Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

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hummel2
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Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von hummel2 »

Hallo,
ich weiß jetzt gar nicht unter welchem Betreff, ich das Thema schreiben soll. Bei meinem Sohn (16 Monate) ist es, wie wohl recht häufig bei Kindern der Fall, dass er, wenn er mit irgendwas "aufhören" soll, was ihm gut gefällt, teilweise furchtbar weint und schreit.
Meistens lässt er sich leicht wieder beruhigen oder ablenken, aber heute abend war es ganz schlimm, er war ganz schrecklich verheult, er hat mir furchtbar leid getan, aber trotzdem hab' ich dann irgendwann die Geduld verloren und ihn angeschnauzt (das tut mir so leid). Konkreter Anlass: Er pritschelt so gerne in der Küche im Waschbecken, er darf es nicht so oft, weil dann natürlich die ganze Küche unter Wasser steht, aber heute nach dem Abendessen war er noch gut drauf, noch nicht so müde und ich war den ganzen Tag in der Arbeit und wollte mit ihm noch was nettes machen. Wir haben dann ca. ne halbe Stunde "gepritschelt", aber irgendwann muss man ja auch mal wieder aufhören, er war klitschnass, ich war klitschnass, er sollte dann auch irgendwann in's Bett....Er hat dann so schlimm geweint, als er aufhören musste, dabei wollte ich ihm ja eigtl. was gutes tun, aber das ist ja dann wohl voll nach hinten losgegangen.

Wie macht Ihr das? Macht Ihr dann bestimmte Sachen mit den Kindern erst gar nicht mehr, wenn Ihr wisst, dass sie nicht aufhören können (in dem Alter kann man wohl auch schwer verstehen, dass man am nächsten Tag dann wieder pritscheln darf), oder findet ihr, dass müssen sie irgendwann lernen, dass man Dinge nicht ewig tun kann, auch wenn sie Spaß machen? Oder denkt Ihr, es ist besser, wenn die Kinder diesen Frust erst lernen und aushalten können, wenn sie älter sind und es verstandsmäßig besser auf die Reihe bekommen? Ich bin irgendwie voll durch den Wind deswegen, vor allem auch, weil meine Mutter, die tagsüber auf ihn aufgepasst hat, und abends noch da war, und es mitbekommen hat, mir voll die Vorwürfe gemacht hat, dass ich das arme Kind vor dem Schlafen gehen so "aufmöbele", dass er jetzt so traurig ist und dass er jetzt so schlimm verheult in's Bett gehen muss....Ich wollte doch nur auch noch was nettes mit ihm machen, dass er dann erstmal meckert, war mir klar, aber zum einen wusste ich nicht, dass es so schlimm wird (wahrscheinlich auch, weil er dann doch müde war!), aber ich hab' mir halt gedacht, so ist das halt, dass man Dinge auch mal wieder aufhören muss...

sorry für's jammern!
sflia
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Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von sflia »

Hi...
Du Arme!!!! Du bist nicht allein! Hier gibt es in letzter Zeit immer Gebrüll, wenn wir aufhören zu duschen, zu baden, von draussen rein gehen, usw...ich denke das gehört einfach mit dazu! Nützt ja alles nichts.
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palme56
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Re: AW: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von palme56 »

Hier auch so, ähnliches Alter.
Ich versuche möglichst keinen abruptes Ende beim Spielen zu machen, sondern sage dann z.B. noch drei mal, dann ist Schluss und wir gehen ins Bett oder was auch immer. Manchmal hilft es, manchmal nicht.


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Grünfrosch
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Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von Grünfrosch »

Ich mach es wie Palme. Eine Ankündigung, dass bald Schluss ist. Meist probier ich das irgendwie zu verdeutlichen "noch zweimal balancieren" oder "ich trag dich noch bis zum roten Auto", damit das Tochterkind schon weiß, dass danach Ende ist. Klar, begeistert ist sie dann auch nicht immer. Aber wenn ich etwas unangekündigt beenden möchte, ist der Frust deutlich größer!
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eve
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Re: AW: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von eve »

Ich würde so oft wie möglich Situationen provozieren, in denen mein Kind allein entscheiden kann, wann es sein Tun beendet. Warum wolltest du, dass dein Sohn aufhört? War das jetzt wirklich so wichtig? Vielleicht hätte er nach kurzer Zeit ganz von allein ins Bett gehen wollen. Warum stehen deine Wünsche über seinen? Und meiner Meinung nach super wichtig: Wenn ich WIRKLICH etwas gegen den Willen meines Kindes entscheide, gebe ich mir größte Mühe, es in seiner Trauer und Wut anzunehmen!
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hummel2
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Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von hummel2 »

danke für die schnellen antworten, hab' mich jetzt schon ein bisschen beruhigt, auch wenn ich immer noch ein schlechtes gewissen habe, vielleicht hätte ich ihn gar nicht spielen lassen sollen, dann hätte er nicht den Frust gehabt, aber andererseits hat es ihm doch auch so spaß gehabt, aber leider eben mit Nachgeschmack. naja, vielleicht "lernt" er mit der Zeit auch, dass er wenn wir aufhören, bald wieder dort spielen darf...

