Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Pepe
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Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von Pepe »

Hallo Ihr,

bestimmt gab es dieses Thema schon oft genug, aber ich suche dennoch auf diesem Weg mal Hilfe.

Meine Tochter ist jetzt 1,5 Jahre alt, tagsüber stillen wir nicht mehr viel (6 Stunden ohne hält sie schon aus, je nachdem was wir machen stillen wir mehr oder weniger). Vorm Mittagsschlaf, sofern sie zu Hause schläft, stillt sie und abends zum Einschlafen und dann quasi immer wieder nachts bis morgens früh.

Ich muss dazu erwähnen, dass sie noch relativ frisch in die Kita geht, also vermutlich hat sie auch viel mit der Umstellung zu tun und neue Zähne und Krankheiten kommen auch regelmäßig dazu.

Jedenfalls ist es so: Beim Mittagsschlaf schläft sie ca. 30 Min.-1 Stunde und wacht dann auf und kann nur mit Stillen wieder einschlafen. Das würde mich ja nicht weiter stören, aber das Problem ist jetzt, dass ich sie nicht mehr wie früher nach dem wieder Einschlafen abdocken kann und dann z.B. Mittagessen kochen kann, sondern ich muss liegen bleiben, weil die kleinste Bewegung oder das kleinste Geräusch sie wieder aufwecken. So bekomme ich zwar mehr Schlaf, aber eigentlich stört es mich, weil ich auch mal eine Pause brauche für andere Dinge.

Nachts einschlafen geht auch nur mit mir, dann schläft sie 1-1,5 Stunden und ist wieder wach und schläft auch wieder nur mit Brust ein. Das geht dann so weiter alle paar Stunden. Und das Maximum ist dann morgens ca. 1 Stunde vorm Aufwachen erreicht. Dauernuckeln....

Ansich fände ich das alles nicht so schlimm, wenn ich nicht so unglaubliche Rücken- und Kreuzschmerzen vom krummen Liegen hätte. Vielleicht kommt aber auch einfach nicht mehr so viel Milch, ich bin nämlich erneut schwanger.

Tja, nun meine Frage, wer hat Tipps für mich? Schreien lassen will ich sie keinesfalls, auch nicht, wenn ich daneben hocke um sie zu trösten, das ist unvorstellbar für mich. Nuckelflasche oder Schnuller kommen auch nicht in Frage.

Kann man dann überhaupt einen anderen Weg finden??? Bzw. wie???

Der Papa kann sie fast nie Schlafenlegen oder wenn sie aufgewacht ist wieder beruhigen. Was macht man da bloß???

Vielen Dank für Eure Anregungen!
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marykate
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von marykate »

Oh, also bis auf die Kreuzschmerzen und das Schwangersein könnte Dein Posting eins zu eins von mir sein bis vor kurzem. Eine Lösung hab ich Dir auch nicht, ich kann Dir nur beschreiben wie es bei uns war und was ich gemacht habe. Es ist vermutlich nicht wahnsinnig aufbauend, aber vielleicht kannst Du irgendwas rausziehen, was Dir hilft.

Die schlechteste Nachricht zuerst: Es hat sich bei uns noch gesteigert bis ich sie irgendwann, wenn es nach meiner Tochter gegangen wäre, den ganzen Tag dauergestillt hätte. Sie war EXTREM fordernd, ich habe sie – gefühlt – öfter gestillt als als Minibaby. Irgendwann war Schluss, ich konnte einfach nicht mehr, ganz abstillen wollte ich aber auch nicht. Das hat meine Nachbarin (eine ganz liebe, ihre Tochter ist 9 Monate älter als unsere) an dem Punkt gemacht, ihre Tochter war da aber schon älter. Für sie war das der Weg, der ihr besser erschien.

