Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
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- taschi
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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Vielleicht könntet ihr es ja auch erstmal irgendwie kombinieren..z.b. guckt Papa sich mit ihm ein Buch an und danach wird gestillt..
LG Taschi
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Kleene31
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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Mit der engen Bindung kann ich mitreden und meine grosse tochter ist -leider- ein flaschenkind gewesen!
Bis im April ihr bruder auf die welt kam durfte nur Mama sie ins bett bringen und überhaupt ging NUR mama. Wir waren total aneinendergeschweisst (und das ohne stillen). Dann kam ihr bruder auf die welt und von jetzt auf gleich ignorierte sie mich. Nur noch PAPA! Das tat weh... Nun ist es 2 monate her und so langsam nähert sie sich wieder etwas an. Was ich damit sagen will: eine enge bindung geschieht so oder so und ich finde es gut so. Es wird sich ändern, wenn die zeit gekommen ist. Da kann man nichts trainieren oder so! Genieß dir zeit, sie kann schnell vorbei sein!!!
Bis im April ihr bruder auf die welt kam durfte nur Mama sie ins bett bringen und überhaupt ging NUR mama. Wir waren total aneinendergeschweisst (und das ohne stillen). Dann kam ihr bruder auf die welt und von jetzt auf gleich ignorierte sie mich. Nur noch PAPA! Das tat weh... Nun ist es 2 monate her und so langsam nähert sie sich wieder etwas an. Was ich damit sagen will: eine enge bindung geschieht so oder so und ich finde es gut so. Es wird sich ändern, wenn die zeit gekommen ist. Da kann man nichts trainieren oder so! Genieß dir zeit, sie kann schnell vorbei sein!!!
Liebe Grüsse
Julia mit Zaubermaus (05/11) an der Hand und Hase (04/13) im Arm
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spacerabbit
- ist mit Leidenschaft dabei
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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Lasst Euch einfach alle Zeit, das wird schon! Und auch von mir noch einmal die Bekräftigung: Eine zu enge Bindung kann es gar nicht geben, und ich kann das hier in unserem Land oft nicht verstehen, dass es oft so anmutet, als gäbe es eine Art von Angst vor zu viel Bindung, Nähe oder Abhängigkeit. Ich bin der Meinung, wenn ein Kind eine gute Bindung von Anfang an hat, kann es am ehesten Urvertrauen und später stabile soziale Beziehungen ausleben. Lass Dich nicht verunsichern von Meinungen wie "Du verwöhnst Dein Kind zu sehr" oder "Du bindest Deinen Sohn zu sehr an Dich". Schließlich ist er erst 13 Monate alt, und Mama ist immer etwas anderes als Papa, daran konnte sich mein Mann selbst beim zweiten Kind nur schwer dran gewöhnen.
Die Kleine ist mittlerweile 2 Jahre alt und lässt sich auch von Papa ins Bett bringen, aber wenn ich da bin, bin nur ich gefragt. Die Kleine war 14 Monate alt, als sie zur Tagesmutter gekommen ist, ich hätte nie gedacht, dass sie es jemals schaffen würde, ohne vorher Stillen dort Mittagsschlaf zu machen, aber es hat problemlos funktioniert.
Die Kleine ist mittlerweile 2 Jahre alt und lässt sich auch von Papa ins Bett bringen, aber wenn ich da bin, bin nur ich gefragt. Die Kleine war 14 Monate alt, als sie zur Tagesmutter gekommen ist, ich hätte nie gedacht, dass sie es jemals schaffen würde, ohne vorher Stillen dort Mittagsschlaf zu machen, aber es hat problemlos funktioniert.
