Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anlegen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Ivikiwi
Herzlich Willkommen
Beiträge: 18
Registriert: 21.06.2013, 09:23
Wohnort: München

Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anlegen?

Beitrag von Ivikiwi »

Hallo,

am Wochenende werde ich wieder ein paar schwangere Freundinnen sehen, die alle gerne stillen wollen.
Das letzte Mal, als ich sie sah hatten sie mich schon zu meinen Stillerfahrungen gefragt.
Eine der wichtigsten Fragen war bezüglich der Schmerzen beim Anlegen. Bei mir hat alles recht gut geklappt und ich hatte die erste Woche zwar ein bisschen Schmerzen beim Ansaugen, aber ein Pflaster von einem rasierten Bein abziehen ist schmerzhafter.
Deswegen jetzt meine Frage an diejenigen unter euch, bei denen das Stillen auch gut geklappt hat. Mit was könnt ihr den Schmerz am Anfang vergleichen bzw. hattet ihr gar keine Schmerzen?

Ich komme mir schon doof vor, dass ich jetzt nur die anspreche, bei denen es gut geklappt hat. Ich will echt niemanden ausschließen. Allerdings habe ich selbst während der Schwangerschaft damals so viele Still-Horrorgeschichten gehört, dass ich glaube, dass meine Freundinnen bestimmt schon ähnliches gehört haben und will ihnen auch mal positives zum Stillen erzählen. Mir ist durchaus klar, dass viele hier eine verdammt harte Anfangszeit hatten.

Stillen hat bei mir in der Umgebung nämlich ein eher schlechtes Image. Es wird zwar als das beste für das Kind, aber als die höllischste, entbehrungsreichste Zeit für die Mutter, bei der die Mutter auf alles verzichten muss, was irgendwie Spaß macht (essen, sport etc.) angesehen. Deswegen will ich ein bisschen was pro Stillen machen. :)

liebe Grüße

Ivikiwi
Benutzeravatar
Selina79
Power-SuTler
Beiträge: 5539
Registriert: 28.01.2009, 08:49

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von Selina79 »

H m- meine Worte während der ersten Wochen blutiger Brustwarzen waren eigenltich : "Ich hätte lieber gern Wehen, da kann ich mich wenigstens dazu bewegen so wie es mir gut tut" Beim Stillen- während der saugende Vampir an der blutigen WArze hängt und man quasi still sitzen muß - kann man gar nichts machen und ich hab den Schmerz viel schlechter ertragen.

Sorry das hilft Dir nicht weiter, aber das fällt mir zu der Frage "Wie kann man den Schmezr beschreiben" ein ;) Ich kenne nicht viel Schmerzen die schlimmer sind als richtig üble wunde BWs :(
Benutzeravatar
Heidisdottir
hat viel zu erzählen
Beiträge: 241
Registriert: 10.10.2012, 21:49

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von Heidisdottir »

Ich muss gestehen, dass ich die Schmerzen am Anfang schon recht schlimm fand. Ich hab im Krankenhaus noch immer die Zähne zusammenbeißen müssen und auch ein paar Tränen vergossen. Ich habe möglichst oft mit Hilfe einer der Stillberaterinnen dort angelegt, aber immer ging das ja auch nicht. Es kann also sein, dass der Zwerg ab und an mal falsch angesaugt hat, aber eigentlich wußte ich schon, worauf ich zu achten habe. Ich hab vorher viel dazu gelesen und auch die Hebammen und Stillberaterinnen im Krankenhaus haben es mir nochmal ausführlich gezeigt.
Es war die ersten Tage echt schwer für mich und ich hab mich da regelrecht durchgekämpft. Manchmal hatte ich auch ein wenig Muffensaußen vor dem nächsten Mal anlegen. Dank der Neugeborenengelbsucht vom Zweg musste ich auch immer darauf achten, dass ich immer auf mindestens zwanzig Minuten pro Seite Stillen kam und er nicht vorher einschlief. Das hat nicht immer geklappt.
Entspannter wurde es erst, als ich wieder zu Hause war. Und die Schmerzen wurden schnell besser. Heutzutage erinnere ich mich kaum noch dran und im Falle einer neuen Schwangerschaft würde ich auch nicht mit Angstgefühlen in die Wochenbettzeit gehen.
Hm, ist wohl nicht unbedingt das, was du jetzt brauchst an Erfahrung. Aber ehrlich gesagt war ich wesentlich froher, dass ich nach der Geburt nicht mit Verstopfungen zu kämpfen hatte. Die kamen dann mal drei Monate später und ich erinnere mich deutlich, dass ich froh war, dass ich "da unten" soweit wieder intakt war, um das "auszuhalten" :oops: .

