Laut Kinderärztin bin auch ich schuld an seinem Untergewicht, da sie sich den Zwerg ja nicht mal 1sekunde angeschaut hat.
Hallo Naoko,
ich kann gut verstehen, dass Du Dir einen neuen KiA suchst. Schuldzuweisungen helfen ja nicht weiter, auch nicht bei denjenigen Müttern, die tatsächlich "schuld" dran sind (z.B. wegen Milchdrüsenfehlbildungen oder wegen ausgeprägtem StillUNwissen oder so). Weder lösen Schuldzuweiseungen medizinische Probleme, noch vermehren sie Wissen, noch bereiten sie den Boden für eine gute Zusammenarbeit.
Wie kann man den eine Malabsorptionserkrankung feststellen? Sollte ich den Arzt auf soetwas hinweisen, oder kommt er selbst darauf?
Das ist eine ärztliche Tätigkeit - je nach Verdacht gibt es unterschiedliche Diagnostikverfahren. Normalerweise sollten Ärzte da selbst drauf kommen

- aber es schadet sicher nicht, mal explizit nachzufragen: "Angenommen, mein Baby bekommt tagtäglich eine ganz normale Milchmenge ab. Welche möglichen Ursachen vermuten Sie in dem Fall für die geringe Gewichtszunahme? Auf welche Weise würde diese Vermutung bestätigt oder ausgeschlossen?"
Wie oft und wie viel soll ich ihn zufüttern? Wie lange oder muss ich nun immer zufüttern?
Ich würde erstmal mit einer relativ großen Menge starten (einfach weil ja - falls fehlende Milch zum Problem beiträgt - schnell ein nennenswerter Effekt erzielt werden soll). Größenordnung 250 ml täglich mindestens. Dies erstmal testweise für die nächste Zeit, bis wir mehr wissen.
Welche Milch gebe ich ihm am besten? Seine große Schwester hat ja eine starke Milchallergie, somit habe ich kein gutes Gefühl wenn ich ihm nun ein normales Milchpulver gebe, selbst wenn es HA-Nahrung ist... sollte ich ihm die selbse spezial Nahrung geben, die seine Schwester auch bekommen hat, bzw immer noch bekommt? Diese spezielle Milch ist für babys ab Geburt geeignet.
Erste Wahl wäre abgepumpte Milch. Zweite Wahl wäre ganz normale herkömmliche PRE, kein HA oder sonstige Spezialnahrung. Nur weil seine Schwester eine starke Kuhmilcheiweißallergie hat, muss das für Deinen Sohn ja nicht auch gelten. HA-Nahrung wäre bei Kuhmilcheiweißallergie ohnehin ungeeignet, in diesem Fall müsste ein Vollhydrolysat aus der Apo her (ich nehme an, Du meinst das mit "Spezialnahrung").
"Kein gutes Gefühl" kann allerdings zum Problem werden...

Bei einer schweren Gedeihstörung ist es hilfreich, dass Mütter zuversichtlich und vernünftig an die Sache herangehen. Ich weiß, Ihr habt schon schwere Erfahrung mit der großen Schwester hinter Euch, aber zum Wohle Deines Sohnes wäre es gut, sich davon zu lösen. Vielleicht ist Dein Baby kerngesund und verträgt PRE bestens.
Ich würde eigentlich gerne das Brusternährungsset ausprobieren. Oder soll ich ihm doch lieber ein Fläschchen geben?
Wenn Du vor der Wahl "BES oder Flasche" stehst, dann kann ich aus stillberaterischer Sicht nur gaaanz eindeutig zum BES raten. Mit der Flasche besteht die Möglichkeit, dass das Stillen selbst eine massive Störung erfährt. Dann hättest Du zusätzlich zu der schweren Gedeihstörung auch noch das Problem, dass das Stillen gefährdet ist. Das ist ungünstig, und durch die Wahl einer stillfreundlichen Zufüttermethode vermeidbar.
Ach ich bin einfach so frustiert, das es nun schon wieder nicht klappt mit dem Stillen. Ich habe in der Schwangerschaft extra einen Stillkurs gemacht, und es hat auch anfangs alles so gut geklappt... und ich habe mich so gefreut das es so gut funktioniert hat...
Ich verstehe Deinen Frust. Aber vielleicht passt das Wort "klappen" gar nicht so richtig - möglicherweise liegt ein grundlegendes medizinisches Problem vor, bei dem Dein Sohn Hilfe braucht. Dann ist es ein Segen, dass Ihr noch stillt, und mit allen zusätzlichen notwendigen Maßnahmen werdet Ihr beide Euch sicher gut arrangieren können.
Ich habe einfach Angst, wenn ich nun anfangen ihn zuzufüttern, das dann die Neurodermitis ausbricht. So war es bei seiner schwester auch. pünktlich zum ersten Fläschchen sind die Ektzeme gekommen und aus meinen total braven, zufriedenen und glücklichen Baby ist innerhalb 2 Tagen ein unzufriedenes, krankes Schreibaby geworden, das gefühlte 5 Stunden am Stück geweint hat wegen dem quälenden Juckreiz...
Ach mann... natürlich geht jetzt erst mal sein Gewicht vor, aber ich habe so angst davor, das es bei ihm genau so wird wie bei seiner Schwester.
Verstehe ich, aber wie gesagt: Dein Sohn ist ein Individuum - bei ihm kann es komplett anders laufen. Und Neurodermitis könnte er genausogut bekommen, wenn Du ihn 9 Monate lang vollgestillt hättest.
Die Fremdmilchproblematik jedenfalls ließe sich ja mit abgepumpter Muttermilch umgehen.
Wie siehst Du das?
LG
Julia