Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
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kuscheltiger
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Ich habe mir die Nido gekauft und ich war ehrlich gesagt wütend, traurig und der Kloß im Hals war sofort wieder spürbar.
Ich habe meine Große 16 Monate pumpgestillt...
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Viele Grüße vom kuscheltiger
mit großer Maus 02/09 und kleiner Maus 03/11
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jackie-brown
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
schreib genau das in einen Leserbrief! (((fleur)))Fleur hat geschrieben:In der Aprilausgabe findet sich ein Artikel mit dem Titel "Wie wichtig ist Stillen? Warum Muttermilch zwar gut ist - aber trotzdem niemand stillen muss"
Dort wird die Situation einer Zwillingsmutter geschildert, die mit BES stillt und Babynahrung zufüttert. Fazit der Autorin: "Das war Pseudostillen, so tun, als ob - um das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, zu unterdrücken."
Nein, Stillen mit BES ist Stillen. Und nicht, so tun als ob. Ist ja nicht so, als ob ich mich nie habe rechtfertigen oder erklären dürfen. Aber das schwarz auf weiß zu lesen, ist doch noch was anderes.
Was mache ich eigentlich seit fast zwei Jahren? Ich stille. Und zwar mit BES. Meine Hebamme hatte mir zunächst davon abgeraten, weil sie dachte, es bedeute zusätzlichen Stress für mich. Aber genau das Gegenteil war der Fall: sofort als ich das BES hatte, hörte der Stress auf. Klar, ich habe anfangs viel gepumpt, um möglichst wenig künstliche Milch zufüttern zu müssen. Irgendwann hat sich dann alles eingespielt, und als klar war, dass es bei uns nicht ohne gehen würde, war es absolut ok. Für mich. Und ich hatte auch nie das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein. Sicher habe ich mit meinem "unzulänglichen" Körper gehadert und mich gefragt, ob ich irgendwas falsch gemacht habe. Ich wollte einfach gerne stillen, und das ging auf Dauer halt nur so.
Ist Gehen an Krücken eigentlich Pseudogehen? Oder das Sehen mit Kontaktlinsen/Brille nur so tun, als ob man sieht? Oder kann man das nicht vergleichen.
Ich habe mich übrigens riesig gefreut, als meine Hebamme Monate später zu mir sagte, sie hätte aus meinem "Fall" gelernt, dass sie bei Stillwunsch das BES eher einsetzen bzw. empfehlen würde. Mir hätte es vielleicht viel Kummer erspart, wenn ich diese Möglichkeit schon sieben Wochen vorher gehabt hätte.
So, jetzt habe ich mal meine Gedanken zu diesem Teil des Artikels sortiert. Was meint Ihr dazu?
glg jackie
- channa
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
oh man, ich ärgere mich schon bevor ich den artikel gelesen habe...
deinen vergleich mit der brille oder den krücken finde ich absolut treffen! schreib doch einen leserbrief (gute idee, jackie
)
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Channa mit dem Kleinen (05/07), dem Mäuschen (04/12) & dem großen kleinen Geschenk (09/2020)
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jackie-brown
- alter SuT-Hase
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Den Vergleich bringt Marta Guoth-Gumberger auch immer bei ihren Fortbildungen.
glg jackie
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Fleur
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Ich würde sagen, ja. Teilstillen trifft es wohl genauer. Es kommt ja Milch. Nur nicht genug.Isabella hat geschrieben:Stillen ist also immer "trinken an der Brust"? Egal, was getrunken wird?
- apfelkern
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
gesellschaftlich verordneter Stillzwang 
Da fühlt man sich als Stillmutti als würde einem die Mündigkeit abgesprochen!
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Das ist eine sehr interessante Frage, über die man sehr schön theoretisieren und diskutieren kann. Dass Teilstillen noch "Stillen" ist, darüber gibt es meiner Wahrnehmung nach eigentlich keine ernsthafte Diskussion. Das "Pumpstillen", also die Ernährung des Babys per Flasche mit abgepumpter Muttermilch, wird für gewöhnlich nicht "Stillen" genannt, sondern "Muttermilchernährung". Das vollständig "trockene" Stillen mit BES, bei dem das Baby ausschließlich Pre bekommt, weist zwar nicht die Eigenschaften von Muttermilchernährung auf, aber immerhin alle anderen Aspekte des Stillens (Hautkontakt, Saugverhalten, Seitenwechsel usw.). Ob man dies "Stillen" nennt oder nicht, kann man diskutieren.Isabella hat geschrieben:Stillen ist also immer "trinken an der Brust"? Egal, was getrunken wird?
Der für mich entscheidende Punkt im Zusammenhang mit dem Nido-Artikel ist: Hier ist es EGAL, ob solche speziellen Ernährungsformen definitorisch noch unter "Stillen" gezählt werden sollen/dürfen/können. Das Problem in dem Artikel hingegen ist die normative Wertezuschreibung, die dort passiert. Nämlich: "Solche speziellen Ernährungsformen sind nichts wert. Wer ohne Stillhilfsmittel nicht stillen kann, der sollte es lassen." Und das ist ganz schlimm in meinen Augen, da hier den Müttern das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen und körperliche Beeinträchtigungen auf verletzende Weise bagatellisiert werden. Das Leid der von körperlichen Beeinträchtigungen betroffenen Mütter (oder auch Kinder) wird nicht anerkannt. Und das ist echt übel.
