Unruhiges Trinken und Frage zur Milch"produktion"

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Snakedreadkitty
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Unruhiges Trinken und Frage zur Milch"produktion"

Beitrag von Snakedreadkitty »

Ihr Lieben, ich brauche mal euer Wissen und Erfahrungen.

A. (am Freitag war er elf Wochen) trinkt zur Zeit so schlecht. Ganz oft schreit er nach kürzester Zeit die Brust an. Er dockt an, dockt ab, schreit, dockt wieder an, dockt ab, schreit...und will dann auch nicht mehr andocken. Manchmal bringt es dann was, Brust zu wechseln, mit ihm ins Schlafzimmer zu gehen und im Liegen zu stillen, manchmal bringt ne kurze Spielpause was und manchmal steigert er sich dann völlig rein und schreit dann länger. Manchmal läuft es aber wie letzte Woche noch: Andocken, trinken, evtl. dabei einschlafen. Nachts haben wir meist keine Probleme, außer sein Bauch quält ihn sehr arg. Er lernt zur Zeit auch ganz viele Dinge neu, an seiner Hand rumlutschen z.B., Kopf halten...

Mein Problem zusätzlich ist auch noch, dass ich immer noch Schiss habe, dass A. nicht genug zu Essen bekommt. Ich hatte am Anfang in der Klinik einen sehr späten Milcheinschuss und wurde, da A. unter der 3. Perzentile (2760gr auf 53cm bei 40+2)war, ziemlich Stress gemacht mit zufüttern (erst Löffel, dann BES ähnlich mit Sonde an der Brust) und Abpumpen, MCP und Bockshornkleetee. Nun habe ich sicher genug Milch (er wiegt fast 7 kg, ist , wir haben mehr als 4 nasse Windeln, ich pumpe einmal die Woche, da ich einen Arzttermin habe, für den Notfall ab, meist pumpe ich nur kurz, das letzte Mal nur 7 min und habe ca. 100 ml pro Seite)...aber dieses Gefühl, diese Unsicherheit "Kriegt er genug???" bleibt irgendwie. Zudem hatten wir einen Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung (nicht bestätigt) bei der es wichtig gewesen wäre, dass er spätestens alle 4h gut trinkt, auch das nagt wohl noch immer. :(
Wir sind aus der Klinik nach Hause mit diesem strickten spätestens alle 4 h, 15 min pro Brust und nuckeln lassen bloß nicht. Das war mir Zuhause aber dann recht bald klar, dass das doof ist, bzw. ich Angst hatte, er bekommt zu wenig Hintermilch,und so hab ich angefangen die 1. Brust 15 min und die 2. solange er will. Nun habe ich einen recht starken Milchspendereflex(mein Mann erfand den Ausdruck Milkboarding dafür 8) ), A. lies oft einen Teil der Milch einfach unten rauslaufen, sodass das für uns irgendwie nicht passte. Dann hab ich hier im Forum gelesen, so lange an der 1. Brust lassen bis er abdockt, Bäuerchen machen will, usw. und dann die zweite Brust anbieten. So habe ich es dann versucht, A. dockte aber selten ab, sodass er oft nur eine Seite trank, dass passte aber für uns wohl, denn so nahm er seine durchschnittlichen 500 gr. pro Woche zu. Jetzt wird es wohl langsam weniger Zunahme pro Woche, aber das darf ja auch.
Nun aber seit letzter Woche haben wir dieses Rumgezuppel an der Brust. Evtl. so eine Brustschreiphase? Saugverwirrung? Er bekommt einen Schnuller, er mag ihn aber nur manchmal (Auto, Tuch), ein paar Tage wollte er zum Einschlafen nicht die Brust sondern den Schnuller, das ist aber wieder vorbei, wenn er unleidlich ist, mag er keinen Schnuller.
Ich mache mir jetzt wieder total die Gedanken, dass er durch dieses sehr kurze Trinken zu wenig Hintermilch bekommt, er zu wenig trinkt. Leider merke ich den Milchspendereflex nicht mehr. Wenn ich pumpe und er vorher eine Brust getrunken hat, kommt aus der "vollen" Brust kontinuierlich Milch. Trinkt A. länger an einer Brust bekomme ich natürlich mit, wann er nur nuckelt und wann er trinkt. Nur am Anfang schluckt er ständig... Ab wann kommt denn die "gute" Milch ungefähr? :oops: Kann man das sagen oder ist das bei jeder Frau unterschiedlich?
Hach ja, ich weiß, Ferndiagnosen sind doof...Aber vielleicht sagt ja die Ein oder Andere: Das Gezuppel kenne ich, ging bei mir vorbei, wurde wieder gut.

