Morgens wecken zum Verabschieden?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

ulmue
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Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von ulmue »

Hallo,
ich bräuchte mal eure Einschätzung.
Hier kurz unsere Ausgangssituation: Meine Kleine ist 12 Monate alt und wird abends zum Einschlafen und nachts „bei Bedarf“ (nette Umschreibung für 3 bis 8mal) gestillt. Tagsüber möchte sie nur noch selten an die Brust, eigentlich nur wenn sie sehr müde ist, da sie eben nur beim Stillen, im Kinderwagen oder Tragetuch einschläft.

Nun gehe ich seit zwei Wochen wieder arbeiten und muss dafür dreimal die Woche um 6 Uhr aufstehen. In der Regel schläft die Kleine um diese Zeit immer noch (bei uns im Bett).
Seit ein paar Tagen ist sie aber oft unruhig, kurz bevor ich aufstehen muss, manchmal stille ich noch kurz, bevor ich aufstehe.

Die letzten beiden Tage ist sie wachgeworden, kurz nachdem ich aufgestanden war, und hat natürlich bitterlich geweint, weil Mama nicht da war. Das kennt sie so eben nicht, sonst war ich immer da, wenn sie aufwachte.

Für mich war das natürlich hart, zu hören, wie die Kleine weint, und nichts tun zu können (ich war auf dem Sprung und musste meinen Zug kriegen). Zwar hat der Papa sie nach eigenen Angaben „relativ schnell“ beruhigen können (ich kann aber nicht genau einschätzen, was bei ihm „relativ schnell“ bedeutet), trotzdem tut es mir weh, wenn ich weiß, dass sie mich morgens beim Aufwachen so vermisst.

Eigentlich hatte ich mich schon irgendwie aufs Arbeiten gefreut, und war auch glücklich, dass es mit der Betreuung durch Papa und Oma ziemlich gut klappt. Es sah so aus, als kommt die Kleine schon ganz gut damit zurecht, dass Mama jetzt eben auch öfter mal länger weg ist, schließlich sind andere vertraute Bezugspersonen da. Nur das Aufwachen morgens scheint jetzt zum Problem zu werden. Eigentlich entspricht das auch überhaupt nicht meiner Einstellung, nicht da zu sein, wenn die Kleine mich braucht (denn es ist ziemlich klar, dass sie mich nachts noch sehr stark braucht, beim ins Bett bringen und auch beim nächtlichen Aufwachen zählt eben nur Mama).

Nun zu meiner Frage: sollte ich irgendetwas anders machen? Sie vielleicht sogar wecken, damit ich mich von einem wachen Kind verabschieden kann und sie nicht dem „Schock“ ausgesetzt wird, dass Mama nicht da ist, wenn sie aufwacht?
Bin traurig, wenn ich an die weinende Maus denke, und würde am liebsten doch lieber zuhause bleiben (was aber finanziell nicht drin ist)…

Vielen Dank für eure Einschätzungen!
ulmue
+++++++++++++++++++++++++++
ulmue mit Töchterchen (6/2012)
Novalia
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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von Novalia »

Hach ulmue, genau meine Baustelle!
Ich setz mich zu dir und warte Antworten...
mit großem Knups an der Hand 07|12, kleinem Knups auf dem Rücken 02|15 und meinen Sternchen Luca *13.01.17 und *03|14 für immer im Herzen

Weder Bilder, noch Klänge, noch Wort´
könnten beschreiben, was an jenem Ort
mit mir geschehn, als ich dich gesehn
in jener Nacht den Schein hast entfacht.

Schandmaul
Lösche Benutzer 8004

Re: AW: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von Lösche Benutzer 8004 »

Hallo,

mein Großer hatte mit 12 Monaten auch so eine Phase, wo es ganz schlimm war mit dem vermissen. Bei uns betraf es den Papa, der dann arbeiten war.
Er war gleich traurig, ob mit extra wecken oder ohne Verabschiedung.



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MaareMum
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Re: AW: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von MaareMum »

Hier auch, egal ob er schon wach war oder nicht. Es geht vorbei. Und ich finde, man muss den Papas einfach auch was zutrauen und es ihnen gestatten, dass sie sich das Kind beruhigen können. Je souveräner du und ihr damit umgeht, desto schneller wird sich das Kind dran gewöhnen.

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von perlanera1981 »

Hallo!

Bei uns war es definitiv schlimmer, wenn er wach war, als ich gefahren bin. Dabei hat es keine Rolle gespielt, ob er schon wach war oder zufällig wach geworden ist.

Hat er meinen Abschied verschlafen, war dann in der Früh eben Papa oder Oma da. Oft hat er in allen Zimmern nachgeschaut und als er gesehen hat, dass ich tatsächlich nicht da bin, war es ok für ihn.

Ich habe ihm am Vorabend allerdings immer gesagt, dass ich am nächsten Tag nicht da sein werde und einen Zeitpunkt genannt, wann ich wiederkam (zum Abendessen, nachm Mittagsschlaf usw. ). Später - so mit 1 3/4 vielleicht - war es dann auch ok, wenn er wach war beim Abschied. Da hat er sich dann auf den Tag gefreut und begeistert gewunken.

