Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

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klimaforscherin
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Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von klimaforscherin »

Hier soll der KIGA mit einer Eingewöhnung nach Berliner Modell beginnen.
Ist das das beste oder was gibts sonst noch?
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Latascha
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Latascha »

Ich denke es gibt schlichtweg ALLES.
Und meiner Erfahrung nach ist das was auf dem Papier steht und das was in der Realität abläuft dann doch noch etwas ganz anderes.
Demnach würde ich inzwischen weniger Wert auf das pädagogische Konzept legen, egal ob das einen Namen hat oder nicht, und mir lieber angucken, wie es vor Ort abläuft.

Hättest du jetzt gern ein paar Modelle nach gewissen Kriterien verglichen, oder worauf legst du Wert?

Das Berliner Modell basiert auf der Bindungstheorie von Bowlby. Wenn du dich da ein wenig einliest, dann weißt du ja wie die Grundsätze dabei aussehen. Hans-Joachim Laewen hat auch ein Eingewöhnungsmodell, allerdings auf die Krippe bezogen, soweit ich es im Kopf habe. Emmi Pikler wäre jetzt auch noch zu nennen.

Ich würde mal im Inet gucken je nachdem worauf du eben Wert legst mir ein paar Infos holen.

Letztlich bin ich der Meinung, dass es nicht DAS Modell gibt, sondern nur ähnliche und unterschiedliche Leitfäden, an denen sich eine Einrichtung orientiert. Gerade auch Mischformen gibt es ja häufiger und ich würde wie gesagt einfach gucken, was und wie in der jeweiligen Einrichtung umgesetzt wird.
Liebe Grüße
Latascha
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von klimaforscherin »

Mangels Plätzen ist hier einfach nicht so die Wahl. Zumindest beim Begehen und im ersten Gespräch hat die Einrichtung einen guten Eindruck gemacht. Mir wurde nochmal deutlich gesagt, dass zB kein Kind zum Essen gezwungen wird :shock: Offenbar sehen Eltern das anders. :roll:
Und ich bin anfangs dabei. Passiv, aber dabei. Kaffee holen ist wohl als Trennung an Tag 3 geplant.
Bolwby, muss ich mal suchen. Oder hast du einen Link?
Grüße
klimaforscherin
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Latascha
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Latascha »

Nein, zu seiner Bindungstheorie gerade nicht.
Aber da findest du bestimmt was. :D

Du ich hab schon nette und liebevolle Eltern gesehen, die sich beim abholen beschwert haben, dass das Kind NICHT jeden Tag zum Schlafen gezwungen wird und das es total doof ist, wenn das Kind wieder so wenig gegessen hat, weil es eben einfach nicht mehr wollte...
Also ja, in der Beziehung hatte ich auch eine andere Vorstellung, bis man dann so Eltern eben mal kennen lernt.

Es kam in der Krippe auch z.B. schon vor, dass die Eltern mit 13 Monate altem Kind den ersten Tag kamen und sich dann darüber aufgeregt haben dableiben zu müssen und nicht das Kind hingeben und gehen zu können. Geht also alles auch in die andere Richtung. :?
Liebe Grüße
Latascha
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ClauWi Trageberaterin
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Tutti
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Re: AW: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Tutti »

Das Berliner Modell ist vorallem recht revolutionär darin gewesen, dass man sich wirklich Zeit für die Eingewöhnung nimmt. Vier Wochen ist der Durchschnitt.
Und dass man NICHT geht, wenn das Kind weint. Viele Erzieherinnen behaupten gerne, dass das dazu gehört und dass die Kinder meist schnell wieder aufhören. Aber wenn man sich verabschiedet und das Kind weint, dann geht man natürlich nicht.
Sinn der Eingewöhnung ist, dass es für das Kind in Ordnung ist, wenn die Bezugsperson geht.
Und eben nicht wie es leider häufig läuft :
'So, wir haben heute Tag 3, heute gehen Sie für 15 Minuten raus. Und auch wenn Ihr Kind weinen sollte, kommen Sie erst nach 15 Minuten wieder '
So sollte es nicht sein. Und so ist es im Berliner Modell auch nicht vorgesehen.
There is no way to be a perfect parent
but a million ways to be a good one

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R (07/16)
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Latascha
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Latascha »

Und genau hier sind wir dann an einem Punkt angelangt, an dem man genau gucken muss, was wird wo wie umgesetzt.
Gerade bei dem Verabschieden finde ich es schwierig zu sagen, das Kind sollte nicht weinen. Wären wir danach gegangen, würde mein Kind nie irgendwie wo sein, denn da wir so eine gute Bindung zueinander haben und sie die ersten zwei Jahre jeden Tag bei mir war hat sie auch regelmäßig geweint, wenn ich alleine mit dem Hund das Haus verlassen habe und der Papa da war. Hätte ich bei der Eingewöhnung großen Wert darauf gelegt, dass sie nicht weint wenn ich gehe, dann wäre die Eingewöhnung bei uns schlichtweg schief gegangen.
Ich bin auch der Meinung, dass ein Kind traurig sein darf, wenn seine Eltern sich verabschieden und dies durch Weinen äußert. Allerdings ist es hier ja ein Unterschied, ob das Kind kurz weint, weil es traurig ist, oder wirkliche Verlustängste hat und Panik kriegt. Aber wie gesagt, in so einem Punkt hilft einem kein Modell irgendwas und die Realität der Umsetzung sieht dann doch immer ein wenig anders aus.

