Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

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FrauDechse
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Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von FrauDechse »

Hallo! :)
Habe vom Rabenelternforum hergefunden. Entschuldigt bitte den teilweisen Telegrammstil, Sohn müsste gleich wieder wach werden.

L. ist jetzt zwei Wochen alt, trinkt zwischen 5 und 10 Minuten pro Mahlzeit, immer nur an einer Brust. Gedeiht dabei aber gut, hat nur einen guten Zug.
Ich hatte von Anfang an große Stillprobleme.
Zuerst Schmerzen die mich jedes Mal zum weinen und Schreien brachten. Die Hebamme gab mir Stillhütchen, mit denen konnte ich die ein paar Tage überbrücken, und kam sehr schnell wieder ganz ohne aus.
Dann kam der Milchfluss nicht in Gang, rechte Brust musste mehrfach unter Schmerzen regelrecht ausgemolken werden.
Dann offene Stelle an linker Brustwarze, zum Glück war rechte wieder relativ einsatzfähig. Aber immer wunde Brustwarzen.

Abhilfe schuf Mundvoll Brust, und Söhnchen dabei auf dem Schriebtisch liegen zu haben, so dass ich mit höhenverstellbarem Stuhl die Brust genau auf Höhe seines Mundes bringen kann.
Außerdem füttere ich momentan ab und zu etwas Fencheltee mit dem Fläschchen zu, wenn er unter zwei Stunden wieder trinken will aber die Brust noch zu weh tut.
Und seit ich die linke Brust wegen offener Stelle ausstreichen musste nachts zwei Mal Fläschchen mit Muttermilch statt Stillen. Kam mit dem Ausstreichen auf locker 120 ml pro Tag.
Trotz Ausstreichens und Kühlens danach (20Min) bildeten sich Knoten und ich musste sie ein paar Mal richtig ausmassieren und habe danach stark gekühlt. Ich vermute das war zuviel des Guten.

Seit gestern habe ich eine Milchpumpe (Medela Symphony), und aus verschiedenen Gründen möchte ich es erst einmal weiter beibehalten, dass ich 2-3 Mahlzeiten am Tag mit dem Fläschchen gebe. Hauptsächlich, damit unsere Situation sich endlich wieder ganz entspannen kann. Ich weiß auch über stillfreundliche Füttermethoden hier aus dem Forum Bescheid, aber die kommen momentan nicht in Frage. Ich kämpfe grade ganz arg um beim Stillen bleiben zu können, und das ist eben momentan der Weg der der richtige für uns zu sein scheint.
Nun ist die linke Brust verheilt, aber es kommt plötzlich kaum noch Milch! Die rechte ist prall und voll, und gibt beim Abpumpen 50ml, die linke grade mal 10, wenn's hochkommt 20ml.

Wie stille und pumpe ich denn jetzt richtig?
Ziel: Pro Mahlzeit eine Brust, abwechselnd. Jeweils andere Brust danach Abpumpen. Wenn er die Mahlzeit aus der Flasche bekommt pumpe ich beide Brüste ab. Gut?
Problem: Wenn ich ihn momentan links anlege, dann ist er immer noch hungrig, wenn er die Brust ausgetrunken hat, zudem muss er sehr stark saugen, was für mich nach wie vor sehr unangenehm ist.
Kann ich ihn nur rechts anlegen, und danach dann links Abpumpen - wie lange mindestens um die Milchmenge wieder zu steigern - was kann ich außerdem dafür tun?
Pumpe ich außerdem trotzdem die rechte Brust auch noch ab? Eher nicht, oder? Sonst bekommt die ja das Signal mehr zu produzieren, als er bei seiner Mahlzeit getrunken hat..
Und wenn ich beide abpumpe, weil er das Fläschchen bekommt, wie lange pumpe ich dann pro Seite am Besten?

