Liebe Alexandra,
so, da bin ich - entschuldige den Telegrammstil von tagsüber, ich komme immer erst am Abend dazu, in Ruhe zu schreiben
Danke für Deine vielen Antworten! Ich gehe mal der Reihe nach durch:
kiki03 hat geschrieben:Dann haben wir ja eine Sorge weniger,ist halt auch ungewohnt,meine anderen beiden hatten wesentlich mehr auf den Rippen und gerade wenn er so erkältet ist und so schlecht trinkt,hat man doch Angst er würde vom Fleisch fallen.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Gerade wenn man eher kräftige Babys gewohnt ist, kommt einem fast jedes andere normalgewichtige Baby auf einmal nahezu untergewichtig vor. Völlig normal (ging mir bei meinem Sohn so, der sehr proper war

). Und dass man sich um ein krankes Baby gleich nochmal mehr sorgt, ist auch völlig nachvollziehbar.
1. Nimmt ihn denn die Erkältung sehr mit? Ist das Näschen verstopft, so dass er schlecht trinken kann?
Das kann natürlich im Moment ein zusätzlicher Faktor sein, der zu schnellem Wiederabdocken, Frust und Tränen führt: Beim Stillen braucht man eine freie Nase, sonst kann man weder trinken noch atmen (versuch mal, mit zugehaltener Nase aus einem Strohhalm zu trinken). Es kann einige Male an- und abdocken brauchen, bis ein erkältetes Baby sich seine Nase "freigeschnieft" hat.
kiki03 hat geschrieben:Ich war während der Schwangerschaft in Behandlung und meine Dosis wurde angepasst,von der Seite gibts also kein Bedenken

prima!
kiki03 hat geschrieben:Nachts ist es durch den Halbschlaf eigentlich ganz gut,kommt zwar auch mal vor das er dann genauso wie am Tage durchdreht aber ehr selten,trinken tut er sehr oft. Wen nes gut läuft alle zwei Stunden,aber seit gut 3 Wochen ehr Stündlich ( Meine Augenringe sind bald gar nicht mehr weg zu denken

)
Das klingt gut - wenn die Nachtmahlzeiten gut funktionieren, ist das schonmal die halbe Miete

. Das mit dem häufigeren Aufwachen ist in dem Alter nicht ungewöhnlich und kann zudem auch mit der Erkältung zusammenhängen. Dein Baby holt sich also offenbar, was es braucht, auch wenn "stündlich" nach einer gerade sehr sehr anstrengenden Phase klingt

.
2. Kannst Du bequem im Liegen stillen und dabei weiterdösen? (Und schläft Dein Baby bei Dir im Bett oder musst Du nachts zum Stillen aufstehen?)
Auch tagsüber böte es sich an die gut klappenden Dauerstillmahlzeiten/Einschlafstillen/... im Liegen zu stillen, damit Du Dich dabei etwas ausruhen kannst. Ich stelle mir den Alltag mit bedürfnisstarkem Baby UND zwei älteren Geschwistern sehr fordernd vor, um es vorsichtig auszudrücken.
3. Wie ist das überhaupt tagsüber mit Deinen beiden Großen: Hast Du Hilfe bei der Betreuung und im Haushalt? Kannst Du Dich vielleicht sogar alle paar Tage mal mit dem Baby hinlegen, wenn es sein "2-Stunden-Schläfchen" macht? Hast Du Ruhe zum Stillen?
kiki03 hat geschrieben:Hmmm Pipiwindeln,ist genauso,mal mehr mal weniger,aber eigentlich achte ich drauf und würde auch zum Doc fahren wenn mal über Stunden wirklich nichts ist. Also alle 3-4 Stunden ist Sie "normal" voll.
Gut
kiki03 hat geschrieben:löl wie oft ich in 24 Stunden stille kann ich echt nicht sagen,dadurch das man es nach Bedarf macht und er teilweise wirklich halbstündlich dran möchte....
werde mal veruchen eine "liste" zu führen,mal schauen wie die dann aussieht

