Abstillen mit 12 Monaten?!?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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littlesis
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Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von littlesis »

Hallo zusammen,
eigentlich hatte ich mir das ja so einfach vorgestellt... 4-6 Monate vollstillen, dann nach und nach Mahlzeiten ersetzen und mit einem Jahr hat sich das Kind dann alleine abgestillt. Und wenn es 14 Monate stillen möchte, dann ist das auch in Ordnung... Tja, so weit die Theorie.

Nach dem 4. Monat haben wir mit Beikost angefangen. Eine zeitlang aß die Mausi keinen Gemüsebrei, sondern nur Obstbrei, dann flog das Fingerfood durchs Esszimmer, die Nächte waren 10 1/2 Monate lang durch Dauernuckeln und Einschlafstillen geprägt... soweit so gut. Wir haben uns mal in Geduld geübt und mal gewundert, ob sie denn überhaupt irgendwann mal normal isst, oder ob sie noch ewig ein Vollstillbaby sein will. :lol:

Jetzt ist sie 11 1/2 Monate alt und stillt regelmäßig noch morgens und abends, was ich ihr auf jeden Fall noch mindestens bis zum ersten Geburtstag ermöglichen möchte. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn sie es noch ein, zwei Monate länger brauchen würde, aber sie ist inzwischen so fordernd geworden, dass ich das Stillen nicht mehr leiden mag. :cry:

Nachts stille ich nur noch unregelmäßig, wenn sie sich anders gar nicht beruhigen lässt. (Seit etwa einem Monat schläft sie nachts in ihrem Zimmer, was zu wesentlich längeren Schlafperioden geführt hat. (Gestern sogar 9 1/2 Stunden am Stück.))
Das ist auch kein Problem, aber tagsüber wird sie richtig übergriffig. Sie reißt an meinem T-Shirt, klettert an mir hoch und meckert und knatscht mich an. Ich halte es dann so, dass ich ihr zunächst etwas anderes zu Essen und zu trinken anbiete und wenn ich merke, es ist kein Hunger, sondern das Bedürfnis nach Nähe und Saugen, dann lass ich sie auch stillen. Nur führt das dann in kürzester Zeit zum Turnen, an der Brustwarze Ziehen und Spielen und inzwischen sogar Beißen. Das macht wirklich keinen Spaß mehr und verleidet mir unsere Stillbeziehung. :cry: Ich unterbreche dann das Stillen, erkläre ihr, dass das weh tut und lasse sie dann wieder ran. Wenn sie dann wieder beißt etc. unterbinde ich das Stillen dann komplett.

Da ich das Gefühl habe, dass meine Mausi sich nicht alleine abstillen wird :? , bleibt mir wohl nur der Schritt die Stillbeziehung von meiner Seite aus zu beenden. Einerseits tut mir das total leid, weil ich natürlich schon das Gefühl habe, dass sie das Stillen teilweise auch zur Beruhigung braucht, wenn sie sich überfordert fühlt, oder müde wird. Andererseits möchte ich eigentlich nicht viel länger als ein Jahr stillen und so wie sie im Moment meine Brust malträtiert, kann ich es mir auch beim besten Willen nicht vorstellen noch länger "durchzuhalten". (Dabei hatten wir bis auf eine Brustschimpfphase, eigentlich nie Probleme beim Stillen und fanden es beide sehr schön.)

Nun frage ich mich, wie ich es am besten anstelle. Mein Plan, dass sie jetzt noch ein, zwei oder auch drei Monate nur morgens und abends gestillt wird und das dann langsam auszuschleichen, scheint nicht wirklich aufzugehen. Es ist für mich unglaublich schwierig sie tagsüber nicht dran zu lassen, wenn sie so unglücklich scheint. Da fehlt mir wohl die Konsequenz, bzw. sie tut mir halt so leid.
Meint ihr, es wäre sinnvoller dann einen kompletten Cut zu machen und zu einem bestimmten Datum das Stillen für beendet zu erklären. Im Juni hat der Papa Elternzeit. Da könnte er dann halt auch besser einspringen und sie ablenken, wenn sie versucht sich selbst zu bedienen. Das Geschrei wird sicherlich riesengroß werden. :shock: :cry: Das möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Ach ich bin so unsicher, was ich machen soll. So kann es auf jeden Fall nicht bleiben.