Ich weiß, ich könnte auch einseitig stillen, aber meine Brüste wären wirklich, wirklich froh über die längeren Pausen zwischen den Mahlzeiten. Das Abpumpen belastet zum Glück nicht halb so sehr, hauptsächlich weil und immer mal wieder die Brustwarze verrutscht beim Stillen - üblicher Grund: Mund voll Milch und Halbschlaf. :D

Noch eine Frage zum Fläschchen: Die Hebamme hatte den Calmasauger empfohlen. Ich weiß aus dem Forum hier, dass der auch nicht garantiert besser oder schlechter hinsichtlich einer möglichen Saugverwirrung ist als andere Sauger. Ich hab ihn trotzdem gekauft, weil Medela damit wirbt das Kind könne beim Trinken pausieren. Aber solange das Vakuum bestehen bleibt fließt Milch, und mein Sohn verschluckt sich damit noch viel mehr als mit dem Werbegeschenk-Hipp-Sauger, den ich vorher verwendet habe.
Das Problem ist dass er wirklich feste saugt und an der Brust mit dem Schlucken hinterherkommt - aber auch da hat er morgens oft Schwierigkeiten, wenn es richtig gut fließt, und ich muss dann auf die Hilfe der Schwerkraft zurückgreifen - aber bei den Fläschchen kommt einfach zu schnell zu viel Milch.
Kann mir jemand vielleicht einen Sauger empfehlen, der da besser geeignet wäre? Teesauger zB - haben die nicht kleinere Löcher?

Liebe Grüße!
Lollipop
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von Lollipop »

Hallo,

Ich hab leider keine Ahnung vom pumpen, kann dir aber die Hilfe bei Wunden bw unter stillwissen ans Herz legen :D
Mir hat der schwarztee und Multi mum echt geholfen.

Grüße und gute Besserung
Lollipop mit der Zaubermaus 06/13 und der kleinen Zaubermausnichte 02/14 und Babymaus 10/16

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FrauDechse
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von FrauDechse »

Danke Lollipop! Multi-Mam Kompressen nutze ich schon, bisher helfen die richtig gut! Außerdem nach dem Stillen Rotlicht, und über Nacht eine ganz tolle Brustwarzensalbe und ein Nabelpuder von meiner Hebamme.
Trotzdem sind sie noch sehr empfindlich, und an der rechten hab ich glaub ich auch einen Vasospasmus. Schwarztee hab ich noch nicht ausprobiert. In die Hilfe lese ich mich morgen mal ein.
jusl
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier,

schön dass Du hergefunden hast.
Du schreibst ja, dass Du schon Gelegenheit hattest, hier etwas zu stöbern, prima. Ich kann gut verstehen, dass Du momentan die täglichen Fläschchenfütterungen als Entlastung empfindest; offenbar hast Du ja bereit reichlich mitgemacht.

Wenn Du gerne weiterhin Fläschchen geben möchtest, kannst Du das selbstverständlich tun, aber berücksichtige dabei die wahrscheinlichen Ursache-Wirkung-Zusammenhänge; das ist wichtig:

Dein Baby ist erst 2 Wochen alt, also noch neugeboren und noch MITTEN DRIN in der Lernphase, was das Stillen betrifft. Das Stillen unterscheidet sich technisch vom Trinken an Hütchen und noch mehr vom Trinken aus der Flasche. Wirklich TECHNISCH, also was Dein Baby konkret tun muss um erfolgreich an genug Milch zu kommen; das betrifft v.a. die Zungen- und Kieferstellung, den Saug-Schluck-Rhythmus und das Mundgefühl - alles komplett anders an der Flasche als an der Brust.
Mit dem häufigen Wechsel zwischen Brust, Flasche und ggf Hütchen kommen viele junge Säuglinge nicht gut zurecht (diese Schwierigkeiten werden unter dem Begriff "Saugverwirrung" zusammengefasst). Mütter bemerken dies in aller Regel an Schmerzen beim Stillen, wunden Brustwarzen und einem Rückgang der Milchprroduktion. Alle drei Symptome hab ich aus Deinen Zeilen herausgelesen.

