Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lolomama
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Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von Lolomama »

Hallo liebe Forumsmitglieder,

Ich war nun schon eine Zeitlang nicht mehr hier... denn mein Still- und Tragebaby ist keines mehr (sie ist grad 4 Jahre alt geworden) :-)
Ende April (oder früher, je nach dem) soll nur das Schwesterlein auf die Welt kommen und ich möchte mich auf diese Stillzeit so gut wie möglich vorbereiten.

Bei meiner 1. Tochter konnte ich eigentlich gut (also ohne Schmerzen, ohne grossen Probleme) stillen, aber das Problem war von Anfang an, dass sie sehr langsam zunahm. Mit 1 Jahr war sie knapp 7kg schwer und ich weiss, ich machte mir ständig Sorgen, ob ich wirklich genug Milch habe - obwohl das hier immer alle gesagt haben. Ich habe nebenbei recht lange noch abgepumpt um die Milchmenge zu steigern, leider habe ich aber nichts gemerkt, dh sie nahm nicht besser zu. Dann habe ich auch so ein Spray - weiss nicht mehr wie es heisst - von der Ärztin verschrieben bekommen und Bockshornklee Tabletten von der Apotheke geholt. Hm... irgendwie hat das alles nicht so viel geholfen.

Schlussendlich habe ich meine Tochter 23 Monate lang teilzeit-gestillt (sie hat ja natürlich schon normal gegessen und bei meiner Mutter bekam sie zu dieser Zeit Milch im Fläschchen, wenn ich arbeiten war), es war eine schöne Zeit!

Ich möchte unser zweites Wunder nun eigentlich auch sehr lange stillen und alles dafür tun, dass ich wirklich sicher bin, genug Milch zu produzieren. Was würdet ihr mir empfehlen? Ev von Anfang an intensiv abpumpen nebenbei oder gibt es "natürliche Wundermittelchen" ausser Bockshornklee?

Ich freue mich auf eure Antworten!!

Liebe Grüsse
Lolomama
mit grosser Tochter (2009), kleiner Tochter (2013) und kleinem Sohn (2018)
angaj
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von angaj »

Hallo,

ich weiß nicht, ob es Dir was bringt, aber ich kann Dir hier mal kurz von meinen beiden Mädels erzählen. Meine Große hat auch immer nur sehr schleppend zugenommen, sie bewegt sich bis heute an der 3. Perzentile. Dazu hat sie alles außer Mumi sehr lange abgelehnt, sie isst bis heute sehr wenig. Mich hat das alles die ersten 1,5 Jahre sehr beschäftigt, hatte ich doch immer Angst, ob sie genug bekommt.

Dann kam im November meine zweite Tochter zur Welt. Sie wird bislang voll gestillt. Und siehe da: dieses Mal ist alles anders. Obwohl sie wie schon ihre Schwester immer nur 1 Seite trinkt und das Ganze meist in 3 Minuten erledigt hat, nimmt sie viel mehr zu. Ich habe plötzlich ein Baby mit Speckröllchen und dicken Backen. Sie bewegt sich gewichtsmäßig auf der 50. Perzentile.

Wenn Dein ewrstes Kind sehr zart war, heißt das nicht zwangsläufig, dass es beim zweiten wieder so ist. Vielleicht kannst Du alles einfach ganz entspannt auf Dich zukommen lassen... ich wünsche es D_ir sehr.

Liebe Grüße und noch eine gute Restschwangerschaft!
angaj mit ihren zwei Mädels: Quatschmadam (geb. 01/11) und fixe Madam (geb. 11/12) - geliebt - gestillt - getragen - geimpft und im Familienbett
knopfauge
hat viel zu erzählen
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von knopfauge »

Ich würde entspannen, Zweisamkeit mit der Großen genießen und einfach versuchen ruhig zu bleiben.
Wie schon Angaj sagte, muss das zweite Kind ja nicht auch so ein zartes werden.
Meine Tochter wiegt mit 15 Monaten auch grad mal 8 kg, hab mir da auch schon mal Gedanken gemacht, konnte aber nichts dran ändern und ihr geht es gut.
Einige Kinder sind halt zart, da kann man nicht viel machen.
Warte erstmal ab und ich glaube, du machst dir unnötig Sorgen.
Wünsch dir noch eine schöne Restschwangerschaft und Geburt.
mit Wintermädchen 01/12 und Frühlingsmädchen 02/15
jusl
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von jusl »

Hallo Lolomama,

ich finde es sehr gut, dass Dir bereits Gedanken machst. Aber verwechsle "Vorbereitung" nicht mit Eingriffen, die immerhin selbst Nebenwirkungen haben können und möglicherweise unnötig sind.
Natürlich ist bei der Vorgeschichte eine erhöhte Wachsamkeit sinnvoll, genauso eine sehr gute Betreuung rund um die Geburt, und die Umsetzung aller Maßnahmen für einen problemlosen Stillstart. DIES halte ich in der Tat für eine gute Vorbereitung. Aber direkt nach der Geburt ohne Not loszupumpen und sogar Medikamente zu nehmen - sozusagen in Erwartung(!) größerer Schwierigkeiten - das halte ich nicht für günstig.

Meine Vorschreiberinnen haben Recht: Die Probleme beim 1. Kind müssen sich keineswegs zwangsläufig beim 2. wiederholen. Und falls doch wieder besondere Maßnahmen erforderlich sein sollten, dann merkst Du das (wegen der sehr guten Betreuung nach der Geburt!) zum frühesmöglichen Zeitpunkt. Dann kann in Ruhe reagiert werden, abgestimmt auf Eure individuelle Situation. Aber gib Dir die Chance, es erstmal ganz normal zu versuchen, einfach Dein Baby willkommen zu heißen und loszulegen. Eure Chancen sind gut, dass das schon reicht.

