am Rande der Belastbarkeit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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wipfli
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am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von wipfli »

Hallo,
ich muss mich gerade mal ausheulen. Ich bin gerade wieder am Rande meiner nervlichen Belastbarkeit angekommen. Zum Glück kümmern sich Oma und Opa gerade um den Knirps. Ich bin nämlich nur noch garstig zu ihm.
Zu unserer Situation: Welpe ist 13 Monate alt und ein Brustliebhaber. Seit er 5 Monate alt ist, will er nachts alle 2 Stunden an die Brust (wir schlafen im Familienbett mit Beistellbett als Verbeiterung). Es gibt nur selten mal eine Nacht, wo die Abstände größer sind. Vorletzte Woche waren wir im Urlaub und dort hat er so unglaublich gut geschlafen, nach dem Einschlafen 4 Stunden. Das war so erholsam. Und nach 5 dieser Nächte, dachte ich, der Knoten sei geplatzt und er würde das zu Hause jetzt auch so machen. Tut er aber nicht. Er will wieder alle 2 Stunden und seit 3 Nächten stündlich. Die letzten Nächte hatte er zudem einen fiesen Husten, sodass ich gar nicht schlafen konnte, im Morgengrauen richtig zickig zu ihm wurde und irgendwann in Gedanken schreiend das Schlafzimmer verlassen habe, um mich mit Oropax bewaffnet im Arbeitszimmer noch ne Stunde hinzulegen. Der Papa hat sich dann um den Welpen gekümmert. Blöderweise konnte ich dann meistens auch nicht mehr schlafen, weil ich so auf der Palme war, dass mir 1000 Dinge durch den Kopf schwirrten und mich alles einfach nur rasend machte.
Tags will Welpe im Moment auch andauernd an die Brust, kurz Mut tanken und dann weiterspielen. Das find ich mittlerweile auch nicht mehr schön. Es belastet mich. Ich sage immer häufiger "Ich kann das nicht mehr." und muss weinen. Leider haben wir im Ort keine Verwandten, die sich tags mal um den Welpen kümmern könnten, damit ich richtig schlafen kann. Also lege ich mich mit ihm zusammen hin. Das mache ich ziemlich konsequent seit Ostern. Das ist die einzige Möglichkeit, wie ich bisher "überleben" konnte, macht mich aber auch nicht glücklich. Ich dachte irgendwie, als Mama hat man auch mal ein Recht auf eine Stunde am Tag für sich und muss nicht die ganze Zeit nur ums "Überleben kämpfen". Am Wochenende hat mein Papa seinen 50. Geburtstag und ich versuche seit 2 Wochen ein Spiel für ihn vorzubereiten und habe es immer noch fertig bekommen. Ist denn nicht mal so viel Zeit drin????
Ich will endlich mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen!!!! Es müssen keine 8 sein, nicht mal 6! Ich wäre auch mit 4 schon zufrieden!
Immer öfter denke ich übers Abstillen nach. Eine Freundin sagte mir, es sei sinnvoller, erst tags mit dem Abstillen anzufangen, weil es für die Kleinen noch unverständlicher ist, wenn sie plötzlich nachts halbschlafend nicht mehr an die Brust dürfen. Oder soll ich einfach einen radikalen Schnitt machen? Ein Wochenende wegfahren und den Papa mit dem Welpen alleine lassen?
Ich kann so einfach nicht weitermachen. Bitte helft mir! Sagt mir, was ich tun muss, damit es besser wird!
Liebe Grüße, wipfli

mit Welpen (7/2012) und Christkind (12/2014)
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wipfli
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von wipfli »

Keiner?
Liebe Grüße, wipfli

mit Welpen (7/2012) und Christkind (12/2014)
Lotusblume2012
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von Lotusblume2012 »

Hallo wipfli

Ich kann die leider auch nicht weiter helfen, möchte dir nur kurz sagen;'dass es uns hier ähnlich geht.
Ich versuche derzeit das sanfte Ablöse Programm nach pantley . Ich finde es auch schwierig; dass man so unersetzbar ist und der chronische schlafmangel ist wirklich die Hölle. Hat dein Mann die Möglichkeit, einmal eine Nachtschicht zu übernehmen? Vielleicht probierst du mal diese pantley Methode- ich kann die noch nicht viel Berichten...
Solidarische Grüße und viel kraft!
Kleiner Mann, geb. 9/12
Lucanna
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von Lucanna »

Ich drück dich mal, wenn ich darf.

