Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
Moderatoren: klecksauge, Mondenkind
- NeraidaNausikaa
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Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
Hallo Ihr Lieben, nachdem ich schon eine Weile still im Beikost Forum mitlese und mir einige Anregungen geholt habe, wollte ich mal um Rat fragen:
Meine Tochter (fast sieben Monate alt), ist seit ein paar Wochen ab und zu bei mir mit. Ich hatte zwar auch zwei, drei Breiversuche begonnen, habe aber eindeutig das Gefühl, dass sie mehr zu Fingerfood tendiert.
Beikostreif scheint sie mir deutlich zu sein, sie grabscht schon seit geraumer Zeit eifrig nach allem Essbaren und schiebt es sich schleunigst in den Mund, empört sich, wenn man ohne sie isst und kriegt auch das Kauen/Lutschen und Schlucken ganz gut hin. Sitzen kann sie noch nicht ganz frei aber bald (sie setzt sich von selber halb aufrecht hin und stützt sich mit einem Arm ab.)
Da ich sie erst in einen Hochstuhl setzen will, wenn sie ganz frei sitzen kann, isst sie zur Zeit auf meinem Schoß.
Nun zum Problem: wenn ich ihr etwas in die Hand gebe, lutscht und kaut sie ein paar Minuten begeistert darauf herum, sobald es ihr aber aus der Hand rutscht, da zu glitschig etc. bricht sie in ein Wutgeheul erster Klasse aus und lässt sich kaum beruhigen.
Ich bin deshalb dazu übergegangen, ihr kleine Stücke von Obst oder Gemüse abzubrechen und sie mit den Fingern zu füttern, sie packt dann meine Finger und schiebt sich das Essen in den Mund. Das geht eine Weile gut und wird mit glücklichem Brabbeln kommentiert, aber auch hier wird sie oft frustriert, es geht vielleicht nicht schnell genug, ich unterbreche, um etwas aufzuheben...
Was im Moment noch gar nicht möglich scheint, ist der Familientisch. Dass ich gleichzeitig esse, ist praktisch unmöglich, sie lässt dann sofort das fallen, was sie in der Hand hat und will mein Essen (egal ob es sich um dasselbe handelt oder nicht).
Kennt jemand diese Problematik und kann sagen, ob sich das irgendwann wie von selbst erledigt?
Habt ihr irgendwelche Tips?
Ich stelle mir vor, dass es einfacher wird, wenn sie selbst sitzen kann und ich sie nicht mehr halten muss.
Sie tut mir manchmal leid, weil sie so ein riesiges Interesse am Essen zeigt und dann so schnell unzufrieden mit dem Ergebnis ist. Und ich tue mir auch manchmal leid, weil ich kaum mehr zum Essen komme, haha.
Ich möchte trotzdem nicht aufgeben und einfach wieder nur stillen, weil's einfacher wäre. Das hiesse auch, dass ich hinter ihrem Rücken essen müsste, was ja schlichtweg bescheuert ist.
Bin dankbar für Ratschläge und Erfahrungen!
Neraida
Meine Tochter (fast sieben Monate alt), ist seit ein paar Wochen ab und zu bei mir mit. Ich hatte zwar auch zwei, drei Breiversuche begonnen, habe aber eindeutig das Gefühl, dass sie mehr zu Fingerfood tendiert.
Beikostreif scheint sie mir deutlich zu sein, sie grabscht schon seit geraumer Zeit eifrig nach allem Essbaren und schiebt es sich schleunigst in den Mund, empört sich, wenn man ohne sie isst und kriegt auch das Kauen/Lutschen und Schlucken ganz gut hin. Sitzen kann sie noch nicht ganz frei aber bald (sie setzt sich von selber halb aufrecht hin und stützt sich mit einem Arm ab.)
Da ich sie erst in einen Hochstuhl setzen will, wenn sie ganz frei sitzen kann, isst sie zur Zeit auf meinem Schoß.
Nun zum Problem: wenn ich ihr etwas in die Hand gebe, lutscht und kaut sie ein paar Minuten begeistert darauf herum, sobald es ihr aber aus der Hand rutscht, da zu glitschig etc. bricht sie in ein Wutgeheul erster Klasse aus und lässt sich kaum beruhigen.
Ich bin deshalb dazu übergegangen, ihr kleine Stücke von Obst oder Gemüse abzubrechen und sie mit den Fingern zu füttern, sie packt dann meine Finger und schiebt sich das Essen in den Mund. Das geht eine Weile gut und wird mit glücklichem Brabbeln kommentiert, aber auch hier wird sie oft frustriert, es geht vielleicht nicht schnell genug, ich unterbreche, um etwas aufzuheben...
Was im Moment noch gar nicht möglich scheint, ist der Familientisch. Dass ich gleichzeitig esse, ist praktisch unmöglich, sie lässt dann sofort das fallen, was sie in der Hand hat und will mein Essen (egal ob es sich um dasselbe handelt oder nicht).
Kennt jemand diese Problematik und kann sagen, ob sich das irgendwann wie von selbst erledigt?