Ich habe es so gemacht, dass ich das Stillen extrem eingeschränkt habe und sehr konsequent nein gesagt habe wenn ich nicht wollte oder habe das Stillen rigoros beendet, wenn für mich der Punkt erreicht war, dass es mir gereicht hat. Mit Ankündigung natürlich, aber das war trotzdem für – ich glaube drei Tage etwa – ne ziemlich krasse Nummer. Sie hat natürlich geschrien dann, es war eh anstrengend in der Zeit, aber das hat mich dann nicht mehr so gestresst weil ich für mich klar war. Es ging so einfach nicht weiter, ich kam auf dem Zahnfleisch daher und meine Brustwarzen hatten sich angefühlt wie durchgekauter Kaugummi.

Nach für mich überraschend kurzer Zeit hat sie es akzeptiert und war auch nicht mehr so fordernd. Sie akzeptiert ein Nein jetzt relativ gefasst (klar, es gibt Ausnahmen wie heute abend, als sie ohne Mittagsschlaf tagsüber völlig überreizt um 21:15 Uhr immer noch wach war :roll: ) und auch die Nächte sind besser geworden.

Mit dem Mittagsschlaf musst Du Dir halt denke ich überlegen was Dir wichtiger ist. Wahrscheinlich braucht sie mittlerweile einfach etwas weniger Schlaf und wacht deswegen leichter auf. Ich mach es meistens nachmittags so, dass ich mich wenn sie mich nicht wieder gehen lässt (bzw. dann aufwacht) dabei liegen bleibe und mehr oder weniger alles tue, damit sie schläft, weil ich einfach meine Ruhe haben will :oops:

Aber ich kenn das Gefühl nur zu gut, nachmittags neben dem Kind zu liegen und darüber nachzudenken, was man gerade alles machen könnte, wenn... :|

Wir sind jetzt gerade übrigens kurz vor 24 Monaten, die Aktion ist noch nicht so lange her. Meine Tochter ist also älter als Deine, das nur noch zur Info.
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nido56
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von nido56 »

Hallo,

unser Sohn ist jetzt 15 Monate alt und hat(te) ein aehnliches Stillverhalten, vor allem nachts. Mittags schlaeft er unter der Woche in der Krippe (erstaunlicherweise ganz problemlos und ohne Einschlafbegleitung). Wenn wir zuhause sind, bin ich jetzt dazu uebergegangen, ihn in die Trage vor den Bauch zu nehmen, wenn er muede wird. Da schlaeft er meist recht schnell ein, und ich kann ihn dann nach einer Weile auch ganz gut ablegen (vom Ruecken kriege ich das nicht hin, ohne ihn zu wecken). Wenn er nach 1 h aufwacht und noch muede ist, dann laesst er sich jetzt auch meistens durch kurzes Herumtragen auf dem Arm beruhigen. Und wenn er sich nicht ablegen laesst, dann kann ich mich mit ihm in der Trage wenigstens bewegen und ein bisschen im Haus rumwurschteln.

Nachts war es bei uns bis vor kurzem auch seeeehr anstrengend. Ich bin zwar nicht schwanger, aber irgendwann konnte ich bei der staendigen Dauernuckelei, die bei uns auch gerne schonmal um 3 h nachts anfing, einfach nicht mehr vernuenftig schlafen und war morgens echt nicht mehr zu gebrauchen. Ausserdem ist er immer sofort aufgewacht, wenn er die Brustwarze verloren hat. Jetzt stille ich nachts im Sitzen. Erstaunlicherweise klappt das besser, weil er da loslaesst, wenn er fertig ist. Dann rollt er sich auf meinen Knien zusammen, ich warte noch ein paa Minuten und schiebe ihn dann vorsichtig runter. Das klappt meistens ganz gut. Er wacht zwar immer noch oft auf, aber ich kann dazwischen wenigstens entspannt schlafen, was fuer mich schon einen grossen Unterschied macht.

