Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lösche Benutzer 14277

Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Lösche Benutzer 14277 »

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch kurz meine Frage schildern. Dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum, bitte verzeiht, wenn ich ein Thema anschneide, dass ihr schon diskutiert habt, dann könnt ihr mich gerne auf bestehende Threads verweisen.
Alles in allem bin ich damit die ganze Zeit zufrieden gewesen und finde das soweit auch alles normal und natürlich :-)

Nun komme ich an einen Punkt, an dem ich merke, dass die Erschöpfung mir zu viel wird.
Ich weiß, dass immer wieder geschrieben wird, Stillen verursache keine Mängel etc, ich möchte auch diese Diskussion nicht grundsätzlich von Neuem anstoßen. Ich denke, alles was das Kind nimmt, muss die Mutter ja produzieren sprich sich selbst zur Verfügung stellen (das nur vorweg).
Ich möchte euch gerne schildern wie es mir geht und mich würde interessieren, ob es eine Mutter gibt, der es ebenso geht.
Wenn ihr Mütter seid, denen es mit Langzeitstillen super geht, dann freue ich mich darüber, aber als Beitrag würde mir das nicht so viel information geben, von daher bitte ich nur um Feedbacks, wenn es jemandem ähnlich ging, wie er damit umging. Ich hoffe damit trete ich niemanden auf den Schlips :roll:

So, nun endlich zu mir :D

Ich stille meine Tochter seit 24 Monaten aus Überzeugung nach Bedarf. Am Tag zwischen 3 bis 5 mal (zum hinlegen, wenn ich da bin auch beim aufstehen). nachts trinkt sie zwischen 3 und 5 mal, vermehrt in den Morgenstunden. Sie isst normal, trinkt viel bei mir, bei Krankheiten hilft uns das sehr viel (kürzlich Magen-Darm und Grippe, Kind quasi wieder vollgestillt, nach einem Tag war das Fieber runter etc).
Sie schläft auch ohne mich ein (mittags wie Nachts) nur wenn sie nachts wach wird und ich bin nicht da, gibt's Ärger :-)
Sie ist ein sehr vehementes Persönchen, das einfordert, was es will und sie liebt das Stillen.
Ich merke nun (arbeite wieder) dass ich einen Punkt komme, wo die Kombi aus Schlafmangel, ständig unterbrochenem Schlaf und ja, auch Stillen, mir (so glaube ich) die Kräfte raubt.
Wenn ich selbst krank bin und das Kind auch (weil wir uns natürlich aneinander anstecken) hab ich nicht die Möglichkeit, mich rauszuziehen.
Sprich: Kind Magen-Darm, trinkt ständig, ich auch Magen-Darm, ständig am stillen und trinken, konnte nichts essen, dazu Flüssigkeitsmangel soweit dass sogar menstruation zwischendrin versiegte.
Oder: Kind Grippe, trinkt viel (hab gelesen dass das Vitamin C aus der Muttermilch weit besser resorbierbar ist als z.B. aus Orangen), Kind wird gesund, ich hab keine (Kraft?Vitamin?)Reserven mehr für meine Genesung.
Ich denke auch, dass ein größeres Kind, auch wenn es natürlich nicht mehr vollstillt, natürlich einiges an Kalorien verschlingt.
Ich würde gerne schrittweise abstillen, bin aber etwas verzweifelt wie ich das bewerkstelligen soll, da ich es ja sinnvoll finde sehe, dass es ihr gut damit geht, ich voll dahinter stehe (und natürlich ist auch Wehmut dabei: Werde ich nochmal ein Kind stillen?).
Ich fühle mich aber am Ende meiner Kräfte, grade in diesem endlosen Winter mit stillen, krank sein, schlafen, mangelndem Schlaf.
Ich weiß, dass viele Frauen lange Jahr stillen ohne Mängel zu haben, glaube aber einfach auch dass es Ausnahmen gibt. Zudem höre ich immer wieder (auch wenn ich weiß dass häufiges Aufwachen in diesem Alter ganz normal ist) dass Kinder nach dem Abstillen doch mal länger am Stück schlafen und die Mamas nach dem Abstillen durch die Hormonumstellung wieder energetischer werden.
Danke allen, die soweit meinen Roman mitgelesen haben! :-) Denn nun kommen meine Fragen (mir ist klar, dass niemand medizinische Tipps abgeben kann, ich werde auch noch für ein Blutbild zu meinem Arzt gehen, mich interessiert eher, wie es bei euch war/ihr damit umgegangen seid):

- Habt ihr durch das Stillen einen Mangel/Mehrverbraucch festgestellt bei: Eisen, Magnesium, Vitamin B? Ich bin sher blass, müde (klar auch durch den Schlafmangel), nervös, leicht gereizt, Hände schlafen ein (nachts durch seitliches Stillen) etc.