Großer Bruder 29.06.2008
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moettchen
- hat viel zu erzählen
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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Ich möchte Dir auch Mut zusprechen: unsere Große ist (und war schon immer) ein "Stilljunkie". Mein Mann und ich hatten uns die Elternzeit aufgeteilt und am Ende meiner Zeit waren wir beide fast panisch, da unsere Große trotz Beikoststart immer noch sehr häufig gestillt hat(tagsüber ca. alle 2h), Fläschen bei Tests nicht akzeptierte und ganz allgemein sehr auf mich fixiert war. Wir hatten uns daher schon x Szenarien überlegt, wie wir trotz Vollzeitarbeiten von mir den Übergang von mir zu ihm möglichst schonend bewältigen könnten....
...aber in der Praxis war das dann alles überflüssig. Am ersten Tag hat unsere Große noch geweint (aber weniger als erwartet), aber irgendwie hat sie gemerkt, daß ich wohl wirklich nicht im Haus bin und motzend die Situation akzeptiert. Ab dem zweiten Tag (!) hat sie akzeptiert, daß die SItuaiton verändert war und sich der Situation angepaßt, d.h.
- sie hat bei echtem Hunger/Durst die Flasche mit Mumi genommen (allerdings nur soviel getrunken wie wohl absolut notwendig)
- Papa als Betreuungsperson akzeptiert
- Einschlafen auch mit Papa geklappt hat (es hat ohne Brust nur deutlich länger gedauert)
= bei uns lief es VIEL, VIEL BESSER , wenn ich nicht im Haus war. Sobald ich da war, bestand sie auf Einschlafstillen, akzeptierte kein Fläschen, etc, da Ihr anscheinend bewußt war, daß das "liebgewonnene Original" greifbar war.
Mein Fazit ist, daß man aus bisher bekannten Situationen mit beiden Elternteilen zu Hause (z.B: WOchenende) nicht zwingend darauf schließen kann, wie es läuft, wenn der Papa mal auf sich allein gestellt ist. Ich glaube, wir machen uns häufig zu viel Angst im Vorfeld und die Kinder (und Papas) sind viel anpassungsfähiger als wir denken.
Zu Deiner konkreten Frage bzgl. Schlafen: bei uns war es sehr lange so, daß sie [wenn ich zu Hause war] nur mit mir ins Bett gegangen ist. Irgendwann (mit ca 2J gab es eine Zeit in der sie den Papa vorzog und derzeit geht Einschlafen wieder mit Beiden, aber derzeit ist wieder Einschlafbegleitung von Mama angesagt) Was ich damit sagen will, das kann sich durchaus noch häufiger wechseln - wichtig ist m.E. allerdings, daß der Papa Eurem Sohn immer wieder anbietet bzw. versucht, ihn ins Bett zu bringen.
Wünsch Euch alles Gute!
...aber in der Praxis war das dann alles überflüssig. Am ersten Tag hat unsere Große noch geweint (aber weniger als erwartet), aber irgendwie hat sie gemerkt, daß ich wohl wirklich nicht im Haus bin und motzend die Situation akzeptiert. Ab dem zweiten Tag (!) hat sie akzeptiert, daß die SItuaiton verändert war und sich der Situation angepaßt, d.h.
- sie hat bei echtem Hunger/Durst die Flasche mit Mumi genommen (allerdings nur soviel getrunken wie wohl absolut notwendig)
- Papa als Betreuungsperson akzeptiert
- Einschlafen auch mit Papa geklappt hat (es hat ohne Brust nur deutlich länger gedauert)
= bei uns lief es VIEL, VIEL BESSER , wenn ich nicht im Haus war. Sobald ich da war, bestand sie auf Einschlafstillen, akzeptierte kein Fläschen, etc, da Ihr anscheinend bewußt war, daß das "liebgewonnene Original" greifbar war.
Mein Fazit ist, daß man aus bisher bekannten Situationen mit beiden Elternteilen zu Hause (z.B: WOchenende) nicht zwingend darauf schließen kann, wie es läuft, wenn der Papa mal auf sich allein gestellt ist. Ich glaube, wir machen uns häufig zu viel Angst im Vorfeld und die Kinder (und Papas) sind viel anpassungsfähiger als wir denken.