Ich würde auf den Papa Vertrauen - die beiden kriegen das sicher gut hin. Anders zwar als du, aber auf ihre Art und Weise.

Liebe Grüße


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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von Kasiopaia »

Bei uns ist es von Anfang an so, ich arbeite seit Ende des MuSchu, wenn er wach ist bevor ich los muss, stillen wir noch und kuscheln kurz dann darf er den restlichen morgen bei Papa im Bett weiter schlafen.... wenn er noch schläft lasse ich ihn schlafen und Papa holt ihn dann später... Papas machen vieles anders, aber gerade das finde ich wichtig, so lernen die Kleinen ganz von Anfang das jeder etwas besonderes ist und Dinge individuell regelt ;-)
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Stina82
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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von Stina82 »

Bei uns war das auch so. Mein Kleiner war sogar noch ein bisschen Jünger, als ich angefangen habe zu arbeiten. Wenn er wach war, ging das Verabschieden meist gut, aber wenn ich nicht da war und er ist aufgewacht, musste er oft weinen. Wenn ich noch Zeit hatte, bin ich dann noch mal hin und hab noch kurz gestillt. Wenn nicht, oder manchmal war ich ja dann auch wirklich schon weg, hab ich dem Papa vertraut. Es war nicht einfach, aber wecken war für mich keine Option. Dann hätte er nicht mehr einschlafen können und da er eher ein Spätschläfer ist, braucht er den Schlaf. Er hat sich dann relativ schnell dran gewöhnt, ne zeitlang hat er auch mal seinen Rhytmus angepasst und ist dann immer aufgewacht kurz nach dem ich aufgestanden war und hat dann noch mit mir gefrühstückt (und der Papa noch ne Runde geschlafen...). Jetzt ist es wieder anders und er schläft meist länger. Wenn er mal aufwacht, verabschiedet er sich mit vielen "Hej då"s (=Tschüss) vom Papa und kommt zu mir in die Küche getapst ;-) Ich glaub also, das ist ein bisschen Gewöhnungssache.
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von ulmue »

Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Es ist auch nicht so, dass ich den beiden (Kind und Papa) nicht zutraue, auch ohne mich zurecht zu kommen.

Ich glaube auch, dass das Problem eher damit zusammen hängt, dass die Kleine, wenn sie so früh aufwacht, gerne nochmal an die Brust und dann weiterschlafen möchte. Wenn sie zu ihrer "normalen" Zeit aufwacht, weil sie ausgeschlafen hat (in der Regel frühestens halb acht, manchmal auch später), ist sie meist mit der Anwesenheit von Papa zufrieden. Wenn sie aber - wie in den letzten Tagen immer wieder - gegen sechs, halb sieben aufwacht, möchte sie nochmal gestillt werden, was ich an den Nicht-Arbeitstagen natürlich auch mache. Danach schläft sie dann noch ein bisschen. Wenn ich dann aber an meinen Arbeitstagen um diese Zeit schon weg bin, weint sie eben. Vielleicht sollte man sagen, sie vermisst eher die Brust als mich :| .

Und das ist es auch, was mich wurmt. Ansonsten darf sie halt immer stillen, wenn sie möchte (was ja fast nur noch nachts der Fall ist), und jetzt muss sie auf einmal damit leben, dass Mama und Brust plötzlich weg sind, und damit kann sie dann halt auch nicht mehr einschlafen, was sie sonst tun würde (sie ist wie gesagt keine Frühaufsteherin, aber wenn sie nicht mehr an die Brust kann, weil ich weg bin, muss der Papa mit ihr aufstehen, weil sie nicht mehr einschlafen kann. D.h. ihre Nacht endet an diesen Tagen eben auch deutlich früher als sonst, und zwar auf irgendwie unerfreuliche Weise...).

Ich weiß nicht, ob das richtig rübergekommen ist, was ich meine, aber irgendwie kann ich es nicht besser beschreiben...

Viele Grüße!
ulmue
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ulmue mit Töchterchen (6/2012)
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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von ulmue »

Hallo Stina, unsere beiden Beiträge haben sich jetzt gerade überschnitten.
Ich hab auch schonmal überlegt, wenn ich sie weinen gehört habe, ob ich nochmal schnell hochflitze und sie nochmal schnell stille. Aber das ist leider schwierig, weil meine Zeit morgens sehr knapp bemessen ist (stehe um kurz vor sechs auf und muss um halb sieben aus dem Haus, um meinen Zug zu kriegen, frühstücke unterwegs). Und da man nie genau weiß, wie lange das Stillen dauern würde, habe ich bisher darauf verzichtet. Wenn ich nämlich mitten drin unterbrechen müsste, weil ich losmuss, wäre das ja wohl noch schlimmer, denke ich.
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ulmue mit Töchterchen (6/2012)
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danat
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Re: Morgens wecken zum Verabschieden?

Beitrag von danat »

Könntest du ihre Einschlafzeit nach und nach ein bisschen verschieben? So dass sie früh nicht so lange schläft und schon wacher ist? Bei uns klappte das dann so ganz gut - aber mein Sohn war zu dem Zeitpunkt schon etwas älter und sein Schlafrhythmus änderte sich ohnehin grad wieder zu der Zeit.
((()))
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
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