Grüße,
Heidisdottir
Heidisdottir mit Kronprinz Janasson (05/12)
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von nido56 »

Hallo,
unser Stillbeginn war zwar nicht unproblematisch (spätes Frühchen mit leichter Saugschwäche, verzögerter Milcheinschuss, Gewichtsabnahme, Zufüttern), aber Schmerzen hatte ich überhaupt nie! Als der Kleine nach ca. 1 Woche seine anfänglichen Probleme überwunden hatte und ganz viel gestillt hat, waren meine Brustwarzen ein paar Tage lang etwas empfindlich, aber mehr auch nicht. Den Milchspendereflex habe ich anfangs deutlich als leicht unangenehmes Ziehen gemerkt, aber Schmerzen waren das auch nicht.

Ich fand und finde das Stillen, im Gegenteil, immer angenehm. In den letzten 19 Monaten hatten wir weder mit wunden Brustwarzen noch mit Brustenzündungen noch mit Stillstreiks oder beissendem Kleinkind zu kämpfen. Ein paar beginnende Milchstaus liessen sich mit einem Tag Ruhe und Kühlung immer im Keim ersticken.

Gegessen habe ich von Anfang an alles, ausser Alkohol, den ich in der Vollstillzeit gar nicht und seitdem nur sehr gemässigt zu mir genommen habe. Sport mache ich in der Tat wenig, aber aus Mangel an Zeit und Betreuungsmöglichkeiten...

Ich fand es immer super praktisch, dass ich einfach mit dem Kleinen losgehen konnte, ohne genau zu planen, wohin und wie lange. Bei Hunger Bank oder Cafe gesucht, Brust raus, Kind ran und, alles war gut. Nachmittägliche Clusterstunden waren eine willkommene Gelegenheit, es mir mit Tee, Keksen und dem Laptop auf dem Sofa gemütlich zu machen (den Luxus hat man natürlich so nur beim 1. Kind).
nido mit dem Piraten (01/2012)
Benutzeravatar
gartenbritta
Dipl.-SuT
Beiträge: 4997
Registriert: 07.04.2010, 21:36

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von gartenbritta »

Bei mir ist es ähnlich wie bei Selina, lieber jeden Tag noch ein Kind gebähren als ständig das Kind anlegen :oops: . Ging wieder vorbei. Was mich zum Durchhalten gebracht hat: mein eiserner Wunsch, meine Kinder zu stillen und ich nicht Flaschen auskochen, zubereiten und Pulver kaufen wollte (mangelnde Fähigkeiten zur Alternativlogistik ;-)).

Im Moment bewege ich mich auch in einem stillunfreundlichen Umfeld und bin sehr "missionsbedürftig" :) . Ich glaube dass es nur über das eigene Beispiel und dann in Einzelgesprächen (wo die Ratsuchende MICH anspricht) funktionieren kann.
Ich wünsche dir die passenden Worte und einigen (nein ALLEn ;-)) Deiner Freundinnen schöne Stillbeziehungen.
LG gartenbritta

mit drei wunderbar wilden Jungs (der Große 02/06, der Mittlere 09/07 und der Kleine 01/10) und der tollsten Tochter (11/12)
Benutzeravatar
Selina79
Power-SuTler
Beiträge: 5539
Registriert: 28.01.2009, 08:49

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von Selina79 »

Ich hatte beim Tillinger 8 Wochen (!) übelste Schmerzen und dann 14 Monate gestillt - hat sich durchaus gelohnt durchzuhalten. Den Sonnenschein habe ich 6 Wochen mit Schmerzen gestillt (4 davon mit Schreien beim Anlegen weil es nicht anders auszuhalten war) und dann zum Trotz 2 Jahre gestillt :D Wir hatten eine wunderwunderschöne STillbeziehung!
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von jusl »

Deswegen jetzt meine Frage an diejenigen unter euch, bei denen das Stillen auch gut geklappt hat. Mit was könnt ihr den Schmerz am Anfang vergleichen bzw. hattet ihr gar keine Schmerzen?
Dann fühl ich mich mal angesprochen (noch nie wunde BW, kaum Schmerzen zu Beginn, nie Schmerzen später):
Also meine BW waren in der ersten Stillzeit ca 3 Monate lang mega empfindlich (also Frotteehandtuch o.ä. wäre gaaaar nicht gegangen), deswegen war ich seeeehr vorsichtig damit. In den folgenden Stillzeiten war das aber nicht mehr nötig.
Den Ansaug"schmerz" würde ich vergleichen mit einem Ziehen oder Kneifen, was aber mit dem MSR immer komplett nachließ.