Zu Deiner konkreten Frage bzgl. Schlafen: bei uns war es sehr lange so, daß sie [wenn ich zu Hause war] nur mit mir ins Bett gegangen ist. Irgendwann (mit ca 2J gab es eine Zeit in der sie den Papa vorzog und derzeit geht Einschlafen wieder mit Beiden, aber derzeit ist wieder Einschlafbegleitung von Mama angesagt) Was ich damit sagen will, das kann sich durchaus noch häufiger wechseln - wichtig ist m.E. allerdings, daß der Papa Eurem Sohn immer wieder anbietet bzw. versucht, ihn ins Bett zu bringen.
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mit großem Moettchen (08/2010) an der Hand und kleinem Moettchen (03/2013) auf dem Arm
- Mohnblume
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 27.03.2010, 23:39
- Wohnort: Berlin
Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Hallo,
meiner Erfahrung nach ist es für engagierte Papas oft schwer, die enge Bindung zwischen Mama und Kind nicht persönlich zu nehmen. Versetzt euch mal in die Lage, ihr wärt der Papa, würdet auch sooo gern das Kleine ins Bett bringen, auch so toll beruhigen können, aber es geht nur die Mama... ihr würdet euch auch zurückgewiesen und traurig fühlen! Stillen wird dann ganz gern als "Grundursache des Übels" verantwortlich gemacht, ist halt das Biologische, die "einfachste Erklärung". Dass es keinesfalls daran liegen muss, zeigen die Berichte von ähnlich stark an Mama gebundenen Flaschenkindern. Aber es ist natürlich trotzdem noch mal eine ganz besondere Mama-Kind-Bindung, das darf man auch nicht von der Hand weisen. Wichtig ist da eben vor allem, gut miteinander zu reden.
Ich finde es wichtig, Papas Bedürfnisse nicht einfach wegzuwischen und gemeinsam zu versuchen, Wege zu finden, wie auch Papa Stückchen für Stückchen mehr übernehmen kann. Das Tragetuch ist da beispielsweise echt eine Wunderwaffe, auch bei größeren Kindern! Beim Einschlafritual nach und nach den Papa einzubeziehen kann auch super klappen. Und auf jeden Fall: den Papa auch mal alleine mit Kind lassen! Gaaaanz wichtig! Die können das, nur Mut
Bei uns war es auch erst nach über einem Jahr soweit, dass mein Mann den Purzel ins Bett bringen konnte. WEnn ich dran war, wurde weiterhin einschlafgestillt, bei Papa dann gekuschelt. (Einschlaf-)gestillt haben wir bis der Kleine zweieinhalb war. Lange war bei uns auch "das Stillen schuld" (in den Augen meines Mannes), aber nach und nach haben wir alle gesehen, dass es auch anders klappen kann. Mein Mann hat auch zum Glück seinen Frieden mit LZS gemacht
bei ihm war es wirklich aus der Angst heraus, abgemeldet zu sein wegen eines unfairen biologischen Vorteils - er ist ein so toller liebevoller Familienpapa, der sich wirklich um sein Kind kümmern WOLLTE / WILL ... es gibt auch echt genug Männer, die da gar kein Interesse haben, und ich finde es so schön, wenn es andersrum ist.
meiner Erfahrung nach ist es für engagierte Papas oft schwer, die enge Bindung zwischen Mama und Kind nicht persönlich zu nehmen. Versetzt euch mal in die Lage, ihr wärt der Papa, würdet auch sooo gern das Kleine ins Bett bringen, auch so toll beruhigen können, aber es geht nur die Mama... ihr würdet euch auch zurückgewiesen und traurig fühlen! Stillen wird dann ganz gern als "Grundursache des Übels" verantwortlich gemacht, ist halt das Biologische, die "einfachste Erklärung". Dass es keinesfalls daran liegen muss, zeigen die Berichte von ähnlich stark an Mama gebundenen Flaschenkindern. Aber es ist natürlich trotzdem noch mal eine ganz besondere Mama-Kind-Bindung, das darf man auch nicht von der Hand weisen. Wichtig ist da eben vor allem, gut miteinander zu reden.