Ja, mach das mal
kiki03 hat geschrieben:Meist erkenne ich das er an die Brust möchte wenn er den Kopf zur Seite dreht und den Mund aufmacht,also am suchen ist,
Das ist prima. Gerade, wenn es Probleme mit Unruhe an der Brust gibt, ist es ausgesprochen hilfreich, mit dem Stillen zu beginnen BEVOR das Baby weint. Deshalb ist es gut, wenn Du schon auf zeitige Stillsignale reagierst

.
4. Bleibt Dir genug Zeit zum Reagieren zwischen seinem Suchen und dem tatsächlichen Andocken, dass er (meistens) gar nicht erst weint?
kiki03 hat geschrieben:er will natürlich nicht immer nur trinken,oft ist es auch nur nuckeln wollen.
Es ist nicht nötig, zwischen "Stillen aus Hunger" oder "Stillen zur Beruhigung"/"Nuckeln wollen" zu unterscheiden. Stillen ist immer ein Gesamtpaket, das ganz viele Babybedürfnisse (nach Nähe, Wärme, Nahrung, Körperkontakt, Geborgenheit, Trinken, ...) gleichzeitig erfüllt. Man muss dabei nicht drauf achten, welches Bedürfnis gerade im Vordergrund steht. Solange ein Baby gut gedeiht (was Deines offensichtlich tut!

), ist "nur" Nuckeln wollen genauso okay und gut wie "richtig" Trinken
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kiki03 hat geschrieben:Er saugt dann an (so ging es gestern den ganzen tag) und lässt dann nach 2-3 Zügen los und ja dann spritzt die Milch richtig raus,gestern hatte ich schon das Gefühl zu platzen da er kaum getrunken hatte. Leider verschluckt er sich auch sehr oft,wonach er natürlich sehr verärgert ist und noch mehr schreit.Das mit dem Luftschlucken kommt auch vor,aber nicht so oft!
Danke für Dein geduldiges Antworten: Ich denke, inzwischen habe ich eine Vorstellung, wo das Problem Deines Babys liegen könnte

. Vieles von dem, was Du schreibst, passt genau zu einem heftigen Milchspendereflex:
Es ist so, dass die Brust die Milch aktiv nach vorn in Richtung Brustwarze (BW) befördert, so dass das Baby sie dann aus dem Teil der Brust, den es im Mund hat (BW und möglichst viel des Warzenhofes) mit der Zunge herausmelken kann. Das nennt man "Milchspendereflex" (MSR). Im Laufe einer Mahlzeit werden normalerweise ein bis mehrere MSR ausgelöst und jedesmal bildet die Brust neue Milch - mit jedesmal höherem Fettgehalt. Nur ein geringer Teil der Milch wird zwischen den Mahlzeiten gebildet und gleich zu Beginn zur Verfügung gestellt.
Es kann nun vorkommen, dass die Milch beim MSR (vor allem beim ersten einer Mahlzeit) recht heftig aus der Brust herausspritzt. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn die Brust sich "sehr voll" angefühlt hatte und dann die Milch mit Druck herauskommt. Im ungünstigsten Falle treffen ein oder mehrere Milchstrahlen dem Baby dabei direkt in den Rachen oder es ist von der schieren Menge, die da auf es zukommt, einfach überfordert, beginnt hektisch zu schlucken, bekommt Schlucken und Atmen nicht mehr koordiniert, beginnt sich zu verschlucken - schließlich dockt es weinend ab, vielleicht mid dem halben Magen voller verschluckter Luft und müsste dringend aufstoßen - es ist aber ja noch hungrig, sucht also gleich wieder...
Ein bisschen als wolle man versuchen, gemütlich aus einem zu stark aufgedrehten Gartenschlauch zu trinken - das klappt einfach nicht. Verständlicherweise macht das dem Baby großen Frust und Kummer. (Und der Mutter in Folge nicht weniger).
kiki03 hat geschrieben:Es ist einfach alles so zermürbend,die die man kennt,die Stillen soooo gerne und da klappt es auch so toll und bei mir?
Vielleicht tröstet es Dich ein bisschen, dass Du mit einem heftigen MSR ganz und gar nicht allein dastehst! Im Gegenteil ist das eine der häufigsten Ursachen von Unruhe an der Brust. Und es gibt nicht wenige Frauen, die sich wie Du dann fragen, ob vielleicht ihre Milch nicht schmeckt (was völlig ausgeschlossen ist, keine Sorge!) oder ob das Baby nicht stillen will (ebenfalls ausgeschlossen) und ähnlich verständliche traurige Gedanken.
Auch den Gedanken an Abstillen finde ich in einer solchen, emotional ausgesprochen fordernden Situation nur allzu verständlich.
[Ich bin mir zwar sehr sicher, dass wir das Stillen für Dich und Dein Baby in Zukunft bestimmt deutlich angenehmer gestalten können