Danke für's Lesen. Vielleicht habt ihr ja Ideen, Erfahrungen oder auch nur aufmunternde Worte :oops:
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jusl
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von jusl »

Hallo littlesis,
Da ich das Gefühl habe, dass meine Mausi sich nicht alleine abstillen wird :?
Also jedenfalls nicht in DEM ALTER. Sie ist ja noch ein Säugling - warum sollte sie sich da "von alleine abstillen"? Es gibt überzeugende Belege dafür, dass das natürliche Abstillalter des Menschen nicht unter 2 Jahren liegt. Kinder, die sich von allein abstillen, wachsen einfach aus der Stillbeziehung heraus, durchaus, aber diese Kinder sind in aller Regel deutlich älter als 1 Jahr. ;-) Deine Erwartungen sind da offenbar nicht ganz realistisch gewesen.
Nun frage ich mich, wie ich es am besten anstelle. Mein Plan, dass sie jetzt noch ein, zwei oder auch drei Monate nur morgens und abends gestillt wird und das dann langsam auszuschleichen, scheint nicht wirklich aufzugehen.
Berücksichtige, dass eine Stillbeziehung eine BEZIEHUNG zwischen zwei Menschen ist, die eigentlich BEIDE gestalten. Dein Bericht liest sich jedoch so, als hättest Du DEINE relativ festen Vorstellungen und Pläne, bis wann was wie genau passiert sein sollte, und Dein Kind hingegen handelt logischerweise rein instinktgesteuert und hat für Deine Pläne, vorzeitig abzustillen, entsprechend eher wenig Verständnis. ;-)
Du hast das Stillen recht streng geplant, und jetzt planst Du das Abstillen ebenso. Viele Mütter glauben, dass langsames Ausschleichen grundsätzlich die beste Methode beim vorzeitigen Abstillen ist, aber für so kleine Kinder ist es intellektuell komplett unverständlich, warum sie jetzt für eine bestimmte Zeitdauer zu bestimmten Uhrzeiten gestillt werden sollen und ansonsten aber nicht.
Meint ihr, es wäre sinnvoller dann einen kompletten Cut zu machen und zu einem bestimmten Datum das Stillen für beendet zu erklären.
Manche Kinder kommen damit besser klar, ja. Getreu dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende".
. Das Geschrei wird sicherlich riesengroß werden. :shock: :cry: Das möchte ich mir gar nicht ausmalen.
Du musst abwägen, welche Variante Du Dir weniger gern ausmalen magst: Weiterhin ein zufriedenes Kind zu stillen, obwohl Du Dir das urspränglich eigentlich anders ausgemalt hattest, oder ein Kind abstillen, das sich seine Stillzeit eigentlich anders vorgestellt hatte.
Du schreibst, dass Dir Dein Kind leidtut, aber Du sie auch übergriffig findest. Vielleicht hilft Dir die Sichtweise, dass Kinder oft dann besonders klammern, wenn sie Angst haben, etwas zu verlieren. Und die Angst Deines Kindes ist sachlich ja komplett berechtigt, weil ihr ja tatsächlich etwas weggenommen wird. Dafür haben Kinder oft sehr feine Antennen.

Helfen Dir diese Überlegungen irgendwie weiter?

