Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

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Eichhörnchen1980
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Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von Eichhörnchen1980 »

Hallo,

ich habe ein 4 Wochen altes Baby und wir hatten einen überaus holprigen Stillstart. Die kleine Maus kam mit 2700 g zur Welt und hat dann im Krankenhaus auf 2500 g abgenommen. Die Schwestern dort meinten, ich sollte auf jeden Fall zufüttern, da die Milch nicht ausreiche. Im Krankenhaus hat sie dann ziemlich viel zugefüttert bekommen und ich bekam eine Milchpumpe verschrieben. Die hat mir allerdings nicht geholfen, anscheinend bekommt meine kleine Maus mehr aus der Brust raus als die Pumpe. Um abzukürzen: hab immer weniger zugefüttert, meine FÄ hat mir noch Paspertin (MCP) verschrieben, damit die Milchbildung angeregt wird (habe ich ca. 1 1/2 Wochen genommen) und mittlerweile sind wir Prenahrungsfrei.

Ich weiß, dass das Dauerstillen normal ist und gehäuft gegen Nachmittag, Abend auftritt. Bei mir fängt es aber teilweise schon am Vormittag an. Meine Kleine will nur noch im Arm schlafen und da wacht sie dann wieder auf, nuckelt kurz oder trinkt nochmal einen Schwung, schläft wieder ein... Endlosschleife. Sobald ich Sie ablege wacht sie spätestens nach 5 Minuten auf und ist hellwach - hält auch mal recht lange (denke ich zumindest) im wachen liegen durch. Aber heute Morgen hat Sie alle 30 Minuten geschrien. Ich trage sie dann meist noch herum und schaue nach, ob sie was in der Windel hat, aber meist ist es so (und da gibts nicht wirklich nen Unterschied zwischen Abend oder Morgen), dass ich keinen Grund feststellen kann, was ihr fehlt und sie schreit und schreit jämmerlich und dann lege ich sie halt an.
Im Stillbuch von Hanna Lothrop habe ich gefunden, dass das Verwechseln von Hunger und Anbieten der Brust auch zu Problemen führen kann.

Wenn ich Sie dann anlege saugt sie meistens gleich los (trinkt teilweise auch gut, manchmal nuckelt sie aber auch nur, um dann nach kurzer Zeit wieder einzudösen). Inzwischen ist es aber so, dass Sie mit der Zeit die Brustwarze schnalzen lässt (wie wenn sie sich erschrecken würde - fährt hoch und lässt los) und teilweise sucht sie auch richtig hektisch an der Brust herum (Kopf geht hoch und runter und sie wirkt dann irgendwie verwirrt oder unzufrieden). Ist das normal? Hab sie gestern in so einer Situation dann auch einfach mal von der Brust weggenommen, Bäuerchen machen lassen und in den Laufstall gelegt (da war sie dann zufrieden (zumindest für ein paar Minuten). Habe Angst, dass ich ihre Zeichen falsch verstehe.

Es gibt ja auch den Ansatz, dass Babys abends ihren Kummer von der Seele weinen müssen. Das würde meine Maus allerdings gar nicht schaffen, weil ich Sie nach spätestens 5-10 Minuten weinend herumtragen anlege und das eigentlich immer hilft. Sollte ich das lieber anders machen?

Das Dauerstillen ist halt echt nervig - auch weil es immer früher anfängt und kaum noch Abstände da sind.
Habe auch schon überlegt, ob vielleicht zu wenig Milch kommt und sie deswegen öfter hinmuss um ihren Bedarf zu decken (sie nimmt allerdings gut zu - 300 g pro Woche. Kann sie durch zu viel Mumi eigentlich zuviel zunehmen und evtl. auch Bauchweh bekommen? (Hab ich alles schon vorgehalten bekommen. Meine Mutter meint ja, ich solle sie mal wieder ordentlich mit Prenahrung füttern und sehen, ob sie dann auch so viel trinken will - ich selbst halte aber nicht viel davon zumal das vielleicht auch meine Milchbildung durcheinanderbringt).

Gerade steckt sie seit knapp zwei Stunden im Tragetuch und ist recht friedlich (ich versuche so die Abstände ein bissle zu vergrößern, außerdem schläft sie sonst tagsüber fast nicht). Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Außerdem ist es mit dem Tragetuch grade so warm.
Mit dem Kinderwagen rausgehen hilft auch nur kurz. Meistens wacht sie nach 1/2 Std. auf und schreit wieder. Oje.
Oder meint ihr ich soll die Abstände gar nicht rauszögern?