Ich finde es wichtig, Papas Bedürfnisse nicht einfach wegzuwischen und gemeinsam zu versuchen, Wege zu finden, wie auch Papa Stückchen für Stückchen mehr übernehmen kann. Das Tragetuch ist da beispielsweise echt eine Wunderwaffe, auch bei größeren Kindern! Beim Einschlafritual nach und nach den Papa einzubeziehen kann auch super klappen. Und auf jeden Fall: den Papa auch mal alleine mit Kind lassen! Gaaaanz wichtig! Die können das, nur Mut
Bei uns war es auch erst nach über einem Jahr soweit, dass mein Mann den Purzel ins Bett bringen konnte. WEnn ich dran war, wurde weiterhin einschlafgestillt, bei Papa dann gekuschelt. (Einschlaf-)gestillt haben wir bis der Kleine zweieinhalb war. Lange war bei uns auch "das Stillen schuld" (in den Augen meines Mannes), aber nach und nach haben wir alle gesehen, dass es auch anders klappen kann. Mein Mann hat auch zum Glück seinen Frieden mit LZS gemacht
✿ mit dem Großen (01/10) und dem Kleinen (07/13)
ClauWi-Trageberaterin GK 03/11
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moettchen
- hat viel zu erzählen
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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
@Mohnblume: hast Du toll geschrieben. Kann das aus unserer Erfahrung 100% unterschreiben.
Mein Mann hat auch darunter gelitten, dass unsere Tochter lange so auf mich fixiert war. Und ja, ich denke es ist Fakt, dass wir Frauen durch Schwangerschaft und Stillen hier einen "biologischen Startvorteil" haben.
Daher ist es gut zu sehen, was für eine tolle Bindung die Beiden nun haben und wie sehr sie an ihm hängt (sie erzählt mit nun fast 3 J. allen und jedem "wie süß" Ihr Papa ist und wieeeee lieeebbb sie ihn hat
)
Mein Mann hat auch darunter gelitten, dass unsere Tochter lange so auf mich fixiert war. Und ja, ich denke es ist Fakt, dass wir Frauen durch Schwangerschaft und Stillen hier einen "biologischen Startvorteil" haben.
Daher ist es gut zu sehen, was für eine tolle Bindung die Beiden nun haben und wie sehr sie an ihm hängt (sie erzählt mit nun fast 3 J. allen und jedem "wie süß" Ihr Papa ist und wieeeee lieeebbb sie ihn hat
mit großem Moettchen (08/2010) an der Hand und kleinem Moettchen (03/2013) auf dem Arm
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sonnenblume71
- Herzlich Willkommen
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- Registriert: 21.06.2013, 21:53
Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Ich denke auch nicht, dass ihr eine zu enge Bindung habt, das gibt es nähmlich nicht...
Meine Tochter ist jetzt 3 1/2 und sie hat zeitweise immer noch Phasen, wo sie nur bei mir sein will. Mein Umfeld findet das manchmal auch "nicht normal", aber ich lasse mich da nicht beirren. Ich denke das allerwichtigste im Umgang mit Kindern ist, sich auf sein eigenes Gefühl zu verlassen und diesem vertrauen zu lernen. Unterdessen habe ich gemerkt, dass diese anhänglichen Phasen immer einen Grund haben (merkt man ja leider dann erst im nachhinein), entweder sie wurde krank, bekam einen Zahn, hat einen Entwicklungsschub gemacht etc. Ich habe ich (leider) auch oft unrecht getan und mir ihr "geschimpft" weil sie nur von mir herumgetragen werden wollte, wieder gefüttert oder nur noch von mir ins Bett gebracht werden wollte, das hat mir nachher immer leid getan und ich mach es nicht mehr. Ausserdem denke ich auch, dass erfüllte Bedürfnisse "gestillte" Bedürfnisse sind und das Kind danach auch besser loslassen kann. Bei unserer Tochter ist das jedenfalls so, meist nach so einer super anhänglichen Phase ist sie total aufgeschlossen, selbständig und kontaktfreudig (auch dem Papa gegenüber).
