.

Lieben Gruß
Mami vom mini-maedchen (August 2013)
maedchen
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Re: AW: Zufüttern nötig???

Beitrag von maedchen »

So hier kommen noch die restlichen Daten von heute:

07.08.13: 3200g (U1 Geburt zu Hause)
15.08.13: 3150g (KiA U2)
11.09.13: 3630g (KiA U3)
25.09.13: 3850g (Hebi)
16.10.13: 4120g (KiA U4)
04.11.13: 4300g (Hebi)
18.11.13: 4450g (KiA), 11x gestillt, 3x Stuhl, 6x Urin
19.11.13: - , 10x gestillt, 4x Stuhl, 7x Urin, 10ml MuMi, 0ml
20.11.13: 4450g, 10x gestillt, 5x Stuhl, 6x Urin
Mami vom mini-maedchen (August 2013)
jusl
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Re: Zufüttern nötig???

Beitrag von jusl »

Der Arzt hat bei der U4 gesagt, dass die Kleine etwas wenig zugenommen hätte, er das aber, wenn er mich betrachtet für unbedenklich hält.
Hä? :lol: Warum sollst Du dann so dringend zufüttern? "Notbremse ziehen" klingt dagegen ja richtig dramatisch.

Ich habe nun richtig Mut und Motivation es anzugehen. Mit deinen Vorschlägen bin ich natürlich einverstanden.
Prima. Dann gucken wir jetzt erstmal ein Weilchen, was überhaupt Sache ist bei Euch.
Ich hatte vor der Schwangerschaft einen BMI von 18 und jetzt (dank einiger Stillpfunde, die ich mir nach den Brustentzündungen wieder angefressen habe) einen von 20. Mein Mann ist ebenfalls schlank und war ein super zierliches Baby und Kleinkind. Bilder von ihm auf dem Wickeltisch könnte man mit unsrer Tochter verwechseln.
Das ist ein wichtiger Punkt. Veranlagung spielt eine große Rolle. In Eurem Fall macht dies eine handfeste Gedeihstörung noch unwahrscheinlicher.
Was sage ich denn am Montag dem Arzt, warum ich nicht zugefüttert habe? Er wollte ja nicht mal, dass ich Muttermilch zufütter, ich befürchte er hält meine Milch für nicht gut genug :(.
Ähm, Du bist aber nicht dazu da, Deinen Arzt zufrieden zu stellen, sondern Dein Arzt ist dazu da, Dich zu beraten und zu begleiten.
Du hast das RECHT, nicht zuzufüttern. Das musst Du nicht begründen. Bzw. Du kannst einfach sagen, dass Du erstmal noch etwas abwarten und die Gewichtsentwicklung in der nächsten Zeit genauer analysieren willst, um festzustellen, ob WIRKLICH Zufütterbedarf besteht.
Ganz harmlos. ;-)

LG und bis morgen
Julia
maedchen
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Re: AW: Zufüttern nötig???

Beitrag von maedchen »

Ja, Notbremse ziehen waren meine Worte, aber es fühlte sich so an. Ich war auch etwas überrumpelt, nachdem er bei der U4 noch so 'locker' war.

Rein logisch weiß ich auch, dass ich das Recht habe eigene Entscheidungen für mein Kind zu treffen. Das ist nur für mich schwer mit Worten auch zu unterstreichen. Er wollte mir nicht mal eine Waage verschreiben und sagte, das würde mich nur verrückt machen und für die Milchpumpe musste ich die Arzthelferin zweimal zu ihm rein diskutieren schicken (fiel mir erst später ein, als wir mit dem Arzt schon durch waren), bevor ich dann das Rezept bekam.

Aber klar so wie du schreibst kann ich es ihm sagen.

Ich finde die Veranlagung eigentlich auch ziemlich wichtig und bin froh, dass du das ähnlich siehst :-)

Lieben Gruß und bis Morgen
Mami vom mini-maedchen (August 2013)
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Re: Zufüttern nötig???

Beitrag von jusl »

Ja, Notbremse ziehen waren meine Worte, aber es fühlte sich so an.
Achso, sorry, da hatte ich Dich zunächst falsch verstanden.
Er wollte mir nicht mal eine Waage verschreiben und sagte, das würde mich nur verrückt machen
Kennt Ihr Euch näher, oder woher kann er so sicher beurteilen, "was Dich verrückt macht"? :lol:

Nee, im Ernst, lass uns jetzt einfach erstmal ganz vernünftig dran gehen. Erstmal in Ruhe schauen, was Sache ist, und dann, wenn belastbare Daten auf dem Tisch liegen, kann man immernoch entscheiden, ob da Maßnahmen nötig sind oder nicht.
Das machen wir jetzt erstmal.

LG
Julia
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Re: AW: Zufüttern nötig???

Beitrag von Nautilus »

Wie nett, so ein Arzt, der für dich mitdenkt und entscheidet. :shock:
Nein im Ernst,Du klingst sehr entschieden in Deinem Gefühl und solltest dem auch vertrauen. Dieser Arzt hat von Säuglingsernährung bzw stillen offensichtlich nicht viel Ahnung und noch dazu eine übergriffige Art- da würde ich echt keine Energie darauf verwenden, zu überlegen was Du mit ihm besprechen könntest, Du musst Dich nicht rechtfertigen und fertig. Ich finde, Du klingst sehr überlegt und besonnen und das sind super Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufzucht :D:D

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maedchen
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Re: AW: Zufüttern nötig???

Beitrag von maedchen »

Hallo :),

der Arzt kennt mich natürlich nicht näher und ich fand die Aussage auch komisch, bin aber in solchen Momenten einfach überrumpelt und null schlagfertig.

