nun wende ich mich mal an euch. Ich habe mich hier und da schon durchgelesen, jedoch habe ich das Bedürfnis auch persönlich zu fragen, denn ich habe einfach zu viel Angst etwas falsch zu machen.
Ich bin begeistert wie hier auf die Probleme und Sorgen eingegangen wird ! ...das gibt mir Hoffnung.
Ähnliche "Fälle" habe ich schon durchgelesen, jedoch unterscheidet es sich -wenn ich nichts übersehen habe- doch noch etwas.
Ich möchte gerne vom Teilstillen zum Vollstillen, habe bisher aber noch nicht wirklich zuvor voll gestillt, wie ich hier bisher gelesen habe.
Ende Juli ist unser Sohn geboren, mit 2900g und 48cm.
Nach zwei Tagen bin ich nach Hause, weiß nicht, ob das jetzt gut war oder nicht. Ich kam dort aber nicht zur Ruhe....
Die ersten 10-14 Tage waren leider sehr traurig, da ich in einer Depression hing und unbeschreiblich unglücklich darüber war dies "Mutterglück" nicht zu fühlen und war voller Zweifel.
....zum Glück wurde es dann endlich Stück für Stück besser und wir immer glücklicher !
Nicht ganz eine Woche nach Geburt ging es auch schon los mit der Zufütterung, warum weiß ich noch nicht mal. Wir denken, meine Hebamme wollte mich vielleicht "entlasten", da ich schon depressiv war, das Stillen zwar klappte (er saugte erst gut) aber der kleine Mann in der Nacht so oft kam und nicht zur Ruhe kam. Vielleicht nach ihrer Meinung auch da schon nicht optimal zunahm.... ich weiß es nicht mehr, ich habe nur "funktioniert" und getan was man mir sagte.
Dann hieß es zwischenzeitlich (seitens der Hebamme) dass er nicht genug zunimmt "er muss mehr trinken" ! Auch, dass er nicht richtig saugen würde. Während er an der Flasche sog, mussten wir diesen Griff anwenden, bei dem man in die Wangen drückt. Nebenbei pumpte ich ab, gab ihm die wenige Milch, dann Fläschchen.. alles wurde immer belastender.
Der Druck, dass mein Baby nicht genug trinken würde, die Trauer nicht genug Milch zu haben und die Mehrfachbelastung zwischen pumpen/Fläschchen/pumpen....
Anderseits sollte ich aber "einen Rhythmus" einhalten... Füttern alle vier Stunden... unser Baby aber sollte doch min. eine bestimmte Menge trinken. Wenn ich jetzt darüber nachdenke - herrje. Er hat viel gespuckt, sollte aber unbedingt das nächste mal mehr auf die Waage bringen ! Welch´ein Druck !
Jetzt ist mir schon vieles klarer, es geht mir natürlich auch besser.
Ich halte mich an keine Zeiten mehr, wenn er an die Brust will, kommt er dran... mein Wunsch nur noch: Vollstillen.
Ich hatte schon einen Versuch hinter mir, ganz unwissend wie es geht. "Einfach nur immer wieder anlegen" sagte man mir - das hielt ich einen Tag und eine Nacht aus, dann habe meinem so fürchterlich weinendem Baby ein Fläschchen gemacht, so konnte es nicht gehen ! Mein armes Baby !
Jetzt versuche ich es erneut, vorsichtig und langsam. Aber ich weiß nicht, ob ich es richtig mache. Wenn ich hier so lese - neee, dann bin ich noch nicht auf dem richtigen weg.
Ich weiß einfach nicht, ob mein Baby nun satt ist oder nicht... gebe ich Fläschchen oder nicht ?
Mein jetziger Stand:
Ich habe in den letzten drei Tage nur noch zwei mal am Tag zusätzlich ein Fläschchen gegeben. (Calma-Sauger)
Mal hat er 90ml getrunken und anschließend gespuckt, aber auch mal 140ml ohne anschließend zu spucken.
