Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Laily

Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Laily »

Hallo,

ich mache mir gerade so einige Gedanken ums gelegentliche Zufüttern von Muttermilch um ein bisschen "Freiheit" zu erlangen. Dabei bin ich über dieses Forum gestolpert und werde doch auch gleich mal hier meine Gedanken und Fragen los.
Unser Kleiner ist nun 7 Wochen alt. Ich würde gerne bald einmal die Woche wieder zum Trainieren gehen und wäre dann mindestens zwei Stunden weg. Der kleine Mann trinkt zur Zeit immer alle zwei Stunden. Aber da man das zeitlich ja nicht so genau abpassen kann, wollen wir doch das der Papa im Falle des Falles zufüttern kann. Und sollte alles gut klappen, kann ich mir auch mal mehr Zeit lassen :wink: .

Es wäre sehr schön wenn das klappen würde. Dann aber kommt wieder ein schlechtes Gewissen auf. Ist es nicht egoistisch mir diese freie Zeit nehmen zu wollen? Wäre es nicht besser fürs Babys immer da zu sein fürs Stillen? Doch das Training fehlt mir so sehr. Wäre es nicht auch gut fürs Kind ne vom Training gut gelaunte Mama zu haben? So dramatisch wirds doch nicht sein, das machen doch auch andere Mütter. Hach, es ist gerade ein ständiges hin und her.

Nun habe ich hier schon von stillfreundlichem Zufüttern gelesen. Aber ehrlichgesagt fände ich es am einfachsten wenn es mit dem ganz normalen Sauger klappt. Damit sind wir schon ausgestattet, da wir so viele geschenkt bekommen haben. Ich hatte eher überlegt ob es Sauger gibt die besser oder schlechter sind? Und das man sich warscheinlich einen Sauger aussuchen sollte? Oder ist das wirklich so schlecht und man soll stillfreundlich Zufüttern? Am Schnuller nuckelt der kleine gern mal, allerdings nur wenn man ihn festhält. Denn er schafft es nicht ihn im Mund zu lassen und er fliegt sofort wieder raus. Und nach ner Weile beschwert er sich, weil aus nem Schnuller nichts raus kommt. Deswegen gibts den nur sehr selten um mal kurze Zeiten zu überbrücken.
Und dann sind da noch so viele Fragen. Sollten wir das vorher üben? Wie viel Milch sollte für eine Mahlzeit da sein? Wie pumpe ich das am geschicktesten ab? In kleinen Mengen oder immer gleich ne ganze Flasche voll (hab einmal abgepumpt und da war recht zackig ne kleine Flasche ohne Probleme gefüllt)? Wieviel Vorräte sollte ich anlegen? Soll ich überhaupt Vorräte anlegen und einfrieren oder einfach an dem Tag an dem es benötigt wird sammeln und es nur in den Kühlschrank stellen? Gibt es dann Probleme mit der Brust? Wird die Milchproduktion verändert? Wie geht man da beim ersten Zufüttern am besten an die Sache ran?

Das Stillen klappt so gut. Ich hoffe mir da nichts kaputt zu machen und mache mir deswegen so nen Kopf. Ich hoffe ja darauf hier beruhigt zu werden :wink: .
EhULao

Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von EhULao »

Hallo!
Ach, ich hab immer so einen Respekt vor leuten, die so gerne trainieren gehen...ist bei mir nicht so :mrgreen:
Ich persönlich denke, dass du auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen haben solltest...7 Wochen lang alle 2 h stillen ist echt anstrengend, so ein kleiner Mupf sowieso und ne kurze Pause (in der das Baby ja mit papa kuscheln darf...ist doch für ihn auch schön) wirklich mehr als verdient. Ich stille nun seit 18 Wochen alle 1,5-2 h (ok, nachts hatten wir GELEGENTLICH auch mal einzelne Phasen mit 3h-Abstand, ist aber selten) und kann dich SEHR gut verstehen, dass man mal was für sich machen will (bei uns nimmt Keks leider gar nichts an außer Brust mittlerweile, obwohl er Sauger kannte und auch konnte -aus dem KH- Schnuller wird verweigert, Finger meist ebenso...und ich musste auch mal gelegntlich weg für 1-2 h, wo er bei Oma oder Papa war...dann hat er gewartet, war aber schon unglücklich...Becher ging auch nicht...). Ich denke daher, man sollte tatsächlich vorher mal ausprobieren, was das Kind annimmt, bevor du weggehst...aber am Besten direkt durch den Papa (bei dir ist ja die Brust zu nah für ihn :lol: ) und stillfreundlich (z.B. eben Becher)...aber da wird jemand von den Stillprofis sicher noch mehr dazu sagen können. Bei meinem hatte ich damals im KH gemerkt, dass er, wenn er mehrmals hintereinander die Flasche bekommen hatte (z.B. weil ich morgens noch nicht da sein konnte wegen Besuchszeiten und er Hunger hatte...da hatte er in der Nacht 2-3 Fläschen und morgens dann eben auch noch eines) nicht mehr so gut an die Brust ging und ich wirklich Probleme mit Anlegen hatte....am Abend wars dann wieder besser, wenn ich tagsüber nach Bedarf stillen konnte....also machen Sauger schon was, wenn man es auch nicht gleich bemerkt vielleicht...ob das jetzt bei einemal die Woche auch so sein muss...ich weiß nicht. Wahrscheinlich wird es eh gar kein Problem sein, wenn du ihn vor dem Weggehen stillen könntest und gleich nach dem Heimkommen...aber ich versteh dich, ich hätte da auch gerne back-up.