Für den Vater ist es natürlich manchmal schon schwierig diese enge Bindung zu akzeptieren und ich verstehe auch, dass er sich ausgeschlossen fühlt. Bei uns war und ist es immer noch so, dass er sich so Beschäftigungen mit ihr ausgesucht hat, die sie ganz toll findet (z.B. einkaufen, Spielplatz, Pizza machen...) und mit der Zeit wurden es immer mehr Sachen, die sie super gerne mit ihm macht. Unterdessen kann er sie ab und zu sogar ins Bett bringen, wenn ich zu hause bin. Ich muss dann nur noch schnell gute Nacht sagen gehen. Uebrigens, wenn ich nicht zu hause bin und war, war es nie ein Problem, sie hat alles mit ihrem Papa gemacht.
Ich möchte Dich dabei bestärken, die momentanen Bedürfnisse deinen Kindes zu "stillen" und dabei einfach auf Deinen Bauch zu hören, was richtig und was falsch ist.
Meine Tochter ist jetzt 3 1/2 und sie hat zeitweise immer noch Phasen, wo sie nur bei mir sein will. Mein Umfeld findet das manchmal auch "nicht normal", aber ich lasse mich da nicht beirren. Ich denke das allerwichtigste im Umgang mit Kindern ist, sich auf sein eigenes Gefühl zu verlassen und diesem vertrauen zu lernen. Unterdessen habe ich gemerkt, dass diese anhänglichen Phasen immer einen Grund haben (merkt man ja leider dann erst im nachhinein), entweder sie wurde krank, bekam einen Zahn, hat einen Entwicklungsschub gemacht etc. Ich habe ich (leider) auch oft unrecht getan und mir ihr "geschimpft" weil sie nur von mir herumgetragen werden wollte, wieder gefüttert oder nur noch von mir ins Bett gebracht werden wollte, das hat mir nachher immer leid getan und ich mach es nicht mehr. Ausserdem denke ich auch, dass erfüllte Bedürfnisse "gestillte" Bedürfnisse sind und das Kind danach auch besser loslassen kann. Bei unserer Tochter ist das jedenfalls so, meist nach so einer super anhänglichen Phase ist sie total aufgeschlossen, selbständig und kontaktfreudig (auch dem Papa gegenüber).
Für den Vater ist es natürlich manchmal schon schwierig diese enge Bindung zu akzeptieren und ich verstehe auch, dass er sich ausgeschlossen fühlt. Bei uns war und ist es immer noch so, dass er sich so Beschäftigungen mit ihr ausgesucht hat, die sie ganz toll findet (z.B. einkaufen, Spielplatz, Pizza machen...) und mit der Zeit wurden es immer mehr Sachen, die sie super gerne mit ihm macht. Unterdessen kann er sie ab und zu sogar ins Bett bringen, wenn ich zu hause bin. Ich muss dann nur noch schnell gute Nacht sagen gehen. Uebrigens, wenn ich nicht zu hause bin und war, war es nie ein Problem, sie hat alles mit ihrem Papa gemacht.
Ich möchte Dich dabei bestärken, die momentanen Bedürfnisse deinen Kindes zu "stillen" und dabei einfach auf Deinen Bauch zu hören, was richtig und was falsch ist.