Ich habe vollstest Verständnis. Hier ist es seit knapp 2 Jahren ähnlich.
Ich halte mich damit über Wasser, dass er irgendwann bei seiner Freundin schläft.

LG
Lucanna
Matschkönig (09/11)
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Latascha
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von Latascha »

Oh ja, wie kann ich mich an die Nächte über Monate erinnern, in denen 13 mal gestillt wurde, und dabei sind wir erst nach 21 Uhr ins Bett und die Nacht war um 6.30 Uhr spätestens vorbei...
Ich hab letztlich ganz radikal nachts die Stillmahlzeiten reduziert. Ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Ich hab drauf geachtet, dass die Maus ordentlich Abendbrot gegessen hat und vor dem Einschlafen ausgiebig gestillt und dann einfach mal nein gesagt.
Glaub mir, wenn du den Punkt erreicht hast, dass dir ALLES recht ist, außer die Situation weiter so hinzunehmen wie bisher, dann fällt es dir auch leicht den Frust der Kleinen auszuhalten und ja, wenn die Kinder merken, das man voll und ganz hinter einer Entscheidung steht, dann können sie das auch schneller annehmen.
So hatten wir dann eben ein paar Nächte, wo die Kleine sich furchtbar aufgeregt hat und geweint und getobt hat. Die Nächte waren anstrengend, aber weitaus angenehmer als das Dauergenuckel. Ja und nach ein paar Tagen hat sie dann nur kurz protestiert und im Nu weiter geschlafen. Es hat nicht lange gedauert, aber kurz darauf hat sie dann auch durchgeschlafen, wollte vielleicht mal kurz kuscheln, aber dazu bin ich nicht mehr richtig wach geworden.
Ich kann dir nicht sagen, was der richtige Weg für euch ist, aber ich will dir Mut machen, dass ein Kind in dem Alter auch lernen kann, dass die Brust nicht zu jeder Zeit uneingeschränkt verfügbar ist und Mama auch ein wenig auf sich schauen muss!
Liebe Grüße
Latascha
mit Munchkin (09/10) und Monkey (09/13)

ClauWi Trageberaterin
beuteltier
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von beuteltier »

Hi,

Du hast mein ganzes Mitgefühl! Das hat mich sehr berührt zu lesen. Ich habe mit meinem kleinen viele viele viele solcher Nächte und Tage durchgemacht. Er ist jetzt gerade mal 2 Monate älter und ich habe gar keine Lust mehr, dass es so weitergeht.
Was mich fertig macht, ist dass er nach dem stillen oft noch mal trinken will und nochmal und das rumnuckeln am leeren Busen macht mich oft ganz wahnsinnig, dann Pack ich auch weg, dann weint er, schläft erst recht nicht und ich denke ich kann doch nicht eineinhalb Stunden wieder so daliegen. Und ich bin alleine, kein Papa. Ich will tagsüber grenzen ziehen, kein stillen außerhalb, das könnte ich letztes mal gut durchstehen, weil viel Ablenkung da war. Und das abends, muss jetzt verändert werden. Er ist alt genug. Es ist nur so schwierig die kraft für diese Veränderung zu finden. Ich denke auch ans abstillen, aber er hängt so wahnsinnig an der Brust. Wahrscheinlich als Resultat auf meine neuen versuche hängt er sich zur zeit auch nachts wieder alle 2 Stunden an die Tankstelle. Sogar der Mittagsschlaf wird dazu unterbrochen. Ich traue mich irgendwie dann nicht das zu unterbinden, ich bin so froh, wenn er schläft. Ich lege mich auch mittags mit ihm hin, weil ich sonst kaputt bin. Aber die Antwort liegt doch darin, für mich einen weg zu finden, der dann unser weg wird. Das ist was ich geraten bekomme und was ich auch einsehe. Aber es ist so schwierig. Ich muss einen Entschluss fassen. Auf einmal abstillen halte ich für sehr hart, der sanft weg ist mir lieber, auch wenn ich fürchte, dass der kleine nicht verstehen wird, wann er jetzt darf und wann nicht.

