Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

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Shakti
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Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von Shakti »

heute brauche ich mal wieder Rat/Hilfe unserer Stillprofis

Vor zwei Wochen war ich zur Blutabnahme beim Arzt.
Mache immer mal wieder Kontrolle, weil ich vegetarisch/vegan lebe.
Nach dem KS war der Eisenwert total im Keller und ich bin müde, schlapp, also wollte ich mal wieder schauen lassen, zur Sicherheit, nicht dass unser Schatz zu wenig Eisen bekommt.
Also, kommt die Müdigkeit vom Eisen oder vom Stillkind :wink: ?!

Und heute höre ich total überrascht, Eisen ist gut, aber Schilddrüsenunterfunktion :shock:
Ich soll Rezept holen und Tabletten einnehmen.


hab jetzt gelesen, das man bei Hypothyreose oft keine/wenig Milch hat, deshalb die Kinder schlecht gedeihen...
bei uns ist das Gegenteil der Fall. Milch im Überschuss und der Kleine wächst und gedeiht wunderbar, zum Glück!

Hat mein Kleiner irgendeinen Mangel und schade ich ihm, wenn ich jetzt erst mal abwarte und ein paar Wochen noch nichts mache, keine Schilddrüsenhormone einnehme?

Ich hoffe das ist jetzt nicht zu medizinisch-speziell und ihr könnt mir schon mal (grob) weiterhelfen.

Vielen Dank!!
Petra und
Kuschelbabys 3/13 u 5/15
EhMiwm

Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von EhMiwm »

Hallo.
Die Mods melden sich bestimmt noch genauer...
Aber du musst/solltest die Tabletten auf jeden Fall nehmen. Das ist in der Stillzeit nicht problematisch.
Mit einer Unterfunktion ist echt nicht zu spaßen. Ich weiß leider mehr als gut genug, warum.
Es ist wichtig für deine Gesundheit, also logischer Weise auch für dein Kind.
Im Zweifel wäre ein Endokrinologe ein guter Ansprechpartner.
Alles Liebe

Geschrieben vom Handy mit Tapatalk4 und eigenwilliger Rechtschreibprüfung. ;-)
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blueberry
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von blueberry »

Liebe Petra,
Shakti hat geschrieben:hab jetzt gelesen, das man bei Hypothyreose oft keine/wenig Milch hat, deshalb die Kinder schlecht gedeihen...
bei uns ist das Gegenteil der Fall. Milch im Überschuss und der Kleine wächst und gedeiht wunderbar, zum Glück!
Das klingt doch schonmal gut :D .
Shakti hat geschrieben: Hat mein Kleiner irgendeinen Mangel
die Schilddrüse Deines Kindes arbeitet ab Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels völlig selbständig. Dazu braucht sie nur ausreichend Jod, für das Du als Mutter ja derzeit die einzige Quelle für Dein Baby bist. Da Du aber schreibst, Du lässt Deine Blutwerte regelmäßig überprüfen, nehme ich mal an, dass Du in der Schwangerschaft und auch jetzt in der Stillzeit auf eine ausreichende Jodversorgung achtest/geachtet hast - das wäre wichtig. Beim Fersenblut-Test (Neugeborenen-Screening) wird außerdem auf kindliche SD-Unterfunktion getestet.
und schade ich ihm, wenn ich jetzt erst mal abwarte und ein paar Wochen noch nichts mache, keine Schilddrüsenhormone einnehme?
Warum solltest Du warten? Die Tabletten, die Du jetzt verschrieben bekommen hast, sind schlicht Schilddrüsenhormone, die Dein Körper nicht selbst bildet und darum braucht. Sie können selbstverständlich in der Stillzeit genommen werden - Dein Körper würde diese Hormone ja, wenn die SChilddrüse gesund wäre, selbst bilden.

Wenn Du regelmäßig Deine Blutwerte kontrollieren lässt und bislang Deine SD-Werte immer in Ordnung waren: weißt Du, welche Werte bestimmt wurden? Gerade zu Beginn der Erkrankung sollten neben dem TSH auch die freien Werte (fT3, fT4) und die Antikörper bestimmt werden. Im Zweifelsfall bist Du am besten bei einem Endokrinologen aufgehoben, der schauen kann, was Du genau hast und Dich begleitet, bis Du gut eingestellt bist.

Alles Gute Dir und liebe Grüße von Betroffener zu Betroffener :wink:
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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blueberry
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von blueberry »

ahhh, jetzt ist mir der Begriff doch noch eingefallen: postpartale Thyreoiditis. Die kommt eigentlich bei relativ vielen Frauen vor, äußert sich zunächst in Überfunktionssymptomen und klingt dann meist nach wenigen Monaten wieder ab - aber manchmal beginnt so eine langfristige Schilddrüsenerkankung. Da Du erstmalig Unterfunktions-Werte hast, jetzt so kurz nach der Schwangerschaft, kommt das vielleicht in Frage.