Bin für Tipps oder auch für den Bericht eurer Erfahrungen dankbar. Fühle mich grade sehr mutlos, weil ich anscheinend von vielen Stillgegnern umgeben bin.Und schreien lassen möchte ich sie halt auch nicht.
Ach ja, hat jemand von euch auch MCP (Paspertin) während der Stillzeit eingenommen? Habe da auch etwas Angst, dass bei meiner Kleinen vielleicht Nebenwirkungen auftreten und sie vielleicht deswegen so oft trinken will - vielleicht wird sie nicht richtig satt?.

Und noch was: Geht das wirklich vorbei? Kommt mir vor als würde das ewig so weitergehen...

Danke!!!!!
Seelentattoo
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Re: Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von Seelentattoo »

Hört sich nach dem ersten entwicklungsschub an. Sie braucht dich gerade einfach ganz besonders.
Diese Unsicherheit kennen alle Mütter am Anfang, ihr wachst gerade erst zusammen, gib euch zeit!
Du machst alles richtig, immer anlegen, wenn die Maus unzufrieden ist, sie holt sich, was sie braucht.
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Krümel2013
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Re: Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von Krümel2013 »

Hallo Eichhörnchen,

Da habt Ihr ja schon so einiges durch und scheint die anfänglichen Probleme ja schon gut weg bekommen zu haben! :)
Sicher meldet sich noch einer der Profis um Dir die richtigen Ratschläge zu geben.
Ich als Laie kann nur sagen: Unser Stillstart war gut und trotzdem haben wir diese Dauernuckelphasen. Im Moment steckt wohl unsere abzuwehrende Familienerkältung dahinter. :wink:
Manchmal gibt es aber auch ein paar Tage hintereinander, an denen sie nicht so oft an die Brust will. Und wenn Madame mal wieder einen Schlecht-Laune-Tag hat, gehe ich oft den Weg des geringsten Widerstandes und gebe ihr dann halt schon wieder die Brust. (Die Meinung der Fachfrauen, was am Dauernuckeln problematisch sein soll, außer dass es manchmal ganz schön nervt, interessiert mich auch.) Aller paar Tage/ Wochen erhöht sie auch ihre Menge durch ausgiebigeres Nuckeln und wenn sie dann endlich wieder besser schläft bzw. längere Stillabstände hat, sitze ich nachts um 3 im Wohnzimmer und pumpe die bald platzende Brust leer...
Irgendwann wird es besser, oder Du gewöhnst Dich einfach dran. :mrgreen: Das Gefühl von nun an eine dauernd verfügbare "Milchkuh" ohne eigene Bedürfnisse sein zu müssen hatte ich beim ersten Kind am Anfang schlimmer. :wink: Es wird sich alles einspielen und Ihr seid ja noch voll und ganz in der Kennenlernphase. Mit der Zeit wird es immer einfacher, die Bedürfnisse des eigenen Baby's zu deuten. Dann wirst Du auch (meistens) merken, ob die Maus Hunger hat, gelangweilt oder müde ist. Und bestimmte Kommentare des Umfeldes solltest Du einfach überhören! So wie Du es jetzt machst, ist es gut, Du hörst auf Dein Gefühl!
Also, alles Gute und blende die vermeintlich guten Ratschläge Deines Umfeldes aus. :wink: Die Milch reicht sicher bei diesem Gewichtszuwachs und ein Baby kann man nicht verwöhnen, sei es durch Tragen, Stillen oder sonstige Zuwendung!
Ich muss mir auch immer so tolle Kommentare ("Hängt sie schon wieder an der Brust?!", "Kein Wunder, dass sie nicht alleine liegenbleibt, wenn du sie immer schleppst!", und so weiter und so fort...) anhören.
Jetzt beim 2. Kind ignoriere ich sowas komplett. Ich versuche, unser Leben für alle Beteiligten so entspannt wie möglich zu gestalten und fahre damit ganz gut. Mittlerweile ist es nämlich so, dass es durchaus Phasen gibt, in denen das Nähebedürfnis gestillt ist und sie sich prima für eine halbe Stunde oder auch länger mit sich selber beschäftigt. Und das geht am besten ohne Zwang von außen.
Viele Grüße von
Nadine
Mami von den großen Schwestern M (10/2010), L (04/2013) und dem großen kleinen Bruder K (09/2015)
Ursi99
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Re: Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von Ursi99 »

hallo liebes eichhörnchen,

herzlichen glückwunsch zum baby! ihr seid noch mitten im wochenbett, dass es da noch nicht ganz reibungslos klappt und ihr euch erstmal richtig kennenlernen müsst, ist ganz normal.