Ich könnte Dir jetzt selbstverständlich unsere Tipps zum Abpumpen verlinken (diese findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen) oder übers Fläschchenfüttern mit langsamem Milchfluss erzählen, aber es wäre stattdessen doch sinnvoller, wenn wir gemeinsam an der URSACHE Eurer Probleme arbeiten würden, oder? ;-)
Wenn Du jetzt weiterhin mehrmals täglich Fläschchen fütterst, ist es wahrscheinlich, dass sich sämtliche Stillprobleme, von denen Du berichtet hast, verstärken. Die Erfahrung zeigt ganz klar, dass Flaschefüttern wegen bestehender Stillprobleme praktisch immer sehr baldiges unfreiwilliges Abstillen zur Folge hat. Falls das für Dich akzeptabel ist, OK, aber falls Du eigentlich gerne weiter stillen würdest - schmerz- und problemfrei - dann rate ich dazu, die Ursachen anzugehen. Wir begleiten Dich gerne dabei, wenn Du magst.

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
FrauDechse
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von FrauDechse »

Hallo Julia,
ich habe mir wahnsinnig viele Gedanken gemacht wegen einer möglichen Saugverwirrung und die Entscheidung zu den Fläschchen fiel mir ganz und gar nicht leicht.
Ohne hätte ich aber schon längst abgestillt. Ich bin gerade erst dabei mich aus einer Spirale aus Schmerzen beim (für mich momentan) zu häufigen Anlegen (wenn er clustert) und der Panik dass mein Baby hungern muss, wenn ich es nicht oft genug anlege zu befreien. Schon schlimm genugfür mich, dass ich ihm mit der Brust nur Nahrung geben kann, ihm aber zB das Nuckeln verweigern muss, weil die Brustwarzen das nicht mitmachen.

Sowohl die Schmerzen beim Stillen wie auch die wunden Brustwarzen haben sich deutlich (!) gebessert, seit ich anders anlege und vor Allem mich nicht mehr so unter Druck setzen muss. Die Milchproduktion ist nur an der Brust zurück gegangen, an die ich wegen der offenen Stelle die ganze Zeit nicht anlegen konnte. Die rechte, an der ich meinen Sohn stille, gibt ausreichend Milch und hat seit gestern sogar noch mal zugelegt.

Mit den Fläschchen zu füttern ist für mich momentan ein notwendiges Übel, genau wie es die Stillhütchen waren. Aber ich habe sehr deutlich nicht das Gefühl, dass ich dabei bin abzustillen, sondern dass ich mir notwendigerweise den Weg zum Vollstillen erleichtere. Jetzt wieder nur Brust zu geben kommt für mich momentan nicht in Frage, und wenn ich keine andere Wahl hätte, dann hätte ich aus lauter Verzweiflung schon abgestillt.
Alleine die Angst, dass ich jederzeit wieder diese wahnsinnigen Schmerzen wie am Anfang haben könnte setzt mich unglaublich unter Druck, auch wenn mein Kopf weiß, dass das nicht mehr passieren wird.
Ich habe versucht ihn dann trotzdem anzulegen, aber das endet jedes Mal in Tränen - von uns beiden.

Bei den Stillhütchen habe ich nicht einfach die bequeme Alternative gewählt: Ah, jetzt ist ja alles ok, benutze ich halt Stillhütchen!
Sondern mich konsequent weiter mit der Heilung der Brustwarzen und dem Lernen des richtigen Anlegens beschäftigt, um dann als ich mich sicher genug gefühlt habe die Stillhütchen wieder loszuwerden. Dafür habe ich drei Tage gebraucht.
Ich betrachte auch die Fläschchen nicht als bequeme Lösung, sondern als Hilfsmittel. Ohne dieses Hilfsmittel wäre ich momentan aufgeschmissen.
Sollte mein Sohn eine Saugverwirrung entwickeln fände ich das furchtbar - aber selbst dann würde ich nicht einfach das Handtuch schmeißen. Auch bei einer Saugverwirrung kann man es doch noch schaffen (weider) eine gute Stillbeziehung zu entwickeln.