Schreien lassen, was mein Partner immer mal wieder vorschlaegt, kann ich auch nicht. Ich bin immer verwundert, wenn ich lese, man soll die Kinder im Bett beruhigen, ohne sie rauszunehmen. Hat das schonmal jemand geschafft? Wenn der kleine Pirat mich sieht, und ich nehme ihn nicht auf den Arm, dann wird das Geschrei erst richtig heftig! Nur manchmal kommt es vor, dass er es nicht schafft, beim Stillen wieder einzuschlafen. Dann stillt er, laesst los, weint, stillt, laesst los, weint... Da bin ich dazu uebergegangen, das ganze zu beenden, weil das sonst ewig so weitergeht, und ihn fest im Arm zu halten, wo er dann noch eine Weile weint, aber meistens dann doch innerhalb von ein paar Minuten einschlaeft.

Ich hoffe, Du findest eine Loesung fuer Euch alle.
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von marykate »

nido56 hat geschrieben:Ich bin immer verwundert, wenn ich lese, man soll die Kinder im Bett beruhigen, ohne sie rauszunehmen. Hat das schonmal jemand geschafft?
Ich :wink: Wenn ich im Familienbett daneben liege muss ich sie nicht rausnehmen um sie zu beruhigen :)
Ich streichle ihren Rücken, nehme sie seitlich im Liegen in den Arm oder halte ihre Hand.

Stimmt, das wollte ich auch noch sagen, dass ich finde, dass es ein groooooßer Unterschied ist, ob man die Kinder weinen lässt und sie in ihrem Frust begleitet oder das Weinen einfach ignoriert, wenn man den Wunsch nicht erfüllen will. Ich kann sie ja nicht auf Dauer davor bewahren, dass sie frustriert ist, weil sie nicht bekommt was sie will. Und ich will mich auch irgendwo abgrenzen, wenn meine Grenze überschritten wurde, innerhalb der es mir gut geht. Deswegen bin ich diesen Weg gegangen, dass ich sie nach der Brust habe weinen lassen, aber ich war da, habe sie in den Arm genommen, ihre Hand gehalten wenn sie das wollte und mit ihr gesprochen.
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von Kinsale »

Oh je, das klingt anstrengend!!

Ich will nur mal kurz einwerfen: schreien lassen ist nicht gleich schreien lassen. Wenn ich ein kleines Baby alleine im Zimmer lasse, in der Hoffnung, es "lernt" alleine einzuschlafen, ist was anderes, als wenn ich einem Kind, das schon einigermaßen verständig ist, erkläre, dass ich jetzt nicht stillen will.
Ich muss dann natürlich mit Ärger und Wut rechnen, die wenigsten Kinder werden das einfach so hinnehmen. Ich kann ja von einem Kind nicht die Frustrationstoleranz eines Erwachsenen erwarten, der ärgerliche Dinge gelassen (zumindest äußerlich :wink: ) einfach hinnimmt. Die Frage ist doch, wie ich dann mit der Wut umgehe. Halte sich sie zusammen mit dem Kind aus, äußere Verständnis und schlage eine Lösung vor (zB statt dessen kuscheln) ist das (wie ich finde) eine durchaus gangbare Möglichkeit, die nichts mit Schreien lassen (im Sinne von Färbern) zu tun hat.

Ich habe die Erfahrung gemacht: je klarer ich mit meiner Entscheidung bin, desto besser kann das Kind damit umgehen.
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von Kinsale »

Ah Marykate, da warst Du schneller :wink:
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von marykate »

Aber Du hast es besser formuliert :wink:
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von Kinsale »

Finde ich nicht - und ich habe erst jetzt die Autokorrektur entdeckt :oops:

Tausche Färbern (was ist das denn?) gegen ferbern :lol:
Tia
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von Tia »

bei uns war und ist es teilweise auch noch Thema. Der kleine Mann ist 22 Monate und würde, wenn ich ganz nach seinem Wollen gehen würde, auch noch mehr und länger stillen. Aber ich hab mich irgenwann so nicht mehr wohl dabei gefühlt und das ist dann auch nicht ideal fürs Kind wenn es das spürt. Ich mache gerade auch die Erfahrung, je klarer ich bin und meinem Kind das zeige desto leichter fällt es ihm (und mir :wink: )Ich war ja auch oft hin -und hergerissen und das hat es nur erschwert. Ich kann es auch ganz schwer aushalten wenn er dann weint aber wenn ich ruhig bleibe und bei ihm bleibe, ihn tröste, etc. dann geht es besser, mal mehr mal weniger.

