Frühkindliche Regulationsstörung?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

TanteA
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Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von TanteA »

Ich muss dies mal loswerden.
Letzte Woche war ich mit meinem Sohn bei der U5. Er ist gut entwickelt, Gewicht und Größe im oberen Normbereich.

Es ging um Beikost, der Kia meinte ich könne nun mit Fleisch beginnen, nachdem ich erzählte, dass ich nach Bedarf stille und eine Mischung aus Fingerfood und Brei mache. Als ich sagte, dass ich und mein Mann nicht vorhaben unserem Sohn Fleisch anzubieten, fragte er ob ich denn eine Ernährungswissenschaftliche Ausbildung habe. Ich verneinte dies und sagte ich könne aber lesen und wüsste auf was man achten muss, wenn das Kind nur pflanzliches Eisen aufnimmt.

Er fragte daraufhin sofort nach dem Schlaf.
J. schläft tagsüber schnell in der Trage / Tuch. EIn langes Schläfchen hält er meist mittags im Familienbett (1,5-2,5h).
Abends geht er um ca. 20:00h ins Bett und schläft mit Stillunterbrechungen bis 07:00h.
Er wird immer in den Schlaf begleitet, derzeit nur von mir, da er sehr auf mich fixiert ist, beim Papa weint er sobald ich aus dem Blickwinkel bin.
Es war eine lange Geburt mit Geburtsstillstand und Saugglocke. J. hat die ersten drei Nächte nur geweint, ich bin mit ihm durchs Krankenhaus gelaufen und hab selbst nihct geschlafen. Die ersten Wochen hat er nachts ebenfalls viel geweint, tagsüber haben mein Mann oder ich ihn ständig getragen. Nach dem Lösen eine Blockade (KISS-Kind) wurde das langsam besser.
Mein Mann und ich waren die ersten 5 Monate zusammen in Elternzeit. Nun bin ich mit J. alleine, er ist zwar sehr anhänglich, aber draußen / im Delfikurs/ mit anderen Babys ist er ganz ausgeglichen, krabbelt umher und geht in Kontakt.
Dazu muss ich sagen, dass er von Anfang November bios Ende Januar aufgrund einer Hüftdysplasie eine Schiene 23h am Tag tragen musste, was ihm das Leben auch noch mal sehr erschwert hat.

Nun das Problem:
Weil J. in manchen Phasen in der Zeit wo wir noch nicht mit ihm im Bett liegen (20:00-23:00h) manchmal weint und ich noch mal zu ihm "muss", ihn kurz stille, umarme oder nur bei ihm bin bis er wieder einschläft, weil er beim langen Mittagsschlaf alle drei Tage ca. nach einer Stunde weint und ich hin "muss" um ihn kurz zu trösten, weil er auch nachts manchmal noch ml fest in den Armen genommen werden muss, und in seinem kurzen Leben "erst" 6 Nächte durchgeschlafen hat, empfahl der Arzt mir den Besuch einer Schreiambulanz, er vermutet eine frühkindliche Regulationsstörung im Bereich Schlaf. Ich habe erst mal gar nichts dazu gesagt ob ich es tun werde sondern nur, dass ich weiß, dass mein Kind ein Baby mit besonderen Bedürfnissen ist, ich aber nicht darunter leide/ vor ANstregung zerbreche o.ä.

Ich habe nun viele Tage darüber nachgedacht und bin nun verunsichert, ob ich es nicht doch tun sollte, also ihn in der Schreiambulanz vorstellen.

Ich freue mich auf eure Meinungen, vielleicht sortiert das meine Gedanken ein bisschen.
Herzlichen Dank schon Mal!
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Carlotta
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von Carlotta »

also für mich hört sich das Schlafverhalten ganz normal an. Mein Baby ist 14 Monate und hat noch keine 6mal durchgeschlafen.... Es gibt z.B. von Renz-Polster viel interessantes über Schlaf zu lesen, es ist wirklich nicht unnormal dass Kinder, v.a. so junge nachts aufwachen und Begleitung beim WEiterschlafen brauchen.
Was hat denn der Schlaf mit dem Eisen zu tun? hat er da was dazu gesagt?
Eine Freundin war wegen eines Schreibabys bei der Ambulanz, da hat sie nur so tolle Tipps bekommen wie: dann legen Sie ihn halt schreiend in den Kiwa, nach 10 min schläft es schon."
Wenn du glaubst da was mitnehmen zu können und es dich nicht zu sehr belastet wenn Tipps wie oben kommen, geh doch mal hin und sieh es dir an. Ich denke dass mein Kind keine Beratung braucht, auch wenn es in der Nacht oft wach wird.
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

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TanteA
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von TanteA »

Danke schon mal für deine ANtwort.
Ist ja verrückt mit dem KIWAtipp.
Mein Eindruck war, dass er mir durch die Blume sagen wollte, dass das Kind zu hungrig zum Schlafen ist. Und nur FLEISCH dieses Kind sättigen würde. Weil er nachts ja noch stillt.