Ich dachte ich hätte deutlich gemacht, dass ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe, mir aber sicher bin, dass das der momentan einzig gangbare Weg für mich ist. Ich finde es schade, dass du mir nur Hilfe anbietest, wenn ich gegen mein Gefühl und gegen die Erfahrung dass unsere Stillbeziehung viel entspannter geworden ist, seit ich diesen Weg gehe, die Fläschchen jetzt wieder weglasse.
Trotzdem: wenn du mir sagen kannst, wie ich das machen soll, dann wäre ich darüber natürlich (!) sehr glücklich.
Was mache ich, wenn ich wieder Panik kriege, dass es gleich weh tut? Was mache ich, wenn das Anlegen mittags um 1 nicht so toll geklappt hat, weil er schon sehr hungrig war und ich nicht wirklich entspannt, und die Brustwarze in Mitleidenschaft gezogen wurde, beim mehrmaligen falschen Andocken, und sie sich wenn er zwei Stunden später wieder Hunger hat immer noch nicht erholt genug anfühlt?
Lege ich ihn dann einfach trotzdem an? Trotz des Schmerzes, der Frustration die mir das bringt, und der Anspannung die sich auf ihn überträgt?
Vor den Fläschchen waren wir an einem Punkt, wo er in fünf Minuten die komplette Mahlzeit hektisch aus der Brust gesaugt hat, dabei von Kopf bis Fuß angespannt, mit geballten Fäustchen und zusammengekniffenen Augen.

Eine der Ursachen meiner Stillprobleme ist sicherlich in Missbrauchserfahrungen zu suchen, die ich machen musste. Manchmal ist mir das Gefühl beim Stillen einfach unerträglich, es triggert mich an. Auch wenn es nicht im körperlichen Sinne weh tut. Auch dafür brauche ich die Fläschchen zum Ausweichen können. Auch daran arbeite ich, momentan versuche ich herauszufinden ob es besser klappt, wenn ich mich beim Stillen ablenke, wenn dieses Gefühl kommt, ich aber trotzdem anlegen kann.
Ich kämpfe gerade darum mein Kind weiter stillen zu können, weil ich es so wichtig finde, dass ein Baby die Brust haben darf. Und nicht nur als Nahrungsquelle. Wenn du mir dabei helfen magst, dann würde ich mich darüber sehr freuen.

Was sind denn die Ursachen an denen ich arbeiten muss bzw. an denen ich noch nicht arbeite? Wie gesagt, ich weiche nicht aus auf Fläschchen, ich arbeite ja parallel dazu an der Verbesserung der Probleme!
Ich achte darauf ihn anzulegen bevor er zu hungrig ist. Tatsächlich teilt er sich sehr klar mit und ich bin schon richtig gut darin seine Signale zu verstehen.
Ich verknüpfe das Stillen mit einem festen Ritual, was beides dazu geführt hat, dass er schon viel ruhiger geworden ist, bzw. sich leichter beruhigen lässt.
Ich achte darauf, dass er den Mund weit öffnet (habe das auch mit ihm geübt und über weiter) und lege nach der Anleitung "Mundvoll Brust" an. Ich docke ihn sofort ab, wenn was weh tut und lege dann neu an.
Ich stille nach Bedarf, wobei ich aber auf meine Grenzen achte: wenn er nach weniger als zwei Stunden wieder an die Brust will lege ich ihn nur an, wenn ich mich dazu bereit fühle, ansonsten gibt es Nähe, Fingernuckeln, und wenn das nicht reicht einen Schluck aus dem Fläschchen.
Ich habe durch das Anlegen auf dem Schreibtisch die Möglichkeit mich ganz auf das Andocken zu konzentrieren, und selbst eine entspannte Haltung einnehmen zu können - dadurch geht momentan alles ganz flüssig, was uns beide entstresst.

An Tipps zur Fläschchenfütterung mit langsamem Milchfluss wäre ich trotzdem interessiert. Und die Tipps zum Abpumpen habe ich gelesen, aber so richtig beantworten die meine Fragen leider nicht.