, aber ich möchte zu Deiner Beruhigung dennoch betonen: falls Du wirklich abstillen möchtest, finden wir bestimmt auch dafür einen Weg! Niemand muss beim Stillen "tapfer durchhalten", wenn es entgegen aller Wünsche und Vorstellungen einfach eine zu belastende Situation für alle Beteiligten ist und Füttern per Flasche (was ja z.B. durchaus auch - mindestens teilweise - abgepumpte Muttermilch sein könnte) nach Abwägung allen Für und Widers als die bessere Lösung erscheint.]
So, aber da sind wir ja noch lange nicht - jetzt gehen wir erstmal die Verbesserungsmöglichkeiten an

. Ich zitiere mal das Wichtigste aus dem Thread "Unruhe an der Brust" aus unserer
LINKSAMMLUNG STILLWISSEN:
Iris hat geschrieben:Bei starkem MSR helfen folgende Maßnahmen:
- Möglichst gegen die Schwerkraft stillen - z. B. in Hoppe-Reiter-Stelung (Kind "sitzt" - natürlich gut gestützt - auf Deinem Oberschenkel) oder stark zurückgehlehnt oder rücklings, d. h. im Liegen, während das Kind auf deinem Bauch liegt
- Häufig stillen, damit der MSR nicht so stark ist und das Kind nicht zu gierig bzw. nicht zu schnell frustriert. Stille also nicht nach der Uhr, sondern immer dann, wenn Dein Kind unruhig ist. Das darf auch ruhig mal 10 Minuten nach der letzten Mahlzeit sein.

- Gib Deinem Kind häufig Gelegenheit zum Aufstoßen.
- Nach dem Stillen halte Dein Kind möglichst aufrecht bzw. trage es z. B. aufrecht im Tuch und lege es nicht gleich hin (schon gar nicht auf den Rücken), damit es auch später noch aufstoßen kann. Überhaupt sind viel Körperkontakt und die aufrechte Haltung verdauungsfördernd und beugen Blähungen vor.
[...]
- Manchen Babys hilft es auch, wenn die Mutter vor dem Anlegen bereits ein bisschen "Druck" ablässt, indem sie ein wenig Milch ausstreicht.
(Vielleicht magst Du den Thread ja auch noch ganz lesen).
Einen Tipp habe ich erstmal ausgeklammert, der das Problem der Übervölle angehen würde. Es kann natürlich sein, dass eine gewisse Überproduktion mit hineinspielt in Euer Gesamtproblem - dann können wir auch das noch angehen (und sicherlich binnen weniger Tage auch da zum Ziel kommen). Da Dein Baby im Moment aber a) vielleicht gerade in einem Schub steckt (und darum z.B. durch häufiges nächtliches Stillen versucht, die Milchproduktion anzukurbeln) und b) erkältet ist (was das ausreichende Stillen wiederum erschwert), würde ich jetzt nicht auch noch künstlich in die Anpassung der Milchmenge eingreifen wollen.
Vielleicht ist ja bei den zitierten Tipps auch schon was dabei, das hilft. Was meinst Du dazu - würdest Du das probieren wollen?
So, nachdem ich jetzt während des Tippens dreimal durch eine Stillsession und Eindösen meinerseits unterbrochen worden war, leg ich mich beim nächsten Stillen jetzt dauerhaft neben mein schlafendes Baby und schlafe auch

Gute Nacht und bis morgen

!
LG, blueberry