Wie soll man es denn sonst machen?
Also diese Frage finde ich seltsam, und das wütende Teufelchen dahinter unangebracht. Bettgehzeiten zu haben bedeutet doch nicht, Kinder rigide zum Schlafen zu zwingen (was ja ohnehin nicht geht) oder keine Rücksicht auf ihre Bedürfnisse zu nehmen. Aber natürlich gibt es in den meisten Familien, die ich kenne (inklusive unserer eigenen) Bettgehzeiten, die sich aus Erfahrung bewährt haben.
Ich weiß, dass es auch Familien gibt, die das anders machen, aber ich bin überzeugt, dass Bettgehzeiten nichts respektloses sind - sondern für viele Kinder und Eltern genauso selbstverständlich ein schöner Teil ihres Alltags wie z.B. gemeinsame Mahlzeiten.
Konkret heißt das: Ja, bei uns verkünden mein Mann und ich "Jetzt ist langsam Schlafenszeit" - aber nicht aus tyrannischem Machtwillen heraus, sondern weil wir die Müdigkeitsanzeichen bei unseren Kindern erkennen und ihnen helfen wollen, dann auch zur Ruhe zu finden. Sie können sich nicht selbst aussuchen, wann sie morgens aufstehen, weil sie zu einer bestimmten Zeit in der Schule bzw. im Kindergarten sein müssen. Da sehe ich es als meine Verantwortung an, meinem Kind auch zu helfen, dann zu einer Zeit ins Bett zu gehen, die es ihm ermöglicht, ausreichend zu schlafen.
Meine Kinder nehmen die Schlafenszeit gerne an, und schlafen natürlich trotzdem nicht immer zur selben Zeit ein. Mal quatschen wir noch im Bett bis um zehn, mal fallen ihnen schon bei der Gute-Nacht-Geschichte gegen acht die Augen zu. Und natürlich bleibt einer von uns Erwachsenen immer bei einem Kind, das noch nicht schlafen will oder kann, wenn es das möchte.
Trotzdem glaube ich persönlich, dass uns ein "jedem bleibt selbst überlassen, wann er ins Bett geht" den Familienalltag nicht verschönern würde. Das synchrone Waschen, Schlafanzuganziehen und Zähneputzen, das Vorlesen je einer Gute-Nacht-Geschichte zur ähnlichen Zeit jeden Abend ist zumindest für unsere Kinder ein liebgewonnenes Ritual, auf das weder sie noch wir verzichten wollen.