LG
Julia
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littlesis
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von littlesis »

Ja, meine Erwartungen scheinen da in der Tat nicht wirklich realistisch gewesen zu sein :oops: aber das sind Vorstellungen, die man sich vor der Geburt gemacht hat ja eh eher selten :lol: Ich dachte auch, dass alle Kinder zufrieden im Kinderwagen liegen. Und nun bin ich überzeugte Tragemama und fahre nur ab und an mit dem Kinderwagen herum. :smilie_und_kind:

Aber zurück zum Thema. Ein wenig traurig stimmt es mich, dass es sich für dich so anhört, als hätte ich das Stillen streng geplant. Bis vor ein zwei Monaten habe ich noch nach Bedarf gestillt und habe mich dabei auch absolut wohlgefühlt. Ich stand immer auf dem Standpunkt, dass meine Tochter alles probieren darf, sich dann ruhig satt trinken kann und irgendwann der Knoten schon platzen wird und sie genug essen wird, dass sie sich eben nicht mehr satt trinken muss. Nun isst sie nennenswerte Mengen und ich merke eben, wenn sie das Bedürfnis nach Nähe hat und lasse sie dann wie gesagt auch stillen. Nur wurde das Stillen in letzter Zeit halt immer unangenehmer, da sie sich eben versucht selbst zu bedienen und dann nur herumkaspert und mir auch wirklich weh tut. Wenn es nur das selbst bedienen wäre, könnte ich wahrscheinlich ein Stück weit drüber schmunzeln und es unter weiterentwickelten Fähigkeiten verbuchen. Ist ja eigentlich bemerkenswert zu sehen, wie sie sich schon ausdrücken kann, was ihr Wunsch ist.

Auf jeden Fall kam ich dann irgendwann an den Punkt an dem ich versucht habe das Stillen immer weiter herauszuzögern, weil ich es teilweise als unangenehm empfinde, wenn sie so herumturnt und mir das Beißen und kneifen natürlich auch weh tut. Meine Hoffnung war ja eigentlich, dass sie dadurch vielleicht merkt, dass man sich auch durch kuscheln oder Vögel gucken o.ä. beruhigen kann. Wahrscheinlich hat sich dann aber nur ein Teufelskreis entwickelt, dass sie immer mehr daran klammert, was ich versuche zu verringern.

Den Gedanken, dass beide die Stillbeziehung gestalten finde ich schon richtig, aber gehört dann nicht auch dazu, dass sich beide noch wohl damit fühlen? Zur Zeit fühle ich mich nicht wohl damit. Und das lässt mir gerade die Tränen in die Augen steigen. Es war lange Zeit so schön und jetzt ist es manchmal ein echter Krampf. Abends genießen wir es (bis zum Beißen) eigentlich beide noch am meisten, da turnt sie aber auch am wenigsten herum. Morgens hole ich sie gegen 5 halb 6 in unser Bett. Dann schläft sie meist bei mir oder Papa noch eine Runde im Arm. So gegen halb 7 gibt's dann Frühstücksstillen im Bett. Das ist schon total anstrengend für mich, weil ich gar nicht mehr so lange im Liegen stillen kann, wie sie das gerne möchte. (Komisch, wie schnell sich der Körper so was wieder abgewöhnt - schließlich habe ich 10 1/2 Monate so liegend geschlafen) Tja und tagsüber ist es eben wie beschrieben.
Ich frage mich, ob es egoistisch ist, sie abzustillen, nur weil ich mich nicht wohl fühle dabei.

Ist meine Idee, zunächst einmal Hunger und Durst anderweitig zu befriedigen falsch? Nachdem sie dann etwas zu Essen / zu trinken bekommen hat, will sie teilweise auch nicht mehr Stillen. Und ist es eigentlich nicht auch sinnvoll, einem Kind auch andere Möglichkeiten der Beruhigung anzubieten?

Vielleicht verlange ich tatsächlich zu viel von meinem Kind. Aber ich bin auch froh, dass sie mittlerweile so viel besser isst und habe auch Sorge, dass sie das wieder einstellt, wenn ich tatsächlich wieder nach Bedarf stille.

