DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Schnatzmama
Profi-SuTler
Beiträge: 3113
Registriert: 14.06.2011, 21:38
Wohnort: 846,25 m ü.NN

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von Schnatzmama »

Jetzt muss ich aber nochmal was fragen: Auf der Seite 20 von den Leitlinien ist eine Tabelle. Da steht, dass Amoxillin intrazellulär nicht wirksam ist, Doxycyclin aber schon. Ist damit das Doxycyclin wirksamer?

Und noch mal ganz grundsätzlich: Ist das Doxycyclin auch kein Problem, wenn ich es für 30 Tage nehme? Ich hab' gesehen, dass es bei einer Woche kein Problem ist, aber so lange?
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
Benutzeravatar
alequito
Profi-SuTler
Beiträge: 3969
Registriert: 02.12.2005, 20:43
Wohnort: Schleswig-Holstein

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von alequito »

ich hab selber letzte woche ca 10 zecken entfernt bei mir und auch mal im nett rumgelesen, aber eher richtung, was geht ohne antibiotika.

und hab das gefunden,
auch sehr unteressant

http://www.rocco-kirch.de/texte-zur-hom ... kenstiche/
alequito mit
A.L.C. 1/03
A.J.T. 1/05
J.M. 3/11 mit wiedergeburt am 10.5.11, Flieg kleiner Falke! 13.8.2011

„… Du kannst nämlich nicht verloren gehen.
Du bist Liebe.
Und Liebe ist Energie.
Und Energie kann nicht verloren gehen.
Das weiß sogar die Wissenschaft…“


Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind, und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern. Alexandra 2011

ClauWi Trageberaterin & Stillberaterin
suri
alter SuT-Hase
Beiträge: 2033
Registriert: 25.06.2010, 22:09

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von suri »

schliesse mich MaareMum in allen Punkten an

ja, Doxycyclin ist wirksamer

Den Link von Alequito sollte man besser überlesen. Da fehlt es dem Verfasser gewaltig an Grundkenntnissen ... leider ...
Ich persönlich würde lieber das geringe Risiko einer Antibiotikatherapie als das größere Risiko einer z.B. Gesichtsnervlähmung durch eine Neuroborreliose eingehen.

Insgesamt kann es aber auch gut sein, dass du einfach nur eine lokale Entzündungsreaktion an der Biss-Stelle hast und gar keine Borreliose.
Ritter '07, Drachenbezwinger '09, Prinzessin '13
Schnatzmama
Profi-SuTler
Beiträge: 3113
Registriert: 14.06.2011, 21:38
Wohnort: 846,25 m ü.NN

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von Schnatzmama »

suri hat geschrieben:
Insgesamt kann es aber auch gut sein, dass du einfach nur eine lokale Entzündungsreaktion an der Biss-Stelle hast und gar keine Borreliose.
Und woher weiß ich das?
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
honigtopf2010
Profi-SuTler
Beiträge: 3921
Registriert: 22.11.2010, 21:29

Re: AW: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Still

Beitrag von honigtopf2010 »

Meine Liebe, wovor hast du jetzt Angst? Vor einer unnötigen Antibiotikaeinnahme, was durchaus verständlich wäre? Oder davor, dass die AB-Einnahme deinem Stillkind Schaden zufügt? Ich persönlich finde, dass es Krankheiten gibt, bei denen ich Ersteres ohne Weiteres in Kauf nehmen würde. Was dein Stillkind angeht, hast du hier aus verschiedenen Richtungen fachlich kompetenten Rat erhalten. Wo ist das Problem? Jetzt der Zeitraum? Ich habe schwanger und stillend über drei Wochen Hammerantibiose plus hoch dosiertes Cortison gehabt. Es hat beide Kinder nicht beeinträchtigt. Tatsächlich finde ich einen Arzt, der einen Apotheker befragt schob recht befremdlich. Zumal es zum Thema auch ausreichend Fachliteratur in Buchform gäbe, für jene, die da etwas oldschool sind. ;-)
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
Captainsparrow

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von Captainsparrow »

Bedeutet Wanderröte nicht, dass sie wandert? Ich bin ja als" Waldrandkind" mit ganz vielen Zecken aufgewachsen( hatte meine erste Borelliose dann aber als Erwachsene). Procedere war immer: Zecke entfernen ( jeden Abend Kontrolle) und dann die nächsten Tage Bisstelle anschauen. Falls sie sich rötet, den Rand mit Kuli nachmalen und schauen ob sie sich ausbreitet oder die Rötung verblasst. Das mache ich heut bei meinen Kids auch so. Oder ist das generell zu fahrlässig? Ich hatte jeden Sommer bestimmt 4 oder 5 Zeckenbisse mit etwas Rötung ( ich reagiere da auch auf Mückenstiche sehr heftig) und das hätte ja bedeutet, 5 Mal pro Sommer hochdosierte Antibiotika auf Verdacht zu nehmen. Das eine Mal als ich die B. hatte hab ich es genauso gemacht, nur dass es diesmal gewandert ist, eine Schießscheibe wie im Lehrbuch. Da gab es dann sofort AB vor dem Testergebnis des Blutes.