Habt ihr irgendwelche Tips?
Ich stelle mir vor, dass es einfacher wird, wenn sie selbst sitzen kann und ich sie nicht mehr halten muss.
Sie tut mir manchmal leid, weil sie so ein riesiges Interesse am Essen zeigt und dann so schnell unzufrieden mit dem Ergebnis ist. Und ich tue mir auch manchmal leid, weil ich kaum mehr zum Essen komme, haha.
Ich möchte trotzdem nicht aufgeben und einfach wieder nur stillen, weil's einfacher wäre. Das hiesse auch, dass ich hinter ihrem Rücken essen müsste, was ja schlichtweg bescheuert ist.
Bin dankbar für Ratschläge und Erfahrungen!
Neraida
Neralein *11/12
Neraklein *04/18
Neraklein *04/18
- NeraidaNausikaa
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Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
Hm, ich hätte wahrscheinlich 'Baby' schreiben sollen, statt 'Kind', finde sie halt immer schon so groß!
Neralein *11/12
Neraklein *04/18
Neraklein *04/18
- Katha
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- Registriert: 30.03.2012, 20:38
Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
Hallo,
also wenn sie mit Unterstützung auf Deinem Schoß sitzen kann, dann kann sie das auch im Hochstuhl
Guck mal in diesen aktuellen Thread, da geht es auch darum http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 6&t=171570
Für die Hüfte ist auf Schoß oder im Stuhl ähnlich. Und es geht hier ja nicht um lange.
Wichtig ist, wie Jusl in dem anderen Thread schreibt, dass die Kinder den Rücken schon selber aufrecht halten können und nicht zusammensacken.
Als wir von Schoß zum Hochstuhl gewechselt haben, hat sich die Essenssituation deutlich fröhlicher gestaltet. Für uns alle. Und es macht so Spaß, wenn Du Deiner Kleinen dann beim Genießen ins Gesicht schauen kannst.
Liebe Grüße,
also wenn sie mit Unterstützung auf Deinem Schoß sitzen kann, dann kann sie das auch im Hochstuhl
Guck mal in diesen aktuellen Thread, da geht es auch darum http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 6&t=171570
Für die Hüfte ist auf Schoß oder im Stuhl ähnlich. Und es geht hier ja nicht um lange.
Wichtig ist, wie Jusl in dem anderen Thread schreibt, dass die Kinder den Rücken schon selber aufrecht halten können und nicht zusammensacken.
Als wir von Schoß zum Hochstuhl gewechselt haben, hat sich die Essenssituation deutlich fröhlicher gestaltet. Für uns alle. Und es macht so Spaß, wenn Du Deiner Kleinen dann beim Genießen ins Gesicht schauen kannst.
Liebe Grüße,
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
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- NeraidaNausikaa
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Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
danke, Katha, das ist gut zu wissen! Dann komme ich nicht mehr drum herum, endlich einen zu besorgen. Stelle mir das tatsächlich auch entspannter und schöner vor, so wie Du schreibst. So vertraut und nah es ist, die Kleine auf dem Schoß zu haben, ein Gefühl von 'zusammen essen' stellt sich so noch nicht ein.
Hätte dennoch gern gewusst, ob andere auch die Erfahrung mit der Frustration bei den ersten Essversuchen machen. Ich habe immer das Gefühl, andere Kinder sind entweder desinteressiert oder begeistert. Bei uns ist es so ein Aufeinanderprallen von Lust/Begeisterung und Frust, von dem ich hoffe, dass es sich mit der Übung entspannt...
Hätte dennoch gern gewusst, ob andere auch die Erfahrung mit der Frustration bei den ersten Essversuchen machen. Ich habe immer das Gefühl, andere Kinder sind entweder desinteressiert oder begeistert. Bei uns ist es so ein Aufeinanderprallen von Lust/Begeisterung und Frust, von dem ich hoffe, dass es sich mit der Übung entspannt...
Neralein *11/12
Neraklein *04/18
Neraklein *04/18
- NeraidaNausikaa
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Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
hm, es scheint nicht so ein verbreitetes thema zu sein, das mit dem frust. ich schiebe es dann einfach auf das ehrgeizige temperament meiner kleinen und warte geduldig, bis sie dann auch so was wie geduld entwickelt oder... einfach alles kann, hehe!
Neralein *11/12
Neraklein *04/18
Neraklein *04/18
- emm
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- Wohnort: Tirol
Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
Hi,
mein Loewenkind war auch so ein Kandidat: er hat ziemlich schnell rausgefunden, dass essen potentiell lecker schmeckt. Er war dann auch sehr sehr aufgeregt und hat sich tierisch geaergert, wenn ihm was runtergefallen oder weggeflutscht ist. Das gab bitterste Traenchen. Viele Lebensmittel sind aber echt schwierig halbwegs quantitativ in den Mund zu befoerdern...
Seit man ihn beim Sitzen nur noch im unteren Ruecken ein bisschen stuetzen muss, sitzt er zu den Mahlzeiten uebrigens im Hochstuhl; Snacks nimmt er meist auf Papas oder Mamas Schosz ein.