Ach es ist total konfus in meinem Kopf.
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Kinsale
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von Kinsale »

Mir ging's wie Dir in dem Alter. Um mich herum alle Kinder "nach Plan" abgestillt, da wurde höchstens noch beraten, wie lange man die eine verbliebene Stillmahlzeit abends noch beibehalten wollte. Nur mein Kind nicht. Das stillte. Morgens, mittags, abends, nachts und dazwischen auch. In meiner Verzweiflung habe ich dann mal meine Hebamme bestellt, die sollte mir Abstill-Tipps geben. Das hat sie auch.
Aber vor allem hat sie mich darin bestärkt, das Kind so sein zu lassen, wie es ist. Sie war in vielen Dingen anders als die anderen Kinder. (Heute weiß ich, dass sie hochsensibel ist, und bin sicher, dass sie das Stillen einfach viel mehr gebraucht hat.) Ein Satz blieb mir im Gedächtnis: "Gestillte Bedürfnisse verschwinden- aufgeschobene werden immer stärker."

Zum Glück hatte ich einen Mann, der sah, wie wichtig das für die Kleine war und einen Kinderarzt, der mir versichert hat, dass alles in Ordnung ist mit ihr. Und eine Cousine, die auch länger gestillt hatte. Da habe ich irgendwann einfach beschlossen, dass es schon ok ist, dass sie ist (und isst :wink: ) wie sie ist und habe garnicht mehr versucht abzustillen. Im Gegenteil, ich habe wieder angefangen ihr das anzubieten. Nach ein paar Vielstill-Tagen wurde es dann wieder weniger. Sie wusste, sie darf wenn sie es braucht und mussste nicht mehr dauernd überprüfen, ob es nun geht oder nicht. Und ich habe die positiven Seiten wieder gesehen: statt ewig zu versuchen, das Kind zum Mittagsschlaf zu kriegen, habe ich mich gefreut, dass es mit Stillen so leicht geht. Auch unterwegs. Die ersten Wutanfälle konnten wir beide dank des Stillens viel leichter überstehen. Wir konnten morgens erstmal liegen bleiben, während die anderen Mamas gähnend in der Küche standen um Morgenbrei zu kochen. Wir hatten eine wunderbare Möglichkeit uns nach Trennungen (Arbeit) wieder ganz nah zu kommen. Und irgendwann war es dann so weit, dass sie es nicht mehr gebraucht hat. Heute isst sie übrigens gerne, vielseitig und VIEL.

Im Nachhinein bin ich so froh um diese Zeit, was sind schon ein paar Monate mehr oder weniger. Und es war so gut für uns beide. Heute wäre ich wäre traurig, würde sich meine Kleine früher abstillen :wink: Und mir ist auch vollkommen egal, wie das irgendwer findet. Bei der Großen hatte ich da schon etwas dran zu knabbern. Wir sind da also zusammen reingewachsen.

Lange Rede, kurzer Sinn: einen Abstilltipp habe ich nicht wirklich, nur einen Erfahrungsbericht, dass es für alle Seiten auch ganz nett werden kann, wenn es doch nicht so läuft wie geplant.

Alles Liebe!
honigtopf2010
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Re: AW: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von honigtopf2010 »

littlesis hat geschrieben:Hallo zusammen,
eigentlich hatte ich mir das ja so einfach vorgestellt... 4-6 Monate vollstillen, dann nach und nach Mahlzeiten ersetzen und mit einem Jahr hat sich das Kind dann alleine abgestillt. Und wenn es 14 Monate stillen möchte, dann ist das auch in Ordnung... Tja, so weit die Theorie.

