Valdoxan in stillzeit?

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aster
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Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von aster »

Ich habe heute beim Arzt vergessen zu sagen, dass ich noch stille.
Verschrieben bekommen habe ich Valdoxan 25mg, ich soll vor dem schlafen gehen eine tablette nehmen.
mein sohn ist 3 jahre und 1 monat, er stillt noch 0-2 in 24 h, unter der woche meist spätnachmittag oder abends und am WE in der regel nur morgens.
ist medikament irgendwie so kompatibel mit dem stillen oder sollte ich mir etwas anderes verschreiben lassen?
Viele Grüße Aster
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Katha
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von Katha »

Bei Embryotox ist es nicht aufgelistet.
http://www.embryotox.de/wirkstoffe.html
Dein Arzt kann dort anrufen und sich beraten lassen, die Embryotox an der Charité sammelt Daten zu Medikamenten in SwS und Stillzeit und wertet das aus. Sind also med. und pharmakologische Experten. Haben aber bei Anfragen mehr Infos, als im Netz stehen.
Mittel der Wahl sind die, zu denen es genügend Daten gibt, als Alternative zu dem, das der Arzt aufgeschrieben hat, finden sich die hier http://www.embryotox.de/depressive_kran ... ilder.html (weil Valdoxan ist ein Antideprssivum, wenn ich das richtig gegoogelt habe)
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
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Mondenkind
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von Mondenkind »

DAs Fachbuch sagt:
Agomelatin (Valdoxan) wird als melatonerger MT1/MT2-Agonist und 5-HT2C-Antagonist bezeichnet und ist hinsichtlich seiner Wirksamkeit umstritten. Aufgrund der für eine Beurteilung unzureichenden Datenlage sollten besser untersuchte Antidepressiva bevorzugt werden.
...
Bei einer Neueinstellung in der Stillzeit ist Sertralin das Mittel der 1. Wahl. Auch Paroxetin und Citalopram kommen in Frage. Von den Trizyklika sind Amitryptilin und Nortryptilin Mittel der Wahl.
...
Zu meiden sind Doxepin und Fluoxetin.
Quelle: Spielmann Schäfer, 8. Auflage

Hilft Dir das weiter? Ansonsten ist ein Anruf bei embryotox sinnvoll, die haben noch mehr Daten (der Leiter gibt auch das von mir zitierte Buch raus), die Homepage ist veraltet.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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aster
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von aster »

ich vertrage einen teil der gängigen antidepressiva nicht, bzw. habe zu starke nebenwirkungen,
ich habe heute beim arzt angerufen und er meint ich solle doch abstillen, kind wäre ja alt genug.
ich glaube nicht, dass er bereit wäre bei empryotox anzurufen, dafür ist ihm das stillkind deutlich zu alt.

mal sehn wie ich weiter vorgehe.
Viele Grüße Aster
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Katha
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von Katha »

Wer hat es Dir denn aufgeschrieben? Hausarzt? Neurologe? Psychiater? Vielleicht kannst Du ja Arzt oder Fachrichtung wechseln....

Aber wegen der Ignoranz bei Embryotox nachzufragen auch eben den HA gewechselt :(
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suri
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von suri »

Das ist ein sehr neues Präparat, dazu wird es noch nicht ausreichend Daten geben und ich fürchte auch Embryotox wird da nichts genaues zu sagen. Bei 0-2x kann man ggf verantworten, aber bei einem Vollstillkind würde ich es im Moment nicht nehmen.

Ich verordne das jeden Tag bei leichten Depressionen, bin von der Wirksamkeit aber auch nicht so wirklich überzeugt.