Wir haben das dann so aehnlich gemacht wie ihr: Ich halte das widerspenstige Objekt der Begierde (durchaus grosse Stuecke, im Eifer des Gefechts achtet Loewenkind nicht immer darauf, wo genau er reinbeisst) in der Hand, Loewenkind packt meine Hand und fuehrt sie zum Mund. Was er nicht mehr wollte, wurde vehement weggeschubst. Wenn irgendwie moeglich, hab ich erst ihn essen lassen, bis er keine grosse Lust mehr hatte +magenknurr+ und dann selbst gegessen. Manchmal ein bisschen schwierig zu timen, aber es ging.
Ich habe auch darauf geachtet, ihm moeglichst entgegenzukommen bei der "Darreichungsform", damit er eine Chance hat, zu ueben. Hirsekringel und Brotstreifen waren die ersten Lebensmittel, die er ganz allein essen konnte, und von da an ging es steil bergauf.
Mittlerweile ist es hier so, dass Loewenkind nirgends so geduldig ist wie beim Essen, Hilfe braucht er nur, wenn er sehr sehr muede ist. Resultat: Pinzettengriff zum einzelne Rosmarinnadeln von den Kartoffeln pfluecken klappte weit vor den ersten Anstalten, zu krabbeln... (;
Mein Fazit: solange das Baby das Tempo bestimmen darf, ist ein bisschen Unterstuetzung wesentlich besser als ein dauerfrustriertes Kind.
Liebe Gruesse von der Insel,
mein Loewenkind war auch so ein Kandidat: er hat ziemlich schnell rausgefunden, dass essen potentiell lecker schmeckt. Er war dann auch sehr sehr aufgeregt und hat sich tierisch geaergert, wenn ihm was runtergefallen oder weggeflutscht ist. Das gab bitterste Traenchen. Viele Lebensmittel sind aber echt schwierig halbwegs quantitativ in den Mund zu befoerdern...
Seit man ihn beim Sitzen nur noch im unteren Ruecken ein bisschen stuetzen muss, sitzt er zu den Mahlzeiten uebrigens im Hochstuhl; Snacks nimmt er meist auf Papas oder Mamas Schosz ein.
Wir haben das dann so aehnlich gemacht wie ihr: Ich halte das widerspenstige Objekt der Begierde (durchaus grosse Stuecke, im Eifer des Gefechts achtet Loewenkind nicht immer darauf, wo genau er reinbeisst) in der Hand, Loewenkind packt meine Hand und fuehrt sie zum Mund. Was er nicht mehr wollte, wurde vehement weggeschubst. Wenn irgendwie moeglich, hab ich erst ihn essen lassen, bis er keine grosse Lust mehr hatte +magenknurr+ und dann selbst gegessen. Manchmal ein bisschen schwierig zu timen, aber es ging.
Ich habe auch darauf geachtet, ihm moeglichst entgegenzukommen bei der "Darreichungsform", damit er eine Chance hat, zu ueben. Hirsekringel und Brotstreifen waren die ersten Lebensmittel, die er ganz allein essen konnte, und von da an ging es steil bergauf.
Mittlerweile ist es hier so, dass Loewenkind nirgends so geduldig ist wie beim Essen, Hilfe braucht er nur, wenn er sehr sehr muede ist. Resultat: Pinzettengriff zum einzelne Rosmarinnadeln von den Kartoffeln pfluecken klappte weit vor den ersten Anstalten, zu krabbeln... (;
Mein Fazit: solange das Baby das Tempo bestimmen darf, ist ein bisschen Unterstuetzung wesentlich besser als ein dauerfrustriertes Kind.
Liebe Gruesse von der Insel,
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
- NeraidaNausikaa
- ist gern hier dabei
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- Registriert: 23.04.2013, 22:05
Re: Kind hat Lust aufs Essen, wird aber schnell frustriert
danke, emm, kaum zu glauben, wie sehr es einem oft hilft, wenn jemand nur sagt: das kenne ich!
Mit einem Stück Brotrinde habe ich auch schon ganz gute Erfahrungen gemacht, ich variiere jetzt immer so ein bisschen zwischen Füttern und selbst essen lassen, je nachdem wie gut sie mit der Substanz zurechtkommt.
Haha, das mit dem Pinzettengriff ist toll, der erleichtert beim Essen sicher Vieles! Bei uns war allerdings das Krabbeln wohl wichtiger...
Mit einem Stück Brotrinde habe ich auch schon ganz gute Erfahrungen gemacht, ich variiere jetzt immer so ein bisschen zwischen Füttern und selbst essen lassen, je nachdem wie gut sie mit der Substanz zurechtkommt.
Haha, das mit dem Pinzettengriff ist toll, der erleichtert beim Essen sicher Vieles! Bei uns war allerdings das Krabbeln wohl wichtiger...
Neralein *11/12
Neraklein *04/18
Neraklein *04/18