Ich habe gelesen, dass es wichtig ist dass die Babys selbständig in den Schlaf finden, also ohne Brust, dass das auch wenn sie nachts aufwachen bewirken kann, dass sie nicht wieder einen brustzupfel zum einschlafen benötigen. Daran arbeite ich jetzt aLs erstes, stillen ist ok aber einschlafen findet getrennt statt. Es ist hart, er ist gerade eben erst eingeschlafen. Ich bin todmüde.

Ich schaffe es nicht einfach nicht zu stillen, das bricht mir das Herz. Ich bekomme von seinem verzweifelten Geschrei Ohrensausen und Magenkrämpfe und muss am Ende selbst weinen. Das geht doch nicht.
Entschuldige etwas konfus alles.
Ich habe dir von uns hier erzählt, vielleicht hilft es etwas, aber ich denke deinen weg findest du selbst. und wenn du nicht mehr kannst , ändere etwas, es ist wichtig, dein Kind braucht eine gesunde Mama!
Wie du dich auch entscheidest, es ist wichtig, dahinter zu stehen! udn eine stillberaterin, die dich in dieser sache begleitet, ist hilfreich! Ich bin sehr sehr froh dass ich da jemanden habe!

Ganz viel kraft und ganz liebe Grüße!
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saiidi
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von saiidi »

Eine Freundin hat Nachts nach Gordon abgestillt aber tagsüber weiter gestillt.
Das hat bei ihr super geklappt, sie war da richtig happy.
Liebe Grüße
Saiidi

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nido56
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von nido56 »

Hallo, ich kenne Deine Situation. Bei uns war es so, dass immer, wenn ich dachte, "so, jetzt kann ich wirklich nicht mehr, jetzt stille ich nachts ab", einige gute Naechte folgten, die mich wieder von dem Gedanken abbrachten. Bei uns hing (und haengt) die Schlafqualitaet wohl stark mit den Zaehnen zusammen. Der Pirat hat insgesamt einen leichten Schlaf (von Mama geerbt, Papa schlaeft wie ein Stein), und wenn da das kleinste bisschen nicht stimmt (Zaehnchen drueckt, Schnupfennase stoert etc.) dann wacht er jedes Mal richtig auf, wenn er aus einer Tiefschlafphase auftaucht.

Bei uns wurde es mit etwa 15 Monaten deutlich besser. Jetzt, mit knapp 19 Monaten, habe ich nachts abgestillt (mehr oder weniger nach Gordon, obwohl ich es nicht streng nach Plan gemacht habe). Das hat super funktioniert und unsere Naechte nochmal deutlich entspannt. Allerdings haette ICH das naechtliche Abstillen auch nicht geschafft, wenn der Kleine wirklich verzweifelt geweint haette. Hat er zum Glueck nicht. Er hat eher wuetend gemeckert. Abends zum Einschlafen stille ich ihn noch immer. Oft schlaeft er dabei auch ein, manchmal dreht er sich im Halbschlaf von mir weg und schlaeft ohne Brust im Mund ein, und ganz selten tobt er noch ein bisschen im Bett rum, bevor er sich hinlegt und wirklich ganz allein in seinem (Beistell-)Bett einschlaeft. Wenn er nachts aufwacht, dann jammert er meist nur ein bisschen mit geschlossenen Augen, wuehlt etwas rum und schlaeft weiter. Also, ich halte die Aussage, dass Kinder erst lernen muessen, abends allein einzuschlafen, damit sie spaeter auch nachts wieder allein einschlafen koennen, fuer Unfug. Zumindest, denke ich, ist das nicht allegemeingueltig. Abends ist der Pirat noch viel zu aufgedreht vom Tag, da kommt er ohne die Brust nicht runter. Nachts klappt das hingegen immer besser.