[quote]Eine weitere Besonderheit nach der Entbindung ist das gehäufte Auftreten von Autoimmunerkrankungen. Dies erklärt sich daraus, dass während der Schwangerschaft das Immunsystem praktisch "abgeschaltet" wird. Nach Ende der Schwangerschaft kommt es manchmal zu einem überschießenden "Wiederanfahren" des Immunsystems, das oft den Beginn von Autoimmunkrankheiten darstellt. Hiervon ist die Schilddrüse besonders häufig betroffen, so dass hierfür sogar eine eigene Krankheitsbezeichnung existiert, die sogenannte postpartale Thyreoiditis (nach Entbindung auftretende "Entzündung").

Hier handelt es sich um die Erstmanifestation einer Hashimoto-Thyreoiditis. Sie geht zu Beginn häufig mit einer Überfunktion einher - durch den Zerfall von Schilddrüsenzellen kommt es zum Freisetzen von bereits gebildetem Hormon. Die Überfunktionsphase geht nach einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten in eine Normalfunktion über. In einem Drittel der Fälle geht diese Phase dann auch in eine Phase der Unterfunktion über, so dass eine Hashimoto-Thyreoiditis mit Unterfunktion resultieren kann. Bei entsprechenden Symptomen einer Über- oder Unterfunktion nach einer Schwangerschaft sollte daher nicht gezögert werden, die speziellen Antikörper im Blut zu bestimmen. [/quote] Quelle: http://www.schilddruesenpraxis.de/ratge ... stillzeit/ > "Welche Besonderheiten ergeben sich nach der Entbindung?"



SD-Hormonlagen entwickeln sich ja recht träge (der TSH z.B. wird nach einer Umstellung der Medikation meist frühestens nach vier bis sechs Wochen wieder überprüft), so dass es sein kann, das die Unterfunktion bei Dir wirklich ganz frisch ist, und sich noch kaum auf Deine Milchbildung auswirken konnte...

Ein baldiger Therapiebeginn ist aber wie gesagt nicht nur wegen eventueller Auswirkungen auf die Milchbildung sinnvoll, sondern viel mehr Deines eigenen Wohlbefindens und Deiner Gesundheit wegen.

LG, blueberry
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Shakti
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von Shakti »

schon mal Danke.


Meine Zweifel kommen daher, dass ich einfach nicht gerne Tabletten einnehme und mir denke, vielleicht ist es nur vorrübergehend wegen wenig Schlaf, unregelmäßig Schlaf, Streß...
und es würde sich selber wieder regulieren und durch die Tabletten bringe ich meinen Körper erst recht durcheinander?!...

Ich hab heute den Ausdruck der Blutwerte geholt, bin kein Fachmann (nur PTA :) ), aber der Normwert ist angegeben 0,3- 4,00 und ich habe 4,06
wie gesagt, ich bin eher Leihe, aber das ist ja nicht viel zu viel???


und ich bin so gar kein Unterfunktionstyp.
Habe wie gesagt von Anfang an sehr sehr viel Milch (zum Glück)
habe und hatte noch nie Neigung zu Übergewicht, kratze eher immer am Untergewicht
Stoffwechsel wäre ja dann auch eher langsamer, Verstopfung, alles nie bei mir...!!????

und jetzt weiß ich einfach nicht, was ich machen soll
:oops:

ach ja, Jod nehme ich schon seit ich 18 Jahre bin regelmäßig ein, weil ich Vegetarisch lebe und wir ja Jodmangelgebiet sind und natürlich in der Schwangerschaft und jetzt auch regelmäßig weiter
Petra und
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von jusl »

Liebe Shakti,

wir können hier nur allgemeine Info weitergeben. Eine persönliche medizinische Beratung - etwa, ob Du bei Deiner Unterfunktion Tabletten einnehmen solltest oder nicht - ist hier nicht möglich.
Blueberry hat alle gängigen Infos zum Thema vorbildlich zusammengetragen; und die Quintessenz dessen ist: "Unterfunktion sollte medikamentös behandelt werden." Mehr können wir hier nicht leisten, sorry.
Bitte wende Dich für darüberhinausgehende Beratung an Deinen behandelnden Arzt.

LG und alles Gute
Julia
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von Shakti »

ja, ist klar, ich hatte nur gehofft, vielleicht gibs`s einen ähnlichen Fall und jemand kann aus dieser Erfahrung sprechen.