Danke für´s Lesen. Alleine das Schreiben half nun schon mal.
Liebe Grüße Miriam (Clauwi GK 02/14, Modul2 06/16) und A. (01/13) und H. (07/17)
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Augustinus Aurelius
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Re: Unruhiges Trinken und Frage zur Milch"produktion"

Beitrag von jusl »

Hallo Snakedreadkitty,

ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Zeit gerade ganz schön schwierig für Dich ist. Eigentlich gibt es ja nix schlimmeres als die Sorge, dem eigenen Kind gehe es irgendwie nicht gut.
Du gehst informiert und motiviert ans Stillen heran, Du hast "gegen den Rat" des KH-Personals das Stillen nach Bedarf für Euch gestaltet, Dein Baby nimmt super zu. Das sind die Fakten!

Ich sehe Euer "Problem" ausschließlich hier:
Mein Problem zusätzlich ist auch noch, dass ich immer noch Schiss habe, dass A. nicht genug zu Essen bekommt. Ich hatte am Anfang in der Klinik einen sehr späten Milcheinschuss und wurde, da A. unter der 3. Perzentile (2760gr auf 53cm bei 40+2)war, ziemlich Stress gemacht mit zufüttern (erst Löffel, dann BES ähnlich mit Sonde an der Brust) und Abpumpen, MCP und Bockshornkleetee. Nun habe ich sicher genug Milch (er wiegt fast 7 kg, ist , wir haben mehr als 4 nasse Windeln, ich pumpe einmal die Woche, da ich einen Arzttermin habe, für den Notfall ab, meist pumpe ich nur kurz, das letzte Mal nur 7 min und habe ca. 100 ml pro Seite)...aber dieses Gefühl, diese Unsicherheit "Kriegt er genug???" bleibt irgendwie. Zudem hatten wir einen Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung (nicht bestätigt) bei der es wichtig gewesen wäre, dass er spätestens alle 4h gut trinkt, auch das nagt wohl noch immer. :(
Dies ist nichts anderes als ein weiterer Appell ans Klinikpersonal, sich sehr gründlich bewusst zu machen, welch weitreichenden Einfluss sie auf die Stillzeit ihrer Kundschaft, sogar auf die Beziehungsgestaltung zwischen Mutter und Kind haben. Die Angst "Kriegt er genug" kann unglaublich tief sitzen. Ich haben unzählige Mütter beraten, die mir berichteten, dass diese Angst erst verschwand, als das Kind Pizza und Schnitzel essen konnte.
Nun aber seit letzter Woche haben wir dieses Rumgezuppel an der Brust. Evtl. so eine Brustschreiphase?
Das halte ich für am wahrscheinlichsten. Viele Mütter berichten, dass ihr Baby im 3. Lebensmonat irgendwie "schwierig" war, das geht wieder vorbei. ;-)
Ich mache mir jetzt wieder total die Gedanken, dass er durch dieses sehr kurze Trinken zu wenig Hintermilch bekommt, er zu wenig trinkt. Leider merke ich den Milchspendereflex nicht mehr.
Das ist gar kein Problem, wirklich! Still ihn einfach so oft und so lange er mag.
Saugverwirrung? Er bekommt einen Schnuller, er mag ihn aber nur manchmal (Auto, Tuch), ein paar Tage wollte er zum Einschlafen nicht die Brust sondern den Schnuller, das ist aber wieder vorbei, wenn er unleidlich ist, mag er keinen Schnuller.
Eine Saugverwirrung ist hier eher unwahrscheinlich - meist äußert sich diese eher in "Andockproblemen" als in "Dranbleibproblemen". Ganz ausgeschlossen sind Schnuller-bedingte Probleme jedoch nicht - wenn es Euch nicht bald besser geht, behalten wir das mal im Hinterkopf ;-)
Nur am Anfang schluckt er ständig... Ab wann kommt denn die "gute" Milch ungefähr? :oops:
Mach Dir darüber bitte NULL Gedanken! Wir sind keine Maschinen, eine Zeitangabe à la " nach 1 (oder 5 oder 8) Minuten" nützt überhaupt nichts.
Alleine das Schreiben half nun schon mal.
Prima. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du die Zuversicht bald zurückgewinnst.

LG
Julia
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Re: Unruhiges Trinken und Frage zur Milch"produktion"

Beitrag von Snakedreadkitty »

Vielen, vielen Dank!
Deine Worte helfen mir schon sehr.
Ja, die Angst: kommt genug Milch sitzt sehr tief. War halt am Anfang echt frustriernd, dazusitzen, alle drei Stunden, auch Nachts, zu Pumpen und es kommen 0,2ml, 1ml, 5ml... und gegenüber sitzt eine Frau, die pumpt in kürzerer Zeit 75 ml. Und gesagt zu bekommen, es könne sein, man müsse über Wochen weiter pumpen.
Aber wir sind voll stillend nach Hause, das war schon sehr toll dann.

Wirkliche Andockprobleme hatten wir noch nie, den Schnuller haben wir auch erst nach 6 Wochen problemlosem Stillen gegeben.

Danke nochmal.((()))
Liebe Grüße Miriam (Clauwi GK 02/14, Modul2 06/16) und A. (01/13) und H. (07/17)
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