Das möchte ich noch kurz als Anstoß geben, denn so oft heißt es ja, aber eigentlich sieht das Modell dies und jenes ja gar nicht vor und eigentlich müsste es so und so sein. Umgekehrt gibt es Kinder, die sich nach drei Tagen total wohl fühlen und man sie für Stunden in der Einrichtung lassen kann, ohne das sie darunter leiden. Und wie gesagt, ich sehe es inzwischen so, dass sich Einrichtungen auf verschiedene pädagogische Konzepte stützen, aber es von einer 1:1 Umsetzung ein großer Unterschied ist, Gott sei Dank, denn man kann kein Kind in irgendein Modell quetschen. Als Leitfaden find ich das Berliner Modell allerdings nicht schlecht. :)
Liebe Grüße
Latascha
mit Munchkin (09/10) und Monkey (09/13)

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Darla
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Darla »

Da googelt man "Berliner Modell" und wo landet man?! ... :lol:

Bei uns steht in zwei Wochen Eingewöhnung Nummer zwei an, wieder nach Berliner Modell.
Bei der Großen vor 3 1/2 Jahren war es schrecklich. Für mich irgendwann.
Es war nämlich genau so, wie Latascha sagt, mein Kind hat immer geweint, wenn ich gegangen bin. Was dazu führte, dass die Trennungsversuche immer wieder abgebrochen wurden und ich insgesamt 5 Wochen mit in der Gruppe saß.
Aber auch nach diesen fünf Wochen änderte sich das Verhalten meines Kindes nicht.
Warum auch, sie war halt traurig, wenn ich ging.
Sie hat dann kurz geweint, sobald ich weg war, war es aber gut, sie hat gleich gut ins Spiel mit den anderen Kindern gefunden und hat den ganzen Vormittag nicht mehr nach mir gefragt.

So rückblickend frage ich mich, ob uns das Leben nicht künstlich schwer gemacht wurde - vielleicht wäre das Ergebnis genau so gewesen, wenn die Eingewöhnung nach zwei Wochen beendet gewesen wäre.

Ich hab auch von anderen Eltern gehört, dass sie, obwohl ihr Kind sich bereits am zweiten Tag umdrehte und
sagte :”Tschüß Mama, bis heute mittag!", noch eine Woche bleiben mussten, weil "das Modell das so vorsieht"...

Am 2.September beginne ich mit der Eingewöhung der Kleinen, ich bin sehr gespannt, wie es diesmal läuft.

Und ich bin auch sehr froh, dass es Eingewöhnung hier gibt, glaube aber auch, dass das Modell mit der Umsetzung steht und fällt.
Gibt es denn noch andere Methoden/ Modelle, die ähnlich oft verwendet werden oder ist das Berliner Modell einfach momentan das "Beste am Markt"? :wink:
Viele Grüße von Darla mit
Wintermädchen (12/07),
Sommermädchen (06/11) und
dem Frühlingsmädchen (04/14)
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klimaforscherin
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von klimaforscherin »

Er sagte am Telefon was von "ans Berliner Modell angelehnt". Wenn das Kind deutlich sagt, dass man gehen soll... dann soll man gehen :lol:
Grüße
klimaforscherin
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Dickkopf-Mama
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Was ich als entscheidend am Berliner Modell ansehe ist, dass die Betreuungspersonen eigentlich schon eine Beziehung zum Kind aufgebaut haben sollten bevor die erste Trennung forciert wird. Insofern eben auch ein kurzes weinen solange das Kind sich eben schnell von der ihm bekannten Betreuungsperson trösten läßt in Kauf genommen werden kann.
Leider ist meine Erfahrung (in mittlerweile 3 Kitas), dass aus mir unverständlichen Gründen die Erzieherinnen erst anfangen sich um eine Beziehung zum Kind zu bemühen, wenn die Mutter weg ist, da das sonst eh keinen Sinn hätte :roll: .
In der aktuellen Kita ist es leider trotz vorheriger Gespräche wieder so. Das Gegenteil würde versprochen. In der letzten Kita hieß es sie gewöhnen nach Berliner Modell ein und ich wurde am ersten und zweiten Tag gedrängt zu gehen, obwohl die Betreuerinnen keine 2 Sätze mit meinem Sohn gewechselt hatten (geschweige denn ihm mal die Gruppe gezeigt etc...
Mein Fazit: Es wird alles versprochen was Eltern evtl. hören wollen, ein recht auf Einhaltung hat man nicht und selbst bei ner Kündigung ist man, wenn man vorher belogen wurde noch an die 3 Monatsfrist die hier gilt gebunden :evil: .
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Kinsale
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Kinsale »

An's Modell angelehnt klingt doch prima! Wenn man sich gut nach dem Kind richtet und eine Trennung schon nach 3 oder erst nach 8 Tagen passt, dann ist das halt so. Wir hatten bisher immer Glück und haben zT lange, aber immer ohne Tränen eingewöhnt.

Für die Kleine habe ich kürzlich mal was angeschaut, die meinten auf meine Frage, wie sie eingewöhnen und wie lange üblicherweise, das sei bei ihnen "ganz unkompliziert". Man gibt sein Kind nämlich einfach ab!
Besonders praktisch daran: man spart Urlaubstage! Und "schon nach wenigen Wochen" (!) weinen die Kinder dann schon nicht mehr so viel.

:shock:

Den Wartelistenplatz haben wir dann mal weiter gegeben...
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