Jetzt ist sie 11 1/2 Monate alt und stillt regelmäßig noch morgens und abends, was ich ihr auf jeden Fall noch mindestens bis zum ersten Geburtstag ermöglichen möchte. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn sie es noch ein, zwei Monate länger brauchen würde, aber sie ist inzwischen so fordernd geworden, dass ich das Stillen nicht mehr leiden mag. :cry:

Nachts stille ich nur noch unregelmäßig, wenn sie sich anders gar nicht beruhigen lässt. (Seit etwa einem Monat schläft sie nachts in ihrem Zimmer, was zu wesentlich längeren Schlafperioden geführt hat. (Gestern sogar 9 1/2 Stunden am Stück.))
Das ist auch kein Problem, aber tagsüber wird sie richtig übergriffig. Sie reißt an meinem T-Shirt, klettert an mir hoch und meckert und knatscht mich an. Ich halte es dann so, dass ich ihr zunächst etwas anderes zu Essen und zu trinken anbiete und wenn ich merke, es ist kein Hunger, sondern das Bedürfnis nach Nähe und Saugen, dann lass ich sie auch stillen. Nur führt das dann in kürzester Zeit zum Turnen, an der Brustwarze Ziehen und Spielen und inzwischen sogar Beißen. Das macht wirklich keinen Spaß mehr und verleidet mir unsere Stillbeziehung. :cry: Ich unterbreche dann das Stillen, erkläre ihr, dass das weh tut und lasse sie dann wieder ran. Wenn sie dann wieder beißt etc. unterbinde ich das Stillen dann komplett.

Da ich das Gefühl habe, dass meine Mausi sich nicht alleine abstillen wird :? , bleibt mir wohl nur der Schritt die Stillbeziehung von meiner Seite aus zu beenden. Einerseits tut mir das total leid, weil ich natürlich schon das Gefühl habe, dass sie das Stillen teilweise auch zur Beruhigung braucht, wenn sie sich überfordert fühlt, oder müde wird. Andererseits möchte ich eigentlich nicht viel länger als ein Jahr stillen und so wie sie im Moment meine Brust malträtiert, kann ich es mir auch beim besten Willen nicht vorstellen noch länger "durchzuhalten". (Dabei hatten wir bis auf eine Brustschimpfphase, eigentlich nie Probleme beim Stillen und fanden es beide sehr schön.)

Nun frage ich mich, wie ich es am besten anstelle. Mein Plan, dass sie jetzt noch ein, zwei oder auch drei Monate nur morgens und abends gestillt wird und das dann langsam auszuschleichen, scheint nicht wirklich aufzugehen. Es ist für mich unglaublich schwierig sie tagsüber nicht dran zu lassen, wenn sie so unglücklich scheint. Da fehlt mir wohl die Konsequenz, bzw. sie tut mir halt so leid.
Meint ihr, es wäre sinnvoller dann einen kompletten Cut zu machen und zu einem bestimmten Datum das Stillen für beendet zu erklären. Im Juni hat der Papa Elternzeit. Da könnte er dann halt auch besser einspringen und sie ablenken, wenn sie versucht sich selbst zu bedienen. Das Geschrei wird sicherlich riesengroß werden. :shock: :cry: Das möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Ach ich bin so unsicher, was ich machen soll. So kann es auf jeden Fall nicht bleiben.