Kannst Du damit etwas anfangen?

LG
Julia
Lolomama
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von Lolomama »

Hallo ihr Lieben

Vielen Dank für die Antworten! Ich denke auch, dass ich mir vielleicht wirklich zu früh schon zu grosse Sorgen mache... und ich denke tief im Inneren halt manchmal immer noch, ich hätte eventuell doch nicht genug Milch zum Vollstillen. Das wurde mir zu dieser Zeit so oft gesagt, von der Verwandtschaft vor allem. Meine Tochter ist jetzt 4 Jahre alt und wiegt 15 kg, sie ist also immer noch dünn und auch überhaupt kein guter Esser... sie ist wohl einfach so. Andererseits ist sie fit und gesund, echt selten krank, so dass ich mir ihretwegen auch keine Gedanken mache.

@Jusl: Was meinst Du genau mit "sehr guter Betreuung" nach der Geburt? Das Krankenhaus, in welchem ich das zweite Baby gebären werde (und wo ich auch das erste auf die Welt kam) gilt als sehr stillfreundlich. Sie haben mir von Anfang an gesagt, ich solle nach Bedarf stillen, haben mir sehr viel geholfen, auch von Stillhilfen abgeraten, Stilltee angeboten, etc. Macht es Sinn, z.B. von Anfang an das Wechselstillen zu versuchen?

LG,
Lolomama
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jusl
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von jusl »

@Jusl: Was meinst Du genau mit "sehr guter Betreuung" nach der Geburt?
Damit meine ich alles, was zur "Privacy" beiträgt. Das wäre z.B.:
* eine stillkundige und stillfreundliche Klinik,
* ein respektvoller (v.a. die Intimsphäre respektierender) Umgang mit Dir in den Stunden und Tagen nach der Geburt,
* ein ungestörter Stillstart (die U1 kommt NACH dem ersten Stillen. Bis zum ersten Stillen bleiben Mutter und Kind OHNE UNTERBRECHUNG in Hautkontakt.)
* eine gute Nachsorge mit einer guten Mischung aus Zuversicht und Wachsamkeit, die Dir wirklich was bringt,
* ein Umfeld, das Dich physisch und psychisch entlastet, damit Du Dich ganz in Ruhe auf Dein Baby konzentrieren kannst.

Sowas in der Art. ;-)
Macht es Sinn, z.B. von Anfang an das Wechselstillen zu versuchen?
Nein. Auch Wechselstillen kann Nebenwirkungen haben - stell Dir vor, Dein Baby macht alles prima, saugt brav vor sich hin, und Du legst es ohne Not einfach jede Minute auf die andere Seite... das findet es dann vermutlich nicht so toll.
Wechselstillen ist ein hervorragender Ansatz, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass auch eine Indikation für diese Maßnahme besteht.

Was wirklich Sinn hat: die obige Liste umsetzen. :D Damit ließen sich nämlich schätzometrisch 95% aller Stillprobleme vermeiden.

LG
Julia
Lolomama
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von Lolomama »

Hallo Julia,

Vielen Dank für deine sehr hilfreiche Antwort!
jusl hat geschrieben:Was wirklich Sinn hat: die obige Liste umsetzen. :D Damit ließen sich nämlich schätzometrisch 95% aller Stillprobleme vermeiden.
Ist das echt so? Na, dann werde ich sicher alles dran setzen, dass die Liste so umgesetzt wird. Ich denke, bei unserer ersten Tochter haben sie sie zuerst gewogen, gemessen, etc (unter fürchterlichem Geschrei) und erst dann konnte sie zu mir und an die Brust. Diesmal werde ich sie bitten, es umgekehrt zu machen.

LG,
Lolomama
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jusl
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von jusl »

Ist das echt so?
Eindeutig: Ja.
Diesmal werde ich sie bitten, es umgekehrt zu machen.
Nicht bitten, sondern Tatsachen schaffen.
"So, dann wollen wir mal messen und wiegen." - "Nein, ich stille erst. Können Sie bitte das Licht runterdrehen und uns etwas Ruhe gönnen (um nicht zu sagen: rausgehen)?"

LG
Julia
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von Lolomama »

jusl hat geschrieben: Nicht bitten, sondern Tatsachen schaffen.
"So, dann wollen wir mal messen und wiegen." - "Nein, ich stille erst. Können Sie bitte das Licht runterdrehen und uns etwas Ruhe gönnen (um nicht zu sagen: rausgehen)?"
:D Danke. Ich denke, ich werde es sogar schon vorher sagen, also noch vor der Geburt. Sicher ist sicher. 8)
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klimaforscherin
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Re: Ich möchte mich diesmal besser vorbereiten...

Beitrag von klimaforscherin »

Du kannst es auch vorher schriftlich fixieren (Geburtsplan) und bereits bei der Anmeldung besprechen und in deine Akte legen lassen. Bei mir haben sie es tatsächlich gelesen! (Auch wenn vieles sowieso standardmaessig "richtig" gemacht wurde).
Vorteile: Du machst dir eben vorher Gedanken, was du willst und formulierst es. Das macht es im Ernstfall leichter "auszusprechen". Wenn du es mit deinem Mann besprichst, wie er in deinem Sinne handeln soll, ist es noch besser.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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