Ich persönlich glaube, dass es für Frauen, die zu Beginn Schmerzen HABEN, wichtig ist zu wissen, dass der Schmerz nachlassen wird. Und dass es unbedingt sinnvoll ist, sich von einer Stillberaterin o.ä. unterstützen lassen, denn oft haben die Schmerzen ja handfeste Ursachen, die man abstellen/ändern sollte.
Aber ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, schon VORHER Schwangere darauf einzustellen, dass sie "höchstwahrscheinlich ganz schlimme" Schmerzen beim Stillen haben werden. Stichwort Self-fulfilling prophecy.

LG
Julia
Benutzeravatar
klimaforscherin
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7128
Registriert: 06.05.2010, 19:22
Wohnort: bei der Pyramide

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von klimaforscherin »

Ich finde es auch noch wichtig, dass man nicht "verzichten" muss.
Sport ist OK (solange Beckenbodenfreundlich, aber das hat nichts mit dem Stillen zu tun, sondern mit der Schwangerschaft), ueber Alkohol findest zu was in der Linksammlung Stillwissen und Essen: iss, was du magst! :D
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

Bild Bild
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von nido56 »

klimaforscherin hat geschrieben:Ich finde es auch noch wichtig, dass man nicht "verzichten" muss.
Sport ist OK (solange Beckenbodenfreundlich, aber das hat nichts mit dem Stillen zu tun, sondern mit der Schwangerschaft), ueber Alkohol findest zu was in der Linksammlung Stillwissen und Essen: iss, was du magst! :D
Das finde ich auch ganz, ganz wichtig! Oft wird ja bei uns Mutterschaft mit Verzicht und Selbstkasteiung gleichgesetzt. Wenn Du nicht ordentlich leidest fuer Dein Kind, bist Du keine gute Mutter... Auf Alkohol habe ich auch eher wegen des Familienbetts verzichtet als wegen des Stillens. Ich merke auch jetzt noch, dass ich schon nach 1 Glas Wein deutlich angetuedelt bin. Ich habe aber selber den Anspruch, immer fit genug zu sein, um auf die Beduerfnisse meines Kindes verlaesslich reagieren zu koennen. Bei 2 Glas Wein waere ich mir da nicht mehr so sicher, da haette auch das Flaeschchen nichts dran geaendert.

Fuer mich war das aber nie ein Problem, da ich den Alkohol des Geschmacks wegen mag und nicht, weil er mich in groesseren Mengen betrunken macht. Ich kann auch gut ein ganzes Abendessen lang an einem Glas Wein nippen, ich muss keine halbe Flasche trinken. Ausserdem mag ich auch ganz gerne Radler und alkoholfreiens Bier (auch schon vor der Schwangerschaft).
nido mit dem Piraten (01/2012)
Benutzeravatar
ronja_vs
gehört zum Inventar
Beiträge: 444
Registriert: 13.05.2011, 11:18
Wohnort: Schweiz

Re: Infos für stillwillige Freundinnen: Schmerzen beim Anleg

Beitrag von ronja_vs »

Meine Erfahrungen zum Stillen:
Am Anfang ganz oft mit Hebi/Stillberaterin anlegen und wenns weh tut abdocken und neu ansetzen! Darauf achten, dass die Unterlippe schön nach aussen geht. Nicht ewig am Stück nuckeln lassen, lieber mal den kleinen Finger (oder Schnuller) geben. So bin ich beim 2. um wunde BW rum gekommen und dann tut es auch nicht weh. Schwierig waren bei beiden die ersten ca 2 Wochen, danach wurde es sehr schnell sehr viel besser und nach 4 Wochen wurde es eine Selbstverständlichkeit. Es lohnt sich total auch bei Schmerzen ein paar Wochen durchzuhalten!
Lg Ronja
neugierige, undogmatische Mama mit Juli-Bub 07/10 und Mai-Bub 05/13
Trageberaterin ClauWi in der Schweiz (GK 2014/MK 2015)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“