Danke für's Lesen. Vielleicht habt ihr ja Ideen, Erfahrungen oder auch nur aufmunternde Worte :oops:
Ich habe folgenden Eindruck: Wie schon viele Frauen vor dir, mich zähle ich auch dazu, dachtest du, dass dieses Konzept der Beikosteinführung durch Mahlzeiten ersetzen und das Abstillen bis zum ersten Lebensjahr dem natürlichen Verhalten von Babys entspricht. Hört und sieht man ja quasi überall. Nun hast du festgestellt, dass dein Baby - wie übrigens die allerallermeisten wenn sie dürften wie sie wollen das ganz und gar nicht so sieht.
Was mir nicht ganz klar ist, ist der Grund deines Abstillwunsches. Und der ist nicht unwichtig. Eigentlich scheinst du dir selbst nicht klar zu sein, was du willst, erwartest von deinem SÄUGling jedoch, dass er es weiß. Ist es das, was du als 'übergriffig' und dir die 'Stillbeziehung' verleidend, beschreibst? Was soll ein Kind in dem Alter denn sonst tun? Formvollendet in ganzen Sätzen, der jeweiligen Situation angepasst. ...? Ich verstehe total, dass dich das nervt und ich habe das selbst auch immer unterbunden - aber nicht durch Verweigerung. Da ist für ein Kind in dem Alter einfach nicht verständlich. Erwartest du dir vielleicht ruhigere Nächte? Kann funktionieren - muss aber nicht. Du könntest dann auch nachts abstillen. Willst du vielleicht wieder anfangen zu arbeiten? Auch das ginge beides zusammen. Andererseits tut sie dir leid. Du hast das Gefühl, und das ist auch so, dass sie das Stillen noch sehr braucht. Was für ein Dilemma: rationale Gründe vs. instinktives Bauchgefühl, ihres und deines.
Ich will dich nicht zum längeren Stillen motivieren. Das ist eine Entscheidung, die jede Frau selbst treffen muss. Aber du musst sie treffen! Nur dann wird das wofür du dich entscheidest funktionieren. Entscheidest du dich jetzt aktiv für das Stillen, dann wirst du deine aktuelle Krise überwinden und wieder mehr Lust und Verständnis aufbringen. Entscheidest du dich aktiv und entschlossen dagegen, wird deine Tochter das spüren und kooperieren. Sie wird frustriert sein und du wirst das aushalten müssen und wirst das auch tun
Was du aktuell forderst mit dem mal ja, mal nein, Regeln, dann wieder doch - das geht gar nicht. Das kann sie einfach noch nicht verstehen. Meine ist drei und versteht das mit nur morgens und abends stillen noch nicht ganz. Und sie ist ein echt helles Köpfchen. Also wenn abstillen dann klar und konsequent. Setze dir ein Limit. Kommuniziere das nicht groß mit ihr, sondern erzähle vielleicht lieber, das Freundin xy ja auch keine Brust mehr trinkt. ...
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littlesis
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von littlesis »

Danke Kinsale für deinen Bericht. Es tut gut zu lesen, dass auch andere vor mir in diesem Dilemma steckten.

@ Honigtopf, du hast recht, so richtig sicher bin ich mir nicht so ganz was ich will. :shock: Was ich weiß, ist, dass es mir persönlich widerstrebt wesentlich länger als ein Jahr zu stillen. Ich hätte kein Problem mit 2-3 Monaten länger, aber ich kann mir nicht vorstellen, mein Kleinkind zu stillen. (Ich möchte niemandem reinreden oder zu nahe treten. Das ist einfach nur meine persönliche Meinung für mich und mein Kind) Da ist dann das Dilemma natürlich schon groß. Ich merke ihr Bedürfnis, aber je älter sie wird, desto mehr sträubt es sich in mir, weil ich Sorge habe, dass wir den "Absprung" nicht schaffen. Darin liegt wahrscheinlich der Ursprung des Abstillwunsches. Wahrscheinlich sollte ich mir wirklich eine Grenze setzen und bis dahin dann aber auch auf ihre Bedürfnisse eingehen. Denn Du hast auf jeden Fall recht, das Hin und Her kann sie wirklich nicht verstehen. :oops:

Die Nächte sind übrigens kein Problem. Seit dem die Mausi in ihrem eigenen Zimmer schläft, schläft sie wesentlich ruhiger ein und wesentlich länger am Stück. Früher konnte sie niemand außer mir wieder zum Schlafen bringen, da sie nur mit Brust eingeschlafen ist. Nun schläft sie auch bei Papa auf dem Arm ein und häufig reicht es sogar ihr die Hand auf dem Bauch zu legen und die Spieluhr einzuschalten.