Aber ich glaube es ist zu wenig !?!? Will aber weiter, dass er mit "Hunger" an der Brust saugt.
Abpumpen klappt bei mir kaum, da gucke ich sehr gegen an !
Bekommt er Flasche, meldet er sich danach aber wieder so lange nicht... ist er müde und/oder zu satt, nuckelt er nur an der Brust rum.
Jetzt an der Brust saugt er gut an, mal hört man auch richtig Flüssigkeit in großen Schlucken fließen, danach das gehauchte K und irgendwann nuckelt er nur noch. Oft schläft er auch an der Brust ein. Nach dem stillen streckt er sich und wirkt zufrieden.(nimmt aber auch die Flasche noch, wenn man ihm mehr anbietet !?!?)
Deutliches saugen hält aber max. fünf Minuten an.
Ich mache schon Wechselstillen, wenn er müde wird motiviere ich ihn und nehme die andere Seite oder wickel ihn zwischenzeitlich. (aber irgendwann kommt ja auch keine Milch mehr)
Heute ist mir nochmal besonders aufgefallen: nach dem stillen streckt er sich und lacht, nach der Flasche fängt er an zu schreien und lässt sich nur mit Schnuller beruhigen.
(Schnuller gab´es von Anfang an. Laut der Kinderkrankenschwester durfte ich den ihm geben, wenn das Stillen klappt. Ja mein Verständnis zu dem Zeitpunkt: er saugt an der Brust = stillen klappt)
Ich habe "damals" beim abpumpen aus beiden Brüsten zusammen mal 40ml, mal 60ml bekommen, jetzt weiß ich dass man es nicht unbedingt mit der Menge gleichstellen kann, die ein Säugling raussaugt.
Seine ungefähren Trinkmengen waren (aktuell September und Anfang Oktober):
zwischen 350ml und 550ml am Tag. Davon pro Mahlzeit sehr unterschiedlich: zwischen 40ml und 155ml !
Aufgeteilt auf durchschnittlich 6 Mahlzeiten, Fläschchen immer im Anschluss ans Anlegen.
Er hat regelmäßig nasse Windeln !
Stuhl variierte nun. Wenn ich am Tag sehr oft anlegte, ist häufig wenig Stuhl in der Windel, trinkt er mehr Fläschchen, ist es ein (-zwei) mal am Tag, aber dann ist die Windel sehr voll.
Hmmm.... habe ich nun zum Trinkverhalten und Stillen alle wichtigen Angaben ?
Sein Gewichtsverlauf:
Geburt 2900g (48cm)
im KH noch: 2620g
26.07. 2660g
29.07. 2740g
30.07. 2840g
31.08. 2860g
03.08. 3000g
04.08. 3020g
13.08. 3380g
16.08. 3600g
20.08. 3680g
23.08. 3830g (53cm)
27.08. 4120g ( bis hier von Hebamme gewogen )
02.09. 4500g (Personenwaage)
10.09. 4700g (Personenwaage)
15.09. 4900g (Personenwaage)
23.09. 5300g (Personenwaage)
01.10. 5520g (Hebamme)
Am 09.10. (glaube ich) angefangen Fläschchengabe zu reduzieren !
11.10. 5500g (Personenwaage)
Babywaage gekauft:
13.10. 5520g (Abends gewogen)
14.10. 5580g (Morgens gewogen)
....ab jetzt wiege ich dann immer morgens nach stillen (dann liegt er ruhig) in sauberer Windel.
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So, jetzt habe ich ihm gerade nach dem stillen nochmal Fläschchen gegeben, die Angst, dass er zu wenig bekommt war einfach wieder größer... mein Gefühl war wohl er richtig: er trank gierig knapp 100ml hinterher
Ich hoffe, ich habe an alle Infos gedacht und einigermaßen geordnet.
Kann man mir helfen ? Wie gehe ich nun vor ? ....kann das nicht alleine, habe Angst mein Baby zu gefährden und/oder unter zu versorgen.
Traurige aber hoffnungsvolle Grüße
Merle