Das er super entwickelt ist, seit 3 Wochen krabbelt, sich seit 2 Wochen zum Stehen zieht....das kommentierte er nicht.
mit Zitrönchen(geboren 09/12),
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Malo81
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von Malo81 »

Hört sich für mich ganz normal an. Bei beiden Kinder hatte ich eine wundervolle Geburt. Beide schliefen die ersten Wochen nur auf mir (auch mal auf meinem Mann). Der Große hat 20 Monate lang gestillt, bis dahin auch nachts oft alle 2h. Mit 2 Jahren schlief er dann komplett durch, wird aber noch einschlafbegleitet und schläft auf seinem Wunsch in seinem Bett (ein- später kommt er zu uns kuscheln). Der Kleine schläft bei uns, still untetschiedlich oft in der Nacht und bis vor kurzem musste er auch noch nachts z.T.getragen werden. Das war uns jetzt aber doch zu viel und ich stille ihn und streichel ihn, bis er einschläft. Er setzt sich immer mal wieder auf und weint auf, aber mit streicheln, kusceln und stillen schläft er mittlerweile weiter und die Nächte sind besser.
Dein Kind ist in meinem Augen völlig normal,mit normalen Bedürfnissen. Wir sind halt die einzige Rückversicherung, dass alles o.k. ist. Deshalb brauchen sie auch nachts unsere Nähe und Rückkopplung. Und was sagt meine Hebi immer: alles was Schlaft bringt, ist richtig und heilig (also fast alles- schreien lassen und andere ähnlich fragwüdige Sachen natürlich nicht).

Und: dein Zwerg ist ein halbes Jahr alt!!! Alles gut und normal. :D Und wenn es dich nicht stört,gibts gleich gar nichts, was ihr ändern solltet. Wenn Kinder den bereit sind, machen sie den nächsten Schritt ganz allein und ohne Probleme. Weil sie dann soweit sind- ohne Programme von außen. Kinder sind da sehr kompetent...
Liebe Grüße Y.
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Suleikha
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von Suleikha »

Also mein Sohn hat noch nie durchgeschlafen... Das würde ich von einem Baby unter einem Jahr auch grundsätzlich nicht erwarten. Und es gibt haufenweise Kinder, die auch mit zwei, drei Jahren noch nicht regelmäßig durchschlafen. Das ist doch ganz normal! Da immer gleich von einer Störung zu reden, finde ich gewagt. Ich kann dir (und deinem Kinderarzt :wink: ) das Buch "Born to be Wild" von Herbert Renz-Polster empfehlen!
LG, Suleikha
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von channa »

ja, ein sehr gutes buch, da möchte ich mich anschließen.

das schlafverhalten deines sohnes finde ich total normal, ich erwarte von einem 6 monate altem kind nicht, dass es durchschläft. übrigens wache ich nachts auch auf und gehe auf die toilette, habe ich dann auch eine regulationsstörung?? den kia hätte ich ja schon gefressen.

hier gibt es übrigens mehrere threads, die sich mit vegetarischer kost bei babies befassen. hab nur keine zeit sie dir raus zu suchen, muss jetzt einschlafstillen :wink: :lol: :lol:
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von hej-da »

Wie viele Kinder hier nun wohl eine frühkindliche Regulationsstörung haben müssten :wink:
Ich fnde meine beiden Kinder in vielen deiner Beispielen wieder. Und wenn ich ehrlich bin, kommt es bei mir in die Schublade- ganz normales Babyverhalten :lol:
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von klecksauge »

Das hat uns auch ein KiArzt erzählt....
Dann habe ich Renz-Polzer gelesen, hier um Forum viel und höre weiter auf mein bauchgefühl.

Ich finde, du hast ein ganz normales Baby.
Liebe Grüße aus den Norden von
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fanta
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von fanta »

Ich hab ebenfalls das Gefühl, dass alles in Ordnung ist mit Deinem Kind.
Wir haben mit unserem Kinderarzt gar nicht so detailiert über solche Sachen gesprochen. So konnte es gar nicht dazu kommen, dass er den Schlaf "unnormal" finden kann.
Mein Sohn ist genau ein Jahr älter und hat vor 1 Jahr ebenfalls nachts noch oft gestillt- je nach Phase bis zu 1 Mal stündlich. Normal war 3 Mal. Mit einem Jahr schlief er zum ersten Mal durch (und ich machte mir größte Sorgen ;-), musste immer wieder lauschen, ob er noch atmet).
Das mit dem Krabbeln finde ich übrigens erstaunlich früh! Dazu hat der Kinderarzt nichts gesagt? Hmmm.
LG fanta
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Re: Frühkindliche Regulationsstörung?

Beitrag von bianka123 »

Ich denke auch das alles normalnist bei euch. Mein Kleiner ist jetzt 1 Jahr alt und schläft mittags nur in meinem Arm. Wenn ich mich doch mal rausschleiche wacht er kurz danach auf und weint, bis ich wieder da bin. Am Abend wacht er etweder 45min oder 90min nach dem Einschlagstillen wieder auf. Er beruhigt sich auch nur wenn ich ihn wieder stille und in den Arm nehme. Ich habe eine super Ärztin. Sie meinte, so lange ich kein Problem damit habe ist doch alles in Ordnung. Sie hat selber so ein Kind gehabt.
Grüße Bianka
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