Hast du noch Ideen, wie ich die Turnerei, Beißerei und Kneiferei unterbinden kann? Denn das verdirbt mir wirklich die Freude dran... :roll:
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Re: AW: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von honigtopf2010 »

Na, das klingt für euch doch jetzt schlüssig. Das mit dem Absprung schaffen, hört man ja oft. Aber mal ehrlich: wieviele Leute kennst du, sagen wir mal in deinem Alter, die noch bei ihrer Mama Brust trinken
.... ;-) Richtig! Es gibt zwei Wege du stillst einseitig ab. Kann jetzt sein oder auch in einem halben oder einem Jahr....oder später. Oder dein Kind darf den Zeitpunkt bestimmen. Kann im halben Jahr soweit sein. Oder später. Aber ganz ganz ganz sicher wird es sich abstillen. :)
Zum knibbeln, kneifen, zerren: Hand woanders hinlegen und dort festhalten. Beim Beißen abdocken und neu anlegen. Dazu immer sagen, dass du das nicht willst.
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Kinsale
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Re: AW: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von Kinsale »

honigtopf2010 hat geschrieben: Zum knibbeln, kneifen, zerren: Hand woanders hinlegen und dort festhalten. Beim Beißen abdocken und neu anlegen. Dazu immer sagen, dass du das nicht willst.
Einige Fummelkinder lassen sich auch mit anderen "Objekten" ablenken. Stichwort: Stillkette. Oder ein Schnuffeltuch oder Kuscheltier oder was auch immer ihr zur Hand habt.
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Kinsale
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von Kinsale »

Ach ja, meine Freundin hat ihr Fummelkind mit 1 abgestillt, das fummeln nervte so. Das Kind fummelt heute (mit fast 4) noch zum Einschlafen. Nur ohne Stillen :wink:
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littlesis
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Re: Abstillen mit 12 Monaten?!?

Beitrag von littlesis »

Durch diesen Therad komme ich noch mehr ins Nachdenken, als ich eh schon tue. (Dafür war er ja auch irgendwie gedacht.)
Je mehr ich in mich hinein höre, desto mehr denke ich, dass das Fummeln nur ein Nebenschauplatz ist. Stört mich zwar, aber ist wahrscheinlich abzustellen. (Danke für die Tipps)

Mehr Sorge macht mir das Abstillalter. Es, stimmt wohl, dass keiner im Erwachsenenalter mehr stillt... Ich kann für mich persönlich aber noch nicht so recht die "Schmerzgrenze" definieren, wann mein Kind mir "zu alt" zum Stillen ist. Der Gedanke mein Kleinkind zu Stillen ist mir persönlich, wie geschrieben, schon befremdlich. Deswegen empfinde ich das Anklettern und T-Shirt hochziehen wohl auch als übergriffig. Ein anderes Wort ist mir dafür nicht eingefallen. Im Moment finde ich mein Kind noch ziemlich klein und da ist es irgendwie noch süß oder auch bemerkenswert, dass sie so anzeigen kann, dass sie stillen möchte. Aber wenn sie auf mich zu laufen würde und "Mama ich will Milch" sagen würde, fände ich persönlich das halt für mich nicht mehr stimmig. Aber wo da der Übergang vom Säugling zum Kleinkind ist... Tja, da muss ich mir wohl noch klar drüber werden.
Hinzu kommt mein Mann. (Andere wären mir noch egal, wenn sie mir da versuchen reinzureden, wenn ich entscheiden sollte länger als 12 Monate zu stillen.)
Er hat schon mehrfach die Sorge geäußert, dass ich eben doch nicht den Absprung finden würde und die Kleine dann mit vier immer noch stillen wird. Ich sag zwar immer wieder, dass mir das ja auch definitiv zu lang wäre, aber er meint, dass man sich eine Frist setzen müsse. (Irgendwie hat er vielleicht auch recht. Ich scheine mehr und mehr hineinzuwachsen in die Möglichkeit länger zu stillen) Und er meint, dass es eben auf 2 Monate mehr oder weniger nicht ankommt. Da er aber eben im Juni zu Hause ist, könnten er mich dann natürlich schon gut unterstützen.

Hach, es tun sich hier grad echt andere Beweggründe auf, als ich sie mir selbst vordergründig im Eingangsposting eingestanden habe.


Mein IPhone und ich haben eine unterschiedliche Auffassung bezüglich Rechtschreibung und Grammatik ;-)
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