Sent from my iPad using Tapatalk
Benutzeravatar
MaareMum
Dipl.-SuT
Beiträge: 4462
Registriert: 24.01.2012, 22:10
Wohnort: Deutschland

Re: AW: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Still

Beitrag von MaareMum »

Es kann gerade wenn es so schnell nach dem Biss auftaucht durchaus eine lokale Entzuündungsreaktion, der Meinung bin ich auch. Aber da die Symptome auch auf Borreliose passen, will ich hier per Internet ganz sicher nicht schreiben, es ist dies oder das.
Was aber ganz sicher ist: die Wanderröte kann alles sein von nicht da bis absolut klassisch groß und ringförmig, und alles dazwischen, unscheinbar, klein, alles. Nur in etwa (ich mein es waren) 30% kommt es überhaupt trotz Infektion zu der Wanderröte. Wenn sie da ist, ist es beweisend für eine Borreliose, wenn sie nicht da ist, heißt das aber eben nicht, dass keine Borreliose da ist. Insofern kann man gerne mit dem Kuli malen, schlauer wird man damit aber auch nicht.

Und wenn Amoxicillin nicht intrazellulär und im liquor wirkt, dann heißt das - wie ich übrigens schon weiter oben geschrieben habe, dass es hier nicht so wirkt wie man es braucht und deshalb hier das weniger geeignete Antibiotikum ist (gegen Borrelien, wir reden hier jetzt nur von Borrelien).
Deswegen Doxi. Aber ich wiederhole mich.

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Captainsparrow

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von Captainsparrow »

Wenn die Reaktion so unspezifisch ist, Würde das aber nicht bedeuten, dass man nach jedem Zeckenbiss hochdosiert AB nehmen müsste? Also das ist kein Vorschlag sondern eine generelle Frage, ich würde das eh nicht machen.


Sent from my iPad using Tapatalk
suri
alter SuT-Hase
Beiträge: 2033
Registriert: 25.06.2010, 22:09

Re: AW: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Still

Beitrag von suri »

Schnatzmama, das sind alles Spekulationen. Du hast doch einen Arzt, bei dem du warst, du hast eine Verdachtsdiagnose, die sich nicht weiter erhärten oder abschwächen läßt und du hast einen Therapievorschlag. Wo ist das Problem? Was spricht dagegen die Antibiose einzunehmen?

Nein, prophylaktisch nimmt man kein Antibiotikum, Chrissi. Aber es gibt ja einen lokalen Befund. Was auch immer das ist. Und wegen dieses Befundes ist die Antibiotikaeinnahme indiziert, weil man eben aktuell nicht klären kann, ob es das harmlosere oder das schlimmere ist.
Ritter '07, Drachenbezwinger '09, Prinzessin '13
Schnatzmama
Profi-SuTler
Beiträge: 3113
Registriert: 14.06.2011, 21:38
Wohnort: 846,25 m ü.NN

Re: DRINGEND: Antibiotikum gegen Borreliose in der Stillzeit

Beitrag von Schnatzmama »

Ach, es ist toll, wenn man Leute lesen kann wie euch, die in der Stillzeit nicht die Augen verdrehen nach dem Motto: Warum stillst du eigentlich noch, ist doch bei einem so großen Kind gar nicht mehr nötig.

Also gut, wie sieht es aus: Heute morgen waren wir beiden Frauen mal wieder beim Arzt, beim Wochenenddienst. Der hat sich meine Geschichte angehört und sich die Stichstelle angeschaut. Der rote Fleck darum ist weg, nur noch sie Einstichstelle ist zu sehen. Er meinte dann, so wie die Stelle jetzt aussehen würde, bräuchte man kein Antibiotikum. Er hätte schon sehr viele Borrelioseerkrankungen gesehen und da sollte es wohl so sein, dass die Rötung nicht nach innen sondern nach außen weggeht, das heißt, dass es innen dann weiß wird, und das ist bei mir nicht der Fall. Seine Vermutung war, dass diese Rötung kam, weil ich auf Stiche im Allgemeinen sehr empfindlich reagiere. Während ein Schnakenstich bei meinem Mann schon eine Stunde nach dem Einstich nicht mehr zu sehen ist, juckt der bei mir noch nach drei Tagen. Er hat dann noch gesagt, wenn es zu einer Antibiotikumtherapie kommen sollte, wäre das Amoxi die bessere Wahl.
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“