Liebe Grüße!
jusl
Jusl Almighty
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von jusl »

ich habe mir wahnsinnig viele Gedanken gemacht wegen einer möglichen Saugverwirrung und die Entscheidung zu den Fläschchen fiel mir ganz und gar nicht leicht.
Ohne hätte ich aber schon längst abgestillt.
Das habe ich verstanden, dass Du Dir bereits wahnsinnig viele Gedanken gemacht hast. Der Punkt, um den es mir ging, war lediglich:
Aller Wahrscheinlichkeit nach trägt das Flaschefüttern zu Euren derzeitigen Stillproblemen bei.
Sowohl die Schmerzen beim Stillen wie auch die wunden Brustwarzen haben sich deutlich (!) gebessert, seit ich anders anlege und vor Allem mich nicht mehr so unter Druck setzen muss.
Das ist prima, dann ist es sicher sinnvoll, wenn Du diesen Ansatz weiter verfolgst.
Alleine die Angst, dass ich jederzeit wieder diese wahnsinnigen Schmerzen wie am Anfang haben könnte setzt mich unglaublich unter Druck, auch wenn mein Kopf weiß, dass das nicht mehr passieren wird.
Ich habe versucht ihn dann trotzdem anzulegen, aber das endet jedes Mal in Tränen - von uns beiden.
Hast Du die Möglichkeit, Dich vor Ort von einer Stillberaterin begleiten zu lassen, schmerzfreies Anlegen zu üben?
Ich betrachte auch die Fläschchen nicht als bequeme Lösung, sondern als Hilfsmittel. Ohne dieses Hilfsmittel wäre ich momentan aufgeschmissen.
Das habe ich gut verstanden.
Sollte mein Sohn eine Saugverwirrung entwickeln fände ich das furchtbar - aber selbst dann würde ich nicht einfach das Handtuch schmeißen. Auch bei einer Saugverwirrung kann man es doch noch schaffen (weider) eine gute Stillbeziehung zu entwickeln.
Das ist mir klar ;-) - als Stillberaterin ist die Behandlung von Saugverwirrung mein täglich Brot. Und daher weiß ich auch: wenn möglich lieber vermeiden als behandeln.
ch finde es schade, dass du mir nur Hilfe anbietest, wenn ich gegen mein Gefühl und gegen die Erfahrung dass unsere Stillbeziehung viel entspannter geworden ist, seit ich diesen Weg gehe, die Fläschchen jetzt wieder weglasse.
So war meine Antwort nicht gemeint; gut dass Du diesen Punkt noch mal aufgreifst. Meine Vorschläge zielen auf das schnellstmögliche(!) Erreichen einer entspannten, schmerzfreien und stressarmen Stillbeziehung ab. Dies umfasst meiner Erfahrung nach als wesentlichen Punkt, möglichst bald auf künstliche Sauger zu verzichten, um Dein Baby dabei zu unterstützen, schnell eine gute Stilltechnik zu lernen.
Wenn Du weiterhin mit der Flasche füttern möchtest, kannst Du das selbstverständlich tun. Dann schauen wir eben nach anderen Unterstützungsmöglichkeiten. Das Beratungsangebot hier im SuT hängt definitiv nicht davon ab, ob jemand weiterhin per Flasche füttern möchte oder nicht.
Eine der Ursachen meiner Stillprobleme ist sicherlich in Missbrauchserfahrungen zu suchen, die ich machen musste. Manchmal ist mir das Gefühl beim Stillen einfach unerträglich, es triggert mich an. Auch wenn es nicht im körperlichen Sinne weh tut. Auch dafür brauche ich die Fläschchen zum Ausweichen können. Auch daran arbeite ich, momentan versuche ich herauszufinden ob es besser klappt, wenn ich mich beim Stillen ablenke, wenn dieses Gefühl kommt, ich aber trotzdem anlegen kann.
Ich kämpfe gerade darum mein Kind weiter stillen zu können, weil ich es so wichtig finde, dass ein Baby die Brust haben darf. Und nicht nur als Nahrungsquelle. Wenn du mir dabei helfen magst, dann würde ich mich darüber sehr freuen.
In der Fachliteratur gibt es zum Thema Stillen nach Missbrauchserfahrungen nicht viel Fundiertes, aber aus meiner eigenen Beratungspraxis weiß ich, dass ein Großteil unglücklicher bzw. gar nicht erst versuchter Stillbeziehungen auf dieses Konto gehen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du gut gangbare Wege findest, das Stillen vom Missbrauch abzukoppeln. Möglicherweise könnte Dich eine Therapeutin dabei unterstützen?
Was sind denn die Ursachen an denen ich arbeiten muss bzw. an denen ich noch nicht arbeite? Wie gesagt, ich weiche nicht aus auf Fläschchen, ich arbeite ja parallel dazu an der Verbesserung der Probleme!
Das ist doch ein guter Ansatz. Behalte einfach im Hinterkopf, dass Deine Bemühungen bei der Arbeit an den Verbesserungen möglicherweise durch die weitere Fläschchenverwendung gestört werden könnten. Wäre ja schade. ;-)
An Tipps zur Fläschchenfütterung mit langsamem Milchfluss wäre ich trotzdem interessiert.
Also zunächst: Wenn Dein Baby sehr stark saugt, kann das unterschiedliche Ursachen haben, Hunger natürlich, aber auch generell hoher Muskeltonus oder hoher Anspannungsgrad (Babys bauen Anspannung durch Saugen ab). Anspannung lässt sich neben Saugen auch durch zwei weitere Dinge verringern: Körperbegrenzung und Bewegung. Babys fühlen sich meist wohler, wenn sie viel Enge spüren (einwickeln, Pucken, eng an Mamas Körper tragen), und sie lieben Bewegung (schaukeln, kräftigen Schrittes durchs Zimmer getragen werden, eng an Mamas Körper tragen, dabei viel bewegen). Babys, die viel getragen werden, sind entspannter; das merkt man auch beim Saugen.