Pumpen kannst du ja an dem Tag, denke ich, im Kühlschrank ist die Milch so auf jeden Fall frisch...ich habe noch viele gefrorene Reserven aus der KH-Zeit, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass mein Mupf die aufgetaute Milch nicht sooo gerne hatte, vielleicht klappt es deshalb jetzt mit der Ersatzfütterung nicht mehr...na ja, bis Beikoststart krieg ich das auch so hin, hoffe ich.
Alles Gute dir!

LG Lee
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Katha
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Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Katha »

Also Saugverwirrung kann immer auftreten.
Sie muss nicht immer so massiv sein, dass der Säugling nur noch schlecht oder gar nicht mehr an die Brust geht.
Manche Kinder stillen sich zB mit "6 Monaten von selber ab" - wenn es das gäbe, wär die Menschheit schon längst ausgestorben ;)
Wir hatten gelegentlich Fläschchen (war noch nicht so SuT erfahren), plötzlich wollte kl. Hase sie nicht mehr. Hätte auch andersrum laufen können…

Fürs Bechern brauchst Du nichts spezielles. ZB die Deckel von den Av*nt Fläschchen gehen ganz gut. Oder kleine Schnapsgläser
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
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Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

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Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Kröte »

Ich will dir bestimmt keine Angst machen, hab aber bei meiner cousine hautnah mitbekommen wie so ne saugverwirrung bzw saugpräferenz von statten geht. Der lütte hat immer parallel zum stillen ein teefläschchen gehabt. (Auf mich hat sie nicht gehört, lieber auf die Hebamme) dann gab es fünf Wochen richtig Theater an der Brust mit an und abdocken, dann wurde er nicht satt und sie hat abgestillt, weil er nicht mehr wollte und sie keine Milch mehr hat. Tja, warum wohl.
Es gibt ja einige andere Möglichkeiten dass Papa das Baby satt kriegt oder auch nur beruhigt
Und dann gibt es die Fälle die bis zum brei von Papa gar nix genommen haben (kleine kröte zb ;) )
Ich war froh drum denn ich hatte echt Angst dass sie dann nicht mehr an die Brust will denn dann hätte sie NIE geschlafen
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Kröte
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Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Kröte »

Ach so der kleine meiner cousine ist jetzt sieben Monate, es ging also fünfeinhalb Gut...
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Wortgewitter
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Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Wortgewitter »

Nimm doch eine stillfreundliche Zufüttermethode, damit gehst Du auf Nummer sicher.

bei uns war es so, dass meine Tochter ALLES außer der Brust KOMPLETT verweigert hat. Sie hat so durchaus mal fünf Stunden ohne stillen ausgehalten - Papas Versuche, sie zuzufüttern hat sie einfach ignoriert :wink: . Geweint hat sie gar nicht - als ich dann da war, musste es aber SEHR schnell gehen :D
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

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Ich möchte jemanden einsingen,
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Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von nido56 »

Hallo,
bei uns hat das einige Monate lang gut funktioniert, dass der Papa einmal die Woche ein paar Stunden allein war mit dem Kleinen und ihn dann mit dem Flaeschchen gefuettert hat. Irgendwann gab es dann aber auch bei uns eine "Saugverwirrung" (eher Saugpraeferenz). Er hat dann naemlich auf einmal die Flasche verweigert. Jetzt weiss ich, was fuer ein Glueck wir hatten, dass es so ausgegangen ist. Beim naechsten Mal wuerde ich auf jeden Fall auf eine saugfreie Zufuettermethode bestehen, auch wenn das fuer den Papa natuerlich mehr Arbeit ist. Das Risiko (ueber das ich damals noch nicht so genau bescheid wusste) waere mir zu hoch!

Bei 2 Stunden Abwesenheit brauchst Du ja auch nicht sooo viel Milch. In wenigen Wochen wird Dein Kleiner wahrscheinlich schon so weit sein, dass Du vorher und nachher stillen kannst und er derweil gut ohne auskommt. Da wuerde ich wahrscheinlich am Vortag abpumpen und die Milch in den Kuehlschrank stellen.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Laily

Re: Gelegentlich Muttermilch aus Fläschchen?

Beitrag von Laily »

Ich habe meinem Freund vom Bechern erzählt. Aber davon ist er so gar nicht begeistert. Das hatte ich mir allerdings schon gedacht. Er meinte er liese sich ja auf viele alternative Dinge ein, aber das wär ihm dann doch zu viel des Guten. Er hat statt dessen vorgeschlagen das er immer mit geht zu meinem Training und halt in der Zeit in der Nähe spazieren geht und wenn der Kleine Hunger hat kommt er dann halt rein. Ich kann ihm schlecht sowas wie Bechern aufdrücken wenn er das nicht will. Aber fand das schon mal super das er mit einem Kompromiss gekommen ist das er mit gehen kann zu meinem Training. Bei schlechtem Wetter wird es ihm allerdings sicher keinen Spaß machen spazieren zu gehen. Aber vielleicht bekommen wir es ja auch wirklich hin die zwei Stunden mit kurz vorher und kurz danach stillen zu überbrücken. Das Fläschchen wäre dann wirklich nur für den Notfall. Und ich hoffe doch wenn er mal ein oder zwei mal ein Fläschen mit Sauger bekommt das ihn das nicht gleich so aus der Bahn wirft das daraus eine Saugverwirrung wird.
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