Bei allen anderen Organschäden oder Erkrankungen wird das Recht auf Nutzung einer Prothese oder sonstiger Hilfsmittel ja auch zugesprochen, nicht nur wenn's ums Überleben geht, sondern auch um "Normalität" herzustellen. (Keine Krebskranke braucht Perücken oder Brustprothesen zum Überleben, aber sie helfen bei der Herstellung eines Stückchens Normalität und sind allein dadurch 100 % akzeptiert). Es sollte entsprechend eine Selbstverständlichkeit sein, dass Frauen, die nur mit invasiven Stillhilfsmitteln stillen können und die Nutzung wünschen, dabei unterstützt werden, auf diese Weise ein Stückchen Normalität zu finden. Ob das Baby dabei 3 oder 30 oder 300 ml Muttermilch bekommt oder auch gar keine, ist dabei zweitrangig.
LG
Julia
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kuscheltiger
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Zitat Jusl:
"Nämlich: "Solche speziellen Ernährungsformen sind nichts wert. Wer ohne Stillhilfsmittel nicht stillen kann, der sollte es lassen." Und das ist ganz schlimm in meinen Augen, da hier den Müttern das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen und körperliche Beeinträchtigungen auf verletzende Weise bagatellisiert werden. Das Leid der von körperlichen Beeinträchtigungen betroffenen Mütter (oder auch Kinder) wird nicht anerkannt. Und das ist echt übel."
Genau das meine ich, es tut einfach weh (immer noch, nach 4 Jahren und obwohl ich eigentlich durch meine zweite Tochter doch etwas "Stillfrieden" erlangt habe.
Ich finde es fast beleidigend und es schmerzt immer noch
"Nämlich: "Solche speziellen Ernährungsformen sind nichts wert. Wer ohne Stillhilfsmittel nicht stillen kann, der sollte es lassen." Und das ist ganz schlimm in meinen Augen, da hier den Müttern das Selbstbestimmungsrecht abgesprochen und körperliche Beeinträchtigungen auf verletzende Weise bagatellisiert werden. Das Leid der von körperlichen Beeinträchtigungen betroffenen Mütter (oder auch Kinder) wird nicht anerkannt. Und das ist echt übel."
Genau das meine ich, es tut einfach weh (immer noch, nach 4 Jahren und obwohl ich eigentlich durch meine zweite Tochter doch etwas "Stillfrieden" erlangt habe.
Ich finde es fast beleidigend und es schmerzt immer noch
Viele Grüße vom kuscheltiger
mit großer Maus 02/09 und kleiner Maus 03/11
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- LaLeMi
- Miss SuTiversum
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Re: Artikel in der Nido: BES = Pseudostillen
Boaaaaahhh, was ist denn das für ein Mist.
Ein Grund mehr, mit meiner Entscheidung, die Nido vor kurzem abzubestellen, extrem glücklich zu sein.
Ja, ob die Autorin auch die Perücke eines Krebskranken als "Pseudohaare" bezeichnen würde?
Abgesehen davon, daß ich den "Stillzwang" in meiner Wohnumgebung nach wie vor nicht bestätigen kann, auch wenn sich in den letzten Jahren seit Geburt meiner Großen da schon einiges verändert hat - dies mag aber auch daran liegen, daß ich in der Nähe eines der im Artikel genannten Orte wohne... in der Sache denke ich, es sollte weder dogmatisch in die eine noch in die andere Richtung gehandelt werden.
Absolute Zustimmung zu Jusls Worten, in jeder Hinsicht.
Liebe Fleur, ((((()))))) ich fände auch einen Leserbrief mit ebendiesen Vergleichen gut.
Bspw. Dr. Sears geht sogar so weit und bezeichnet zumindest in der dt. Ausgabe von "Attachment Parenting" auch z.B. das Tragen oder Halten des Babys auf der Brust durch den Papa als Stillen. Ich besitze die Originalausgabe nicht mehr, kann es also nicht mehr überleiten, aber auf jeden Fall hat Stillen ja weitaus mehr Aspekte als die reine Nahrungsaufnahme bzw. -Zurverfügungstellung. Im deutschen Wort ist ja weder die Brust noch die Milch enthalten.
Der englische Begriff "Breastfeeding" stellt vom Wortsinn auch nicht darauf ab, was nun aus/an der Brust zu sich genommen wird.
Ein Grund mehr, mit meiner Entscheidung, die Nido vor kurzem abzubestellen, extrem glücklich zu sein.
Ja, ob die Autorin auch die Perücke eines Krebskranken als "Pseudohaare" bezeichnen würde?
Abgesehen davon, daß ich den "Stillzwang" in meiner Wohnumgebung nach wie vor nicht bestätigen kann, auch wenn sich in den letzten Jahren seit Geburt meiner Großen da schon einiges verändert hat - dies mag aber auch daran liegen, daß ich in der Nähe eines der im Artikel genannten Orte wohne... in der Sache denke ich, es sollte weder dogmatisch in die eine noch in die andere Richtung gehandelt werden.
Absolute Zustimmung zu Jusls Worten, in jeder Hinsicht.
Liebe Fleur, ((((()))))) ich fände auch einen Leserbrief mit ebendiesen Vergleichen gut.
Bspw. Dr. Sears geht sogar so weit und bezeichnet zumindest in der dt. Ausgabe von "Attachment Parenting" auch z.B. das Tragen oder Halten des Babys auf der Brust durch den Papa als Stillen. Ich besitze die Originalausgabe nicht mehr, kann es also nicht mehr überleiten, aber auf jeden Fall hat Stillen ja weitaus mehr Aspekte als die reine Nahrungsaufnahme bzw. -Zurverfügungstellung. Im deutschen Wort ist ja weder die Brust noch die Milch enthalten.
Der englische Begriff "Breastfeeding" stellt vom Wortsinn auch nicht darauf ab, was nun aus/an der Brust zu sich genommen wird.