das sog. clusterfeeding kann meines wissens egal zu welcher tageszeit auftreten. viele babies clustern wohl gegen abend, aber dauerstillen auch tagsüber ist bestimmt nicht ungewöhnlich. zumal das baby ja auch dadurch die milchproduktion hochfährt.
für mich klingt vieles auch nach schub: viel clustern, unruhig, viel nähe suchend.
warum trägst du sie denn nicht einfach den ganzen tag im tt rum? wenn es zu warm ist, einfach die bahnen auffächern (also zurollen....äh nicht auffächern...weisst du was ich meine?) wie bindest du denn?
im tt kann man nämlich auch toll stillen!! einfach etwas lockerer aufbinden, baby leicht runterrutschen lassen, brust raus, fertig. ist superpraktisch.

zuviel zunehmen können vollgestillte babies nicht!! und der bauchweh-mythos stimmt auch nicht....
warum sollte sie denn von pre weniger bauchweh haben?? dass es da irgendeinen nutzen gäbe, halte ich für sorry....schwachsinn.
es kann schon sein, dass es dir so vorkommt, als sei wenig(er) milch da - aber selbst wenn es so wäre, dein baby macht gerade genau das richtige, um gegenzusteuern. also leg einfach weiter nach bedarf an. auch künstlich abstände vergrössern/einhalten würde ich nicht machen - wozu auch? kannst du dich vielleicht einfach mal 1, 2 tage mit deinem baby ins bett legen, ruhen, kuscheln, dauerstillen? das würde euch bestimmt helfen, zur ruhe zu kommen, fährt deine produktion schön hoch und hilft baby vielleicht beim "schuben"?
ich wünsch euch alles gute!

ach so, noch was: ist dieses buch von hanna lothrop nicht schon veraltet?
wegen dem hunger verwechseln: dein baby wird sicherlich nicht an die brust gehen, wenn es nix trinken/nuckeln will - dass es da konkret zu problemen kommen kann, habe ich noch nicht gehört.... was genau steht denn da?
Eichhörnchen1980
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Re: Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von Eichhörnchen1980 »

In dem Stillbuch steht, dass manche Mütter die Brust auch als Trostspender einsetzen können, jedoch ein Zuviel auch quengelig machen kann.

Unser Einschlaferlebnis gestern Nacht: meine Maus hat fast den ganzen Abend abwechselnd getrunken und genuckelt, wobei sie im Laufe der Zeit immer hektischer geworden ist. Sie wirft dann das Köpfchen vor und zurück, lässt die Brustwarze schnell los, nur um sie gleich darauf wieder zu suchen.
Wir sind dann zur üblichen Zeit ins Bett und ich wollte sie einschlafstillen. Normalerweise geht das gut und wir schlafen zügig ein. Nicht jedoch gestern, es folgte ein 1 1!2 stündiger Marathon, bei dem sie sich wie eben beschrieben verhielt, zudem hat sie dann noch nach einiger Zeit angefangen die Brust anzubrüllen! Und dann ist sie zum Glück endlich eingeschlafen. Bäuerchen habe ich sie zwischendrin auch machen lassen (an Schulter gelegt und sanft auf denPopo geklopft), aber dabei hat sie sofort angefangen zu schreien bis ich sie wieder angelegt habe.

Kennt jemand das Phänomen? Vielleicht war das das Zuviel, das quengelig macht? :cry:
Und weiß vielleicht jemand wie ich mich da pfiffiger verhalten kann?
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raheya
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Re: Dauerstillen, Nuckeln und tausend Fragen

Beitrag von raheya »

Das klingt haargenauso wie bei mir. Meine Tochter ist gerade 6 Wochen alt und vor ca 3 Wochen fing bei mir auch das beschriebene Verhalten (Kopf hin und her werfen, ab/andocken, im Extremfall weinen und Brustwarze anbrüllen) an - von daher erstmal: ich vermute alles ganz normal! Inzwischen bin ich mir relativ sicher dass bei diesem "Gezappel" irgendwas zwickt, dh entweder sie macht kurz drauf die Windel voll oder ein Bäuerchen drückt sie. Hier ist es auch so dass noch längere Zeit nach dem Stillen Luft aus dem Magen hochkommt, also kann es denke ich gut sein dass noch Luft im Bauch drückt (das Gezappel also weitergeht), selbst wenn sie schon einmal aufgestoßen hat.
Ich denke auch dass die extremen Momente (beim Stillen immer noch weinen und BW anbrüllen) mit dem ersten Schub zu tun hatten, kam bei uns, wenn ich genau drüber nachdenke, in den letzten Tagen nicht mehr vor. Also insgesamt kann ich (als unerfahrene Neumama) nur sagen: Ich denke du machst alles super, es ist einfach eine anstrengende Phase für beide. Ich finde es nebenbei erwähnt auch beeindruckend dass du sie immer mit der Brust beruhigst, ich hätte das ohne die Stillhütchen (die ich jetzt zum Glück nicht mehr brauche) nicht ausgehalten - auch jetzt muss irgendwann der kleine Finger ran, sonst fallen mir die Nippel ab. :)
Viele Grüße,
Alice
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