Das hier kann ich also voll und ganz so unterschreiben und baut mich gleichzeitig auch wieder auf dass ich auf dem (für mich) richtigen Weg bin :wink:
Stimmt, das wollte ich auch noch sagen, dass ich finde, dass es ein groooooßer Unterschied ist, ob man die Kinder weinen lässt und sie in ihrem Frust begleitet oder das Weinen einfach ignoriert, wenn man den Wunsch nicht erfüllen will. Ich kann sie ja nicht auf Dauer davor bewahren, dass sie frustriert ist, weil sie nicht bekommt was sie will. Und ich will mich auch irgendwo abgrenzen, wenn meine Grenze überschritten wurde, innerhalb der es mir gut geht. Deswegen bin ich diesen Weg gegangen, dass ich sie nach der Brust habe weinen lassen, aber ich war da, habe sie in den Arm genommen, ihre Hand gehalten wenn sie das wollte und mit ihr gesprochen.
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Re: Dauernuckeln mit 1,5 Jahren - was tun?

Beitrag von nido56 »

Dass schreien lassen nach Ferber nicht dasselbe ist wie begleitet weinen lassen, ist mir auch klar. Nur bei uns hilft Reden, Singen, Streicheln etc. eben gar nicht. Dann wird das Gebruell erst richtig schlimm. Und ja, wir schlafen auch im Familienbett, aber wenn er nachts aufwacht ist echt Land unter, und unsere blosse Anwesenheit hilft ihm da nicht wirklich. Ist wahrscheinlich eine Charakterfrage. Der kleine Pirat war ja immer schon recht ungeduldig und heftig in seinen Gefuehlsaeusserungen. Er ist auch recht hartnaeckig. Wenn ich lese, dass beim Ferbern die allermeisten Kinder nicht laenger als eine halbe Stunde weinen und es nach 3-4 Tagen begriffen haben, dann denke ich mir, die haben das (zum Glueck) nicht mit meinem ausprobiert. Ich wuerde meine Hand dafuer ins Feuer legen, dass der deutlich spaeter aufgeben wuerde.

Was manchmal funktioniert ist, wie gesagt, ihn dann in den Arm zu nehmen. Da weint er zwar eine Weile, beruhigt sich aber meist recht schnell. Das zaehle ich auch nicht unter "schreien lassen", weil er ja Koerperkontakt hat. Als ich kuerzlich so krank war, dass ich wirklich nachts irgendwann nicht mehr konnte, hat der Papa ihn mal im Bett gelassen (neben sich, mit Streicheln und Reden). Da hat er 45 Minuten total verzweifelt durchgebruellt, bis er irgendwann vor Erschoepfung eingeschlafen ist. Das war fuer mich so schrecklich, dass ich mich beim naechsten Mal (1 h spaeter) nach 10 min trotz hohem Fieber aus dem Bett gequaaelt habe und ihn in den Schlaf getragen habe. Das schaffe ich wirklich nie und nimmer 5 Mal pro Nacht.

Aber das ist ja fast immer so, von anderen kann man sich Anregungen holen, aber 1 zu 1 umsetzten lassen sich die Loesungen meistens nicht, weil jedes Kind, jede Familie anders ist. Da muss man seine eigene Loesung finden. Im Moment klappt es bei uns ja fuer Piratenverhaeltnisse gut, wobei "gut" fuer mich bedeutet, dass wir alle drei tagsueber einsatzfaehig sind.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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