. Wie habt ihr eure langzeit-gestillten, schon etwas "vernunftbegabteren" :-) Kinder abgestillt? ich erkläre meiner Tochter vieles (Brust braucht eine Pause, Mama muss was essen/trinken, erst wieder wenn wir ins Bett gehen etc), aber sie bekommt richtige Wutanfälle wenn ich e sihr verweigere. Manchmal lässt sie sich ablenken.

- habt ihr einen Unterschied beim Schlaf festgestellt? Auch wenn das Abstillen kein Durchschlafen bringt, kann dann ja zumindest mal der Papa einspringen (wäre bei uns möglich).

- Habt ihr nach dem langen nächtlichen Stillen eine "Schlafstörung" zurückbehalten (nicht durchschlafen können, nervös aufwachen, nach dem Kind sehen wollen, Ammenschlaf). Wir schlafen im Familienbett.

- Wie kamt ihr emotional mit dem Abstillen zurecht? Obwohl ich das nie gedacht hätte, bemerke ich ein schlechtes Gewissen bei mir beim gedanken ans Abstillen, und das nach 24 Monaten :lol: Ich bin kein fanatischer Stillverfechter, jeder soll es so machen, wie er es gut findet. ich sehe nur einfach, wie gut es ihr tut.

- Muss man bei einem langzeitgestillten Kind nach dem Abstillen irgendwas ersetzen? Natürlich brauchts keine Folgemilch oder so nen Quatsch, aber ich denke einfach, dass das Stillen ihr schon gesundheitlich noch mehr gibt als nur Mamas Nähe: Sie ist eine ganz zarte quirlige Person voller Energie, die aber nicht grade große Mengen isst.... habt ihr dann mehr Milchprodukte (Joghurt etc) gegeben?

- Hattet ihr Angst, in Bezug auf die Nähe etwas zwischen euch und eurem Kind aufzugeben durch das Abstillen?

Ich denke, der Zeitpunkt ist bei mir gekommen, aber ich fühle mich einfach sehr hilflos, wie ich es bewerkstelligen soll, da ich in einem großen Zwiespalt zwischen Fürsorge (es tut ihr gut, es hilft ihr wenn sie krank ist) und meiner eigenen Erschöpfung bin... Und das WIE ist ein großes Fragezeichen für mich, obwohl ich natürlich alle gängigen Hiflsmittel kenne (rauszögern, die am wenigsten benötogte Mahlzeit auslassen, andere Rituale). unser Kind nimmt auch weder Scnuller noch nächtliche Flasche. Nur bei 40 Fieber verlangte sie nachts mehrfach nach Tee :-)

Vielen Dank für eure Geduld!!! Ich freue mich sehr über Rückmeldungen, da ich doch in meinem Freundeskreis die einzige bin, die "so lang" stillt (ich finde es gar nicht lang, sondrn normal) und ich hier nur so Tipps bekomme wie "abstillen um endlich mal wieder in die Disco gehen zu können" was sich glaub ich für jede lange stillende Mutter einfach nur absurd anhört :-)

Vielen lieben Dank euch,
Anna
Lösche Benutzer 14277

Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Lösche Benutzer 14277 »

PS: Mit "Alles in allem bin ich damit die ganze Zeit zufrieden gewesen und finde das soweit auch alles normal und natürlich :-)" meinte ich natürlich das Stillen, nicht das Antworten in Foren :-)
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dievier
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von dievier »

Ich habe zweimal Langzeitgestillt. Beide Kinder habe ich nachts abgestillt, als ich gemerkt habe, dass mir die vielen Unterbrechungen Kraft geraubt haben. Das war einmal mit 18 Monaten und dann mit 30 Monaten.
Beim Ersten hat mir mein Mann das Kind dann nachts abgenommen, beim Zweiten habe ich es selber durchgezogen. Rückblickend würde ich sagen, dass es für das Kind keinen Unterschied gemacht hat, wer die zwei - drei Schreinächte durchgestanden hat. Für mich allerdings war es wichtig, es beim Zweiten selber "auszuhalten". Dieser Prozess hat weder an der Still- noch an unsere sonstigen Beziehung etwas verändert.

Ich habe den Kinder erklärt, dass sie zum Einschlafen noch trinken dürfen, dann aber erst wieder, wenn es hell ist. Das haben sie recht gut hingenommen.
Beide Kinder haben danach besser geschlafen, aber nicht unbedingt immer durchgeschlafen.