Hast du mal Elontril überlegt? Wenn du schreibst, dass du viele Präparate nicht verträgst, wäre das ggf eine Alternative. Dazu gibt es immerhin ein paar Daten.
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von Mondenkind »

suri hat geschrieben:Das ist ein sehr neues Präparat, dazu wird es noch nicht ausreichend Daten geben und ich fürchte auch Embryotox wird da nichts genaues zu sagen.
Fürchten nützt da nichts, da hilft nur nachfragen :wink: . Ich habs schon mehrfach erlebt, dass bei Nachfragen dann doch mehr Daten vorhanden waren mittlerweile, die nur nicht publiziert sind.
Bei 0-2x kann man ggf verantworten, aber bei einem Vollstillkind würde ich es im Moment nicht nehmen.
Was Du mit der Aussage meinst verstehe ich nicht, könntest Du das bitte erklären?
Hast du mal Elontril überlegt? Wenn du schreibst, dass du viele Präparate nicht verträgst, wäre das ggf eine Alternative. Dazu gibt es immerhin ein paar Daten.
Wie kommst Du darauf, dass es dafür mehr Daten gibt? In der Fachliteratur gibt es dazu ähnliche Daten wie zu Valdoxan: Fallbeschreibungen, mehr nicht, und das FAzit daraus :arrow: "Bei Neueinstellungen sollte auf ältere, besser erforschte Mittel zurückgegriffen werden". Aus der Literatur lässt sich also nicht schließen, dass es besser geeignet wäre für die Stillzeit.
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suri
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von suri »

das ist mein Job, Mondenkind

Zu Valdoxan gibt es insgesamt sehr wenige Daten. Vor wenigen Monaten kamen erst die Hinweise, dass es z.B lebertoxisch sein kann und seither sind regelmäßige BLutkontrollen die ersten drei Monate vorgesehen. Das war vorher nicht so.

0-2x kann man u.U. verantworten, weil mit der Menge nur marginal Substanz in das Kind kommt. Sowas ist ja auch immer eine Ermessenssache. Auch bzgl des Alter des Kindes.

Elontril ist mehrere Jahre auf dem Markt und dazu gibt es sicher mehr Erfahrung. Schon auf der Embryotox-Seite ist das ja so.
Ist auch wirksamer ;-)

Letztlich aber alles eine Frage für den zuständigen FA und ggf nochmal Embryotox. Hier können eh nur Vorschläge gemacht werden, die den persönlichen fachärztlichen Rat nicht ersetzen sollten.
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von Mondenkind »

suri hat geschrieben:das ist mein Job, Mondenkind
Meiner auch :wink: . Das sagen aber auch viele renommierte Fachärzte von sich und publizieren Sachen übers Stillen, die lediglich ihre Privatmeinung sind (zB Herr Prof. Dudenhausen). Daher fragte ich nach Daten.
suri hat geschrieben:0-2x kann man u.U. verantworten, weil mit der Menge nur marginal Substanz in das Kind kommt. Sowas ist ja auch immer eine Ermessenssache. Auch bzgl des Alter des Kindes.
Dass Du Einzelgaben meinst war aus dem Satz für mich so nicht ersichtlich. Das stimmt natürlich, Einzelgaben sind mit Dauermedikation nicht zu vergleichen.
Elontril ist mehrere Jahre auf dem Markt und dazu gibt es sicher mehr Erfahrung. Schon auf der Embryotox-Seite ist das ja so.
Wie gesagt, was ich dazu an Daten in der Fachliteratur geschrieben hab, ist die Empfehlung hierzu die gleiche.
suri hat geschrieben:Letztlich aber alles eine Frage für den zuständigen FA und ggf nochmal Embryotox. Hier können eh nur Vorschläge gemacht werden, die den persönlichen fachärztlichen Rat nicht ersetzen sollten.
Das stimmt natürlich.
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Re: Valdoxan in stillzeit?

Beitrag von suri »

Mondenkind hat geschrieben:Wie gesagt, was ich dazu an Daten in der Fachliteratur geschrieben hab, ist die Empfehlung hierzu die gleiche.
Nee, ist nicht gleich! Zu Agomelatin gibts (fast) nichts. (siehe pubmed)

Ich will aber auch gar nicht die eine oder andere Substanz bewerben, es war nur ein Alternativvorschlag, falls die TE mit den üblichen serotonergen oder trizyklischen Substanzen nicht zurecht kommt.
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