Ich hab noch mit meinem FA telefoniert, die haben auch gesagt, einnehmen und in ein paar Wochen Kontrolle.
Also mach ich das jetzt :)


Euch allen vielen Dank für die Hilfe und Antworten :)
Petra und
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blueberry
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von blueberry »

Hallo Petra,

wie jusl schon schrieb, können wir Dich hier nicht in medizinischen Fragen beraten - das musst Du mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin klären.
Shakti hat geschrieben:Ich hab noch mit meinem FA telefoniert, die haben auch gesagt, einnehmen und in ein paar Wochen Kontrolle.
Also mach ich das jetzt :)
Das klingt doch gut :)

Ich wollte nur hierzu noch etwas schreiben, damit Du von den scheinbar nur minimal abweichenden Werten nicht so verunsichert bist:
Shakti hat geschrieben:Ich hab heute den Ausdruck der Blutwerte geholt, bin kein Fachmann (nur PTA :) ), aber der Normwert ist angegeben 0,3- 4,00 und ich habe 4,06
wie gesagt, ich bin eher Leihe, aber das ist ja nicht viel zu viel???
Ein Normbereich, der bis 4,00 hoch geht, ist meines Wissens eigentlich schon seit Jahren veraltet. Je nach Labor wird heute entweder gleich ein Normbereich bis maximal 2,5 angegeben oder es wird noch bis 4,0 angegeben, es folgt dann aber eine Klammerbemerkung, dass es sich bei 2,5-4,0 um einen "Graubereich" handelt etc.. Oder das Labor gibt den klassischen Bereich bis 4,0 an, aber die beteiligten Ärzte wissen alle, wie das zu beurteilen ist.
Letzteres war z.B. in der endokrinologischen Spezialpraxis mit eigenem Labor der Fall, in der ich lange Patientin war. Da stand "0,4-4,00" auf dem Laborbogen, der Arzt versuchte aber meist, den TSH "um 1,0 herum" einzustellen. In meiner derzeitigen Praxis gilt 1,0 bis 2,0 als erstrebenswert. Im Gegensatz zu Hausärzten gehen Endokrinologen mit Schwerpunkt Schilddrüse meiner Erfahrung nach aber eh mehr nach den freien Werten (fT3 und fT4) und schauen, dass die vernünftig eingestellt sind - dann darf der TSH bei Wohlbefinden des Patienten z.B. auch mal unter dem Normbereich landen (der TSH ist ja nur ein indirekter Wert, wenn es um die Schilddrüse geht).

Langer Rede kurzer Sinn: Dein Arzt weiß offenbar, dass 4,06 nicht nur ein bisschen neben dem anzustrebenden Wert liegt sondern ein ganzes Stück weg ist von modernen Normwerten (auch wenn das Labor noch die alten ausweist). Gut so. :wink:

Shakti hat geschrieben:und ich bin so gar kein Unterfunktionstyp.
Habe wie gesagt von Anfang an sehr sehr viel Milch (zum Glück)
habe und hatte noch nie Neigung zu Übergewicht, kratze eher immer am Untergewicht
Stoffwechsel wäre ja dann auch eher langsamer, Verstopfung, alles nie bei mir...!!????
Da verweise ich mal auf mein zweites Posting. Eine vielleicht erst seit ein, zwei Monaten bestehende Unterfunktion (und vorher vielleicht seit der Geburt eher Überfunktion), wird Dich kaum jetzt binnen kürzester Zeit wie einen Hefekuchen aufgehen lassen oder schnellstens andere Symptome einer über lange Jahre unbehandelten Unterfunktion heraufbeschwören - das heißt nicht, dass die Unterfunktion JETZT nicht besteht :wink:

Empfehlenswert ist sicherlich die Suche eines guten Spezialisten (Endokrinologen), der sich mit Schilddrüsenerkrankungen auskennt, vielleicht mal eine SD-Sonografie macht und sich eben mehr als nur den TSH anschaut, um sich ein Bild zu machen. Dort bist Du besonders zu Beginn solch einer Erkrankung gut aufgehoben und der Arzt kann Dir dann auch all Deine Fragen bzgl. Deiner Zweifel beantworten. Alles Gute für Dich und vor allem für die erfolgreiche Diagnose und Einstellung der Werte :) !

LG, blueberry
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Re: Stillen und Schilddrüsenunterfunktion

Beitrag von Shakti »

aha, das mit den Werten ist wirklich sehr interessant!

Vielen vielen Dank!! :)
Petra und
Kuschelbabys 3/13 u 5/15
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