Das Problem, das Studien mit sich bringen, ist ja schon erklärt worden.
Dazu muss man zuerst festhalten, dass der Begriff Trageberaterin nicht weiter geschützt ist. Im Grunde kann sich jeder so nennen. In der Regel haben die Trageberaterinnen aber eine Ausbildung bei einer Trageschule gemacht. Deren Ausbildungspläne sind durchaus unterschiedlich und ich kann fundiert nur etwas zu ClauWi sagen, das ist die Trageschule, bei der ich gelernt habe.Slagathoria hat geschrieben: Und noch eine Frage ist aufgetaucht in diesem Zusammenhang. Was für eine Qualifikation haben die Tragebrater/innen hinsichtlich orthopädischer Aussagen? Geht eine Schulung in Sachen Hüftbildung des Babys, Muskeln und Gelenke in die Ausbildung mit ein?
(Zu den verschiedenen Trageschulen findest du hier sicher auch noch Hinweise mit Hilfe der Forensuche).
Bei ClauWi sind die physiologischen Aspekte des Tragens, die Entwicklung der kindlichen Wirbelsäule und der Hüfte zentral in der Ausbildung. Das Wissen, das hier vermittelt wird ist eine Kombination aus der Sicht von Orthopäden, Physiotherapeuten etc. Für die Ärzte, Osteopathen, Physiotherapeuten ist das Tragen nicht so zentral, dass sie sich darauf konzentrieren würden, so dass es an uns ist, das zusammenzutragen, zu kombinieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Z.B. aus der Behandlung von Hüftdysplasien.
Und eben diese Erkenntnisse führen zu der Einschätzung, dass die Double Hammock nicht gut geeignet ist für Neugeborene.
Dass es eine bequeme Bindeweise für viele Trageeltern ist, steht dabei auf einem anderen Blatt...
Ganz genau. das ist bei allem mehrlagigen Bindeweisen so. Klasse und bequem bei größeren Traglingen, bei den ganz Kleinen nicht so gut, weil es zu Überspreizung und Geradedrücken des (unteren) Rückens führt.Noch eine Frage: wenn man einen Mei Tai mit Tuchträgern hat, wobei man dann die Träger über den Rücken/Po des Kindes ausbreitet, wie sieht es da aus? Zunächst sitzt das Baby ja dann in dem Beutel, den der Mei Tai formt. Aber dann kommen die Träger wie beim reinforced Rucksack drüber. Dann ist da also auch wieder zu viel Druck drauf, oder?
Das liegt ganz einfach an der Konstruktion von Mei Tais: Das Rückenpanel ist am Hüftgurt angenäht. Beim Tragen entsteht ein Anpressdruck, d.h. das Rückenpanel wird am Übergang zum Hüftgurt an den Körper des Tragenden gezogen, so dass das Becken des Kindes an den Körper des Tragenden gepresst wird.. Je stärker der ausgearbeitet ist (also je breiter der ist), desto stärker der Anpressdruck.Hier wollte ich auch noch mal zu dem Überspreizen beim Mei Tai durch den Hüftgurt nachhaken. Könntest du das bitte noch mal genauer erklären, wie es dazu kommt?
Hm, ist das verständlich formuliert?
Daher ist es günstig, wenn der Hüftgurt schmal und zum Binden ist, wie z.B. beim MySol oder beim DidyTai.
Außerdem sind diese Tragehilfen aus Tragetuchstoff, passen sich dem Baby dadurch gut an und haben einen variablen Steg. Und eine Kopfstütze - und sind dadurch Neugeborenengeeignet.
Mit dem DidyTai kann man sogar quasi das Känguru simulieren, denn die auffächerbaren Träger kann man klappen wie die Schulterklappen beim Känguru.
Soviel für heute!