eve, ich schwöre dir, wir würden jetzt immer noch am Waschbecken stehen, wenn ich nicht aufgehört hätte ;-)
nein, im ernst, ich verstehe glaube ich den Gedanken, der dahinter steht und versuche auch, seine Wünsche zu respektieren, ihn soweit es geht, machen zu lassen, was er gerne möchte und auch so lange er eben möchte (manchmal nicht so einfach, bin recht ängstlich, aber ich arbeite dran). aber es gibt doch manchmal Situationen, die muss man eben beenden, weil man z.B. keine Zeit mehr hat und das sorgt dann für Frust. In der konkreten Situation war jetzt zwar kein Zeitmangel, aber ich musste die ganze Zeit neben ihm stehen und ihn halten, damit er nicht vom Stuhl fällt und irgendwann war ich platt (anstrengender Arbeitstag), nass und wenn er zu spät in's Bett geht, wird's auch immer schwierig. Und meine Wünsche sollen zwar nicht über seinen stehen, aber seine doch auch nicht immer über meinen? ich denke, da muss man, wie in jeder Beziehung doch einen Ausgleich schaffen. Wie machst Du das konkret, setzt Du Dich zwei Stunden neben die Badewanne und wartest bis das Kind raus will? (in dem Alter kann ich ihn natürlich noch nicht alleine lassen)

viele Grüße
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eve
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Re: AW: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von eve »

Ich weiß nicht, ob ich zwei Stunden neben der Badewanne stehen würde. Vielleicht. Aber ich bin mir sicher, dass ich mein Kind nicht schreiend aus der Wanne heben würde. Vielleicht könnte Mann mich ablösen. Oder ich könnte mein Kind mit Buch lesen, Hundespaziergang, Turm bauen, Kuchen backen begeistern.
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nido56
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Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von nido56 »

Schafft Ihr das echt, dass Ihr (fast) nie etwas gegen den Willen Eures Kindes beenden muesst? Das finde ich wirklich beneidenswert, ich bekomme das organisatorisch oft nicht hin. Heimgehen vom Spielplatz ist z.B. so eine Sache. Er wuerde spielen bis der Hunger riesig gross wird, aber dann muessen wir noch nach Hause laufen und ich muss das Abendessen zubereiten. Das habe ich schon probiert, dann bruellt er solange die ganza Strasse zusammen. Also muessen wir frueher los. Dann bruellt er auch, weil er noch spielen will. Argh!

Auch das Baden ist bei uns oft ein Problem. Oft ist einfach noch einiges im Haushalt zu erledigen und ich habe einfach keine Zeit, 2 Stunden im Bad zu sitzen. Wahrscheinlich waere das alles irgendwie zu organisieren. Am Wochenende fuer die ganze Woche vorkochen und portionsweise einfrieren, morgens 1 h vor dem Rest der Familie aufstehen und den Haushalt auf Vordermann bringen etc, etc, Aber ich kriege das einfach nicht geregelt. Ich bin irgendwie schrecklich unorganisiert.

Ich bin mir aber auch nicht so sicher, ob es wirklich mein Ziel sein sollte, mich total abzuackern und mein ganzes Leben umzustellen, damit der Kleine keinen Frust erfaehrt. Ich kuendige auch vorher an. Das bringt zwar bisher wenig im Bezug auf seine Wut, aber ich finde es fairer und hoffe, dass er sich dran gewoehnt. Die Antwort habe ich bisher noch nicht gefunden...
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palme56
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Re: AW: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von palme56 »

nido56 hat geschrieben:
Ich bin mir aber auch nicht so sicher, ob es wirklich mein Ziel sein sollte, mich total abzuackern und mein ganzes Leben umzustellen, damit der Kleine keinen Frust erfaehrt. Ich kuendige auch vorher an. Das bringt zwar bisher wenig im Bezug auf seine Wut, aber ich finde es fairer und hoffe, dass er sich dran gewoehnt. Die Antwort habe ich bisher noch nicht gefunden...

Das mag ich unterschreiben.
Es gibt Situationen, in denen muss mein Kind sein Frust aushalten. Wenn er mit dem Bobbycar auf der Straße fahren möchte und nicht auf dem Bürgersteig, oder wenn wir vom Spielplatz nach Hause müssen. Und 2 Stunden Badewanne wird es hier auch nicht geben.
Ich finde es sehr wichtig, dass mein Kind auch Frust lernt, klar begleitete ich ihn dabei und beruhige ihn und lasse ihn nicht alleine.
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Nautilus
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Re: AW: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Beitrag von Nautilus »

Äh nee NATÜRLICH wird hier NICHT zwei h gebadet und ich hab ihn auch schon nach Ankündigung schreiend aus der Dusche gehoben, sonst wäre seine Haut in Fetzen runtergekommen. Hier hilft dann Ablenkung mit neuer Aktivitat sehr gut. Aber prinzipiell funktioniert austoben lassen hier auch nur deshalb, weil er bislang in einem für mich machbaren Zeitrahmen ausgetobt und bereit für Neues wie heimgehen war ;)

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