Tagsueber will er im Moment deutlich haeufiger stillen, vermutlich, um sich zu vergewissern, dass er das auch weiterhin darf. Es stoert mich aber nicht so, weil ich jetzt deutlich ausgeruhter bin. Ich warte jetzt erstmal ab, wie sich das in den naechsten Wochen so entwickelt, und ueberlege mir dann, ob ich da auch noch etwas Struktur reinbringe.

Beim naechsten Mal wuerde ich, haette ich wieder so einen Schlechtschlaefer, vielleicht das naechtliche Abstillen etwas frueher angehen (aber auf keinen Fall im 1. Lebensjahr) und mir damit einige ziemlich harte Monate ersparen. Wenn Du jetzt das Gefuehl hast, dass Du einfach nicht mehr kannst, dann waere das vielleicht eine gute Moeglichkeit fuer Dich. Wenn man nachts mehr schlafen kann, dann findet man tagsueber vieles auch weniger nervig. Wichtig ist in dem Alter fuer Dein Kind ja nicht nur, dass es die Brust bekommt, wann immer es moechte, sondern auch, dass es eine ausgeglichene Mutter hat, die Kraft und Spass daran hat, sich mit ihm in verschiedener Weise zu beschaeftigen.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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wipfli
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von wipfli »

Danke für eure Antworten. Dachte schon, ihr haltet mich für eine totale Rabenmutter, die nur an sich denkt.
Es tut gut zu lesen, dass ihr auch solche Phasen habt und eure Lösungswege finde ich ganz toll. Und ihr habt recht, ich muss mich selbst für etwas entscheiden und meinen Weg finden. Das fällt mir im Moment ganz furchtbar schwer. Als ich den Threat aufgemacht habe, war ich total fertig und am liebsten wäre ich ein paar Tage alleine weggefahren, um Ruhe zu haben. Nun hatten wir 2 relativ angenehme Nächte. Ich habe die Situation angenommen und mich drauf eingelassen, hab mich zum Abhalten aufgerafft und ihn gestillt und irgendwie hat er gemerkt, dass ich ruhiger und entspannter bin und hat auch wieder ruhiger geschlafen. Hatten sogar mal ne 3stündige Schlafphase.
So geht es mir dann wie dir, nido
nido56 hat geschrieben: "so, jetzt kann ich wirklich nicht mehr, jetzt stille ich nachts ab", einige gute Naechte folgten, die mich wieder von dem Gedanken abbrachten.
In meinem Umfeld stillt niemand länger als ein Jahr, niemand drängt mich zum Abstillen und doch habe ich ständig das Gefühl, ich müsste mich dafür rechtfertigen, dass ich noch stille.
Im Februar soll der Welpe in die Krippe, weil ich wieder anfange mit Arbeiten. Ich hab Angst, dass ich das nicht schaffe, wenn ich nachts noch stillen muss. War auch ohne Kind schon anstrengend genug. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt muss Welpe nachts ohne Brust klarkommen und sich auch von Papa trösten lassen. Wie lange dauert denn so ein sanfter Abstillprozess? Und wo finde ich diese sanften Abstillmethoden nach Gordon und pantley? Gibts da Bücher? Oder Websites?
Liebe Grüße, wipfli

mit Welpen (7/2012) und Christkind (12/2014)
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Latascha
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Re: am Rande der Belastbarkeit

Beitrag von Latascha »

Wie lange es dauert kann dir nur dein Kind verraten. :wink:
Manche haben da ewig dran zu knabbern und es dauert sehr lange, bei anderen geht es wiederum ratzfatz.

Ob es zu den unterschiedlichen Abstillmethoden eine passende Lektüre gibt weiß ich nicht. Ich hab diesbezüglich nie irgendwas gelesen oder eine bestimmte Methode angewandt. War alles sehr laienhaft hier. :lol:


Das ein paar gute Nächte dann wieder für etwas Kraft und Durchhaltevermögen sorgen kenn ich ebenfalls! Ich glaube nur so habe ich dieses eine Jahr in dem es besonders schlimm war überlebt...
Liebe Grüße
Latascha
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ClauWi Trageberaterin
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