Natalie
mit Sonnenschein-Mädchen (geb. 02.01.2010) ab der Hand und Mondbärchen (geb. 25.02.2013) im Tuch
und Glückssternchen im Herzen
mit Sonnenschein-Mädchen (geb. 02.01.2010) ab der Hand und Mondbärchen (geb. 25.02.2013) im Tuch
und Glückssternchen im Herzen
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AMINA
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 156
- Registriert: 03.06.2013, 11:42
Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Lass dich nicht stressen. Wir stillen nun seit bald 21 Monaten - auch zum Schlafengehen. Wichtiger als die Brust ist ihr aber inzwischen, dass sie bis kurz vorm Einschlafen gehalten wird und das mindestens so gerne von Papa wie von Mama. Geht aber auch bei den Omas und der Tagesmutter.
Wichtig ist aus meiner Erfahrung, dass sich der Papa nicht einfach auf die Position "Ich kann eh nichts machen, so lange du stillst, krieg ich ihn eh nicht zum Schlafen" zurück zieht. Auch bei dir wird das Kind mal besser mal schlechter einschlafen, oder?
Versucht einfach, ein gemeinsames (Papa, Mama, Kind) Schlafengeh-Ritual zu finden.
Bei uns wird erst gewickelt, der Schlafi angezogen, Zähne geputzt, im Bett das "Gute-Nacht-Buch" angeschaut, dann ggf. gestillt, 2, 3 Gute-Nacht Lieder gesungen (wir waren aber auch schon mal bei 15 Liedern) und dann im Bett liegend umarmt (wenn sie noch sehr aufgeregt ist, im Sitzen im Arm gehalten). Kurz bevor die Augen dauerhaft zufallen, kullert sie in ihr Bettchen rüber, greift sich den Teddy, manchmal summt sie noch vor sich hin und ist dann weg.
Und ja, das kann Nerven kosten. Es kann sein, dass das Kind mal 1-2 Stunden zum Einschlafen braucht, gerade wenn das Ritual noch nicht verankert ist. Manche Kinder brauchen dafür 3, 4 Abende, manche 2 Wochen. Das ist eben so. Wir als Erwachsene tun uns auch nicht alle gleich leicht, mit Veränderungen klar zu kommen.
Für uns ist das Abendritual der Schwerpunkt des Zusammenseins, da sehen wir uns alle drei, was sonst tagsüber eben nicht so möglich ist. Das ist unsere Zeit, da sind wir Familie.
Wichtig ist aus meiner Erfahrung, dass sich der Papa nicht einfach auf die Position "Ich kann eh nichts machen, so lange du stillst, krieg ich ihn eh nicht zum Schlafen" zurück zieht. Auch bei dir wird das Kind mal besser mal schlechter einschlafen, oder?
Versucht einfach, ein gemeinsames (Papa, Mama, Kind) Schlafengeh-Ritual zu finden.
Bei uns wird erst gewickelt, der Schlafi angezogen, Zähne geputzt, im Bett das "Gute-Nacht-Buch" angeschaut, dann ggf. gestillt, 2, 3 Gute-Nacht Lieder gesungen (wir waren aber auch schon mal bei 15 Liedern) und dann im Bett liegend umarmt (wenn sie noch sehr aufgeregt ist, im Sitzen im Arm gehalten). Kurz bevor die Augen dauerhaft zufallen, kullert sie in ihr Bettchen rüber, greift sich den Teddy, manchmal summt sie noch vor sich hin und ist dann weg.
Und ja, das kann Nerven kosten. Es kann sein, dass das Kind mal 1-2 Stunden zum Einschlafen braucht, gerade wenn das Ritual noch nicht verankert ist. Manche Kinder brauchen dafür 3, 4 Abende, manche 2 Wochen. Das ist eben so. Wir als Erwachsene tun uns auch nicht alle gleich leicht, mit Veränderungen klar zu kommen.
Für uns ist das Abendritual der Schwerpunkt des Zusammenseins, da sehen wir uns alle drei, was sonst tagsüber eben nicht so möglich ist. Das ist unsere Zeit, da sind wir Familie.