Die Saugermarke ist nicht so wichtig, wichtig ist aber, dass es ein möglichst kleines Saugerloch ist und dass die Flasche möglichst flach gehalten wird, also fast waagerecht. Die Saugerspitze sollte gerade eben so mit Milch gefüllt sein, mehr nicht.

Ich hoffe, dass Dir das schon mal weiterhilft. Gib einfach Bescheid, wenn Du weiterhin Unterstützung auf dem Weg zum Vollstillen wünschst. (Und auch als Teilstillende oder Nichtstillende bist Du hier im SuT selbstverständlich herzlich willkommen :!: :wink: )
LG und alles Gute
Julia
Lollipop
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 14.07.2013, 18:52

Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von Lollipop »

Hallo,

Ich Wünsche dir von Herzen, dass eure Stillbeziehung klappt.
Das habt ihr mehr als verdient!

Was machst du denn gegen den Vasospasmus?
Mir hat Magnesium und Vitamin c sehr geholfen, dann kann die bw auch heilen.

Ich habe schon einige Beratungen von Julia gelesen, mit ihr gemeinsam werdet ihr es sicher schaffen.
Jetzt bist du in guten erfahrenen Händen. :)

Liebe Grüße
Lollipop mit der Zaubermaus 06/13 und der kleinen Zaubermausnichte 02/14 und Babymaus 10/16

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FrauDechse
gut eingelebt
Beiträge: 23
Registriert: 04.08.2013, 09:53

Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von FrauDechse »

Danke ihr beiden!
Nur kurz, das kleine Raubtier muss gleich gefüttert werden. :)

Julia, kann ich L. denn auch zum Stillen pucken?
Nach dem Stillen sieht die BW bei mir manchmal leicht zusammengedrückt aus, aber das Stillen war nicht schmerzhaft. Trotzdem falsch? Wenn ja, warum/wobei wird sie zusammengedrückt?

Meine Frauenärztin ist auch Stillberaterin, ich denke du hast recht und es wäre gut wenn sie sich mal ansieht, wie ich anlege. Das werde ich direkt angehen und versuchen einen Termin zu bekommen.

Ich habe die Tips gelesen, was man bei einem Vasospasmus machen kann. Kann ich das alles problemlos einnehmen, ohne dass ich dabei noch irgendwas speziell wegen des Stillens/meinem Sohn beachten muss?