Beim ersten Kind hat dieser Prozess zum Abstillen geführt, was mich beim Zweiten länger durchhalten ließ. Und nun stillen wir immer noch, obwohl das nächtliche Abstillen schon 8 Monate her ist :wink:
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Jägerin
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Jägerin »

Hallo und herzlich willkommen :D
Keine Angst, du bist hier nicht alleine :lol: Ich glaube, du findest hier viele Mütter, die nach längerer Zeit ohne durchgehenden Schlaf irgendwann am Ende ihrer Kräfte sind.
Ich habe meinen mittleren Sohn damals mit über zwei Jahren nachts abgestillt, weil ich einfach total kaputt war. Ich habe auch auf der Arbeit gemerkt, dass ich total langsam im Denken war.
Ansonsten haben wir tagsüber einfach normal weiter gestillt. Bei uns gab´s die Regel: ab einer bestimmten Uhrzeit nachts nicht stillen, bis es hell wird.

Einen Mangel kann man natürlich entwickeln. Wenn du Zweifel hast, kann dein Hausarzt diverse Werte im Blut testen.
Ich selber muss z.B. mit Eisen aufpassen.
In der Stillzeit hat man einen erhöhten Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen, wie auch in der Schwangerschaft.
LG
Jägerin mit (06), (08) und (2012)
Lösche Benutzer 14277

Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Lösche Benutzer 14277 »

Hallo, vielen Dank schonmal für eure schnelle Antwort!
Das habe ich jetzt schon öfters gehört: Dass es geht, ein Kind nachts abzustillen, aber tagsüber weiter zu stillen. Das würde mir glaub ich gut taugen.
Auch das mit dem selber aushalten des Weinens nachts (manchmal akzeptiert sie es schon - ich bin häufig allein mit ihr wegen Nachtdiensten meines Mannes, sprich ich muss es sowieso auch hin und wieder selbst irgendwie bewerkstelligen). Auch ist mir wichtig, dass sie das abstillen nicht mit einem Liebesentzug in Kombi empfindet, deshalb möchte ich sie ungern mit meinem Mann "Meine Mama"-schreiend im anderen Zimmer haben während ich mich verschanze.... :-)
Jedenfalls schön zu lesen,dass es doch durchaus mit einigen Schreinächten (und nicht -wochen) zu bewerkstelligen ist. Von durchschlafen gehe ich natürlich auch weiterhin nicht aus, aber weniger aufwachen würde mir schonmal sehr viel helfen...
Danke ihr Lieben!!
Lucccy
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Lucccy »

Hallo,

ich bin zwar im Verlinken etwas untalentiert, versuche es aber trotzdem. :)

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=168026&p=3051575&hilit=abstillen+von+kleinkindern#p3051575
Von diesem Thread aus kommt man noch zu zwei anderen Threads, die sich auch um das Abstillen/weniger stillen von Kleinkindern drehen.

Ansonsten würde ich neben einem "normalen" Blutbild beim Arzt auch drum bitten Vitamin D kontrollieren zu lassen. Wie genau der Laborwert fürs Vitamin D heisst, kann sicher jemand anders bzw. die Forensuche sagen.

Gruß Lucccy
jusl
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von jusl »

@ lucccy: das Verlinken geht so:

[ url = "internetadresse eingeben"] hierhin kommt, was man im Posting lesen soll [/ url]

(alles ohne Leerzeichen)


In Deinem Beispiel:

Code: Alles auswählen

[url=http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=168026&p=3051575&hilit=abstillen+von+kleinkindern#p3051575]Thread zum Grenzen abstecken[/url]
- daraus wird dann:

Thread zum Grenzen abstecken

;-)
Lucccy
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 19.03.2012, 12:12

Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Lucccy »

@jusl: Danke nochmal für die Erklärung. Wenn man nachguckt, sollte man auch richtig hinschauen. ;)
Manche Dinge würde ich gerne selber editieren können...
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Stina82
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Stina82 »

Stillina, nur kurz zu zumindest deinen ersten beiden Fragen:

1. Ja, ich habe einen deutlich lei
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

Clauwi Trageberaterin
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Stina82
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Re: Langzeitstillen - Wie gehts der Mutter

Beitrag von Stina82 »

Hups, da waren meine Finger zu schnell. Ich wollte bevor ich antworte noch schreiben, dass mein Sohn auch 24 Monate ist, wir stillen also genu gleich lang:

1. Ja, ich habe einen deutlich leichteren Schlaf. Neulich hat der Kleine ausnahmsweise mal fast eine komplette Nacht durchgechlafen (das war wohl eher aus Versehen die Nächte davor u danach sahen nämlich gaaaanz anders aus), und in der Nacht bin ich mehrmal aufgeschreckt u hab geguckt ob er noch atmet :)
Ich merke auch dass jetzt nach zwei Jahren die Nächte mit den vielen Schlafunterbrechungen wirklich an mir zehren.

2. Deswegen spiele auch ich mit dem Gedanken abzustillen. Und ja, mich stimmt das auch wehmütig. Ich hab auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Nachts abzustillen wäre für mich persönlich auch die beste Lösung, aber ich weiss auch dass das furchtbares Geschrei verursachen wird u ich weiss nicht ob ich das aushalte.
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

Clauwi Trageberaterin
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