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AMINA
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 156
- Registriert: 03.06.2013, 11:42
Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Und ich finde es immer wieder merkwürdig, wie hier in Deutschland eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind "problematisiert" wird. Anderswo auf der Welt ist es genau das, was Mutterschaft eigentlich ausmacht *grübel*. Das heißt ja nicht, dass Papas, Omas, Opas, Tanten etc. außen vor sind. Um eine Bindung aufzubauen, müssen diese Menschen aber auch häufig und verlässlich da sein - und da hat man eben als Mama 9 Monate Vorsprung (so hat mein Mann das mal benannt, als unsere Tochter mit ca. 14 Monaten und vor kurzem nochmals in die "MAMA!!!"-Phase kam).
Ich finde auch den Vorschlag mit "Mama"- und "Papa"-Aktivitäten gut.
Ich finde auch den Vorschlag mit "Mama"- und "Papa"-Aktivitäten gut.
- Berlinmuddi
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 225
- Registriert: 06.04.2012, 12:36
- Wohnort: Berlin
Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten, es tut doch immer wieder gut zu lesen, dass a) die eigene Situation auch bei anderen zu finden ist und b) diese Situation auch veränderbar ist.
Mein Freund ist natürlich sehr traurig, dass Sohni ihn oftmals nicht akzeptiert, vor allem wenn er müde oder unleidlich ist - dann geht eben nur Mama. Klar, ich find das ja auch irgendwie schön, aber mir tuts auch Leid. Trotzdem bin ich sicher, das wird nciht immer so sein und wer weiß, ob Mama nicht irgendwann einmal "abgeschrieben" ist. Natürlich ist das für ihn jetzt im Moment noch ein schwacher Trost...
Darf ich mal fragen, wie eure Männer die Kids allein ins Bett bringen? Hier hilft eben leider weder tragen (wir tragen Vollzeit, aber Sohni schläft nur noch sehr selten dabei ein), noch schmusen, wiegen, kuscheln. Er schläft halt ausschließlich an der Brust ein - Schnuller hat er nicht und nimmt er auch nicht (haben wir aus purer Verzweiflung immer mal wieder probiert).
Schritt zwei wäre dann, dass ich ihn auch mal abends von der Schwiegermutter betreuen lassen kann. Dann könnten wir auch mal wieder gemeinsam etwas machen, Kino oder solch verrückten Dinge.
Wichtig ist erstmal, und da danke ich euch für den Zuspruch, die Mamabindung vom Stillen zu trennen, jedenfalls insofern, dass ich jetzt nicht abstille, um daran irgendetwas zu ändern.
Mein Freund ist natürlich sehr traurig, dass Sohni ihn oftmals nicht akzeptiert, vor allem wenn er müde oder unleidlich ist - dann geht eben nur Mama. Klar, ich find das ja auch irgendwie schön, aber mir tuts auch Leid. Trotzdem bin ich sicher, das wird nciht immer so sein und wer weiß, ob Mama nicht irgendwann einmal "abgeschrieben" ist. Natürlich ist das für ihn jetzt im Moment noch ein schwacher Trost...
Darf ich mal fragen, wie eure Männer die Kids allein ins Bett bringen? Hier hilft eben leider weder tragen (wir tragen Vollzeit, aber Sohni schläft nur noch sehr selten dabei ein), noch schmusen, wiegen, kuscheln. Er schläft halt ausschließlich an der Brust ein - Schnuller hat er nicht und nimmt er auch nicht (haben wir aus purer Verzweiflung immer mal wieder probiert).
Schritt zwei wäre dann, dass ich ihn auch mal abends von der Schwiegermutter betreuen lassen kann. Dann könnten wir auch mal wieder gemeinsam etwas machen, Kino oder solch verrückten Dinge.
Wichtig ist erstmal, und da danke ich euch für den Zuspruch, die Mamabindung vom Stillen zu trennen, jedenfalls insofern, dass ich jetzt nicht abstille, um daran irgendetwas zu ändern.
Liebe Grüße aus Berlin von Julia und ihrem Maikäferlein (05/2012)