Und hast du vielleicht noch eine Idee wie lange ich die übervolle rechte Brust abpumpe? Wenn er an der dran mit trinken ist saugt er sie nie ganz leer. Danach pumpe ich sie aber nicht noch zusätzlich ab, damit sie nicht noch mehr Milch bildet. Wenn die andere dran ist mit trinken würde ich sie aber abpumpen, bin mir aber unsicher wie viel. Oder pumpe ich sie leer und kühle danach?

Liebe Grüße!
Saraid
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Beiträge: 27
Registriert: 07.11.2012, 18:23

Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von Saraid »

Huhu Frau Dechse,

grad hab ich deinen Thread hier gefunden! :D Zusammen mit Jusls findest du bestimmt bald einen guten, passenden Weg!
Alles Gute.

LG Saraid
mit kleinem Helden 03/13 (34+6)
jusl
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Re: Wie pumpe ich zusätzlich zum Stillen richtig ab?

Beitrag von jusl »

Julia, kann ich L. denn auch zum Stillen pucken?
Natürlich, probiere einfach aus, ob Dein Baby das mag.
Nach dem Stillen sieht die BW bei mir manchmal leicht zusammengedrückt aus, aber das Stillen war nicht schmerzhaft. Trotzdem falsch? Wenn ja, warum/wobei wird sie zusammengedrückt?
Zusammengedrückte BW können ein Hinweis darauf sein, dass Dein Baby (zu) stark mit der Zunge Richtung Gaumen drückt; dabei liegt die BW weiter vorne im Mund als sie eigentlich sollte. Die Flaschenfütterung kann dazu beigetragen haben, denn der harte Silikonsauger drückt die Zunge in genau diese Position.
Wesentlich ist aber, dass Du keine Schmerzen hast. Falls Du Schmerzen bekommen solltest, hast Du einen Ansatzpunkt (Mund weiter auf, BW weiter nach hinten in Richtung Rachen, Flaschen weglassen).
Meine Frauenärztin ist auch Stillberaterin, ich denke du hast recht und es wäre gut wenn sie sich mal ansieht, wie ich anlege. Das werde ich direkt angehen und versuchen einen Termin zu bekommen.
Prima, schön dass Du jemanden vor Ort hast, der Dich da begleiten kann.
Ich habe die Tips gelesen, was man bei einem Vasospasmus machen kann. Kann ich das alles problemlos einnehmen, ohne dass ich dabei noch irgendwas speziell wegen des Stillens/meinem Sohn beachten muss?
Was genau meinst Du mit "das alles"?
Und hast du vielleicht noch eine Idee wie lange ich die übervolle rechte Brust abpumpe? Wenn er an der dran mit trinken ist saugt er sie nie ganz leer. Danach pumpe ich sie aber nicht noch zusätzlich ab, damit sie nicht noch mehr Milch bildet. Wenn die andere dran ist mit trinken würde ich sie aber abpumpen, bin mir aber unsicher wie viel. Oder pumpe ich sie leer und kühle danach?
Dein Baby ist noch sehr jung; Ihr (beide ;-)) seid noch mitten in der Lernphase. Auch die Milchproduktion muss sich erst einpendeln; das klappt für gewöhnlich am allerbesten, wenn man möglichst wenig eingreift, also weder pumpt noch zufüttert. Ich würde erstmal konsequent an beiden Seiten gleichhäufig stillen (komplett nach Bedarf, also immer nach der 1. Seite noch die 2. Seite anbieten, wenn Baby aber schon satt ist, dann die nächste Mahlzeit mit der ungetrunkenen 2. Seite beginnen). Nach dem Stillen kannst Du leicht kühlen, wenn es Dir guttut.
Eine leichte Überproduktion im Wochenbett ist normal, denn die Brust muss ja erstmal kapieren, dass Du keine Mehrlinge geboren hast. ;-)
Deshalb ist ganz normal nach Bedarf stillen, ohne sonstige Eingriffe, auch am besten, damit sich die Produktion schnell auf den tatsächlichen Bedarf einstellen kann.

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia
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