Nautilus, danke für deine lieben Worte. Ich finde auch, dass der Arzt ziemlich übergriffig ist und manchmal sind seine Aussagen wirklich wenig logisch. Zum Beispiel findet er unsere normale Stilldauer von 5-10 Minuten viel zu gering und trägt mir im nächsten Satz auf, jetzt nur noch höchstens 10 Minuten zu stillen, damit noch was von der Pre reingeht ;).

Hier nun das Gewicht von heute.

07.08.13: 3200g (U1 Geburt zu Hause)
15.08.13: 3150g (KiA U2)
11.09.13: 3630g (KiA U3)
25.09.13: 3850g (Hebi)
16.10.13: 4120g (KiA U4)
04.11.13: 4300g (Hebi)
18.11.13: 4450g (KiA), 11x gestillt, 3x Stuhl, 6x Urin
19.11.13: - , 10x gestillt, 4x Stuhl, 7x Urin, 10ml MuMi, 0ml
20.11.13: 4450g, 10x gestillt, 5x Stuhl, 6x Urin
21.11.13: 4500g

Gerade waren wir beim Stilltreff und es tut unheimlich gut sich mit anderen Mamis auszutauschen!

Lieben Gruß
Mami vom mini-maedchen (August 2013)
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Re: Zufüttern nötig???

Beitrag von Nautilus »

Puh. Man könnte fast drüber lachen, aber eigentlich finde ich das Thema viel zu ernst dafür. Schließlich geht es um das gute Gedeihen eines Säuglings, da kann ich doch nicht einfach Tipps auch noch als Befehl raushauen, deren Befolgung ernste Folgen haben kann, wenn ich mir nicht ganz sicher sein kann, dass ich die Funktionsweise von Milchdrüsen und den Umsatz von Muttermilch beim Säugling verstanden habe! So viel Selbstkritik gehört meiner Meinung nach zur Professionalität eines Arztes dazu, er MUSS wissen, wo er auf dem neusten Stand ist und wo nicht.

Ein Beispiel: Ich bin Richterin am Arbeitsgericht, da tauchen ganz oft Fragen aus dem Sozialrecht auf (von dem ich so gut wie keine Ahnung habe), manchmal hängt ein für mich mit keiner weiteren Arbeit verbundener Prozessausgang daran, ob das Arbeitsamt in einer bestimmten Konstellation Arbeitslosengeld zahlen wird oder nicht. Oft schauen mich die Parteien dann hilfesuchend an und natürlich könnte ich ihnen, mein Pokerface trainierend, sagen, dass sie natüüürlich ALG beziehen werden - falls nicht, könnten sie mir hinterher nichts, wären halt nur um die Erkenntnis reicher, dass Arbeitsrichter unter Umständen genau so viel Ahnung vom Sozialrecht haben wie sie selbst. Mit der Empfehlung zur Fütterung von Pre kann Dein Arzt genauso wenig "falsch" machen, denn für ein unfreiwilliges Abstillen wirst Du ihn kaum "haftbar" machen können und lediglich die Erkenntnis gewinnen, dass Kinderärzte nicht zwangsläufig Ahnung vom Stillen haben. Gute Stillberatung erfordert hingegen wesentlich mehr Aufwand - wenn man bedenkt, dass man hierfür zunächst einiges an Hintergrundwissen erwerben muss (so viel, dass es extra Experten hierfür gibt, nämlich Stillberater), neuere Erkenntnisse verfolgen muss und das auch noch dem Laien kompetent vermitteln sowie engmaschig überwachen muss (s. nämlich z.B. hier die zahlreichen Threads von Mondenkind und Jusi), dann wird klar, warum es für Kinderärzte einfach VIEL weniger aufwendig, weniger kostenintensiv und obendrein risikoärmer ist, ein Fläschchen Pre nach jeder Mahlzeit zu empfehlen.

Ich persönlich stelle den Anspruch, der, s. o., an mich gestellt wird, aber genauso an Dienstleister, v. allem, wenn sie dafür gut entlohnt werden. Und ehrlich, gute Ärzte (gute Richter, gute Anwälte, gute Handwerker...:D) wissen, was sie können und was nicht und sie sind, weil sie gut sind, in der Lage, Erkenntnisse zu diskutieren. Wird dieser Anspruch nicht erfüllt, würde ich ernsthaft zum Weitersuchen raten. Ist aufwendig, aber ich kann Dir aus Erfahrung sagen, es zahlt sich doppelt und dreifach aus. Allein die Beruhigung, sich in guten und kompetenten Händen zu wissen, ist schon viel wert. Und was man für einen Ärger vermeidet, indem man sich unlogische, verunsichernde, übergriffige Diskussionen erst gar nicht mehr antun muss, brauch ich Dir ja sicher nicht sagen. Ich habe meine Hausärztin gewechselt (und bin rückblickend viiiiel zu lange geblieben!), meine Gynäkologin, die meinen Wunsch nach nicht-hormoneller Verhütung ins Lächerliche gezogen hat und leider überlege ich auch aktuell, den Kinderarzt zu wechseln, weil er sich meiner Meinung nach zu wenig Zeit nimmt :(.
Lange Rede, kurzer Sinn: Du musst auch überhaupt nicht schlagfertig sein, Du musst überhaupt nichts, ausser vielleicht Dir diesen Arzt nicht weiter anzutun ;). Du bist hier in wirklich unstreitig kompetenten Händen gelandet und kannst Dich daher beruhigt "zurücklehnen" und hier mit jusi alles weitere klären. Der Arzt scheint mir eher Energie zu "fressen", die Du anderweitig brauchst.

Ich drücke Euch fest die Daumen, dass Ihr Euch auf Euch konzentrieren könnt und das Großwerden Eurer Tochter ohne Sorge geniessen könnt - und da bin ich ganz zuversichtlich!
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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